Beiträge von Minihexe

    Liebe Esther,

    aus meiner Alkoholiker-Sicht kann ich Dir nur sagen, dass ich auch seeeeehr einsichtig war. Ich hatte für jedes Trinken eine Entschuldigung oder Erklärung parat. Das Schlimme ist - das habe ich mir so gut verkauft, dass ich das lange auch selbst geglaubt habe.
    Völliger Quatsch. Das einzig Wahre ist der Satz von Jump´s Mann: ich habe auch getrunken, weil ich süchtig bin. That´s it. Nix anderes!
    Hör´ auf zu Grübeln, was DU anders machen könntest oderoderoder, zumindest nicht für ihn.
    Ja, Du kannst oder solltest dringend was anders machen: an DICH denken, und wie DU wieder vernünftig leben kannst.
    LG
    Mini

    Hallo Becca,
    wie geht es Dir inzwischen? Ist Dein Kind wieder gesund? Und konntest Du einen neuen Beratungstermin ausmachen?
    Ich denke es ist ganz wichtig, dass Du einfach versuchst am Ball zu bleiben.
    Du hast schon so viel begonnen ... Du hast die Maschinerie im Kopf bereits zum Laufen gebracht, damit das Leben für Dich und Deine Kinder wieder ein schönes Leben wird.
    Ich möchte Dir aus meiner Sicht als Alkoholikerin einen Gedanken mitgeben:
    Jedes mal, wo Du Anlauf nimmst um aus der Situation zu kommen und Dein Partner bekommt es mit - und auch, dass Du doch nicht in´s Handeln kommst, bestätigt ihn darin, dass alles beim Alten bleiben kann und er nichts ändern muss.
    ER muss sowieso nichts ändern, wenn er es nicht will. Und es ist auch nicht Deine Aufgabe, ihn dahin zu bringen.
    Es soll bloß für Dich nicht zur "Routine" werden, dass Du Deinen Weg nicht weiter gehst.
    Wie lange Du für den brauchst und in welchem Tempo Du ihn gehst - Dein Bauchgefühl wird es Dir zeigen. Hauptsache Du bleibst bei Dir und Deinen Kindern.
    Ich drücke Dir die Daumen, dass Du weiter den Mut hast für DICH was zu ändern.
    Liebe Grüße
    Mini

    Hallo SouthAfrica123,

    erst mal finde ich es toll, dass Dein Partner es bislang geschafft hat.
    Ich finde auch klasse, dass er so offen kommuniziert wenn ihn was triggert usw.. Das ist glaube ich zum einen von ihm ein guter Ansatz, zum anderen auch für eure Beziehung ein sehr guter Faktor.

    Ich kann Dir auch nur aus meiner Sicht als Alkoholikerin berichten.
    Das soll Dich weder entmutigen, noch ein erhobener Zeigefinger oder sonstwas negatives sein. Ich meine alles wirklich völlig wertfrei und wäre froh, wenn Du Dir für Dich das raus pickst, was Dir hilft - den Rest vergiss´ einfach wieder.

    Also - als ich damals aus der LZT kam, war ich auch saugut aufgelegt, mein Mann natürlich auch. Ich war fast schon euphorisch.
    Alkohol hatten wir dennoch nie zu Hause, die Frage kam erst gar nicht auf.
    Auch ich habe meinem Mann angeboten, dass er sowohl daheim, auswärts was trinken kann, und dass es mich auch null stört, wenn wir Alkohol im Haus haben.
    Meine Aussage damals war: wenn ich was will, hole ich es mir eh.
    Trotzdem blieb und bleibt mein Haushalt alkoholfrei. Sieht auch mein Mann so.
    Denn kein auch nur gelegentlich rumstehendes "Fläschchen" ist es wert das Risiko eines Rückfalls zu steigern.

    Und dass das ganz schnell mal so gehen kann, habe ich am eigenen Leib gespürt, als ich nach über 9 Jahren sowas von knapp vor einem Rückfall stand, dass es mir im Nachhinein echt noch die Socken auszieht.
    Hätte ich NIE für möglich gehalten.
    Da war ich froh, dass daheim nichts war.
    So hatte ich noch etwas Raum und Luft, mir die Situation bewusst zu machen, in die ich auf dem besten Wege reinzuschlittern drohte.
    Wie das ausgegangen wäre, wenn was greifbar gewesen wäre - keine Ahnung.
    Ist auch egal. Hat mir persönlich nur gezeigt, dass ich auch nach so langer Zeit alles tun will und werde, um alle möglichen Risiken auszuschalten.

    Natürlich kommt man immer und jederzeit an Alkohol wenn man will.
    Und wenn Dein Partner da arbeitsmäßig auch mit konfrontiert ist, umso mehr.
    Dennoch wäre mein ganz persönliches Empfinden, dass ich (gerade weil alles bei ihm noch so frisch ist !!!) mal so wirklich absolut gar nichts zusätzlich an Risiko haben will.

    Ich wünsche euch beiden alles Gute !!!
    Liebe Grüße

    Hallo Bobby,

    was mir in so Situationen immer geholfen hat war mich bewusst hinzusetzen.
    Auf einen Stuhl, Bank, kannst auch liegen, egal.
    Spüre in Dich und dass Du "geerdet" bist, dass Du Halt unter Dir hast.
    Und dann spür´ in Dich rein.
    Ich wollte immer irgendwas vermeintlich "Unangenehmes" wegsaufen.
    Was ist dieses "Unangenehme"?
    Ist es den Alk und den Rattenschwanz danach wert?
    Kannst Du es nicht in dem Moment zu- und dann ziehen lassen?

    Mir hat das immer enorm geholfen.
    Denn wirklich rein gar nichts war es dann wert, dass ich wieder hätte saufen müssen...

    Ich wünsche Dir weiter gutes Durchhaltevermögen !!!
    Liebe Grüße

    Hallo followthesun,

    auch von mir ein herzliches Willkommen.
    Ich schreibe aus der Sicht einer Alkoholikerin, die selbst nach über 9 Jahren Abstinenz FAST wieder rückfällig geworden wäre, und zwar "scheinbar" aufgrund einer schwierigen Situation.

    Zu Deinem Mann:
    Natürlich sind Schicksalsschläge wie er sie in kurzer Zeit ertragen musste schlimm, keine Frage.
    Menschen die normal mit Alkohol umgehen, können sich mit einem ein- oder zweimaligen Rausch dann vielleicht sogar sowas wie eine kurzfristige "Erleichterung" schaffen (wobei der Tag danach garantiert das ganze nicht besser macht...). Aber ich glaube nicht, dass sie den Schicksalsschlag als Ausrede missbrauchen um zu trinken.
    Das ist bei uns Alkoholikern anders.
    Uns ist jedes Argument lieb und billig, damit wir uns die Kante geben können.
    Das sieht bei jedem wohl anders aus. Der eine "nur" mit Bier, der nächst "nur" mit Weinchen oder Sektchen (ich verniedliche hier absichtlich), und wieder andere halt mit harten Sachen. Das WOMIT ist völlig wurscht, unter´m Strich ist es immer ein Wegsaufen um des Alkohols willen.
    Dass Dein Mann es auch im Freundeskreis teilweise bis zum Umkippen schafft, bestätigt es nur.
    Da hat er ja keine schwere Zeit, sondern scheinbar "Spaß" - der aber auch wieder nur vorgeschoben für das Saufen an sich ist.

    Ich finde es gut, dass das Thema Kinder bei Dir unter diesen Voraussetzungen keines ist.
    Wenn Du hier ein bisschen angekommen bist, findest Du bei den EKA´s bestimmt viel Input, was trinkende Eltern mit Kindern und deren Seele machen.

    Dein Mann kann sich nur selbst helfen, das hast Du ja schon gut erkannt, und das kann ich so auch bestätigen.
    Indem er Dich auffordert mitzutrinken, verharmlost er nur seinen eigenen Konsum und macht Dich eher zum "Mittäter".
    Auch wenn er offensichtlich ansatzweise mal sagt, er trinke zu viel (meint er das so? oder will er Dich damit beschwichtigen?) - machen muss er es aus eigenen Stücken.

    Genau wie Du Dir Hilfe und Infos von der Stelle für Angehörige geholt hast, muss er das für sich tun ... wenn ER denn dann will.
    Tips kann Dir dafür hier keiner geben, das funzt nicht.

    Den Tip den DU erhalten hast, nämlich aus der Situation raus zu gehen wenn es Dir zu viel wird, ist hingegen der richtige Weg.
    Ich würde es auch nicht so sehen, dass Du aus der gemeinsamen Wohnung vertrieben wirst, sondern Du hast den tollen Vorteil, dass Du Dich aus der Situation tatsächlich rausnehmen kannst.
    Du kannst und solltest in erster Linie auf Dich und Dein Wohlergehen schauen - genau wie Dein Mann auf sich schauen muss.

    Du liest hier ganz, ganz viele ähnliche Schicksale von Dir. Taste Dich da mal langsam ran, sei ehrlich zu Dir, vor allem bleib´ bei Dir und was Du für DICH tun kannst.

    Liebe Grüße

    Hallo Reboot,

    schön, dass Du bis hierhin schon mal alles für eine Abstinenz getan hast.

    Ich habe lange auch mit den Selbsthilfegruppen gehadert, letztendlich nach der ersten (die mir tatsächlich nicht zugesagt hat) auch gleich gemeint, siehste, das ist nix für mich. Die zweite war dann aber ganz anders, da bin ich nach wie vor. Und hier natürlich - weil hier kann ich 24/7 hin.
    Und dass es wichtig ist auch nach längerer Trockenheit am Ball zu bleiben, habe ich letzten Herbst nach über 9 Jahren mitbekommen.
    Und ich bin mir sicher, dass es ganz anders hätte ausgehen können, wenn ich nicht permanent an meinen Themen und der Abstinenz drangeblieben wäre.

    Wie Du mache ich auch sehr viel Sport und kompensiere einiges damit.
    Dass man körperlich dadurch besser drauf ist, denke ich auch. Das ist Glück - und ich bin dankbar, dass es so ist.
    Muss zugeben, dass ich das in meiner nassen Zeit leider sogar als Alibi genutzt habe (ich tu ja was für mich, das wirkt sich dann sicher nicht so schlimm aus).
    Heieiei, darf gar nicht an den ganzen Mist zurück denken, den ich mir da schön geredet habe.

    Dir auf alle Fälle weiter einen guten Weg und viel Achtsamkeit.

    Hallo Wacholderfrau :)

    In Deinem Rückblick habe ich mich auch in sooooo vielen Dingen wieder gefunden.
    Dieses Streben nach Anerkennung, Liebe, Gesehenwerden, weil man so ein tiefes Defizit in sich spürt.
    Ich habe in meiner Vergangenheit immer mein Glück und meine innere Zufriedenheit von anderen / anderem abhängig gemacht. Das klappt natürlich nicht.
    Das wäre mir letztes Jahr fast zum Verhängnis geworden, nachdem ich auch schon so lange trocken und glücklich war ... dachte ich.
    Tief in mir drin war noch nicht alles so glücklich, das ist mir dann bewusst geworden.
    Und auch, wie schnell man dann wieder Gefahr läuft zum Alkohol greifen zu wollen.
    Ich bin mega dankbar, das ich den Denkzettel bekommen habe und mir wieder mal bewusst gemacht habe, dass ein Rückfall nie auszuschließen ist, wenn man nicht aufmerksam bleibt und was für seine zufriedene Abstinenz tut.
    Ich finde Deinen Faden toll.

    Hallo Zabou,

    ja, dieses Gefühl kenne ich nur zu gut.
    Ich sage immer, ich bin so eine typische Suchtverlagerin.
    Losgegangen ist es bei mir in der Pubertät mit Magersucht. Dem folgte Bulimie, gepaart mit Sportsucht, bis ich dann schließlich beim Alkohol endete.

    Was alle gemeinsam hatten war, dass ich damit ein Gefühl, einen Zustand verdrängen wollte, den ich in dem Moment nicht aushalten oder ändern wollte.
    Leider habe ich erst sehr spät eine Therapeutin erwischt, die mit mir in dieses Gefühl reingegangen ist. Wobei - das stimmt nicht ganz, ich glaube, ich war vorher auch nicht bereit, mich dem zu stellen.
    Gerade beim Alk war es viel einfacher und bequemer, sich diese unangenehme Situation einfach wegzutrinken. Völlig hirnrissig, weil unterm Strich dadurch erst wirklich Problem entstanden sind.

    Es ist wie Nayouk24 geschrieben hat - wenn man es schafft sich das Gefühl / die Situation zu vergegenwärtigen und auszuhalten, einfach sachlich anzuschauen, verliert sie meistens in kurzer Zeit an Schrecken. Bzw. wie lütte69 es sagt, dass man durch den Schmerz, die Emotion einfach (naja was ist einfach) mal durchgeht.
    Bei mir war es wirklich auch Übungssache.
    Mir hat ein kleiner billiger Ring geholfen, der an meinem linken Daumen war, aber nicht über das Gelenk gepasst hat. Ich musste also ständig aufpassen, dass ich ihn nicht verliere (gibt´s bei Billigläden für ein paar Cent, also kein Verlust). Mit diesem Aufpassen-Müssen verknüpfe ich bis heute, dass ich auf MICH achten muss, was MIR ein Gefühl, eine Situation sagen will, was ICH jetzt tun muss, damit es MIR wieder gut geht, und letztendlich, ob das Gefühl nicht doch wieder irgendein Hirngespinst ist (Suchtdruck, oder Co-Suchtdruck), dass ich mal lieber ganz schnell wieder aus meinem Gefühlsleben vertreiben sollte, weil es irrelevant, falsch und schädlich für mich ist.
    Geht sich auch mit diesem Gummi am Handgelenk, das man schnipsen kann, um sich zu spüren.

    Hauptsache, Du landest wieder bei DIR.

    Ganz liebe Grüße.

    Hallo Zabou54,

    nun ist ja einige Zeit vergangen.
    Ich fand es toll, wie zielgerichtet und gut Du Deinen Weg bisher gegangen bist - trotz aller Zweifel und Gefühlschaos.
    Als Alkoholikerin kann ich Dir nur sagen: alles richtig gemacht.
    Solange ich noch getrunken habe, habe ich in Momenten wo es für mich scheinbar "eng" mit Weitersaufen wurde, auch Panik bekommen und das Blaue vom Himmel versprochen, nur damit alle wieder so funktioniert haben, dass ich nach einer kleinen und für alle trügerischen Trinkpause wieder loslegen konnte.

    Dein Partner kann sich nun ungehindert um sich selbst kümmern - entweder weiter saufen, oder aktiv werden und für sich was tun. Aber das muss er alleine machen. Genauso wie Du Dich selbst um Dich kümmern musst.
    Und genauso wie Du kann auch er sich Hilfe von außen holen. Muss er sogar, denn ich halte es bei seiner Konstellation für ziemlich unwahrscheinlich, dass er ohne Hilfe dauerhaft trocken werden kann - wenn er denn dann wollen würde...

    Hoffentlich bist Du gut in Deiner neuen Wohnung angekommen und kommst langsam zur Ruhe :wink:

    Engel, verschwende nicht zu viel Zeit damit Dich runterzuziehen, weil Du irgendwas in der Vergangenheit nicht geschafft hast.
    Es ist halt nun mal so.

    Ich denke mir immer, dass alles für irgendwas gut ist.
    Und wenn es bei Dir halt noch Zeit braucht, bis es wirklich so ganz richtig "klick" macht und Du handeln kannst, dann ist das auch so.
    Versuche Dir die Zeit dafür zuzugestehen - aber nimm das Abwarten und Zögern nicht als Vorwand nichts zu tun.

    Vor längerer Zeit war ich beruflich mal in einem Seminar, was eher mit Persönlichkeitsbildung zu tun hatte.
    Da wurde uns ein sehr anschauliches Bild von einem großen grünen klebrigen Schleimtopf beschrieben, in dem ganz viele von uns sitzen.
    Es ist zwar nicht sehr schön darin, aber man kennt es, es kommt nicht viel unkalkulierbares, man kann sich kurz durch Schimpfen, Jammern und Klagen Luft verschaffen, aber toll ist es ja nicht da drin. Es ist halb auf eine gewisse Art und Weise bequem.
    Man will aber gerne aus dem Schleimtopf raus, dann muss man irgendwann in´s Tun kommen. Schlimmer als im Topf drin kann es außen ja auch nicht sein. Im Gegenteil, geh davon aus, dass es um vieles besser wird.

    Als ich Hartmut´s Motto das erste mal gelesen habe, fielen mir gaaaaanz viele Schuppen vor die Augen:
    Wer will findet Wege - wer nicht will findet Gründe.
    Da ist so viel Wahres dran.

    Sei nicht zu hart zu Dir, Du hast schon viel geschafft. Aber bleib´ dran :thumbup::thumbup::thumbup:

    Hallo Engel11,

    ich schreibe als trockene Alkoholikerin.
    Auch ich war in meiner nassen Zeit nie ausfällig, beleidigend, bösartig oder sonstwie blöd zu meinem Partner.
    Aber das ist letztendlich kein Grund für den Partner, das aushalten zu müssen.

    Ich glaube aus deinen Texten ziemlich deutlich rauslesen zu können, dass Du ein Problem mit seinem Trinkverhalten hast.
    Punkt - ist so. Das könnte ja auch sonst was sein, was ein No-Go für Dich wäre. Kommt letztendlich aber auch nicht so wahnsinnig drauf an.
    Wenn es für Dich ein No-Go IST, und Dein Partner weiß das, dann müsst ihr entweder gemeinsam an einer Lösung für euch beide suchen (wobei die Lösung hier m.E. nur von ihm durch (s)eine Krankheitseinsicht kommen kann), oder Du solltest so ehrlich zu Dir selbst sein und für Dich erkennen, dass Du für DICH alleine eine Lösung findest.
    Wobei - alleine bist Du nicht. Neben dem tollen Forum hier gibt es ja viele weitere Anlaufstellen, vielleicht auch gute Freunde, Verwandte, die Dir unter die Arme greifen.

    Schau, es stehen hier zwei Aussagen im Raum:

    1. Dein Partner will sein Trinkverhalten nicht ändern - warum auch immer

    2. Du hältst das auf Dauer mit ihm so nicht aus.

    Da sehe ich irgendwie keinen gangbaren Weg im Moment für euch beide zusammen.
    Auf gar keinen Fall darfst Du Dir den Schuh anziehen, dass DU für irgendwas verantwortlich bist. Bist Du nicht!

    Du hast das Recht auf ein glückliches Leben. Dass Du ja kein "Ego-Schwein" (sorry, nicht persönlich nehmen...) bist, liest man glaube ich ganz gut heraus, da Du ganz oft versuchst auf ihn, seine Gedanken usw. einzugehen.
    Macht er das auch bei Dir?

    Mir ging es in meiner nassen Zeit genauso. Schuld waren immer die Anderen, die Umstände, meine Vergangenheit, die Arbeit, die Menschen ... das könnte ich ewig fortführen. Aber es ist eine totale Selbstverar...e. Ich habe mir UND meinem damaligen Partner Lebenszeit geraubt. Für mich habe ich das selbst zu verantworten, für meinen Partner tut es mir im Nachhinein total leid. Das hat niemand verdient, auch Du nicht.
    Ich habe es auch echt gut drauf gehabt alles so zu drehen, dass sich die Wogen wieder geglättet haben und ich freie Bahn für den nächsten Abschuss hatte - ohne Rücksicht auf Verluste. Das ist die Sucht.

    Und ich bin mir ziemlich sicher, dass Dich viele Menschen EHRLICH lieben, um Deiner selbst willen, und nicht nur um Dich zu beschwichtigen.
    Damit will ich nicht sagen, dass Dein Partner Dich nicht liebt, aber ich fürchte den Alkohol liebt er mehr.
    Du solltest Dir mehr wert sein. Nein, Du BIST mehr wert.
    Vergiss das nie und pass´auf Dich auf.

    Hallo zusammen,
    lange war ich nicht mehr hier. Es ging mir auch Dank der Hilfe dieses Forums wirklich wieder gut.
    Zunächst das Positive: ich bin jetzt seit über 10 Jahren trocken und 99,9% der Zeit mega happy damit :)
    Letztes Jahr habe ich allerdings eine Zeit gehabt, wo es mich FAST wieder gepackt hätte, was die ewige Tücke der Alkoholabhängigkeit verdeutlicht.
    Ich habe seit Ewigkeiten ein Thema mit meiner Mutter. Letztes Jahr habe ich im zarten Alter von 52 endlich erkannt, welche Psychospielchen sie mit mir spielt, bzw. was ich im Umgang und im Geliebt-werden-wollen mit ihr selbst einfach nicht sehen wollte oder konnte. Es fühlte sich an, als ob ich meine Mutter verloren hätte.
    Letztendlich und unter´m Strich war das endlich eine innere Befreiung für mich.
    Aber die Tatsache DASS es so ist, hat mich erst mal fix und fertig gemacht.
    Ich habe tatsächlich mehrere Tage den kleinen Teufel gehört der mir vorgeschlagen hat: Mensch hau´ Dich doch einfach noch mal so richtig weg, dann brauchste das nicht ertragen. Ich bin mega froh, dass ich sofort mit meinem Mann drüber gesprochen und mit seiner Unterstützung eben das verhindert habe.
    Ich habe mich auch dran erinnert, dass ich eigentlich regelmäßig "dran bleiben" sollte und dass mir das Forum hier damals wirklich sehr geholfen hat.
    Daher bin ich nun wieder hier und würde gerne wieder teilhaben :)

    Liebe Belle,

    ich schreibe hier nicht oft, weil ich mir nicht anmaßen möchte, schlaue Tips zu geben.
    Aber wenn sich die Leberwerte normalisieren -gerade nach einer so langen Zeit des Trinkens- kann es durchaus sein, dass die Leber "am Ende" ist. Auch dann besser sich die Werte scheinbar wieder
    Bleibe bei Dir!

    LG,
    Minihexchen :)

    Hi Susi,

    das Thema "Wut" ist auch für mich immer wieder ein interessantes, bzw. wie man sie am besten kanalisieren und vor allem ablassen kann. Das habe ich sehr oft mit Ausdauersport bis hin zur Ko..grenze gemacht. Ist eine Möglichkeit.
    Aber was ich in einer früheren Reha 2005 wegen meiner damaligen Essstörungen auch gelernt habe, ist z.B.

    - in den Wald gehen und mit einem Stock auf einen Baum eindreschen, ruhig dabei alles raus brüllen, was einen belastet, heulen wenn nötig, weg mit allem Ballast
    - mach´ einen Knoten in ein Handtuch und hau´ damit auf´s Bett oder sonst wo drauf

    Mir hat es sehr geholfen, mich erst mal wirklich abzureagieren und dieses Wutgefühl raus zu lassen. Denn ansonsten hätte ich es auch wieder runter geschluckt, gefressen, und später eben getrunken.

    LG,
    Mini

    Hi Susi,

    Mensch, sei doch erst mal froh und stolz, dass Du gestern stark geblieben bist !!! Das finde ich super !!

    Und mit der Stelle, naja klar wäre das ein "Zuckerle" für Dich und Dein Selbstwertgefühl gewesen, gleichzeitig aber auch eine Gefahr, dass Du Dich dabei mit der Therapie verzettelst und Dich vielleicht nicht voll drauf konzentrieren kannst. So gesehen ist es sicherlich sinnvoller, wenn Du erst mal in aller Ruhe die Therapie machst, und dann gut aufgestellt und stabil Deinen beruflichen Weg weiter gehst.
    Egal was es war ... nach einer gewissen Zeit habe ich für mich fest gestellt, dass wirklich alles Negative irgendwann seinen Sinn bekommen hat - auch wenn man den im Moment noch nicht zu sehen vermag!

    Weiter so, und halt´ die Ohren steif !!!
    :lol:
    LG,
    Mini

    Hallo Rasko,

    kann mich Yvonne nur anschließen.
    Mit der "Macht" meine ich lediglich, dass ich (bildlich gesprochen) einen Kampf mit dem Alkohol verliere, er ist stärker. Das heißt aber nicht, dass ich ihn mir verbiete. Nö! Aber warum soll ich mich mit jemandem anlegen, von dem ich weiß, dass er über kurz oder lang wieder über mich siegen würde. So sadomasochistisch bin ich dann ja doch nicht (mehr).

    Aber -und das ist das für mich Wichtigste- ich darf ihn nie aus den Augen verlieren !! Ich wappne mich davor, dass ER wieder "anfangen" will. Und dieses Wappnen geht nur, indem ich wachsam bin und ihn nicht völlig aus meinem Hirn streiche.

    Naja, schau mal wie Du klar kommst.
    Jedenfalls auch von mir noch mal alles Gute !!

    Mini :wink:

    ...schon "übel", wie sich das gleicht...

    Ich kann da noch mit dem Küchenkranz oben dienen (also da, wo oben die Strahler für die Arbeitsfläche drin sind), oder große Kochtöpfe und Backformen, Medizinschränkchen, hinter den Büchern ...

    Heute finde ich es fast schon witzig, dass ich mit meinem angetrunkenen Hirn versucht habe, beim Heimkommen meines Mannes schnell noch was zu verstecken, und dann wie blöde gesucht habe, wo es nun war...

    :oops::oops::oops:

    Huhu Rasko,
    das finde ich persönlich sehr schade.

    Denn mit dem Thema Alkohol werden wir uns unser ganzes Leben lang auseinandersetzen müssen, weil er uns immer und überall wieder begegnet und wir wirklich NIE NIE NIE vergessen sollten, welche Macht er über uns hat.

    Vielleicht ist es bei Dir anders - aber gerade mir hilft es ungemein, mir immer und immer wieder bewusst zu machen, wo ich mal war, wo ich niemals mehr hin will und wie schnell Leichtsinn, Übermut und Unbedachtheit wieder dahin führen.

    Schau´ halt einfach wieder mal rein, wenn Du merkst, dass Dir doch was fehlt... :wink:

    Alles alles Gute wünscht Dir
    Mini

    Moin usthund,

    es tut mir ehrlich leid, aber ich weiß nicht so wirklich, was Du erwartest. Wie schon geschrieben wurde, wimmeln die letzten Seiten vor lauter Tips für Dich, wo Du aber meist gar nicht so recht drauf eingehst oder verwirfst.

    Was ist mit einer LZT? Ambulant oder stationär? Selbsthilfegruppe real?
    Wie Du mit Dir am besten in´s Reine kommst, kann Dir hier niemand sagen.

    Ich formuliere es noch mal irgendwie anders.
    Dass Du den superfesten Willen hast, diesmal trocken zu bleiben, glaube ich Dir auf´s Wort. Aber den hast Du früher vielleicht auch schon gehabt. Zu oft haben wir gesagt "nie nie wieder" und sind trotzdem wieder umgekippt. Nun hast Du Deinen Vorsatz, Deine Therapeutin, die "nur" für Dein Alkoholproblem zuständig ist, dieses Forum, und das soll reichen?

    Warum soll das diesmal reichen? Was (außer Deinem erneuten festen Willen) ist diesmal anders?
    Du nimmst zwar diesmal Hilfe von außen an, aber in sehr, sehr, sehr geringem Umfang, sehr zögerlich und mit angezogener Handbremse.

    Wie Du mit Situationen wie z.B. Weihnachten oder sonstigen schwierigen Situationen umgehst, wäre Thema für einen Therapeuten und Dich, und das öfters als alle zwei Wochen!
    Hier kannst Du vielleicht mitnehmen, wie es andere in ähnlicher Situation gemeistert haben. Aber niemand kann Dir die Arbeit an Dir selbst abnehmen, dafür ist das zu "virtuell" hier!

    Was hindert Dich daran, noch aktiver im realen Leben Hilfe zu suchen und für Dich passende Strategien zu entwickeln?

    Ich wünsche Dir einen schönen Tag !!
    LG,
    Mini :wink:

    Huhu usthund,

    hmh, ich glaube ja, dass sich der Alkohol und die "sonstigen Probleme" so voneinander nicht trennen lassen. Vieles, was mit der Trinkerei zusammenhängt, hatte Auswirkungen auf andere Probleme, so wie die Probleme gewiss auch Auswirkungen auf das Trinkverhalten hatten.
    Also einfach "nur" das Thema Alkohol zu "bearbeiten" ... naja, also das halte ich nicht für sinnvoll.

    Und "nur" der eiserne Wille und guter Vorsatz ... bestimmt recht nützlich, aber alleine zu wenig, da gehört so viel mehr dazu.
    Zu einer sinnvollen Therapie gehört nicht nur das nicht-mehr-Trinken, sondern auch das Leben insgesamt, eben das Thema, wie Du ohne Deinen Mann erst mal für Dich selbst wieder auf die Füße kommst und zufrieden leben kannst.

    Wie gesagt, es ist mir persönlich vom Eindruck her ein wenig zu halbherzig...

    Schönen Abend wünsche ich Dir,
    Mini :wink: