Die Schreckensszenarien, die unter anderem Co-Pilot beschreibt, sind für mich rein hypothetischer Natur und stammen vermutlich überwiegend aus eigenen Erfahrungen oder Verbitterung. Man kann das so sehen, muss man aber nicht.
Etwas als Empfehlung zu verpacken, das eigentlich nur eine persönliche Sicht ist, finde ich grenzwertig. Es ist ein möglicher Verlauf, kein allgemeingültiges Gesetz.
Und ja, du hast dich hier auch aus Leid heraus angemeldet. Dieses Leid wird nicht kleiner, wenn sich zu Hause nichts ändert.
Ich komme selbst aus der Alkoholiker-Ecke, und an mich war damals nicht heranzukommen, nicht mit "trink weniger", "hör auf zu saufen‘"oder "mach mal eine Pause" Egal welche Worte: Der Alkohliker muss selbst draufkommen. Und ja, ich wusste auch, dass ich zu viel gesoffen habe.
Die Suchtberatung stelle ich nicht in Frage, ich war nicht dabei. Aber die eigentliche Frage ist doch: Egal, was sie gesagt, empfohlen oder vorgeschlagen haben oder ob sie zugestimmt haben oder nicht , ändert es irgendetwas am Trinkverhalten des Partners?
Da kommt nicht plötzlich das große Aha: "Ich trinke zu viel, ich höre jetzt auf." Das ist Wunschdenken. Denn jeder mit grenzwertigem Trinkverhalten ob Missbrauch oder Abhängigkeit weiß das. Da braucht es keine Beratung. Wenn es trotz besseren Wissens schön geredet wird, ist das zumindest ein Indiz für Sucht.
Ich würde mir die einfache Frage stellen. Ist das alles, was ihr zusammen aufgebaut habt, das Leid wert, so weiterzuleben?
Ob es Sucht ist oder Missbrauch ist im Grunde genommen egal. Wichtig ist doch, was es mit DIR macht. Wie du deine Lebenssituation erlebst und wie es dich verunsichert, belastet und du darunter leidest.
Und nur darum geht es… es geht um dich.