Beiträge von Hartmut

    Mich stört nur wenn Leute hier von anderen beleidigt werden und die Moderation nicht eingreifen will oder nicht fähig dazu ist, da das nicht erkannt wird.

    Tobina, du kannst selbstverständlich schreiben, was dich stört oder belastet.

    Die Aussage, die Moderation sei „unfähig“ oder würde „nicht eingreifen wollen“, ist allerdings eine Unterstellung und wird hier so nicht stehen bleiben. Ebenso werden Moderationsentscheidungen nicht öffentlich diskutiert. Das ist das Regelwerk.

    Du bist seit zwei Tagen im Forum.

    In dieser kurzen Zeit mussten wir bereits mehrfach eingreifen, weil du wiederholt nicht bei deinem eigenen Thema geblieben bist, Bereiche genutzt hast, die dafür nicht vorgesehen waren, und angefangen hast, andere User zu analysieren oder zu bewerten.

    Das ist nicht Sinn dieses Forums. Selbsthilfe bedeutet, auf die eigene Baustelle zu schauen. Nicht, nach zwei Tagen zu erklären, wie das Forum, die Moderation oder andere Mitglieder funktionieren sollten.

    Schau in Ruhe, ob dieses Forum zu dir passt und ob du mit den Regeln und dem Umgang hier zurechtkommst. Wenn nicht, ist das dein gutes Recht.

    Dann steht es dir selbstverständlich frei, das Forum wieder zu verlassen.

    Wenn du bleiben möchtest, erwarten wir allerdings, dass die Forumsregeln eingehalten werden und der Fokus auf deiner eigenen Selbsthilfe liegt.

    Danke für eure Antworten! Ich hab wirklich nach Selbsthilfegruppen geschaut.
    Ich weiß ehrlich gesagt nicht ob ich mich das trau…

    Nur zur Info, falls falsch eingeordnet;)

    Du bist in einer Selbsthilfegruppe, die rund um die Uhr geöffnet ist. Wenn du denkst, dass du weitere Hilfe brauchst, ist das völlig in Ordnung.

    Das Forum ist ein Werkzeug. Wenn es dir hilft ,gut. Wenn es dich belastet, dann ist eine Pause oder ein Rückzug völlig legitim.

    Nüchtern bleiben musst du im echten Leben, nicht im Forum. Du musst dich hier nicht rechtfertigen und auch nichts beweisen. Mach das, was dir Stabilität gibt, nicht das, was dich im Kreis drehen lässt.

    Und genau das passiert hier. Sobald dir Tipps gegeben werden oder jemand nachfragt, drehst du wieder dieselbe Runde und fängst von vorne an.

    Das bringt dich nicht weiter und das Forum auch nicht.

    Ich kann deinen Thread jetzt erst einmal für eine unbestimmte Zeit schließen. Sortiere dich in Ruhe. Wenn es für dich wieder passt, kannst du mir oder dem Team eine PN schreiben und wir machen wieder auf.

    Wir siehst du das?

    Tobina , eine kurze Frage vorweg:

    Aus welcher eigenen Erfahrung als Alkoholikerin schreibst du das eigentlich? Ich hatte bisher verstanden, dass du aus dem Co-Bereich kommst. Falls ich das falsch verstanden habe, korrigiere mich gerne.

    Hier geht es nicht um Meinungen, Vermutungen oder darum, möglichst nett zu wirken. Hier geht es um eigen Erfahrung, Selbsthilfe und um Dinge, die man selbst erlebt hat.

    Denn genau davon lebt ein Selbsthilfeforum.

    Ratschläge kann jeder verteilen. Erfahrungen sind deutlich seltener. Deshalb frage ich nach, auf welche eigene Erfahrung du dich dabei beziehst? Wir sind hier schließlich kein allgemeines Diskussionsforum und auch kein sozialpädagogischer Debattierclub.

    Es geht um Alkoholabhängigkeit und den Austausch von Menschen, die diese Krankheit aus eigener Erfahrung kennen.

    So wie es den Bereich CO-Abhängigkeiten gibt.

    Ich glaube, es macht wenig Sinn, dieselbe Sache immer wieder neu zu diskutieren.;)

    Wann hören die Erklärungen auf und wo fängt die Veränderung an? Denn sehr wenig von dem, was hier geschrieben wird, kommt bei dir an , stattdessen läuft immer wieder dieselbe Erklärungsschleife.

    Es ist nicht so, dass hier ein Alkoholiker zu beschränkt wäre, um zu verstehen, was Alkohol anrichtet. Das wissen wir alle. Auswirkungen, Peinlichkeiten, das ganze Programm – private Beziehungen und eine Menge Mist. Habe wir alle durch.

    Das Problem ist, dass seit Monaten dieselben Themen, dieselben Erklärungen und dieselben Schlussfolgerungen von dir kommen. Ist dir das selbst schon aufgefallen? In welchem Tunnel bewegst du dich?

    Du schreibst immer wieder, warum du getrunken hast, warum es dir schlecht ging, warum du überfordert warst, warum du heute anders denkst.

    Aber bei der Sucht gibt es nur eine Antwort: „Warum wurde gesoffen?“ Weil die Sucht da war. Nicht mehr, nicht weniger. Zuvor war es ein Üben, ab der Sucht war es Zwang und hebelte jeden Grund aus.;) Das ist das Thema hier. Nicht der Missbrauch davor, nicht die Lebensgeschichte, nicht die psychologischen Erklärungen.

    In einem Suchtforum geht es um die Mechanik der Abhängigkeit, nicht um die Vorgeschichte.

    Ist deine Vorstellung von Selbsthilfe, die Geschichte immer wieder neu zu erzählen? Oder wäre Selbsthilfe, endlich etwas mit dieser Geschichte zu machen?

    Es gibt Grenzen hier. . Wenn jemand dauerhaft an denselben psychischen Themen festhängt, stößt Selbsthilfe an ihre Grenzen. Dann geht es um Themen, die in eine qualifizierte therapeutische Begleitung gehören.

    Und wenn du selbst von einer Suchterkrankung ausgehst, deine Therapeutin aber nicht, dann beißt sich das. Für Suchtthemen braucht es suchtbezogene Antworten. Für andere psychische Baustellen andere Antworten.

    Ein Alkoholikerforum kann Erfahrungen zur Sucht, zur Abstinenz und zur Selbsthilfe liefern. Es kann aber keine Therapie ersetzen.

    Und genau deshalb stößt der Austausch hier an Grenzen, wenn sich alles dauerhaft um dieselben Erklärungen dreht.

    Tobina ,

    Wir gehen jetzt nicht in die Diskussion über dein persönliches Empfinden oder darüber, was Erfahrungs­austausch ist oder nicht. Das ist dein Denken. Wenn es etwas zu bemängeln oder zu korrigieren gäbe, sind wir Moderatoren da und greifen ein.

    Und jetzt lassen wir den Thread wieder bei Angler, sonst wird er durch unnötige Diskussionen zerschossen.


    Angler

    Es geht um das Aufarbeiten WAS geschehen ist.

    Nimmt dir ja keiner weg. Aber genau deshalb bist du doch hier, deswegen hast du dich angemeldet: wegen Austausch. Und damit du nicht wieder in die Sucht rutschst und säufst, oder?

    Und aus meiner Erfahrung, sowohl mit meiner eigenen Sucht als auch nach vielen Jahren im Forum, sehe ich immer wieder dasselbe Muster. User suchen nach Erklärungen. Für ihr Saufen, für ihre Ängste, für ihre Gedanken, für ihre Vergangenheit. Das ist am Anfang völlig normal.

    Nur irgendwann kommt der Punkt, an dem die nächste Erklärung nichts mehr verändert. Dann wird aus Verstehen ein Festbeißen. Und aus Festbeißen wird Stillstand.

    Entscheidend ist nicht, was wir hier schreiben. Entscheidend ist, was du für dich daraus machst. Wer monatelang bei den Erklärungen bleibt, aber an den Konsequenzen nichts verändert, tritt irgendwann auf der Stelle.

    Der Vergleich mit anderen hilft dabei nicht weiter. Ob jemand schneller trocken wird, langsamer trocken wird oder weniger Probleme hat, ändert nichts an der eigenen Baustelle.

    Selbsthilfe bedeutet für mich nicht, sich in seiner Geschichte einzurichten. Selbsthilfe bedeutet, irgendwann etwas mit der Geschichte zu machen. Und genau dort entscheidet sich, ob jemand vorankommt oder ob er sich weiter im Kreis dreht.

    Ich hatte gehofft, dass hier wertschätzend miteinander umgegangen wird, leider vermisse ich das bei einigen Antworten in diesem Verlauf.

    Tobina, das hier ist der Bereich für Alkoholiker. Deshalb wundert mich dein Beitrag gerade etwas. Hier geht es nicht um Tonfall, Wertschätzung oder psychologische Einordnungen, sondern um Suchterkrankung, Selbsthilfe und den Austausch von Erfahrungen.

    Hobbymäßige Ferndiagnosen oder Einschätzungen anderer helfen da meist nicht weiter. Die Dynamik einer Suchterkrankung kann man nur schwer beurteilen, wenn man sie selbst nicht erlebt hat.

    Deshalb tauschen wir hier Erfahrungen aus. Meinungen hat jeder. Erfahrungen sind der Teil, aus dem andere etwas mitnehmen können. Sucht ist ein zu ernstes Thema, um daraus eine Diskussion über Persönlichkeiten oder Befindlichkeiten zu machen.

    Bleib erst einmal bei dir und deinem eigenen Weg. Dafür hast du deinen Thread. Dort bekommst du Unterstützung, Rückmeldungen und Erfahrungen, die dir für deine eigene Selbsthilfe wirklich etwas bringen.

    Es ist ein Selbsthilfeforum. Es geht nicht darum, andere zu analysieren. Es geht darum, sich selbst besser zu verstehen und etwas für den eigenen Weg mitzunehmen.

    Das hast du mir voraus, ich kann leider mit Fehlern und der Vergangenheit nicht abschließen, weil mich das sehr belastet.

    Ich habe nie gesagt, dass ich „abgeschlossen“ habe.;) Ich mache nur nicht die Fehler der Vergangenheit zum Hauptbestandteil meines heutigen Lebens. Das ist ein Unterschied.

    Und eines ist mir wichtig. In unseren Alkoholiker-Forum unterscheiden wir klar zwischen Abhängigkeit und Missbrauch. F10.1 ist keine Alkoholabhängigkeit, sondern schädlicher Gebrauch. Wenn du dich als Alkoholiker siehst, ist das deine persönliche Einordnung. Medizinisch wurde aber keine Abhängigkeit diagnostiziert. F10.2 Ist Abhängigkeit.

    F10.1: Das Trinken verursacht Probleme. F10.2: Das Trinken hat die Kontrolle übernommen.

    Das sind nun mal zwei verschiedene Baustellen. Bei einer Abhängigkeit steht irgendwann nicht mehr das Verhalten im Vordergrund, sondern die Sucht selbst.

    "Erlernte Muster wieder verändern" hat meine Therapeutin erklärt.

    Aber auch das basiert auf der Diagnose F10.1, oder? Dabei geht es in erster Linie um das Verhalten und die Folgen des Konsums, nicht um Suchtdruck, Kontrollverlust oder die typische Suchtmechanik.

    Bei Missbrauch arbeitet man vor allem an Verhaltensmustern. Bei Abhängigkeit hingegen kämpft man gegen das Suchthirn, wenn ich das mal so sagen darf.

    Das ist, als würdest du zum Metzger gehen und dich wundern, warum er dir keine Brötchen backt. Der Metzger macht Fleisch, der Bäcker macht Brötchen. Beide haben mit Lebensmitteln zu tun, arbeiten aber in völlig unterschiedlichen Bereichen.

    Vielleicht liegt genau dort ein Teil unseres Missverständnisses?

    Du bezeichnest dich selbst als Alkoholiker und deshalb bist du selbstverständlich hier im Forum. Gleichzeitig verweist du auf die Diagnose F10.1, was sich widerspricht,

    ch übernehme die GESAMTE Verantwortung, das gesamte Handeln.

    Du liest meinen Post, aber ich denke, inhaltlich kommt nicht viel bei dir an.Du erklärst alles mit „Ich bin Alkoholiker“ und schiebst so die Verantwortung auf die Sucht. Du wehrst dich gegen jeden Hinweis, weil du deine eigene Geschichte irgendwie schützen willst, oder?

    Komisch ist nur, seitdem der Psychologe das alles mal analysiert hat und wir über die Gesamtsituation gesprochen haben, ich die Konstellation kapiert habe, kein Bedürfnis mehr war, ein Bier zu wollen.

    Nur weil du gerade kein Bedürfnis nach Bier hast, bedeutet das weder, dass du nicht süchtig warst, noch dass du automatisch nur missbräuchlich getrunken hast.;)

    Suchtdruck ist für mich jedenfalls kein Diagnosekriterium. Und ein Gespräch beim Psychologen beendet keine Sucht. Es kann helfen, Dinge einzuordnen, beruhigen oder Verständnis schaffen. Trocken bleibt man davon aber nicht davon. Diese Aussage zeigt eher, dass die Mechanik der Sucht nicht verstanden worden ist.

    Mein Verdacht war ja, dass du nur missbräuchlich getrunken hast aber du sagst, Alkoholiker zu sein, und benutzt die Sucht jetzt als Gesamterklärung, um alles darauf zu schieben.

    Das hatten wir doch schon in der Diskussion. Ich bin dann mal raus

    Klar kann alles möglich sein.

    Aber

    Wenn ich schreibe „alles kann möglich sein“ und direkt ein „aber“ dahinter setze, hebt sich das gegenseitig auf. ;) Glaubst du wirklich, dass der Grund, der bei einer Trennung genannt wird, immer der echte Grund ist? In welcher Welt soll das so laufen? Manchmal sind vorgeschobene Gründe im Spiel, manchmal passt es einfach nicht, manchmal war man selbst ein Arsch oder sonst irgendwas.

    Und genau da suchst du förmlich nach etwas, das dich in der Opferrolle hält, zumindest ist das mein Eindruck, dass es so ist, sagt dieses Zitat.

    Ich bin halt nicht jemand der etwas abschüttelt und einfach weiter macht.

    jetzt dazu!

    Die Hilfe mit der Beratung war einfach: "nicht trinken". Aber am gesamten Leben hat sich ja nichts geändert. Wie soll was verschwinden was vorher nicht da war, wenn alles gleich bleibt?

    War das Suchtberatung? Die kümmern sich um die Sucht, dein Leben oder deine Beziehung gehen sie nichts an. Sie machen ihren Job, nicht mehr und nicht weniger, und sie sind nicht dafür da, dein Privatleben zu kommentieren oder deine Partnerschaft zu analysieren.

    Im Grunde wurde dir das alles hier schon mehrfach erklärt, aber du scheinst es nicht annehmen zu wollen, weil es vielleicht bequemer ist, an deinem Platz zu bleiben und die Verantwortung für das Scheitern der Beziehung nicht vollständig zu übernehmen.

    Es geht nicht einmal um Schuld, aber du weichst konsequent aus.

    Alles Gute weiterhin.

    Das ist eher etwas für die Psychologen, und ich habe nicht die Qualifikation, um anhand deiner Schilderung irgendein Urteil zu bilden.

    Was ist ASS?

    Also, ich bin mir nicht sicher, vielleicht ein Schreibfehler?

    Aber hier im Forum gibt es eine Abkürzung. Das IAS‑Syndrom – „Ich‑arme‑Sau“. Selbstmitleid in Dauerschleife. Immer im Kreis um das eigene Leid drehen, immer wieder dieselbe Platte „Schaut mal, wie schlecht es mir geht.“ Und ja, manchmal auch Krankheiten selbst diagnostizieren, nur um Aufmerksamkeit zu bekommen. Das ist das Arme‑Sau‑Syndrom.

    Und vieles von dem, was du schreibst, geht genau in diese Richtung. Beim Saufen im Absturz ist das nachvollziehbar, aber das ständige Jammern über Vergangenheit oder wie blöd man angeblich ist, bringt niemanden raus.

    Ich sag’s aus eigener Erfahrung. Wenn eine Therapie nichts bringt, weil ich nur jammere und erwarte, dass jemand mich rettet, dann habe ich zwei Optionen. Psychologen wechseln – oder aufhören zu jammern und anfangen zu schauen, was ich heute tun kann, damit es morgen besser wird.

    Alles andere ist eine Never‑Ending‑Story.

    Und wenn man sich in diesem Jammer wohlfühlt , okay, das ist dann die eigene Baustelle. Aber irgendwann zieht sich das Umfeld zurück, weil niemand Lust hat, ständig nur das Negative zu hören.

    Kannst dich ja selbst einordnen, meins ist nur die Erklärung. Und wir sind hier eben auch kein Psychologieforum, und es gibt auch Grenzen für etwaige psychische Störungen.

    Wenn ich auf alles in meinem Leben mit Alkohol zurückblicke wird mir schlecht.

    Dann schau nicht zurück.

    Also :saint: Ich warte noch einen Monat mit dem Gratulieren, dann ist es für mich „rund“. Das heißt nicht, dass ich irgendetwas schlechtrede, mindere oder die Leistung eines Alkoholikers nicht sehe, der es schafft, die Krankheit zu stoppen. Denn das beginnt mit den Ersten Tag.

    Ich danke dem tollen Forum. Es ist mehr als Glück das es Euch gibt!! Und ich hatte das Glück Euch zu finden.

    Als ich hierher kam, gab es im Netz zig Foren –,und jedes hatte irgendeinen eigenen Weg, irgendeine Wohlfühl‑Philosophie oder dieses typische „Ach, wird schon“-Gerede.

    Das hier war das einzige Forum, in dem ich mich wirklich ernst genommen gefühlt habe. Keine Watte, keine Ausreden, keine Romantik. Sondern klare Regeln, ein Konzept, eine Linie – und Moderatoren, die das damals auch konsequent umgesetzt haben.

    Das war den damaligen Forenbetreibern zu verdanken.

    Wenn ich heute ins Internet schaue, sind alle anderen Foren von damals verschwunden. Das passiert ja nicht ohne Grund.

    Und es war auch kein Glück. Glück fällt einem nicht in den Schoß, Glück muss man sich erarbeiten. Es war dein Wunsch und der Wille, endlich etwas gegen die Sucht zu tun.

    Weiter so.

    Das war von mir eher spontan "laut gedacht"

    Alles gut – es ist genauso gewollt. Ich kritisiere dich nicht. Ich haue einfach das raus, was ich aus meiner eigenen Erfahrung kenne. Austausch funktioniert nun mal unterschiedlich, jeder bringt etwas anderes mit.

    Nur läuft es hier manchmal schief, wenn Meinungen automatisch als „Erfahrung“ gewertet werden. Das meinte ich. Bei dir ist das nicht so, deshalb passt das für mich völlig.

    Ich freue mich sogar, wenn etwas konträr läuft. Alles gut.

    da sieht man doch eher wie unterschiedlich Menschen sind.

    Menschen sind unterschiedlich. Die Sucht aber nicht. Sie läuft immer nach dem gleichen Muster, egal wie jemand sie erlebt oder erzählt. Das ist der Unterschied zwischen persönlicher Geschichte und Suchtmechanik.

    Und nur damit es nicht durcheinandergerät: Du stellst willkürliche Hypothesen auf und schreibst gleichzeitig, dass du kein Fachmann bist. Was soll das? In einem Suchtforum ist das fahrlässig, weil solche Aussagen anderen den Kopf kosten können.

    Du vermischst schon wieder Missbrauch, Gewohnheitstrinken und klassische Alkoholabhängigkeit. Das sind drei verschiedene Dinge. Wer das alles in einen Topf wirft, redet über persönliche Eindrücke, aber nicht über Sucht.

    Genau deshalb zweifle ich immer wieder daran, dass du dich selbst als Alkoholiker einordnest. Das ist aber nicht mein Zweifel, der dich überzeugen soll. Das ist dein eigener Denkprozess. Alkoholiker sein heißt, die Mechanik zu erkennen , nicht die Geschichten drumherum.

    Bekanntenkreis, Beispiele, psychologische Aha‑Momente , alles nett. Aber in andere Reinfühlen, Reindenken, Hoffen, Vergleichen, Auf‑andere‑Schauen macht niemanden trocken.

    Das hier ist Selbsthilfe. Und wer die Sucht – sofern sie da ist – nicht stoppt, geht daran kaputt. Das ist kein „ich sehe es heute so und morgen anders“-Thema.

    Und es ist auch kein Diskussionsforum über die Lebensgeschichten anderer. Jeder ist für sich selbst da, für seine eigene Klarheit nicht für die der Nachbarn.

    Alles andere ist deine Sache, du kannst dich ja in deinem Thread auslassen, hier ist der Thread von... sunnypug

    Der in dem Zusammenhang häufig genutzte Begriff "Tiefpunkt" ist deshalb in meinem Augen eher irreführend. "Wendepunkt" trifft es vielleicht besser.

    Ich weiß nicht, warum man für alles neue Begriffe erfinden muss. Je mehr Begriffe, desto mehr redet man über Worte und desto weniger über das Eigentliche: trocken bleiben.

    Ich bin Alkoholiker.Der einzige Weg raus ist trocken leben.

    Alles andere war für mich meistens nur Verhandeln mit der Sucht. Viele beschäftigen sich mit Diagnosen, Gefühlen, Modellen und Nebenschauplätzen. Kann man machen. Für mich war nur wichtig. Hält es mich trocken oder nicht.

    Warum ich so lange trocken bin? Keine Ahnung. Ich weiß nur, woran es nicht lag, nicht an Begriffen, nicht an Theorien, nicht an psychologischem Geschwurbel. Ich habe alles als Werkzeug gesehen. Was hilft, bleibt. Was stört, fliegt raus. Falsche Zange in der Hand? Weg damit. Viele machen aus ihrer Sucht eine Philosophie. Ich nicht.

    Für mich ist es ein Werkzeugkasten. Was funktioniert, bleibt. Was verwirrt, kommt weg. Vielleicht bin ich deshalb trocken geblieben. Nicht weil ich alles verstanden habe, sondern weil ich aufgehört habe, mich selbst zu verwirren.

    Ich hab irgendwie das Gefühl, dass es den bei mir gar nicht so gab. Klick gemacht hat es, als ich zum wiederholten Mal beim heimlichen Saufen erwischt wurde. Scham, Wut, Schock - das waren wohl die vorrangigen Gefühle, die ich dabei hatte.

    Ich weiß gar nicht, ob man dafür unbedingt einen Tiefpunkt braucht. Ich weiß nur, dass ich ihn gebraucht habe. Bei mir ging es bis zum Licht am Ende des Tunnels. Erst da habe ich begriffen, dass ich aufhören muss. Nicht wollte. Muss. Es war irgendwann keine Entscheidung mehr zwischen mehreren Möglichkeiten, sondern eine Notwendigkeit.

    Gefühle spielen dabei für mich nur eine Nebenrolle. Scham, Wut, Angst, Verzweiflung oder Erleichterung können dabei sein. Müssen sie aber nicht.

    Gefühle sind für das Suchthirn kein "Navigationssystem" Es benutzt Gefühle wie Werkzeuge. Mal dieses, mal jenes. Hauptsache, am Ende darf wieder gesoffen werden. Entscheidend ist für mich deshalb nicht, was jemand fühlt, sondern was er auf seinem Weg in die Trockenheit macht. Risiken minimieren. Sich der Sucht anpassen. Nicht versuchen, die Sucht an sich selbst anzupassen.

    Und ja wenn es Klick macht, macht es Klick. Der eine säuft sich trotz mehrerer Tiefpunkte weiter zu Tode. Der andere wird einmal beim heimlichen Trinken erwischt, erkennt, was los ist, und hört auf. Warum es beim einen passiert und beim anderen nicht, weiß ich nicht.

    Und ehrlich gesagt interessiert mich das auch nur begrenzt. Warum? Weil ich nicht von den Tiefpunkten anderer trocken geworden bin, sondern von meinem eigenen.

    Die Wege des Suchthirns sind unergründlich. :whistling:

    Wenn jeder seine eigenen Trigger anschaut, haben alle Erklärungen ihre Berechtigung. Das sind reale Reize, die jeder für sich einordnet, weil das Suchthirn immer nur das Buch desjenigen schreibt, der es erlebt hat.

    Es baut sich Situationen auf, abhängig von der eigenen Geschichte und Persönlichkeit.

    Am Ende ist es ja nur der Job des Suchthirns, diesem Alkoholiker wieder das Saufen schmackhaft zu machen.