Das Leben ist wieder lebenswert

  • Nachdem ich schon längere Zeit im Forum sehr sehr viel lese, möchte ich heute meine Geschichte erzählen, damit ein Beispiel geben, daß es doch so ist, wie es ist.
    Ich habe meinen Exmann sehr jung geheiratet. Schon damals hat er getrunken. Das war so üblich, ich war zu jung, um zu erkennen, was Alkoholiker sind. Ich fand es normal, daß man Abstürze hat. Die Zeit verging und vor 4 Jahren kam mir schön langsam das Bewußtsein, daß er Alkohliker ist. Die Kinder, damals über 18 Jahre, zogen mit einem Mal aus. Die Gründe erfuhr ich erst später. Habe mir oft Gedanken darüber gemacht, ob ich etwas falsch machte. Sie hatten doch einen harten Kampf, um außer Haus durchzukommen. Doch sie schafften es. Ich bin stolz auf sie. Somit konzentrierte sich mein Leben noch auf meine im Haus lebende Mutter und meinen Ex. Mutter wurde krank und mein Ex trank immer mehr. Auch seine Mutter wurde ein Pflegefall. Sein verstärktes Trinken schob ich auf die Sorgen um seine Mutter. Vor einem Jahr kam meine Mutter ins Krankenhaus, um nach 4 Wochen zum Sterben nach hause geschickt zu werden. Da machte ich den ersten Schritt, um mich von meinem Mann zu trennen. Die Begründung damals war, ich kann nicht für zwei Menschen mit voller Kraft dasein. Er zog doch nach vielen Kämpfen fürs erste aus. Jedoch als meine Mutter nach hause kam, nutzte er die Chance, mir zur Seite stehen zu müssen. Ich nahm es an, hatte doch nicht mehr viel Kraft. Er war mir schon eine Stütze, doch ich bemerkte, daß er weitertrank. Anfang Oktober verstarb meine Mam und ich bekam endlich ein wenig Luft, dachte, jetzt gehst an dein eigenes Leben. Doch es kam noch einmal ein Aufschub. 6 Wochen später verstarb auch seine Mutter und ich glaubte am Todestag seinem Ausspruch: "Morgen fängt ein neues Leben nur für uns zwei an." Doch ich hatte nicht damit gerechnet, daß er es nur für sich dachte. Er schaffte es nicht, auf den Alk zu verzichten und daß bei uns wieder alles besser wird. Er trank weiter und immer mehr. Schon seit längerer Zeit hat er den Kontakt zu unseren Kindern abgebrochen. Allein das, war schon ein großer Grund für die Überlegung einer Trennung. Das hielt ich nicht aus. Die Kinder und ich haben sehr darunter gelitten. Weihnachten voriges Jahr das letzte Angebot, wir stehen zu ihm und wollen ihm helfen, damit er auf Entzug geht. Doch seine Meinung war und ist heut noch, er hat kein Problem, das hätten wir. Es verging wieder Zeit und auf einmal mit einer Kleinigkeit war das Faß voll. Ich reichte die Scheidung ein und bin seit Anfang Juli (nach dem 30. Hochzeitstag!) auch geschieden. Bis Ende September muß er seine Sachen geräumt haben. Erst dann werde ich ganz frei leben können. Seit dem Tag der Scheidung wird mir mit jedem Tag bewußt, den richtigen Weg gegangen zu sein. Er kommt immer vorbei um angeblich wieder was zu holen. Die ersten 14 Tage nach der Scheidung kam er nüchtern, aber furchtbar agressiv. Dachte, jetzt hat er es kapiert und tut wenigstens für sich etwas gutes. Doch inzwischen sehe ich, er schafft es doch nicht. Die Kinder erzählen erst heute, was sie mitgemacht haben. Mein Mann ist agressiv in verbaler Form, auch das ist eine Möglichkeit, alle unter Druck zu halten. Ich stand immer in der Mitte und habe ihn auf alle Seiten verteidigt und entschuldigt. Das war so viel Kraft, die ich investiert habe und er gab mir kein bisschen zurück. Doch geht es um ihn, wird er weinerlich und ist der Arme. Alle haben ihn verlassen. Seine geliebte Mutter und jetzt auch noch ich. Doch ich kann und will nicht mehr an ihn denken, ich habe erkannt, daß es mich auch noch gibt. Seit wir geschieden sind, habe ich vieles erledigt, was durch ihn liegengebliegen ist. Und vor allem, ich kann wieder entspannt schlafen. Manchmal hatte ich schon ein Tief, da ich dachte, ich war zu schwach, daß ich es ihm nicht beibringen konnte, daß das Leben auch anders möglich wäre. Heute weiß ich durch die vielen Beiträge im Forum, daß es so ist wie es ist. Ich bereue keinen Tag meines Entschlußes und schaue nur noch nach vorne. Das Schönste ist, daß meine Kinder wieder "NACH HAUSE" kommen und wir wieder herzlich lachen können. Die Welt ist doch so schön. Möchte mich auch für die Ehrlichkeit von allen Seiten (Alkoholiker und Co.) der Forumschreiben bedanken, ihr habt mir bis jetzt sehr viel geholfen. Dadurch verstehe ich vieles mehr.
    rg

    Ein Nein aus tiefster Überzeugung ist besser und größer als ein Ja, das nur gesagt wird, um zu gefallen oder Schwierigkeiten zu vermeiden.

  • Zitat von rg

    Die Welt ist doch so schön

    Hallo rg,

    Deine Worte zu lesen tut gut. Die Welt ist schön und wir sollten uns so behaglich und gemütlich machen, wie wir nur können.

    LG kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • Liebes kaltblut,
    danke für deine liebe Antwort. Es ist schön, wann auch anderen meine Worte gut tun. Du hast recht, ich mache mir das Leben wieder schön und lebenswert, so wie ich es mir richte, so habe ich es. Da kann niemand mehr Einfluß nehmen. Habe oft um Hilfe innerhalb seiner Familie gebeten, doch alle waren egoistisch und hatten nicht einmal den Mut oder auch Bedürfnis, ihrem eigenen Bruder und vor allem auch Sohn zu helfen. Schon gar nicht mir. Allein von seiner Mutter bekam ich vor 15 Jahren die Antwort auf meinen Wunsch, wegzugehen wegen dem Alk: "Da kann man nichts machen, sein Vater hat auch getrunken. Und verheiratet ist verheiratet, da muß man alles akzeptieren." Und seine Schwester schoss den Vogel ab, nachdem ich verzweifelt angerufen habe, sie solle nach ihm nach einer Selbstmorddrohung schauen, ob er in seinem Haus oder beim Grab seiner Mutter ist: " Ich kann jetzt nicht weg, ich habe gerade was ins Backrohr geschoben". Da fragt man sich, was für Gefühle die Leute haben. Nämlich gar keines. Hauptsache, denen geht es gut und mein Ex hat alles für sie getan. Sie haben gerufen und er ist schon angerauscht. Er ließ sich nur benutzen, das kam ganz klar heraus. Seine Schwester sagte auch einmal, sie kann ihn nicht ansprechen auf den Alk, sonst würde er für sie nichts mehr machen. Lauter Egos. Doch sie müssen mit ihrem Gewissen selbst fertig werden, ich habe keinen Kontakt mehr zu ihr und möchte auch nicht.
    Muß aufpassen, daß ich nicht immer so viel schreibe, doch ich muß anscheinend jetzt viel verarbeiten. Und nebenbei heule ich aber trotzdem, obwohl es mir gut tut.
    rg

    Ein Nein aus tiefster Überzeugung ist besser und größer als ein Ja, das nur gesagt wird, um zu gefallen oder Schwierigkeiten zu vermeiden.

  • Hallo rg,

    ich sage mal *herzlich Willkommen hier im Forum :wink:

    Du hast ja innerhalb von kurzer Zeit einen ziemlich harten Weg hinter Dir.

    Du schreibst:

    Zitat

    Ich bereue keinen Tag meines Entschlußes und schaue nur noch nach vorne. Das Schönste ist, daß meine Kinder wieder "NACH HAUSE" kommen und wir wieder herzlich lachen können

    Das Lachen habt Ihr ganz bestimmt auch verdient und nötig. Ab jetzt einen Weg zu suchen, erstmal zur Ruhe zu kommen, ist bestimmt ganz wichtig für Euch.
    Machen Deine Kinder etwas, um die vergangenen Ereignisse in ihrer Kindheit zu verarbeiten?

    In nächster Zeit wird Dir bestimmt immer mehr bewußt werden, was Ihr all die Jahre erlebt habt. Nutze dieses Forum doch, um mal hinter DEINE Kulisse zu schauen.
    Du reflektierst Dich sehr gut:

    Zitat

    Die Kinder erzählen erst heute, was sie mitgemacht haben. Mein Mann ist agressiv in verbaler Form, auch das ist eine Möglichkeit, alle unter Druck zu halten. Ich stand immer in der Mitte und habe ihn auf alle Seiten verteidigt und entschuldigt

    Auch ich kenne diese Form von Gewalt, sie wird Dich noch eine ganze Weile begleiten.
    Ich wünsche Dir, daß Du mit Hilfe des Austausches hier erkennen kannst, welchen Anteil Du daran hattest, *wegzuschauen*.

    Zitat

    Lauter Egos.

    Ein Alkoholiker baut sich nicht selten so ein Umfeld auf, in dem er gut funktionieren und weiter trinken kann. Es heißt ja nicht umsonst, daß Alkoholismus eine Familienkrankheit ist.

    Liebe Grüße
    S.Käferchen [Blockierte Grafik: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks/www.cosgan.de/images/smilie/tiere/k025.gif]

  • Liebes s.käferchen,
    du hast recht, erst jetzt kommt viel heraus. Auch von den Gefühlen her.
    Beim Schreiben bemerke ich erst, daß ich noch nicht viel verarbeitet habe.
    Zu meinen Rackern. Mein Sohn, jetzt 27, kann nicht umgehen damit. Er schließt sich vollkommen zurück und stürzt sich voll in seine Arbeit. Seine Freundin kommt auch nicht an ihn ran, da habe ich auch schon vieles versucht. Doch er blockt voll ab und hat nur mehr Hass auf seinen Vater. Die Basis dieser Einstellung liegt dort, daß mein Ex immer viel abverlangt hat. Egal ob schulisch oder privat. Doch die Kinder konnten nichts recht machen, um einmal ein persönliches Lob zu bekommen. Dabei haben sie aus eigener Kraft so viel auf die Beine gestellt. Ich hoffe, er läßt sich irgendwann helfen, damit es ihm besser geht. Doch er kommt jetzt sehr viel zu mir und wir zwei haben ein ganz inniges Verhältnis. Jedoch erzählt er in meisten Fällen nur über Firma u. a. und nicht, wie es ihm geht. Ich befürchte, daß er irgendwann zusammen brechen wird.
    Die Tochter, jetzt 24, geht gut damit um. Sie hat Hilfe gefunden bei einer Esoterikerin, die sie an sich herangelassen hat. Hat auch mit ihrem Vater kurz vor der Scheidung eine lange Aussprache versucht, um ihr Ereignisse aufzuarbeiten. Das Resultat war, daß er nichts verstanden hat von dem, was sie ihm alles gesagt hat. Da war auch nichts anderes zu erwarten.
    Doch für sie ist die Einstellung, daß sie ihm noch einmal helfen wollte und er es nicht angenommen hat. Da geht es ihr jetzt besser, mit der ganzen Sache fertig zu werden.
    Und für mich wegen "Wegschauen". Mit dem kämpfe ich heute am meisten, da ich mir den Kopf abreissen könnte, was ich meinen Kindern und auch meiner Mutter und auch mir zugemutet habe, zuzulassen. Da kämpft man 30 harte Jahre, doch für was. Der richtige Weg hätte viel früher eintreten müssen. Doch ich bin zu hause geblieben bei den Kindern. Und da hatte ich Existenzängste, die mir auch von meinem Ex immer eingeredet wurden, ich würde es allein nicht schaffen. Vor 7 Jahren habe ich mich dann selbstständig gemacht und eine Firma gegründet. Seit 2 Jahren weiß ich, daß ich es schaffe, allein weiter zu kommen.
    Seine Ansage vor ein paar Wochen war auch dementsprechend:
    "Ich hätte dir verbieten sollen, wieder zu arbeiten. Denn nur dadurch bist du größenwahnsinnig geworden." Heute kann ich über solche Ansagen nur noch lachen, und froh sein, daß ich wahrscheinlich das 1. Mal in meinem Leben zu mir selbst gestanden bin.
    Ich hoffe, daß ich euch nicht zuviel mit meinem Sch.... beschäftige, aber ich bemerke erst jetzt durch den Austauch mit euch, wie beschissen es mir geht. Auf der einen Seite nach aussen, mir geht es gut und nach innen sieht es aber anders aus.
    Danke für eure Mithilfe, alles zu verarbeiten. Es wird wahrscheinlich noch viel von mir geschriebeben werden, da ich vieles gar nicht mehr im Bewußtsein zugelassen habe.
    Danke.
    rg

    Ein Nein aus tiefster Überzeugung ist besser und größer als ein Ja, das nur gesagt wird, um zu gefallen oder Schwierigkeiten zu vermeiden.

  • rg,


    Zitat

    Ich hoffe, daß ich euch nicht zuviel mit meinem Sch.... beschäftige, aber ich bemerke erst jetzt durch den Austauch mit euch, wie beschi***n es mir geht

    Alles, was da jetzt hochkommt, muß raus. Dafür bist Du ja hier, also immer raus damit :wink:

    Zitat

    Und für mich wegen "Wegschauen". Mit dem kämpfe ich heute am meisten, da ich mir den Kopf abreissen könnte, was ich meinen Kindern und auch meiner Mutter und auch mir zugemutet habe, zuzulassen. Da kämpft man 30 harte Jahre, doch für was. Der richtige Weg hätte viel früher eintreten müssen.

    Es ist gut, daß Du da hinsehen kannst. Natürlich machen wir uns hinterher, wenn wir unseren Anteil erkennen, Vorwürfe. Aber dies bringt Dich jetzt nicht weiter!
    Auch ich habe viel zu lange zugesehen, wie mein Mann meine Kinder und mich verbal und buchstäblich mißhandelt hat. Ich kann es aber nicht mehr ändern. Vorwürfe machen Deinen Selbstwert nur noch mehr runter. Nutze doch eher Deine Einsicht dafür, ab JETZT Dein Leben , und das Deiner Kinder, wieder in andere, selbstbestimmte und positive Richtung zu lenken.

    Deine Kinder haben, genau wie meine auch, ihren Schaden davon mitgenommen, aber jetzt mit einem Schuldgefühl Euch das Leben weitrhin schwer zu machen, bringt niemanden von Euch weiter. Schuld ist ein ganz schlechter Wegbegleiter.

    Wir Co´s lassen viel mit uns machen, weil da ein großes Bedürfnis hintersteckt..nämlich geliebt zu werden..egal in welcher Form. Dabei gehen wir dann meistens über unsere Grenzen hinaus, was uns eigentlich gut tut.
    Du hast nun die Möglichkeit, mal zu sehen, warum Du dies so lange hast mit Dir machen lassen. Bei mir war es mangelnder Selbstwert, den ich mir auf eine kranke Weise holen wollte. Warum hast Du so lange gewartet?

    Lieben Gruß

    S.Käferchen [Blockierte Grafik: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks/www.cosgan.de/images/smilie/tiere/k025.gif]

  • Liebes s.käferchen,
    anscheindend geht heute bei mir eine Lawine an Emotionen los. Ich hätte so viel Arbeit und beschäftige mich doch auf diesen Seiten. Anscheinend muß es jetzt so sein.
    Auf die Frage, warum ich so lange gewartet habe? Diese Frage stelle ich mich auch noch öfters. Vor 15 Jahren hat mir mein Ex seine Angst vor dem Alk gestanden. Doch ich war noch immer verliebt in ihn. Ich war in diesem Zustand bis vor ca. 3 Jahren. Da hat er begonnen, seine Freizeit mit anderen zu teilen. Kolleginnen wurden bei Wanderungen mitgenommen, nur ich nicht. Ich war nicht erwünscht. habe es zugelassen. Blöd wie ich war. Dann war er auf Kur und ich danach am selben Kurort. Bei einem Diavortrag bekam ich eine Faust ins Gesicht. Diese Kollegin hat ihn auch auf Kur besucht. Er leugnete zwar immer ein Verhältnis. Doch heute glaube ich, daß es da war und vielleicht auch noch ist. Voriges Jahr habe ich sie angerufen und gefragt, was das soll. Sie hat auch ein Verhältnis abgestritten doch ich glaube es nicht. Und erst ab diesem Zeitpunkt habe ich meinen Ex Schritt für Schritt fallen gelassen, da kein Vertrauen mehr möglich war. Außerdem telefonierte er und macht es jetzt auch noch, komischerweise, versteckt hinter der Garage. Aber das ist, so denke ich, schon seinem Krankheitsbild zuzuschreiben. Telefonierte auch mit gewissen Hotlines obwohl ich zu hause war und auch das Internet benutzte er für gewisse Zwecke. Erst da war soweit, daß ich nur mehr weg wollte. Ich kam mir vor wie ein Ding, das man ab und zu benutzt, wenn man es braucht. Sonst hatte er keine Achtung mehr vor mir. Und jetzt? Wenn ich anseh, habe ich keine Gefühle mehr für ihn. Zu tief waren die Verletzungen.
    Ein Grund, warum nicht früher, war auch meine Mam. Ihr gehörte das haus, in dem ich jetzt noch wohne. Wir sind daheim geblieben, als mein Vater vor 30 jahren gestorben ist. Mein Ex investierte viel Geld hinein, um es wieder auf Vordermann zu bringen. Und ihre Angst bestand bei einer Trennung von uns darin, daß sie ihm niemals das Geld zurück zahlen hätte können. Und somit war ich in einer Zwickmühle. Ich wollte meiner Mutter diese Sorgen nicht mehr zumuten, da sie schon seit 5 Jahren Krebs hatte. Und wie sie gestorben ist, wußte ich, jetzt oder nie mehr. Und es kam anders als gedacht, mein Ex hat keinen Cent von seinen Investitionen verlangt und bezahlt auch für mich noch einen kleinen Unterhalt, damit ich einmal in Anspruch einer Pension komme. Da habe ich mir auch schwer getan, dies alles anzunehmen. Die Angst, er hält sich noch eine Tür offen mit dieser Gutmütigkeit, war schon da. Doch jetzt sehe ich es schon ein wenig egoistischer. Ich denke, für was bleibt man sonst 30!!!!!!!!!!! Jahre bei ihm und läßt ihn gut leben. Muß auch an mich denken. Und das tu ich jetzt. Heute fahren meine Gefühle mit mir Achterbahn, weiß auch nicht warum. Die Tränen hören überhaupt nicht auf.
    rg

    Ein Nein aus tiefster Überzeugung ist besser und größer als ein Ja, das nur gesagt wird, um zu gefallen oder Schwierigkeiten zu vermeiden.

  • Hall rg,

    Zitat

    Heute fahren meine Gefühle mit mir Achterbahn, weiß auch nicht warum. Die Tränen hören überhaupt nicht auf.
    rg

    Laß es zu ,aber überfordere Dich bloß nicht.
    Es ist gut, daß Du da genau hinsiehst, Dir bewußt machst, warum es so war.

    Ich wünsche Dir, daß du hier Dich mit ganz vielen austauschen kannst. Lies auch bei den Anderen weiter, versuche zu verstehen, warum wir so handeln, warum wir uns immer Ausreden parat legen, um nicht eher, rechtzeitiger zu gehen.
    Auch ich hatte meine Gründe, zu bleiben. Gründe, in der Co-Abhängigkeit oder beim Alkohol zu bleiben, gibt es genug! Aber nur einen, um mein Leben zu ändern. Und Du hast diesen Grund für Dich herausgefunden:

    Zitat

    Heute kann ich über solche Ansagen nur noch lachen, und froh sein, daß ich wahrscheinlich das 1. Mal in meinem Leben zu mir selbst gestanden bin.

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft.

    Lieben Gruß

    S.Käferchen [Blockierte Grafik: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks/www.cosgan.de/images/smilie/tiere/k025.gif]

  • Hallo rg!
    Da kann ich mich nur anschliessen und auch noch eine Portion Kraft schicken.
    Ich war ja auch so lange schwach, bis ich die Reissleine zog. Kann dir auch gut nachempfinden. Bei uns ist es aber zum Glück anders ausgegangen. Mein Mann ist nach 24 Jahren endlich trocken geworden.
    Meine Kinder sind auch erwachsen und in Therapie. Bin ich sehr froh drüber, weil es mir in meiner Thera. sehr gutgeht und mir viel hilft.
    Machst du irgendwas in der Art? Kann ich dir nur empfehlen.
    Auch bei mir hat es eine Zeit gebraucht, um überhaupt endlich mal gelöst zu werden, weinen zu können.
    Ich freue mich für dich, dass du es bis hierhin so tapfer geschafft hast.
    Alles Gute für dich und
    Schön, dass du da bist :!:
    LG Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Hallo Gotti,
    danke für die Portion Kraft, die du mir geschickt hast. Ich werde diese Päckchen in kleine Portionen einteilen, damit ich immer ein wenig Reserve habe. zur Therapie: Ich war heute bei einer Nachbarin, die hat mir eine Adresse gegeben, wo ich hingehen kann, wenn ich soweit bin. Meine Tochter hat schon ihren Weg gefunden. Und mein Sohn ist noch nicht soweit. Der hängt sich voll in die Arbeit, da er sich erst vor kurzem auch selbstständig gemacht hat. Aber irgendwann wird er sicher mehr zulassen, über alles nachzudenken. Ich kann ihm nur helfen, daß ich immer für ihn da bin und ihm wieder eine Geborgenheit gebe. Und ich möchte so vieles nachholen, was ich den letzten Jahren nicht geschafft habe, meinen Kindern an Liebe zu zeigen, da es mir selbst besch... ging. Für mich ist jeder Tag, den ich schaffe, ohne Wut und Enttäuschung schlafen zu gehen, ein positiver Tag. Und da habe ich schon sehr viele Abende gehabt. Es freut mich für dich und deinen Mann, daß ihr die Kurve gekratzt habt. Das war auch ein Traum von mir. Doch mein Ex hat es einfach nicht kapiert. Vielleicht kapiert er es, wenn er endgültig ausgezogen sein muß. Das ist erst Ende September. So kommt er alle paar Tage nur daher, schleicht wie eine Katze um mich rum und nimmt nur ein Blatt Papier mit. Und da wäre aber so vieles, was er noch mitnehmen muß. Doch irgendwie will er es nicht wahrhaben. Auf der einen Seite tut er mir leid, daß er niemand mehr hat, wo er sich anlehnen kann. Doch er hat sich zu lange gespielt und ich will einfach nicht mehr. Möchte nur noch meine Ruhe und vor allem Abstand zu allem. Heute war ich nachmittags auch unterwegs bei lieben Kolleginnen und war aber nur kurz dort. Sie wissen schon Bescheid und können mit mir noch nicht so recht umgehen. Und keiner traut sich zu fragen. Am Abend noch Rasen gemäht und jetzt ab in die Dusche, Handarbeit zu mir und wieder etwas Sinnvolles machen. Soll ja auch fertig werden bis zu einer bestimmten Zeit. So habe ich nicht viel Gelegenheit, mich hängen zu lassen. Es reicht, so wie es momentan möglich ist. Gebe mir auch viel, viel Zeit, alles aufzuarbeiten. Dazu kommt auch in einem Monat der Todestag von meiner Mam. Da knabbere ich ja auch noch ganz gewaltig daran. ABer was solls. Bin froh, daß ich dieses Forum gefunden habe.
    Liebe Grüße
    Renate (rg)

    Ein Nein aus tiefster Überzeugung ist besser und größer als ein Ja, das nur gesagt wird, um zu gefallen oder Schwierigkeiten zu vermeiden.

  • Liebe Christine,
    danke für deine Zeilen. Bin übers Wochenende weggewesen und mein Ex hat vieles geholt. Es ist doch irgendwo traurig, wie sich das Haus jetzt verändert. Mit dem Holen seiner Sachen wird es doch leer. Auch innerlich. Gleichzeitig ist es wieder ein Schritt für einen endgültigen Abschied, den ich auf der einen Seite schon herbei wünsche und auf der anderen Seite Angst davor habe. Jedoch ist es sicher besser so, als tatenlos zusehen zu müssen, daß sich nichts geändert hätte. Meine Handarbeit ist sticken und klöppeln. Ich mache das auch beruflich mit einer kleinen Firma als Handel für die Materialien und mein Wissen als Kursleiter. Da habe ich den Vorteil, immer viele Leute zu treffen, die man auch sehr persönlich kennen lernt. Und diese Leute helfen mir auch über meine schwere Zeit. Bin glücklich, daß es sie gibt. Und weinen? Nein, das stelle ich schon öfters hinten an. Ich versuche, meist nach vorne zu schauen und neue Ziele zu finden. Das dauert aber ein wenig, und ich bin nicht ungeduldig. Hat ja so lange Zeit gebraucht, daß ich so tief gekommen bin. Jetzt geht es nur noch aufwärts, wenn auch in kleinen Schritten. Jeder Tag ist eben schön. Man muß es nur sehen.
    Wünsch dir noch einen schönen Sonntagabend, ich bleib bei dir am Ball, damit ich sehe, wie es dir geht.
    Renate

    Ein Nein aus tiefster Überzeugung ist besser und größer als ein Ja, das nur gesagt wird, um zu gefallen oder Schwierigkeiten zu vermeiden.

  • So, ich bin gerade beim Nachlesen meiner eigenen Seiten. Hab sie fast vergessen, weil ich öfters bei den anderen rumstöbere. Und lese und lese und lese. Und das hat mir irrsinnig geholfen, meine weiteren Schritte umzusetzen. Jetzt ist bei uns Endphase mit dem Auszug. Das wird schon noch stressig, aber noch noch 12 Tage! Dann ist es vorbei und ich kann mir klarem Kopf weiter leben. Jeder Tag mehr dorthin macht mich noch stärker, wie ein Kämpfer. Ich will nur mehr meine Freiheit und keinen Druck mehr von meinem Ex. Endgültig Schluß! Kann dann meine ganze Energie nur mehr in meine positiven Ziele umlenken. Er geht mich nichts mehr an, ob er weitertrinkt, untergeht oder sich helfen läßt. Ich hatte keine Chance. Aber ich habe die Chance genutzt, abzuspringen vom sinkenden Schiff. Ich will noch leben und mich freuen und lachen und auch wieder glücklich sein. Konnte mir nie vorstellen ohne Partner zu leben. Am Abend, wenn man heimkommt, war doch immer wer da. Und seit er nicht da ist, gehts mir ja noch besser. Aber ich mußte es erst kennen lernen. Bin total überrascht und vor allem, ich kann sehr, sehr gut schlafen und ich wache auf ohne Frust. Nochwas Positives äußerlich: Ich nehme von selbst ab, vorher habe ich nur zugenommen, konnte mich nicht ansehen, wie ich aus den Fugen geraten bin. Jetzt auch eine neue Brille. Rot. So richtig frech, so wie ich mich eigentlich jetzt fühle. Und lebend. Es ist einfach schön, sich wieder zu spüren und sich wahrzunehmen und auch andere reagieren auf mich und sprechen mich an. Hat es schon lange nicht mehr gegeben.
    So, nun ist wieder viel von der Seele geschrieben und jetzt gehts weiter mit der Arbeit mit Vollkraft.

    Ein Nein aus tiefster Überzeugung ist besser und größer als ein Ja, das nur gesagt wird, um zu gefallen oder Schwierigkeiten zu vermeiden.

  • Liebe Renate,

    ich sage Dir erstmal ganz lieb Danke für Deine Gratulation :wink:. Danke für Dein Lob... tut sehr gut.

    Nun aber mal wieder zu Dir.

    Zitat

    Ich will nur mehr meine Freiheit und keinen Druck mehr von meinem Ex. Endgültig Schluß! Kann dann meine ganze Energie nur mehr in meine positiven Ziele umlenken

    Das hört sich doch wirklich ganz toll an, und nur noch ein paar Tage, dan beginnt Dein Leben mit Dir! Eine schöne Zeit, aber wie Du ja auch geschrieben hast, wird es wohl auch ungewohnt sein.

    Auch ich hatte Angst, alleine zu sein, weil ich es ja seit mehr als 20 Jahren gar nicht gewohnt gewesen bin. Von Zuhause gleich in die Ehe und so weiter...

    Aber heute geniesse ich es sehr, alleine zu sein, mit meinen beiden Männern..na ja,werdenen Männern :lol:
    Sich selbst wieder zu spüren, etwas schönes für sich tun, mit einem gutes Gewissen an etwas herangehen.Besonders an sich selbst. Ich wünsche Dir, daß DU es auch geniessen kannst, wenn es dann endgültig ist.

    Natürlich gibt es bei mir auch Momente, in denen ich furchtbar alleine bin, aber nicht mehr einsam. Und das ist ein tolles Gefühl.

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft in den letzten 12 Tagen!

    Liebe Grüße

    S.Käferchen [Blockierte Grafik: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks/www.cosgan.de/images/smilie/tiere/k025.gif]

  • Liebes Käferchen, liebe Graffiti,
    vielen Dank für eure Zeilen. Mir geht es noch immer gut. Er (Ex) war gerade wieder da und hat wieder ein kleines Hängerchen voll von Dingen mitgenommen, die ihm gehören, brauchte er vorher schon 20 Jahre nicht. Aber man hat, was man hat. So ein Typ ist er. Und natürlich roch er wieder ganz stark nach ALk. Ich vermute Schnaps. Scheußlich. hab ihm noch nett geholfen, alles aufzuladen und er hat mir wieder Hilfe angeboten, welche Art auch immer. Doch er ist ja nicht nüchtern. Und darum habe ich abgelehnt. Nett, höflich und auch klar gelegt, daß ich für mich zuständig bin und er für sich. Es ist schon gigantisch, wie Alk den Menschen von einer agressiven zornigen Hälfte im nüchternen Zustand bis zur sanften lieben Natur mit Alkeinfluß machen kann. Für mich war nur wieder der kleine Beigeschmack: Sonst ists mir schon egal, ob er trinkt oder nicht. Aber er fährt ja auch mit dem Auto wieder zu ihm nach Hause. Da kämpfe ich noch immer, ob ich nicht die Polizei anrufen soll und daß sie ihn einmal stoppen. Aber da ist, so glaube ich, noch ein wenig Co drinnen, daß es für ihn ganz aus ist. Auf der anderen Seite habe ich die Überlegung, daß ich vielleicht mitschuld bin, wenn einem anderen dann was zustößt. Ich weiß nicht, ob ich das noch verarbeiten könnte. Was soll ich tun? Da bin ich ratlos. Sonst so ein Kämpfer und da steh ich an.
    Wie würdet ihr entscheiden? _Es ist eine Zwickmühle. Vielleicht könnt ihr mir helfen. Jetzt geh ich wieder weiterarbeiten und versuche, ruhig nachzudenken.
    Renate, ich schau aber wahrscheinlich schon in einer halben Stunde wieder in den PC. Das ist auch schon Sucht, aber die gut tut.

    Ein Nein aus tiefster Überzeugung ist besser und größer als ein Ja, das nur gesagt wird, um zu gefallen oder Schwierigkeiten zu vermeiden.

  • Ich bin wieder einmal da.
    Danke euch für die Antworten bezüglich Polizei ja oder nein. Ich tu mir noch schwer mit der Entscheidung, sie zu informieren. Ich habe nur noch 10 Tage, bis alles vorbei ist. Hoffentlich. Gestern war mein Ex wieder kurz hier, schon von der Arbeit mit Alkspiegel gekommen. Das wird immer schlimmer. Bis vor kurzem kam er wenigstens noch ohne Frischalk her, wenn er von der Arbeit kam. Und jetzt? Die Spirale wird immer enger. War auch wieder depressiv. Weinte, als er in meinen Laden kam, da er nicht mehr mithelfen darf und jammerte, das geht ihm alles so ab. Sagte zu ihm, er hätte nur etwas für sich tun müssen und daß er es versäumt hat.
    Wie er weg war, wieder Erleichterung, bis zur Finsternis Rasen gemäht, im Finstern noch alles weggeräumt und glücklich gewesen, mit Ruhe und vollkommen entspannt vor meinem Haus zu sitzen. Ich bin innerlich frei. Mein Ausschlag beruhigt sich auch ein wenig. Meine Arbeit geht mir gut von der Hand, bin aber auch wie aufgezogen. Da wird wenigstens hoffentlich endlich einmal alles fertig, was fertig werden muß. Heute habe ich sicher Ruhe von meinem Ex, da er weggefahren ist. Genieße den Tag. Es ist schon erschütternd, daß einem ein Mensch so aufreiben kann, den man einmal so geliebt hat. Habe aber keinen Hass. Und auch kein Mitleid. Ich sehe jetzt objektiv zu, wie er sich kaputt macht. Seine Entscheidung, die er mir schon immer sagte, er wolle nicht älter als 65 werden. Da wird er eingreifen. Da hat es für mich auch schon keine Zukunftsperspektive mehr gegeben. Soll ich ihn dann auch noch pflegen, wenn er nicht auf sich schaut? Nein. Zurück wieder zur Realität und zum Leben.
    Gestern war ich auch noch beim Friseur, obwohl ich nicht Zeit gehabt hätte. Meine Friseurin hat mich komplett umgefärbt, und mit neuer roter Brille habe ich eine ganz andere Ausstrahlung, selbstsicher, fröhlich und ich fühle mich auch so. Das hatte ich schon lange nicht. Komplimente von Bekannten, ich sehe viel jünger aus, haben mir gut getan. Auch mein Ex schlich um mich herum und meinte, ich sehe zum Verlieben aus und ich wäre sehr verändert. So wollte er mich schon immer haben. Doch er hat nicht gefragt, ob er mir noch gefällt und ob er anziehend wird. Da hätte ich glatt mit einem lachenden Gesicht NEIN gesagt. Und diese Antwort wird er schon wissen. Und er mußte erkennen, daß ich mich nicht mehr für ihn zurecht gemacht habe. Das habe ich oft versucht, und er hat alles nicht gesehen und nicht darauf reagiert.
    Renate

    Ein Nein aus tiefster Überzeugung ist besser und größer als ein Ja, das nur gesagt wird, um zu gefallen oder Schwierigkeiten zu vermeiden.

  • Hallo Renate,

    das, was Du schreibst, hört sich super an. Ganz klar, Du bist ein riesen Schritt in Deine Richtung gegangen.

    Spätestens an dem Punkt, an dem Du jetzt bist, ist es oftmals sehr schwierig, den Versuchen, unsere Co-Knöpfe zu drücken, standzuhalten. Er hat es ja auch bei Dir versucht:

    Zitat

    Auch mein Ex schlich um mich herum und meinte, ich sehe zum Verlieben aus und ich wäre sehr verändert. So wollte er mich schon immer haben.


    Worte, die ein Co vielleicht immer hören wollte. Das ist dann bei so vielen der Punkt, an dem sie kippen. Aber Du hast das für Dich ganz toll herausgearbeitet, auf diesen Knopf nicht zu reagieren.
    Deine gesundheitliche Entwicklung spricht ja auch dafür, daß Du Dich ein Stück lösen konntest.

    Ich wünsche Dir, daß Du die nächsten 10 Tage gut überstehst. Bin ganz gespannt, wie sich Deine Loslösung von ihm weiterentwickelt.

    Lieben Gruß

    S.Käferchen

    Einmal editiert, zuletzt von Anonymous (25. Dezember 2008 um 19:07)

  • Liebes S-Käferchen
    Du hast recht, diesen Knopf gibt es nicht mehr, wo man mich einschalten kann mit Komplimenten und gezeigten Gefühlen, die ja doch nur aus der Laune des Alk entstehen. Ich habe das aber auch erst hart begreifen müssen.
    Jetzt habe ich keine Angst mehr, daß ich auf solche Dinge hereinfalle, wo sich doch nichts ändert an seiner Trinkerei. Auch meine Liebe zu ihm ist kalt und erloschen, da ich keinen Funken Vertrauen mehr habe und auch nie mehr haben werde. Seine ganzen Pläne, was er so alles machen möchte auch mit seinem Haus sind bis jetzt nicht im Geringsten ausgeführt worden. Nur Worte und leere Versprechungen. So wie halt seit x-Jahren. Da habe ich wirklich genug Abstand bekommen, keinen Versprechungen mehr zu glauben und nur noch an mich selbst glaube ich. Jetzt fahre ich in die Stadt, um noch einige wichtige Besorgungen zu machen. Habe mich auch wieder hübsch gemacht. Ich fühle mich einfach pudelwohl. Schön, daß es noch so ein Gefühl gibt.
    Danke dir für deine lieben Worte, sie tun mir sehr gut. Du bestärkst mich immer wieder, auch wenn ich ab und zu doch noch einen Moralischen bekomme. Ich wünsche auch allen anderen, die auch so in dieser Co-Klemme stecken, daß sie die gleichen Erfahrungen erkennen. Erst dann wissen sie, wie schön das Leben sein kann und man nicht mehr verbittert und ohne Zukunftspläne durch die Welt geht.
    Renate

    Ein Nein aus tiefster Überzeugung ist besser und größer als ein Ja, das nur gesagt wird, um zu gefallen oder Schwierigkeiten zu vermeiden.

  • Liebe Christine,
    heute morgen war ich ja wirklich gut drauf. Doch heute nachmittag hat mich die ganze Wut über meinen Ex wieder erwischt. Ich habe begonnen, zusammen zu räumen, draußen, und habe mit der Handsäge Holz geschnitten. Da war ich so wütend, da er das ganze Werkzeug und alle Sägen usw. mitgenommen hat. Nicht einmal einen Nagel und einen Hammer hat er dagelassen. Ich habe ihn auch darauf angesprochen, ob das nötig ist. ER sagte nur, ich muß ja alles räumen, da ich sonst alles wegwerfe. Das ist sowas von präpotent, das es nicht höher geht. Er hat mir dann gnadenhalber eine Axt und eine Handsäge wieder gebracht, natürlich nur das Älteste vom Ältesten. Drum warte ich schon so hart auf Ende des MOnats, da ich dann wirklich sagen kann: Raus hier! und ich kaufe mir selbst die Werkzeuge, die man so bei einem Haus braucht. Er sagte gestern auch noch, brauchst ja nur zu sagen, was du brauchst, kannst ja alles haben. Nur Bittsteller bin ich keiner mehr. Er hat auch ein jedes Brettchen Holz mitgenommen, das ist schon verrückt. Obwohl ich einen Festbrennstoffkessel habe und mir auch noch einiges an Heizöl ersparen möchte. Und auf der anderen Seite bietet er wieder an, mir Holz zu bringen, damit ich sparen kann. Er ist wirklich nicht mehr dicht. Und somit bin ich froh, wenn alles vorbei ist. Auf mich selbst kann ich mich wenigstens verlassen. Er war nicht einmal bereit, mir die Funktion der Heizanlage noch einmal zu erklären, das hat er immer gemacht, sagte, das wisse er auch nicht. Und jetzt bin ich soweit, daß er von mir aber auch überhaupt nichts mehr bekommt, falls er was braucht, Dabei habe ich ihm schon Mikrowelle, Gefrierschrank und vieles anderes gegeben, was ich doppelt gehabt habe. Das wird immer selbstverständlich gesehen und er?
    Er spielt sich auf. Da bin ich noch mehr enttäuscht von ihm, aber typisch Trinker, heut so, morgen so. Also nichts wie weg von mir und aus meinem Kopf. Aus dem Herz ist er schon längst.
    WEgen dem Alk. Ich werde nichts unternehmen, da ich ja machtlos bin.
    Es ist nur zu wünschen, daß es nie jemanden anders erwischt. Er hatte schon so viele Kontrollen, aber keiner hat es bemerkt oder nicht sehen wollen, daß er alkoholisiert ist. Er kann sich sehr gut beherrschen und zeigt seinen Dienstausweis her. Das zieht bei uns anscheinend immer noch bei den einheimischen Polizisten. Mein Ex ist auch im Staatsdienst.
    Das macht mich wütend, aber mich halten sie regelmäßig in der Nacht auf, wenn ich heimfahre. Planquadrat. Aber ist auch nett, wenn ich wenigstens in der Nacht auf der STraße ein paar nette Männer zum Ratschen habe.
    So, nun gehe ich fernsehen und ich muß handarbeiten. Bin noch immer nicht fertig und sollte es schon Montag haben, aber heute nachmittag habe ich mir die Arbeit im Freien vorgezogen, da kann ich beim Holzschneiden so schön meine Agressionen loswerden und vor allem der positive Effekt:
    Es ist zusammen geräumt und immer weniger von ihm liegt rum.
    Nun wünsche ich dir eine gute Nacht und schlaf gut.
    Renate

    Ein Nein aus tiefster Überzeugung ist besser und größer als ein Ja, das nur gesagt wird, um zu gefallen oder Schwierigkeiten zu vermeiden.

  • Liebe Christine,
    Die Blumenwiese fängt schon an zu spriessen. Gerade hat mein Ex seine heiligen Briefmarken mitgenommen. Mit dem habe ich nicht gerechnet, daß er es verstanden hat, wie ich sagte, RAUS! Doch anscheindend begreift er sehr wohl, was man zu ihm sagt. Natürlich wieder fürchterlich nach Alk gerochen, muß sich ja Mut antrinken, wenn ich schon so böse bin. Aber wir haben keine Spannungen, ich jedenfalls nicht. Rede auch nur das Nötigste mit ihm, und helfe ihm was runtertragen, wenn er darum bittet.
    Die Zeit wird immer kürzer,nur noch 9 Tage.
    Wünsch dir noch einen schönen und hoffentlich ruhigen Sonntag
    Renate.... Schön, daß es dich gibt und daß ich dich hier kennen lernen durfte. Du bist mir sehr vertraut. Mehr noch im Moment wie meine Freundin, da wir das gleiche Leiden haben.

    Ein Nein aus tiefster Überzeugung ist besser und größer als ein Ja, das nur gesagt wird, um zu gefallen oder Schwierigkeiten zu vermeiden.

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