Nun bin ich auch hier

  • Lieber Rasko!

    Du warst ja am gestern ein wahrer Pechvogel!

    Hast Du die neune Woche gut angefangen?

    Du weisst nicht recht wie im neuen Leben starten?

    Dann halte Dich doch einfach an die Grundbausteine!
    Und durch das Lesen bei anderen bekommst Du auch viele Inputs.
    Arbeit an Dir selber gibts mehr als genug!

    Du kennst Dich am besten,so kannst Du auch Deine Arbeiten da beginnen wo Deine Baustellen sind.

    Unter einer Bedingung: Sei gut zu Dir selber und überfordere Dich nicht.

    Viel Erfolg und berichte bald wieder!
    Yvonne

    ichbinda123

  • Hallo Rasko,
    das mit den Veränderungen sehe ich so ein bißchen wie Autofahren in England.
    An sich haben wir ja doch oft recht gute Ideen, mit was wir unser Leben sinnvoll bereichern können ohne Alkohol. Aber wir setzen es nicht um, es war einfacher sich zu betrinken.
    Für mich war es ungewohnt, einfach einen Abend nüchtern daheim zu sein und nüchtern noch irgendwas zu machen. Musste gar nix großartiges sein. Kleiner Spaziergang, einfach ´ne Zeitung lesen, ´ne blöde Fernsehsendung gucken, völlig wurscht. Es hat sich erst mal angefühlt, als ob ich auf der falschen Seite der Fahrbahn Autofahren würde, total ungewohnt und neu.
    Aber ich gewöhne mich recht schnell an das schöne nüchterne Leben und die vielen gewonnenen klaren Stunden und das Bewusstsein, diese für mich zufriedenstellend verbracht zu haben.

    Aber das müssen nicht immer große Veränderungen sein...
    Und ich muss mir Zeit geben, mich an diese Veränderungen zu gewöhnen und sie lieben zu lernen...

  • Hallo,

    heute gab es mal wieder etwas Neues zu entdecken. Ich war beim Arzt! Das erste Mal seit mehr als 20 Jahren! Allerdings muss ich diese Erfahrung nicht öfter machen, wirklich nicht. :?

    Bin die Woche krangeschrieben. Fuß ist verstaucht und schmerzt höllisch.

    Als ich da so im Wartezimmer saß, kam ganz kurz ein Gefühl auf, was ich aber nicht greifen konnte. Erinnerte mich wohl an früher, da meine Verwandten alle ziemlich krank waren (Folgen von Alkohol) und da dementsprechend regelmäßige Arzt-u. Krankenhausbesuche angesagt waren. Ich versuchte noch eine Weile darüber nachzudenken. Fragte mich warum ich nicht schon viel früher mit dem Alk aufgehört habe. Aber das bringt mich jetzt alles nicht weiter. Vorbei.

    Jetzt wird nach vorne geschaut.
    LG Rasko

  • Hallo Minihexe,

    du hast schon recht. Eigentlich ist ja alles was ich mache eine Veränderung, da ich es nüchtern tue.

    Gerade die Grundbausteine führen zu meiner Unzufriedenheit. Das hört sich so toll nach einem ganz neuen Leben an. Ich denke da so an eine neue Wohnung, neue Arbeit, neue Freunde, überraschend auftretende neue Interessen. Gib mir einen Plan und ich ziehe ihn durch.

    Dass ich diese auf mein Leben anpassen sollte habe ich dabei nicht gesehen. Ich war ja mehr Alleintrinker. Den Kontakt zu einer Bekannten mit der ich viel unternommen habe (allerdings auch viel gesoffen) habe ich fast gänzlich abgebrochen. Für den Anfang war das auch gut so. Die akzeptiert aber, dass ich nicht mehr trinke und hält sich auch zurück. Es ist auch o.k. für mich, wenn sie in meiner Gegenwart mal ein Bier trinkt. (jetzt) Dafür hocke ich hier alleine in meiner Wohnung, wo die Gefahr viel größer wäre. Hätte ich mich gestern mit ihr getroffen, wäre das alles nicht passiert. Naja, wieder was gelernt.

    LG Rasko

  • Nah Rasko

    Hätte ich, hatte ich, wäre, oder eventuel, das sind Müdemacher :?

    Warum machst du dir nicht selbst einen Plan. Ich weiß es von mir das ist nicht leicht, erst muss man mal wissen was man will! Dann muss man sich mal eingestehen was man darf, und dann zu guter letzt, man darf glücklich werden, man darf alles dafür tun.

    Ich war auch ein Alleinetrinker, kann jetzt viel mit mir alleine machen, ohne Alk.

    Alles liebe Pia

  • Moin Rasko,

    ich war auch Alleinetrinker und habe mich, meine Bedürfnisse, Wünsche, Gedanken immer schön weggebeamt.
    Als ich dann nüchtern mit mir alleine war, fiel es mir echt schwer zu erspüren, was mir gut tut, was ICH möchte. Und ich hatte immer Angst, ich werde jetzt zum Ego-Schwein, weil ich nicht in erster Linie an andere denke.
    Aber es funktioniert ... :wink:

  • Zitat von Minihexe

    Moin Rasko,

    ich war auch Alleinetrinker und habe mich, meine Bedürfnisse, Wünsche, Gedanken immer schön weggebeamt.
    Als ich dann nüchtern mit mir alleine war, fiel es mir echt schwer zu erspüren, was mir gut tut, was ICH möchte. Und ich hatte immer Angst, ich werde jetzt zum Ego-Schwein, weil ich nicht in erster Linie an andere denke.
    Aber es funktioniert ... :wink:

    Es geht nicht mit dem Ego, es geht nur mit dem Herzen. Spüren kann man nicht mit dem Ego, sondern nur mit dem Herzen. Egoistisch waren wir genug, denn das Ego trinkt. Das Ego sagt, ach ist doch nicht schlimm diese Flasche, trink weiter du hast es dir verdient.

    Wenn wir mehr auf unserer Herz hören, was wir wollen, hören wir doch nur, wir wollen leben. Glücklich sein, zufrieden sein, fühlen, lieben, geliebt werden.

    Das Ego sagt, jetzt sind wir an der Reihe, benutze jetzt die Ellenbogen und durch.

    Sorry Hexe aber verrenn dich nicht!

    lg Pia

  • Moin Pia,

    Zitat von Feengesicht

    Warum machst du dir nicht selbst einen Plan. Ich weiß es von mir das ist nicht leicht, erst muss man mal wissen was man will! Dann muss man sich mal eingestehen was man darf, und dann zu guter letzt, man darf glücklich werden, man darf alles dafür tun.

    verstehe ich nicht. Wie ich in meinem Anfangsthread geschrieben habe mache ich mir jeden Tag einen Plan. Und natürlich Dinge, die ich machen WILL. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die sich nach anderen richten aber ich kann Vorschläge und Ideen anderer umsetzen. Ich WOLLTE mal alleine spazierengehen und habe gemerkt, dass es mir nicht gut tut. Damit habe ich eine Erfahrung gemacht. Ich WOLLTE joggen und hatte nun mal einen "Unfall". Sowas passiert.

    Liebe Grüße
    Rasko

  • Servus Rasko!

    Im Laufe deines nüchternen, trockenen Lebens wirst du noch viele Pläne machen und wirst auch draufkommen was dir gut tut und was nicht.
    Gerade durch diese neuartigen Selbsterfahrungen bringst du neue Strukturen in dein ebenfalls neues Leben - nach dem Alkohol.
    Und gerade das ist das Spannende dabei:
    Ich lerne mich selbst endlich kennen ohne dass mein Geist durch Alkohol betäubt ist und meine ganze Energie, der Beschaffung, dem Trinken und der Entsorgung des Alkohols gehört.


    LG
    Andreas

    carpe diem

  • Ich habe jetzt viel Zeit :)

    Vielleicht mal zum besseren Verständnis meiner Sichtweise und warum ich mir solche Gedanken um die Grundbausteine mache.

    Man kann seine Abstinenz und angestrebte Trockenheit nie erreichen, wenn der Alkohol Bestandteil seines Lebens bleibt, auch ohne dass man ihn trinkt. Genau so sehe ich das.

    Letztlich gehört auch zu diesem neuen alkoholfreien Umfeld, jene Plätze zu meiden, an denen man Alkohol getrunken hat, diese Orte mit dem Konsum von Alkohol verbindet.Mein Umfeld im Umkreis von 50 m: Direkt recht und links neben meinem Hauseingang eine Pizzeria und ein Spätverkauf, gegenüber ein Italiener, um die Ecke 2 Kneipen und ein Dönerstand, der die ganze Nacht auf hat. Jeden Tag, wenn ich zur Arbeit fahre sind auf dem Bahnsteig 2 Stände, wo auch Alk verkauft wird. Und an allen diesen Orten habe ich, wenn auch nicht oft, getrunken. Hallo alkoholfreies Umfeld????
    Fazit: Ich ziehe in Erwägung mir eine neue Wohnung zu suchen, vielleicht außerhalb. Dazu benötige ich aber dann auch ein Auto um zum Bahnhof/Flughafen zu kommen. (dienstlich)

    Den häufigsten und größten Fehler, den die Menschen machen, ist alles in seinem Leben zu belassen wie es war, nur eben nichts mehr trinken zu wollen.Ich habe das Gefühl, genau das mache ich. Früher habe ich mit Bier vor dem Fernseher oder dem PC gesessen, heute ohne. Früher habe ich bei Unternehmungen (Wandern, Theater, Zoo...) Alkohol getrunken, heute trinke ich Wasser o.ä. Aber das kann doch nicht alles sein?
    Fazit: Ich möchte mir neue Hobbys suchen und neue Menschen kennenlernen um a) nicht mehr soviel alleine zu sein b) mich durch neue Interessen weiterzuentwickeln.Wie ich schon mal geschrieben habe, ist das schwierig bei meiner Arbeitszeit. Aber sicher ist es nicht unmöglich.

    Das sind so die Punkte, die mich am meisten beschäftigen

    LG Rasko

  • Hallo Rako,
    es kommt drauf an ob du mit deinen alten Gewohnheiten geistig den Alk. in Verbindung siehst, wie z.B.im Zoo. Da hät ich persönlich keine Probleme.
    Du musst wissen, oder deine Gedanken sagen dir das ja, wo du gesitig inVerbindung mit Alk.kommst. Darum geht es diese innerliche Loslösung.
    Und bei neuem entdecken, gehts es darum dich neu zu entdecken, das können auch wieder alte Dinge sein. Nur die Einstellung sollte sich ändern dazu.
    Ich bin früher auch gern gewandert, und tu es heute auch noch z.B. Nur gehe ich wandern, um nicht irgendwo Bier zu trinken, das waren meine Motive all die Jahre, sondern ich genieße die Natur und nehm das anders war.das mein ich mit innerer Einstellung, das dauert.Ich arbeite nur abends, aber auch morgens hab ich hobbies gefunden, die mir guttun neu sind, und ich andere Menschen kennenlerne. Es geht, aber es dauert.
    Lern dich selber kennen, dann kommen auch die Menschen auf dich zu, die zu dir passen. Nur wenn du dich im alten Fahrwasser bewegst, dann gehts nicht.
    Was du ja merkst, du beschäftigst dich mit deiner trockenheit, das ist gut so. Weiter so.
    Alles in allem kannst du doch froh sein, um deinen umgeknickten Fuss.Trocken leben, geht nicht so im Schnellgang.Jetzt ist Zeit für dich angesagt.
    LG
    Jürgen

  • Hallo Feengesicht,
    das mit dem Ego-Schwein habe ich anders gemeint.
    Natürlich hast Du mit Deinem gesagten Recht und ich unterschreibe das so hundertprozentig.

    Ich habe das darauf bezogen, dass ich nie (auch mit meinem Herz nicht) drauf geachtet habe, was mir vielleicht gut tut, sondern immer fremdgesteuert von außen war. Ich sage nicht, ich wurde zum Trinken gezwungen, sondern ich habe auf der Suche nach Liebe und Anerkennung versucht so zu sein, wie ich dachte, dass andere mich haben wollen. Da können die anderen nix dafür, das ist eh klar.
    Aber es fällt mir halt schwer, mal nur bei mir zu bleiben. Auch mal "nein" zusagen, wenn mein Herz "nein" meint.
    Es ist für mich sowas wie Luxus, auf meine Bedürfnisse zu achten, nicht nur angepasst zu sein...

    Wenn ich Dich dennoch missverstanden haben sollte, dann sag´s bitte, dann muss ich noch mal gründlich drüber nachdenken :roll:

  • Das hast du gut beschrieben Jürgen.

    Hi Rasko

    Würdest du auch nicht mehr arbeiten gehen, wenn du dir dort den Fuß verknackst hättest?

    Bestimmt nicht oder? Wenn du ohne Vorbereitung anfängst zu joggen, ist klar das es so kommen musst. Du möchtest zu schnell vorrann kommen, ohne den Augenblick zu sehen. Wie ich dir sagte mach einen Plan. Einen Plan sagt aus, ich walke zwei Monate, bis Gelenke Herz und Körper anfangen können zu joggen. Dann jogge ich mal 100 Meter und walke weiter. Das tue ich immer wieder, bis der Körper sich darauf einstellt.
    Der Geist kannst du auch nicht foppen, wenn du es nicht willst, klappt es nicht. Du musst etwas wollen, dann such dir etwas was dir Spass macht.

    Glaubst du denn von mir, das ich begeisterte Läuferin war. Nein ich quällte mich Anfänglich über die Strecke, weil ich wusste es kann was bringen. Ich laufe nun genau 6 Monate, habe 21 kg Gewicht gerne abgegeben.

    Gestern lief ich 10 km von der Werkstatt nach Hause. Ich dachte ich hätte mich verirrt :lol: alles sah so anders aus, es wurde dunkel :cry:

    Ich erreichte mein zu Hause in genau 1 Stunde und 10 Minuten, ohne Umwege, und das quer durch den Wald und Wiesen.

    Wie du siehst nicht nur ich lernen noch.

    lg Pia

  • Hi Pia,
    an welcher Stelle habe ich gesagt, dass ich nicht mehr joggen werde????
    Nochmal: Ich habe ist gemacht, weil ich es WOLLTE. Was ich nicht wirklich aus freiem Willen mache, halte ich nämlich nicht durch.

    Gratuliere zu deinen 21 Kg. :)

    Zitat

    Glaubst du denn von mir, das ich begeisterte Läuferin war. Nein ich quällte mich Anfänglich über die Strecke, weil ich wusste es kann was bringen

    Hört sich für mich an, als würdest du dich dazu zwingen? Sowas könnte ich nicht, ich mache Dinge immer nur solange sie mir Spaß machen. Ich lasse mich nicht zwingen und zwinge mich selbst auch nicht.
    Dazu ist mir einfach die Vielfalt der Möglichkeiten zu groß.

    LG Rasko

  • Hallo Jürgen,

    das hast du wirklich super erklärt. So langsam verstehe ich das jetzt.

    Übrigens als ich das erste Mal nüchtern im Zoo war, habe ich dort richtige lebende Tiere gesehen. :) Sonst hatte ich immer nur Fotos davon.
    Den Eintritt hätte ich mir sparen können.

    Die Welt ist schon schön, ganz nüchtern betrachtet. :wink:

    LG Rasko

  • Hallo Rasko,

    Ja es ist sicher richtig die Orte und Umgebungen zu meiden, wo man getrunken hat.

    Ich habe aber meistens zu Hause getrunken, nun ist mein direktes Umfeld trocken gelegt. Ich meide Feiern mit Alk und gehe in keine Kneipen mehr.

    Trotdem fühle ich mich wohl, zu Hause, ich habe mir neue Hobbys zugelegt, ich male gerne, schreibe Gedichte, gehe mit meinem Hund spazieren. Beginne bald, eine LZT ich baue mir mein Leben, immer mehr auf und der Alk, rückt in immer weiterer Ferne.

    Es hat auch viel mit Umdenken zu tun, ich verbinde mein zu Hause nicht mehr mit Alk, Jürgen hat das sehr gut beschrieben, wie ich finde.

    Wenn man Dinge mit Freude macht, dann kommen die Gedanken, an den Alk auch nicht mehr so oft, gut man muss immer aufpassen, das ist wichtig, aber es wird mit der Zeit, einfach besser :wink:

    MLG Mandy

  • Hi Rasko

    Ich kann den Ort auch nicht meiden wo ich getrunken habe, es war auch im Auto von der Arbeit nach Hause :oops:

    Ich war heute mit dem Rad zum Therapeuten und zurück, es regnete aber es war kein Zwang. Hätte mit dem Bus fahren können, mein Vater hätte mich fahren können, hätte ansagen können. Ich möchte das so, weil es einfach befreient ist.

    Am Anfang die ersten drei Wochen war es für mich ein muss. Obwohl es mir gut tat, mich befreite, musste ich erst meine Gedanken ordnen. Was sollen die Leute denken wenn ich dicke... was sollen die Leute denken wenn du walkst und nichts schaffst!

    Zudem war der Körper das laufen nicht mehr gewöhnt, es musste Muskelmasse gebildet werden.

    Es ist oft so das Veränderungen notwenidig sind, auch wenn es einem nicht gefällt, weiß der Kopf es muss sein. Und was vor einem halben Jahr muss war, ist heute ein Vergnügen. Nicht nachvollziehbar für viele, wie auch mein Mann, aber es tut mir gut.

    Ich bin ein Mensch der sich auf dauer nicht zwingen kann.

    Alles liebe Pia

  • Zitat

    Wenn man Dinge mit Freude macht, dann kommen die Gedanken, an den Alk auch nicht mehr so oft, gut man muss immer aufpassen, das ist wichtig, aber es wird mit der Zeit, einfach besser

    Bei mir kommen die Gedanken an Alk zur Zeit auch nicht mehr, wenn ich Dinge nicht mit Freude mache :o

    Habe heute hier im Forum ein bißchen gelesen, mir dann aber ein Buch geschnappt. Später war Fernsehen und ein Computerspiel dran. Außerdem war ich noch im net auf Wohnungssuche, war aber nichts Interessantes zu finden.

    LG Rasko
    [/quote]

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