Wie gewinnt man seine innere Ruhe?

  • Oh, hab zu lang für meine Antwort gebraucht, du bist ja schon weiter,
    Gottseidank
    trotzdem allerliebste Grüße,
    Thelma

  • Also sei mir nicht böse, Trudchen, aber aus deiner letzten Meldung lese ich eine riesen Angst raus und zwar aus gutem Grund. Mit deiner Abgrenzung bricht für ihn jetzt der Boden weg, das letzte bisschen Halt, DU.
    Ihm muss aber jetzt dieser Boden wegbrechen, wenn du ihn weiter konsequent fallenlässt, und er irgendwann komplett am Hund ist(offenbar ist er es noch nicht, wenn er im wahrsten Sinne des Wortes wie ein Ertrinkender noch verzweifelte Spielchen spielt), er somit schneller zum Tiefpunkt kommt, hat er eher die Chance, da rauszukommen. Und wenn er es nicht will, dann kann ihm keiner helfen.
    So ist es doch mit uns Co's: Wir halten ewig Systeme aufrecht, natürlich auch für uns selbst, und beide dümpeln in ihrer gemeinsamen Verstrickung dahin, quälen sich selbst und gegenseitig. Es ist so grausam, mitanzusehen, was der Alkohol aus unserem Lebenspartner, Angehörigen etc macht, es tut so weh. Diskussionen werden krotesk, mit der Zeit nicht nur im Suff, sondern auch am Tag, wenn der Restalkohol im Körper rumschwappt. Man verliert seinen geliebten Menschen an eine Droge, fühlt sich so hilflos und Co's brauchen diese ganze Sch... auch noch, um ihr Selbstwertgefühl zu steigern.
    Man wird halt gebraucht, fühlt sich manchmal stark, wenn der andere schwach ist...
    Wissen wir ja alle
    und diese ganze Beziehung ist nur eines: Zerstörung.
    Trudchen, du brichst da jetzt aus, bleib stark,
    vielleicht kannst du mit der Polizei reden, dass sie ihn sich mal zur Brust nehmen. Nur so ein Gedanke.
    Wie steht es mit einer einstweiligen Verfügung? Wenn er dich weiter bedroht, dir angst macht, kannst du evtl.rechtliche Schritte einleiten. Ich kenn mich da nicht aus.
    scheiß dir nix, er scheißt sich auch nix. Und wie gesagt, je konsequenter du jetzt bleibst, desto mehr hilfst du ihm letztlich.
    LG Thelma,
    die selber am kämpfen ist(letztlich mit mir selber, meinem härtesten Gegner)

  • Hallo,

    Zitat

    Und wie gesagt, je konsequenter du jetzt bleibst, desto mehr hilfst du ihm letztlich.

    das ist schon richtig, aber definitiv die falsche Motivation, Trudchen Du solltest im Mittelpunkt stehen, also das Du Dir damit hilft. Wenn es IHM auch hilft dann ist das ein Nebenprodukt aber sollte nicht der ausschlaggebende Punkt sein.

    Liebe Grüsse
    Elocin

  • OK, soviel zu ihm.
    Du kommst da wohl nur raus, wenn du allmählich deinen Gedanken-Fokus wieder auf dich richten kannst. Alle Gedanken, die du dir jetzt um ihn machst, sind sinnlos und kräfteraubend. Das ist unser großes Dilemma als Co's.
    Lenk deine Gedanken mal weg von ihm, was wird sein, wenn,etc...
    Komm zurück zu dir, nur Minutenweise, kümmere dich um deine geschundene Seele. Ich denke, sonst wirst du nur noch verrückt. Morgen ist die SHG, das wird dir supergut tun, Trudchen.
    Hey, sei lieb zu dir, ich versuchs doch jetzt auch gerade, lass es uns zusammen versuchen.
    LG Thelma

  • Guten Morgen, Trudchen
    einigermaßen gut geschlafen?
    LG Thelma, die wieder die halbe Nacht wachgelegen und gegrübelt hat.

  • Ja Trudchen, klingt doch für den Anfang schon ganz gut.
    Hilfe holen, wo es nur geht. Es gibt Phasen, da kommt man allein nicht mehr weiter.
    Klingt jetzt vielleicht brutal, aber deinen Ex kannst du, glaube ich, nicht mehr für voll nehmen, sein Zustand ist ja schon bedenklich weit fortgeschritten. Tja, soll nicht mehr dein Problem sein, entweder er wacht auf oder halt nicht.
    Du führst ihn jetzt vor mit deiner wachsenden Selbständigkeit. Die lange aufrecht erhaltenen Lügengebäude bekommen jetzt Risse.
    Es liegt wieder an ihm, sich diese Rissen anzuschauen oder sich weiter was vorzuflunkern.
    Du bist doch nun auf einem guten Weg mit deiner SHG. Freut mich für dich.
    Wie kann jetzt schon Distanz dasein, da musst du wohl ein bisschen Gduld mit dir haben, ist doch alles gerade mal frisch aufgebrochen.
    Der Austausch mit dir tut mir übrigens richtig gut.
    Bei den anderen Teilnehmern nehme ich momentan nur durch Lesen anteil. Ich in meiner wackeligen Position bin gerade sicher nicht die beste Hilfe.
    Aber ich bin froh über jeden, der hier schreibt, man kann so viel lernen.
    LG Thelma

  • naja, es ist ja so das man durch alkoholismus ,drogen oder ähnliches unter ein existenzminumum geraten kann.da hast du nu welche kennengelernt denen es ganz mies geht.einige bleiben ja mit ihren partnern zusammen aus welchen gründen auch immer und da kanns einen dann ganz schön erwischen,leider.

    und was konntest du für dich dadurch an erfahrung mitnehmen?

    glg pandora

  • ich kann mir vorstellen,das du erschlagen bist wenn du gleich so ne breitseite abkriegst.
    wenn in unserer gruppe jemand ist der noch mehr probleme an der backe hat bin ich erleichtert und sehe mein probleme in einem anderen licht.dadurch gehts mir um einiges besser.

    glg pandora

  • Hi Trudchen,
    hab schon bei mir geschrieben, will dir nur sagen: bleib dran, du wirst schon das richtige finden. Bis dahin hast du ja uns. Ich hätte nicht gedacht, dass einem eine virtuelle SHG so viel bringen kann, war anfangs sehr skeptisch. Aber, glaube mir, ich ziehe hier so viel raus, komme echt weiter. Stück für Stück. Und mittlerweile habe ich auch aufgehört, mich wie klein Erna zu fühlen, wenn es wieder einen Schritt zurück geht, denn wenn man so rumliest: Es geht doch fast allen so.
    Muss jetzt leider weg, schaue um ca. 12.00 nochmal rein,
    read you later,
    Thelma

  • hallo trudchen.

    wunderbar wie du dran bleibst,schulter klopf.
    wenn du das arbeitsmässig umsetzen kannst wäre prima. ich wünsch dir gutes gelingen.
    ich bin in einer al anon gruppe. gleichzeitig treffen sich in einem anderen raum die aa. ein mal monatlich ist offenes meeting da sind dann beide gruppen zusammen. das ist ganz interessant weil man so das empfinden der anderen seite kennen lernt und somit besser verstehen lernt. ich wünsche dir das du was passendes findest.
    glg pandora

  • hallo trudchen

    natürlich ist das leben ohne einen partner schwer.alleine sein wer will das schon. hab die letzten jahre allein gelebt.war nicht immer leicht.aber viel leichter als mit nem mann der mich psychisch vertig gemacht hat.dann lieber allein.

    ausserdem sag bitte niemals nie.blos weil du älter bist heisst es nicht das du keinen anderen mann mehr bekommst. gib dich da nicht auf sondern richte dich schön her, zeig das du eine attraktive frau bist.

    ich habe einige ältere bekannte die nach dem verlust des partners egal wie, erstaunlich schnell wieder einen mann an ihrer seite hatten. ich bin da manchmal platt gewesen wie schnell das ging

    schau nach vorne nicht zurrück. sehe das gute nicht das schlechte........mach das beste daraus!

    grüssle melinak

  • na hoffentlich wirds jetzt nicht zu lang...
    mein erster kontakt überhaupt zu ner gruppe entstand durch meinen ex.
    dafür bin ich ihm heute sehr dankbar.
    er hat ja sein problem erkannt und ging deshalb zu aa.irgendwann vor 4 jahren bin ich dann mal mitgegangen wenn offenes war.
    als erstes hat mich der ganz offene herzliche umgang berührt. die begrüssung mit umarmung, das ist ein gefühl des angenommen sein.
    es gibt keine unterschiede zwischen diesen menschen. egal ob anwalt , doktor,angestellter oder arbeitsloser.alle haben das gleiche problem und nur darum geht es.
    die ersten meetings war ich nur zuhörer.vieles gesagte hat mich emotional ganz schön berührt und mich manchmal auch ganz schön aus der bahn geworfen.in diese zeit so ca über 1 jahr hat sich die verbindung zu einigen dieser menschen aa und angehörigen sehr intensiviert.sprich ich habe für mich einen ganz lieben und engen freundeskreis aufgebaut.
    dann ging ich weiter aber nicht regelmässig in verschiedene gruppen.in dieser zeit konnte ich langsam meinen hass gegen meinen partner abbauen, weil ich ganz viel über alkoholismus gelert habe. ich hatte ja auch die meinung das sich ein alki hinter der krankheit alkoholismus versteckt.
    heute kann ich annehmen das es eine krankheit ist.
    ich kann es zwar nicht nachempfinden, da ich kein alki bin aber ich kann es jetzt besser verstehen, da ich viele reden gehört habe und weiss wie schwer es ist von der sucht los zu kommen.
    in dieser zeit habe ich langsam begonnen mich zu verändern, das kam ganz automatisch, mein lerprozess hatte begonnen.
    ich konnte damals meinen partner zwar noch nicht loslassen, aber meine verhaltensweisen haben sich schritt für schritt verändert.wenn er rückfällig wurde habe ich nicht mehr mir die schuld gegeben.
    ich habe auch nicht mehr rumgeschrien und getobt weil ich begriffen habe das das alles nur noch schlimmer macht. ich will mal sagen das ich versucht habe gelassener zu werden und das langsam auch funtioniert hat.
    trotz allem erleide ich auch rückfälle.da der kontakt zu den freunden nun sehr eng geworden ist, ich kann sagen ich empfinde es wie eine grossfamilie,habe ich viel unterstützung.alleine nur einen zuhörer zu haben der mich versteht da er es selber kennt ist mir sehr hilfreich.
    wir unternehmen einiges zusammen und so haben wir uns ganz gut kennen gelernt.da kommt dann am abend mal ein anruf und du wirst nach deinem befinden gefragt weil man einen tag vorher das gefühl hinterlassen hat das es momentan nicht so gut ist.so gut kennt man sich dann schon,
    seit ca. einem halben jahr gehe ich nun regelmässig 1x die woche ins meeting und langsam kann ich nun auch schon im meeting sprechen,ich fange an zu wachsen.
    mir tut das sehr gut und ich bin noch immer dabei kleine schritte nach vorn zu machen.man lernt immer wieder dazu und das wird auch nicht aufhören.
    so, das ist mein weg, hoffe konnte dir damit witer helfen.

    g l g pandora

  • Trudchen, hast du eigentlich irgendwelche Freunde oder Bekannte in Berlin, die dich ein bisschen auf andere Gedanken bringen können? Wo kommst du eigentlich her? So wie du schreibst, habe ich das Gefühl, dass du recht isoliert lebst. Hast dich wahrscheinlich, wie so typisch für unsere Spezies, nur auf ihn konzentriert?
    Ich habe mich bis dieses Frühjahr auch immer mehr zurückgezogen, wurde letzten Winter schon leicht depressiv, weil ich nur noch kraftlos alleine zuhause saß.
    Ich wußte halt auch nicht, mit wem ich über die Alkoholkrankheit reden soll, war ja unendlich peinlich.
    Irgendwann hat mein Selbsterhaltungstrieb gesiegt und ich habe das Versteckspiel aufgehört. Habe in meinem Freundeskreis Tacheles geredet. Es sind jetzt vier Menschen übriggeblieben, die mich nicht fallengelassen haben. In der Not stellt sich halt raus, wer deine Freunde sind.
    Ausserdem habe ich nach fast 20 Jahren Pause wieder das Tennisspielen angefangen, ohne dass ich jemanden kannte im Club. Und zack, hab schon zwei Partnerinnen.
    Ich freue mich jetzt auch auf Kollegen in der Arbeit. Vielleicht solltest du dich wirklich um eine Tätigkeit ausserhalb deiner Wohnung umsehen. Und wenn es nur ein paar Stunden sind.
    Ich mache z.B. noch Hausaufgabenbetreuung. Allerdings bei mir zuhause. Nein, Trudchen, du mußt jetzt raus. Gibts ein dahinschlummerndes Hobby?
    Kostet momentan vielleicht nicht so viel Kraft wie ein Umzug.
    Mensch, da sitzt man in seinem Loch und dreht sich nur im Kreis.
    Trudchen, fühle dich von mir liebevoll in den Allerwertesten getreten.
    LG Thelma
    P.S. Schau, diese kleine Job-Zusage bringt mir so viel Kraft zurück, hätte ich nicht gedacht. Da wird sich doch bei dir irgendwas finden?????

  • nachtrag

    1x jährlich ist grosses aa-ländertreffen. letztes jahr in erfurt war ich dabei.
    dieses gefühl unter so vielen menschen, das sind emotionen das kann man gar nicht beschreiben.da kann man das gefühl der zusammengehörigkeit ganz doll spüren.
    nächstes jahr ist es in österreich.

  • Lieber Erdling,
    das was Du schreibst bestätigt ein mehr als deutliches Gefühl welches ich verspürte, aber tatsächlich erst nach der Trennung realisieren konnte:

    Durch den Alkohol - oder die Person selber - schien es so, als habe derjenige keine Zufriedenheit, geschweige denn Glück, gespürt. Nicht einmal die Dinge, die ihm selber wichtig schienen und so dargestellt wurden konnten ein Lächeln auf sein Gesicht zaubern. Die letzten Jahre sah ich diesen Menschen nicht mehr mit einem herzlichen Lachen (höchstens im Bekanntenkreis wenn es über jemanden anderen ging, und es schon am Rande der Lästerei befand).

    Ich konnte mir das nicht vorstellen, dachte immer nur, das läge an meiner Gegenwart oder dem Hass auf mich. Aber mit dem Abstand und dem Null Kontakt kehr eine gewisse Realitätserkennung in mein Leben zurück. Dazu auch das Wissen, dass die kleinen Dinge im Leben, die mir Freude bereiten konnten, ich bei ihm nicht sehen konnte. Ob sie nicht da waren - oder ich sie nicht sehen konnte, kann ich nicht sagen.

    Liebes Trudchen, versuche Dich zu spüren und Dir zu überlegen, welche Dinge es gibt, die Dir ein Wohlfühlgefühl geben. Das definieren über Jobs oder Tätigkeiten ist auch so ein Fall für sich ... Du selber bist etwas wert - als Mensch und als Person - und nicht nur weil Du etwas leisten kannst.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo Trudchen,

    deine Gedanken sind immer noch viel zu viel bei IHM.

    Wann lenkst Du deine Gedanken auf Dich??????

    So wirst du dich weiter im Kreis drehen. Lebe das JETZT.

    Liebe Grüsse
    Elocin

  • hallo erdling,

    ich finde es sehr hilfreich das du dich hier aus deiner sicht mitteilst.ich persönlich empfinde das für mich sehr hilfreich den gegenpart zu verstehen lernen.
    lieben gruss pandora

  • Hallo Trudchen,

    ja, auch diese Frage beschäftigt mich ab und an und eine wirkliche zufriedenstellende Antwort habe ich nicht gefunden. Außer das es mehrere Faktoren waren die sich aneinander fügten und ich in die Abhängigkeit zu diesem Mann rutschte. Trotz allem ist mir immer noch unverständlich warum ich mir Schläge usw. sooo lange angetan habe.

    Es hat mich aber kein Stück weiter gebracht das ganz genau heraus zu finden. So nach und nach kommen Dinge bei mir ans Tageslicht die ich vorher und am Anfang meines Weges nicht sehen konnte, welche aber diese Abhängigkeit gefördert haben.

    Also erst als ich begann an mir zu arbeiten und meine Anteile genau angeschaut habe konnte ich das warum immer besser erkannen, noch nicht ganz aber das wird schon.

    Liebe Grüsse
    Elocin

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