Nun bin ich auch hier

  • Hallo, ich bin wieder da.

    Heute habe ich meine neuen Wohnungsschlüssel abgeholt und schon Farbe gekauft und in die Wohnung gebracht.
    Dann war ich noch arbeiten und dann fing es an mit Suchtdruck. Geht schon seit Stunden. Weiß auch nicht warum. Es ist doch alles schön. Hört denn das nie auf???
    Allerdings habe ich auch meine Trockenheitsarbeit in den letzten Tagen ziemlich vernachlässigt. Habe soviel anderes im Kopf. Alk war kein Thema und ich merke, dass ich mich innerlich dagegen sperre, mich mit etwas zu beschäftigen, was ich nicht mehr tun will. Versteht ihr wie ich das meine?
    Hier wird oft geschrieben, dass man sich ständig verinnerlichen soll, dass man keinen Alk mehr trinkt. Wie macht ihr das? Bei mir funktioniert das anscheinend nicht. Es ist nicht so, dass ich trinken will, das ja gerade nicht. Vom Kopf her ist das völlig klar.
    Was kann ich denn jetzt tun? Ablenken habe ich schon versucht, kann mich auf nichts konzentrieren, raus traue ich mich auch nicht, zu viele Kneipen und so. Davon wird’s noch schlimmer.
    Rat?
    LG Rasko

  • Hallo Rasko,
    als erstes bist du schon mal hier, das ist doch schon mal was. Guter Gedanke. Solang du hier vorm Computer sitzt, säufst du nicht, so ganz praktisch gesehen.
    Viel trinken, Tee oder was, ist so eine Sofortmaßnahme fürs erste.
    Les dich durch hier, besonders an Herz lege ich den Thread von Freund, da geht es um das verinnerlichen.
    Aber bleib heut trocken , das zählt. Versuch durch Atmen ruhig zu werden, achte auf deine Gedanken und dich.
    Und die Trockenarbeit ist tägliche Arbeit an sich selber, das ist so. Bei mir auch, sonst wär ich nicht hier.
    LG
    Jürgen

  • Hallo Rasko,

    lies hier viel, oder schreibe, alles ist besser, als Dich in Gefahr zu begeben.

    Gut ist, das Du nicht rausgehst, wenn da so viel Kneipen sind, trinke viel Wasser oder Tee. Oder mache Dir ein leckeres Essen, es lenkt beim Kochen ab und so pappe satt, passt eh nicht mehr rein.

    Hoffe Du bekommst den Abend gut rum.

    MLG Mandy

  • Irgendwie bricht mir hier gerade die Psyche zusammen. Bin nur noch am zittern, musste mich schon übergeben und fühle mich wie kurz vorm Abgrund. Das kenne ich aus den ersten Wochen und weiß, dass ich morgen zu nichts zu gebrauchen bin, weil es mir die letzte Kraft raubt. Das kann doch alles nicht wahr sein! Sch….
    Was ich nicht verstehe ist, dass ich mir voll bewusst bin, dass trinken nicht hilft, gar nicht.
    Ich sehe auch keinen Verzicht im nicht trinken. Ist ja meine Entscheidung und ich will es nicht und brauche es auch nicht. Anscheinend denkt mein Körper anders darüber. Gut, es kann passieren was will, ich werde nicht aufgeben. Jetzt erst recht!
    Vorgestern hat ein Geschäftspartner Bier getrunken. Das Glas stand aus Platzgründen direkt vor mir und ich hätte fast zugegriffen. Da war kurz ein komisches Gefühl. Ich war dann aber auch sofort wieder durch Arbeit abgelenkt und habe nicht weiter darüber nachgedacht. Das könnte ein Auslöser gewesen sein, oder? Dann noch das Theater mit meinen Freunden letzte Woche, alleine, einsam. Oh man, ich will das alles nicht.
    Spätverkauf hat zu, ich überlege, ob ich in die neue Wohnung fahre und anfange mit malern.
    Weiß zwar nicht, ob ich in der Verfassung was zu Wege bringe, aber ein Versuch ist es wert.
    Hier rum sitzen und jammern bringt mich nicht weiter.
    LG Rasko
    @ Jürgen Danke für deine Tipps. Habe versucht den Thread von Freund zu lesen, konnte mich aber nicht konzentrieren. Werde ihn ein anderes Mal lesen, wenn es mir wieder besser geht.

  • Hallo Rasko,

    ich glaube ne Wärmeflasche ein guter Film oder ein Buch, wären in Deinem Gefühlszustand, der bessere Weg. Dann bist Du für Morgen ausgeruht und kannst, dann richtig, in der Wohnung, loslegen.

    Ausserdem registriert das Suchtgedächnis solche Situationen, von Gestern, wäre gut, das zu vermeiden, sich so Gefahren, einfach nicht aussetzen. Nun, denke, daraus wirst Du, aber auch gelernt haben.

    Versuche Dich abzulenken und nicht in die Sache, reinzusteigern.

    MLG Marion

  • Hallo Rasko

    Es werden immer solche Zeiten geben, bis deine Gedanken trocken sind. Ich denke hier erzählen die Leute nicht umsonst, trockenes Umfeld sauber halten. Ich denke du hast einen Trockenrausch, hol dir doch mal ärztliche Hilfe, das hilft. Geh raus atme tief ein, geh spazieren. Aber trinke nicht, denn dein Zustand vergeht!

    Im Moment bin ich auch wacklig, weiß auch das ich aufpassen muss, und auch mich wieder finden muss. Mich bringt ein Thread wo getrunken, Rückfall ist, aus den Schuhen. Das habe ich erkannt, und werde diesen jetzt entgültig fernbleiben. Denn auch ich muss ein trockenes Umfeld haben, auch hier!

    Halt die Ohren steif. :P

    Alles liebe Pia

  • Hallo Rasko,
    wie gehts so? Hoffe hast die Nacht einigermaßen überstanden. Diese kleinen Dinge können der Auslöser gewesen sein. Komm zu dir, dann kannst du in Ruhe mit uns die Dinge analysieren.
    Du siehst wie schnell es gehen kann, es ist nicht zu fassen manchmal. Vermeide die Dinge dir dir nicht guttun.
    Und das Alkfreie Umfeld, oder Menschen die Alk. trinken sind Gift für uns. Das ist die seelsiche Abhängigkeit, die sich in körperlichen Problemen niederschlägt.
    Alles Gute für heute und trocken bleiben, das wünsch ich dir.
    Und wenn du Lust auf malen hast, dann mal. Wenns nichts aussieht kannst du es ja überstreichen.
    Aber lieber dreimal die Wohnung gestrichen wie einmal gesoffen.Kannst dir ja eine Wand aussuchen, zum Austoben.
    LG
    Jürgen

  • Hallo,
    mir ging es heute besser als ich erwartet hatte. Bin gestern doch lieber schlafen gegangen. Heute ging es mir besser als ich erwartet hatte. Ich glaube da kam alles zusammen gestern. Daher habe ich den heutigen Tag anders genutzt. Da so schönes Wetter war, ging ich erstmal in Ruhe spazieren und anschließend etwas shoppen. Habe einfach das gemacht, wonach mir gerade war. Mit der Wohnung habe ich genug Zeit. War ein schöner Tag :)
    Nachgedacht habe ich auch. Solchen Situationen, wie mit dem Bier, aus dem Weg zu gehen wird schwierig. Beschäftige ich mich später mit.
    Ich denke mal, es ist genau so, dass ich zwar mein Umfeld und meine Freizeitaktivitäten ändere, aber die Auslöser zum Saufen sind noch da.
    Das ist das Problem, aber die werde ich nicht von heute auf morgen geändert bekommen.

    LG Rasko

    PS: Danke für eure Antworten

  • Hallo Rasko,

    Welche Auslöser, sind denn im Moment, die Schlimmsten. Gehe doch immer eine Sache, nach der Anderen an. Du weist doch, auch ein kleiner Erfolg und dann noch Einer, gibt, Einem Mut, weiter zu machen.

    Wie geht es Dir denn Heute, hast Du was in der Wohnung gemacht oder Etwas, die Seele baumeln, gelassen.

    Dir noch einen entspannten Abend. :wink:

    MLG Mandy

  • Hallo,

    meine neue Wohnung ist einzugsbereit und ich werde mich ab nächste Woche dort „häuslich“ einrichten. Das heißt, solange ich dort kein Internet habe, werde ich mich nicht mehr melden können. Hoffe das geht schnell.

    Ansonsten dreht sich natürlich alles zurzeit um den Umzug und die dazu noch notwendigen Schritte.

    Mir geht’s psychisch ziemlich schlecht. Ein Hauptgrund für mein Trinkverhalten war ja zum Schluss das Alleinsein und daraus resultierende Einsamkeit. Daran hat sich nichts geändert. Im Gegenteil. Ich habe mich von allen, Kollegen und Bekannten, distanziert, nehme nicht mehr am „gesellschaftlichen Leben teil“ und arbeitsmäßig bin ich aufgrund von strukturellen Änderungen nun auch in einem anderen Umfeld. Alles ist neu, nichts ist mehr wie es war und ich bin mir selbst fremd. Es ist, als sehe ich mir selbst von außen zu und bin gespannt was ich als nächstes tue. Das macht mir manchmal Angst. Meine Devise ist nur noch „Augen zu und durch“. Ich habe es ja so gewollt. Im Vertrauen darauf, dass mein Unterbewusstsein in jedem Moment neue Verhaltensmuster „von selbst“ lernt, kann ich nur hoffen, die nächste Zeit trocken zu bleiben. Das ist alles was ich will und ich weiß, dass ich es schaffen kann. Alles wird gut.

    LG Rasko

  • Hallo Rasko

    Jede Stadt hat eine Suchtberatungsstelle. Ruf doch mal gleich morgen an, dort gibt es Therapeuten die wirklich gut sind. Ich gehe auch dort hin! Zudem wäre ein Arztbesuch auch gut, und eine Überweisung zum Therapeuten, auch die nehmen Notfälle an! Gehst du zu den AA?

    Tue was! Auf deiner Arbeit gibt es doch neue Leute, sprech mit ihnen, sei nett! Ein Singel hat doch schnell Anschluss, sei ein Kumpel, Frauen mögen Männer die mit ihnen reden, sie besser verstehen. Sei offen, öffne dich!

    Alles liebe Pia

  • Hallo Pia,

    ich mache nichts, außer hier schreiben. Bei der Suchtberatung war ich schon, auch bei einer SHG. Das zog mich total runter. Hier kann ich selbst entscheiden, welche Beiträge ich lesen will, dort musste ich mir alles anhören. Es war grausam und hatte nichts mit meinem Leben zu tun.

    Was ich tun muss, weiß ich ja. Ich denke, mir kann niemand die Arbeit an mir selbst abnehmen. Auch kein Therapeut.

    Ich min momentan rund um die Uhr beschäftigt und muss hier alles organisieren. Mal sehen, wie es ist, wenn Ruhe einkehrt. Sollte ich dann immer noch keinen Weg sehen, werde ich mir was überlegen müssen.

    LG Rasko

  • Hallo,

    kann es sein, dass ich die Grundbausteine etwas falsch umsetzte?

    Bisher habe ich mich nur in die totale Isolation manövriert. So geht es jedenfalls nicht weiter, da ist der Rückfall vorprogrammiert. Was ich hier mache, scheint mir nur ein Weglaufen.
    Ich möchte mich wieder mit Leuten treffen, rausgehen und Dinge tun, die mir Spaß machen.
    Auch in Restaurants, wenn auch nicht in direkte Kneipen oder Orte wo vorrangig Alkohol konsumiert wird. Der Gedanke dabei ist der, dass ich ja neue Interessen entwickeln, neue Menschen kennenlernen möchte. Das Trinken durch diese Dinge ersetzen sozusagen.

    Heute war ich nach der Arbeit noch mit einer Kollegin beim Italiener. Ich habe ihr erzählt, dass ich Alkoholiker bin und was ich in den letzten Monaten so gemacht habe. War kein Problem, sie hat das interessiert aufgenommen, mir zugehört und Fragen gestellt.

    So stelle ich mir das vor. Offen mit meiner Krankheit umgehen, aber trotzdem „normal“ am Leben teilnehmen.

    Was meint ihr dazu?

    LG Rasko

  • Hallo Rasko

    Ja ich glaube schon! Du sollst dich nicht einsperren, und den Schlüssel wegwerfen. Du sollst das alte Umfeld meiden, dir ein neues aufbauen! Geh mal Bummeln, treff dich mit Leuten die nicht trinken!

    Zitat

    Ich möchte mich wieder mit Leuten treffen, rausgehen und Dinge tun, die mir Spaß machen.


    Davon rede ich seit Tagen. Ich war heute auch nicht gut drauf, sprang in die Klomotten ( weil ich wusste nur das hilft) und ab eine Stunde laufen. Ich kam wie neugeboren nach Hause, es geht mir supi. Such dir das was dir Spass macht, probiere auch aus!

    Lach, habe gerade eine schöne Trommel gesehen, kauf dir eine und trommel, das tut auch gut!
    Tanzkurs, da fehlen immer die Männer, Frauen sind in der Überzahl da!

    Zitat

    Heute war ich nach der Arbeit noch mit einer Kollegin beim Italiener. Ich habe ihr erzählt, dass ich Alkoholiker bin und was ich in den letzten Monaten so gemacht habe. War kein Problem, sie hat das interessiert aufgenommen, mir zugehört und Fragen gestellt.


    Klasse das meinte ich doch als ich dir das schrieb. Die Frauen gehen nur nicht gerne mit weil sie denken der Mann will gleich mehr, sei ein Kumpel und wenn mehr wird, brauchst nicht nein sagen! :D

    lg Pia

  • Hallo,

    ich habe wieder mal was geträumt: Ich hatte Besuch von jemanden, den ich nicht kenne. Er brachte für sich Bier mit. Wir machten was am PC. Als er weg war stand noch ein kleines halbes Glas Bier auf dem Tisch. Ich dachte, das darfst du nicht trinken, es bringt dich in Gefahr. Trotzdem wollte ich noch irgendwas am PC fertig machen, statt es sofort zu entsorgen. Plötzlich hatte ich es an den Lippen und bemerkte es in letzter Sekunde, rannte in die Küche, kippte es weg und spülte mir den Mund aus. Ich konnte es schmecken und es war lecker. Das alles geschah in der neuen Wohnung…. und anschließend beschrieb ich die Sache hier im Forum.

    Hm, das zeigt eigentlich genau meine momentane Situation: Angst, dass ich durch neue Bekannte in Versuchung komme und mein neues Leben scheitert. Es hat mir auch gezeigt, dass ich nicht nachlässig werden darf, denn ich werde langsam zu sorglos…. Und, dass ich euch brauche und weiter hier schreiben soll. :) (oder, es zeigt meine Angst, mangels Internetanschluss hier nicht schreiben zu können, das beschäftigt mich nämlich wirklich)

    LG Rasko

  • Lieber Rasko

    Mein Therapeut würde zu deinem Traum sagen, das er ganz normal war, es gehört zur Suchtbearbeitung! Aber du solltest dir einen Ausgleich suchen, was dir das Bier sonst gab!

    Verstehst du was ich meine!

    Ich träumte von einem schönen vollen Bierkrug! Und raus kam, wenn ich der Bierkrug bin, was verschafft mir so ein schönes Aussehen wie der Krug!?? Ich schrieb alles auf was ich für das füllen von mir brauch, und setze es jetzt um!

    alles liebe Pia :P

  • Hallo,
    heute war ich mal wieder mit meiner alten Bekannten den ganzen Tag in der Stadt unterwegs.
    Wir waren auch essen, sie trank Bier, die Leute um mich herum tranken Bier und trotzdem ging es. Ich trank mein Wasser. Obwohl ich mich in den letzten Tage ziemlich instabil fühle.
    Selbst, wenn ich hier eine Ehrenrunde drehen muss, ich kann nicht mehr.
    Zumindest geht’s mir jetzt seit langer Zeit wieder besser.
    Natürlich will ich nicht unbedingt einen Rückfall provozieren. Nur irgendwie habe ich das Gefühl, dass die ständige Beschäftigung mit mir und nur an meine Trockenheit denken auch nicht die Lösung ist. Ich will einfach ganz normal leben. Habt ihr eine Idee, wie ich das lockerer angehen kann?

    LG Rasko

  • Hallo Rasko,

    als ich meinen Tiefpunkt noch nicht erreicht hatte , habe ich jahrelang Ehrenrunden gedreht. Obwohl das nichts mit Ehre zu tun hat , eine tödlich verlaufende Krankheit und Ehre in Einklang zu bringen. Kurz vor Beendigungen meiner Trinkpausen habe ich ähnlich gedacht und wurde immer wieder des besseren belehrt.

    ich denke das du dir noch nicht sicher bist ob du nun Alkoholiker bist oder nicht und noch experimentieren möchtest.

    Überprüfe dich selbst und handle danach.

    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

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