Veränderungen?

  • Hallo Zusammen,

    mich würde interessieren, wie Ihr jetzt Eure Freizeit verbringt, nachdem Ihr trocken wurdet!

    Was hat sich geändert?

    Sind andere Aktivitäten dazugekommen?

    Habt Ihr neue Freunde gefunden?

    Oder habt Ihr noch alte Freunde, die sich Eurem "neuen" Leben anpassen?

    Würde mich freuen, wenn Ihr mal Eure Erfahrungen schreibt!

    Lieben Gruß
    Speedy

  • Hallo Du, ich finde das hört sich viel an...ich nehme mir immer vor zu malen...und es wird nix....Und Bücher..das sind doch ganze Welten..vorallendingen die die Du liest...da haste doch zu tun.
    Ich wünsch Dir gute Eingebungen für die Malerei.....LG Karotte

    Das Leben ist Widerspruch: Das eine ist und das andere auch.

  • Ps.: Neue Freundschaften, das steht bei mir auch ganz vorne...als Co wird man einsam...macht sich einsam...habe zwar viele "Bekannte"...aber das ist nicht das selbe...da macht man nur smalltalk.
    Freunde liegen ja nicht auf der Straße. Ich habe dieses Jahr eine sehr liebe Frau kennengelernt, beim FrauenschrauberFahrradkurs....Und ich freu mich sehr darüber...bei Ihr habe ich das Gefühl ganz gut ich sein zu können...
    K :wink:

    Das Leben ist Widerspruch: Das eine ist und das andere auch.

  • hallo speedy

    mußte bischen überlegen, ich glaube am anfang hab ich mich schon schwer getan mit meinen freundschaften. eigentlich hatte ich ja nur noch saufkumpane, denn die anderen hatten sich längst von mir abgekehrt. das ich mich von ihnen trennen muß hab ich anfangs nicht kapiert, wollte ich wohl auch nicht verstehen. ich hatte ja sonst niemanden mehr. es gab da aber ein einschneidendes erlebniss das mir schlagartig klar machte das das nicht mehr meine welt ist.

    ich war zum grillen eingeladen, alles saß da mit bier in der hand, das hat mich auch nicht so wirklich gestört, saufdruck hatte ich nicht. als der pegel gestiegen war fingen die "freunde", eigentlich wie üblich, an sich zu streiten. das war für mich der punkt zu gehen. ich dachte, ok das wars für heute. am nächsten tag hatte ich dann aber doch sowas wie saufdruck, nicht so richtig heftig, aber es waren doch verzichtsgedanken da. ich hab mich schlecht gefühlt und mir war klar, das ich das nun wirklich nicht mehr will und so hatte sich die sache dann für mich endgültig erledigt.

    in der folge bin ich allein viel spazieren gegangen, habe kräuter gesammelt und gelesen. ich bin mit leuten ins gespräch gekommen, habe neue bekannte getroffen, aus manchen wurden freunde.

    mich mit leuten zu treffen, deren vornehmliches ziel es ist sich zu betrinken stellt für mich keine option mehr dar, da leg ich mich lieber mit nem guten buch in die wanne und harre meiner auflösung oder geh allein im wald kräuter sammel. alles besser als solche gesellschaft zu ertragen. ich habe mal dazu gehört, und auch wenn ich manchmal nicht weiß was ich will, ich weiß das ich das nicht mehr will.

    doro

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Hallo zusammen,

    als trocken würde ich mich zwar noch nicht bezeichnen, aber verändert hat sich doch schon einiges.

    Eines, was sich sehr extrem verändert hat, habe ich gestern mal überdacht. Als ich hierher kam, dachte ich, ich würde vereinsamen, wenn ich nicht mehr trinke. Dabei war nicht mal das so sehr meine Angst, sondern in der Realität die Angst vor mir selbst. Ich wollte und konnte nicht mit mir selbst alleine sein. Samstag Abend zu Hause? Unvorstellbar! Eine Strafe! Jetzt weiß ich, dass ich draußen nicht einfach nur Gesellschaft suchte, sondern mich selbst nicht ertragen habe und vor mir geflüchtet bin.
    Den gestrigen Samstag habe ich sehr mit mir selbst genossen. Es ist ein tolles Gefühl, die Ruhe zu haben und ich glaube, langsam fange ich an, mich zu mögen.

    Aktivitäten? Hält sich auf Grund meiner Schulden noch in Grenzen, aber doch...Badminton, und ab Oktober in jedem Fall Hochschulsport. Aber in jedem Fall einmal die Woche in meine Stamm-SHG (absolutes Muß, da kommt mir nichts dazwischen!) und bei Bedarf einmal die Woche Sonntags. Und die Lieben Menschen um mich herum in trockener Atmosphäre treffen. Sonst bin ich mit meinem Alltag schon sehr gut ausgelastet. Ansonsten verschlinge ich wieder Unmengen von Büchern.

    Durch die Real-Life-SHG habe ich eine sehr gute Freundin gewonnen, mit der ich mich regelmäßig treffe und die mich auf meinem Weg mitbegleitet und hilfreich zur Seite steht, da selbst schon dreizehn Jahre trocken.

    Emotional getrennt habe ich mich nur von einer Person, da so ziemlich das einzige, was uns verband, der Suff war. Ansonsten habe ich das Glück, alle anderen Menschen um mich herum behalten zu können. Statt mit ihnen feiern zu gehen, habe ich Vorschläge für andere Aktivitäten gemacht, und das kam sehr gut an! Die Angst davor war also mal wieder größer als die Realität.

    Liebe Grüße
    Clare

  • Hallo speedy,

    bei mir verändert sich zur Zeit einfach alles. An einigen dieser Veränderungen bin ich aktiv beteiligt, andere kann ich nicht beeinflussen.

    Das erste wäre, dass ich seit dem Beginn des Sommers eine Freundin habe. Und diesmal ist es, meine Therapeutin würde sagen, eine Beziehung auf Augenhöhe. Es ist völlig neu für mich und im Gegensatz zu früher, absolut anders.
    Ich fühle mich nicht mehr so abhängig, wie das in früheren Beziehungen der Fall gewesen ist. Diese Angst, meine Partnerin durch irgendetwas zu verärgern, weil ich etwas falsch gemacht habe und sie mich deshalb nicht mehr will, ist nicht mehr da.
    Versteht mich nicht falsch, ich bin sehr gerne mit ihr zusammen, nicht nur weil ich von ihrer Lebenseinstellung viel lernen kann, aber ich kann auch ohne sie!
    Das zu wissen/spüren ist unheimlich wichtig für mich und dieses Gefühl möchte ich auch zukünftig keinesfalls missen.

    Deine zweite Frage, bezogen auf alte Freunde, kann ich ganz klar mit "Nein" beantworten.
    Außer einem "Hallo", wenn man sich zufällig mal auf der Straße trifft, ist da nichts mehr.

    Eine ganz wichtige Veränderung ist auch noch, dass ich ab Montag wieder arbeite. Witzigerweise auf den Tag genau, ein Jahr seit meiner Abstinenz. Dabei habe ich das Glück (eigentlich war es kein Glück, denn ich habe mich wirklich reingehängt um diesen Job zu bekommen), dass ich in einem Alkohol - und Drogenfreien Cafe für Suchtkranke, arbeiten darf.
    Ich darf dort während der Arbeitszeit die SHG besuchen und sehe mich persönlich mehr als Besucher, der anfallende Aufgaben erledigt. Dennoch kriege ein bisschen Geld und bin absolut glücklich mit dieser Position.

    Meine Arbeit dort beschränkt sich auf 20std in der Woche, so dass ich noch genügend Zeit für mein Fernstudium habe, mit dem ich vor zwei Wochen angefangen bin.
    Ich lerne also wieder!(':D')
    Noch eine große Veränderung, die auch unheimlich viel Spaß macht. Besonders toll empfinde ich die Erfahrung, dass wenn ich mal etwas nicht auf Anhieb verstehe, dranbleibe, und es dann irgendwann einfach "klick" macht. Füher hätte ich bei dem ersten Problemchen die Klamotten sofort in die Ecke geworfen.

    Unter Veränderungen die ich nicht beeinflussen kann fällt, dass meine "kleine" Schwester Morgen für ein Jahr ins Ausland geht und meine Freundin, ebenfalls Morgen, in ihre Heimat zurückkehrt.
    Der Auslandsaufenthalt meiner Schwester zieht auch noch die Konsequenz mit sich, dass meine Mutter vermutlich das Haus verkauft, da es nun zu groß ist.
    Eigentlich Nebensächlich, aber immerhin ist es der Ort, in dem ich aufgewachsen bin.

    LG
    Oliver

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