wieso saufen wir - anstatt nur ein glas trinken zu können

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  • ich habe im moment so zimlich alles verloren - was ich mir aufgebaut hatte in 20 jahren : ich hatte ein haus - 2 autos - 2 kinder - ne frau und und... - wieso können wir nicht wie andere menschen nur ein glas wein od3er ein bier pro tag trinken : geht das wirklich nicht ?? - wenn ja , wieso nicht - alkohol ist doch eigentlich genuss und nicht ne krankheit - wenn ich saufe , fühle ich mich wohl , 2 stunden und der kater geht dann 2 tage und der frust dazu 3 tage

  • wer hat es geschafft - der solle mir schreiben - mit alkohol aufzuhören und dann normal zu leben mit einem glas im tag - aufhören ja - pause und dann ein glas wer kann das - der soll mir erzählen - danke auch dir karsten für deine guten mails - weg vom alkohol muss ich , das ist mir klar ,

  • Hallo ohnealk,
    ich schließe mich Karstens Meinung an und sage da gibts bei uns in der Gruppe den Spruch: " Schwanger oder nicht Schwanger denn ein bisschen Schwanger geht nicht" das bedeutet das es nicht geht als Suchtkranker kontrolliert Alk zu trinken.


    PS: Ich habs auch versucht aber es war der größte Reinfall den ich je Erlebt habe. :shock:


    Gruß Charly :lol:

  • mein problem ist einfach : am einfachsten also ganz ohne alkohol - ich habe auch schon mit weniger versucht - war immer ein reinfall, das gebe ich auch leider zu : nur : ES GIBT AUCH ESSSèCHTIGE und SCHOKOLADE süchtige .....

  • Hi alle,


    zu dem, was Karsten geschrieben hat:
    "Ich habe letztens von einem Buchautor gelesen, der glaubt, Suchtkranke können das kontrollierte Trinken wieder erlernen. "


    ich vermute, es handelt sich um Koerkel? Das Koerkel-Programm ist nicht für Alkoholiker, sondern für Menschen geschrieben, die zuviel trinken, ohne abhängig zu sein. Früher, nach der alten Jellinek-Definition, waren das die alpha- und beta-Alkis. Die haben die Chance, durch eine Verhaltenstherapie ihren Alkoholkonsum wieder in Ordnung zu bringen. Heute benutzt man für sie aber nicht mehr die Bezeichnung Alkoholiker, sondern Mißbrauchs-Trinker - in Gegensatz zu Süchtigen. Das Koerkel-Programm stellt eine Verhaltenstherapie in Eigenarbeit bzw. gemeinsam mit einem Therapeuten dar.


    Manchmal dreht Koerkel ein bißchen durch und drückt sich dann sehr mißverständlich aus. Dann kann man den Eindruck gewinnen, er glaube, er könne alle Alkoholiker heilen. Wenn man aber sein Programm durchliest, dann wird ganz schnell klar, daß er sich ausschließlich an die Mißbrauchs-Trinker wendet, die nicht abhängig sind. Er stellt sogar die Frage, ob man nicht lieber abstinent leben wolle, wenn man eh schon bei der Frage um die Trinkmenge angekommen sei.


    Koerkel wird in der Selbsthilfe-Szene fürchterlich verteufelt. Aber fast niemand von denen, die ihn verurteilen, hat sein Programm auch gelesen. Das will ich jetzt nicht kommentieren, das spricht eigentlich für sich.


    Ich habe mich mit diesem Thema befaßt, weil ich eine Seminararbeit darüber geschrieben habe und ich habe ein paar interessante Informationen zu solchen Programmen gefunden. Aber das würde hier jetzt zu weit führen.


    und dann zu "ohnealk":
    Eßsucht und Alkoholismus sind überhaupt nicht vergleichbar. Eßsucht ist eine therapierbare Verhaltensstörung, bei der es keine körperliche Suchtkomponente gibt. Alkoholismus ist nicht nur eine Verhaltensstörung, sondern hat auch eine körperlich Suchtkomponente. Dieser Vorgang der köperlichen Abhängigkeit ist nicht veränderbar. Einmal süchtig - immer süchtig. Die einzige Lösung heißt abolute Abstinenz.


    Grüße det

  • eigentlich bin ich frustriert von der antwort von Det ( danke für das lange mail ) : das wollte ich nicht hören - alle die mir schreiben , sagen das , was stimmt . ohne alkohol , da fängt das leben von neu an - ich hoffe - ich halte durch - ich will versuchen : 3 wochen ohne alkohol zu leben , dann entscheide ich für den versuch mit weniger oder gar nicht . GAR nix mehr , währe wohl das Ziel , auch gewünscht von mir .
    Ich trinke seit 3 Tage nichts mehr und ich fühle mich " verdammt guet " .
    Wieso dann also noch trinken ....Logisch wäre doch : Ohne alkohol - das schreiben viele hier - geht es mir besser ...mit 20 - 30 Jharen hatte ich mal alle 3 Monate zuviel - heute jeden dritten Tag - schon das alleine muss mir die AUgen öffnen - ich finde es guet - was da Karsten geboren hat - das Forum - was mir sehr hilft , hier dabei zu sein - Ich wollte schon bei so einer Homepage mitmachen - dachte aber immer - es geht auch ohne solche andere leidende Menschen wie ich - ich habe gemerkt - dass wenn ich trinke , nur noch mehr leide - vorallem fängt die zeit des leidens nicht erst am nächsten morgen an - sondern wenn ich fertig bin mit trinken - da kreist es schon und das leiden fängt an . So Antworten zu bekommen = Hilfe tut mir sehr guet !!

  • Hallo, dieses Thema ist zwar schon was älter, aber es hat mich gerade zum Staunen mit Mund offen gebracht. Ist das eine Möglichkeit, daß mein Mann "nur" ein Alkoholmißbraucher ist und kein Süchtiger ? Ich kann den Unterschied leider nicht finden. Für mich ist die Aussage - Ich mißbrauche ab und zu mal Alkohol - schon sehr erschreckend. Fast eine Ausrede für einen Trinker.
    Bitte erklärt mir einer mal den Unterschied, bin sehr gespannt. Danke Katrine

  • Servus katrine,


    ein Mensch, der "nur" Alkoholmissbrauch betreibt, aber (noch) nicht süchtig ist, kann jederzeit und ohne jegliche physische oder psychische Beeinträchtigung seinen Alkoholkonsum einstellen.
    Insbesondere das Moment des Kontrollverlusts ist während des Konsums nicht gegeben.


    Ein Alkoholiker hingegen kann seinen Konsum nicht "ohne weiteres" einstellen, schon gar nicht über einen längeren Zeitraum. Auch haben sehr viele Alkoholiker das Problem des Kontrollverlusts, der sie nicht "stoppen" lässt bis "der Kragen voll" ist...


    Ein Aussenstehender wird nicht zwingend einen (grundlegenden) Unterschied feststellen können, wenn er diese zwei "Typen" in Aktion beobachten würde...


    LG
    Spedi

  • Hallo Katrine !
    Ich sage dazu , man ist was man meint zu sein.
    Nur der Süchtige selbst kann sagen ob er süchtig ist oder nicht.
    Meines Wissens , heist Sucht , Kontrollverlust !!!
    Will sagen, ich trinke ohne es beeinflussen zu können.
    Missbrauchen ist etwas völlig anderes , es geschieht bewusst , ich kann entscheiden ob ich es will und wie weit ich dabei gehen will.
    Ich spüre in deiner Frage eine art Hoffnung und damit einen Versuch eine Hintertür zu finden, das dein Mann ja vieleicht doch kein "" BÖSER "" Alkoholiker ist.
    Bitte nicht falsch verstehen, katrine, ich denke Du bist nicht selbst Alkoholiker und ich kann dich sehr gut verstehen, das Du dir als Co diese Möglichkeit wünscht " Vieleicht ist er ja doch keiner ? "
    Das kann Dir aber niemand ausser deinem Mann selbst beantworten.


    Ich denke der Unterschied liegt im KONTROLLVERLUST !


    Viele Grüsse von Bernd G

  • Danke euch für die schnellen Antworten, ich weiß nur, daß mein Mann jeden Tag trinkt (3-4 Bier und freitags und samstags mehr Bier und noch gern Whisky) , was auch vor 1 Jahr zur Trennung führte. Er ist aber bis dahin ( ich kenne ihn 25 Jahre) höchstens 1 x monatlich "abgestürzt". Für mich natürlich unerträglich. (Habe ich im Co-Bereich ausführlicher beschrieben) . Das ist es auch, was seine Eltern nicht verstehen, daß ich mich getrennt habe. "Der Junge trinkt doch nur sein Feierabendbier und eben mal ein paar Whisky´s." Also für mich ist er schon ein Alkoholiker, hat sich ja auch letztes Jahr gegen seine Familie entschieden. Ich will das keinesfalls schön reden. Nur in vielen Köpfen, besonders älteren (in meiner Familie ) bin ich immer noch die, die ihm das nicht gönnt. Tut mir auch weh, weil ich soviel ertragen habe mit ihm, den Schritt der Trennung macht man sich bestimmt nicht leicht. Danke euch für die Erklärungen. Irgendwie, weiß ich aber manchmal immer noch nicht, wo ich meinen Mann einordnen soll. Gibt es doch ein Zwischending ?Süchtiger oder Vieltrinker ? Mein Mann macht seinen Haushalt, kauft ein, arbeitet, alles normal, oder ? Ich warte noch auf den Klick in meinem Kopf. Trotzdem schönes WE und liebe Grüße Katrine

  • Servus katrine,


    wozu die "Einteilung"? Dir geht es nicht gut mit seinem Konsum und Trinkverhalten, und das ist der ausschlaggebende Punkt.
    Wenn er nicht süchtig ist und ihm etwas an Dir gelgen ist, dann kann er problemlos aufhören - und alles ist "in Butter".
    Ist er jedoch süchtig, hat auch nur er es in der Hand, aufzuhören und sich die notwendige Hilfe zu suchen. Tut er das nicht, ist es seine Entscheidung - für das Trinken, gegen die Partnerschaft mit Dir.


    Die Trinkmengen und die Art des Alkohols spielen dabei keine Rolle.


    Und ich kann Dir aus eigener Erfahrung sagen: es gibt Alkoholiker, die "funktionieren" nach Aussen hin perfekt - sind aber trotzdem Alkoholiker, mit allem, was diese Krankheit ausmacht...


    LG
    Spedi

  • Hallo Kathrin,


    das ist ja das Fatale, wie Spedi schon schreibt. Manche funktionieren, nach Aussen hin Perfekt, ich habe, so auch ziemlich Lange, vertuschen können.


    Aber es gibt kein kontoliertes Trinken, ich bin damit fürchterlich gestrandet.


    Es gibt ja auch verschiede Arten von Alkoholismus, ich kenne nicht die genauen Begriffe, wenn ich nicht richtig liege, dann bitte ich, mich zu verbesern.


    Es gibt den Pegeltrinkel, der muss sein Level halten, um sich gut zu fühlen, also täglich. Die nach Aussen hin, scheinbar, funktionieren.


    Dann gibt es die Quartalssäufer, die schiessen sich regelmässig, ins Nervana, aber nicht Täglich.


    Dann gibt es Welche , Denen Alles Egal ist, bis zum Verlusst, des kompletten Umfeldes. Ebend bis zum Verlusst, seines Obdaches, oder Tod.
    Dem kompletten Kontrollverlust.


    MLG Mandy

  • Hallo Spedi,


    genauso sehe ich das auch. Ich habe ein Problem mit seinem Trinkverhalten und mußte für mich was ändern, habe ich ja auch getan. Ich bin auch in der Kreuzbund SHG. Die gibt mir soviel. Aber auch darüber macht mein Mann sich nur lustig. Diese überhebliche Arroganz nervt mich dann auch. Leider schaffe ich es wegen unserer Tochter nicht, mich komplett von ihm zurückzuziehen. Wenn sie älter ist, werde ich es tun und darauf freue ich mich heute schon. Ganz liebe Grüße Katrine

  • Hallo Mandy,


    Ich glaube, das mit dem Pegeltrinker kommt ihm sehr nahe, auch der Quartalssäufer trifft ab und zu zu. Ist schon traurig, wenn er hier lesen würde, würde er das natürlich anders sehen. Aber so sind die nassen Alks. wohl. Ich bin sehr froh, mich hier mit den trock. austauschen zu können. Als Co. versteht man oft die Denke der nassen Angehörigen nicht. Danke für all eure guten Erklärungen und Gedanken. GLG Katrine

  • Hallo Katrine,
    ich denke auch, das können wir nicht so ganz verstehen. Außer wir versuchen unsere Sucht nach dem Partner gleich zu setzen mit dessen Sucht nach dem Alk. Währed der Alkoholiker sagt "war doch nur ein Glas" fragte ich mich immer "Ist es wirklich so schlimm, ist er tatsächlich ein Alkoholiker oder tue ich ihm Unrecht?".


    Auch mein ExFreund war ein Pegeltrinker der gut funktionierte, ich habe nicht einmal mitbekommen wie sich das Level extrem erhöht hat um dann auch noch neben dem Spiegel weitere Abstürze mit sich zu bringen, also die totalen Blackouts.


    Ich lasse mich gerne von den Trockenen korrigieren, aber ich denke Katrine, sie können es dehalb nicht erkennen, weil sie den Freund Alk nicht aufgeben möchten. Würden sie zugeben, sie hätten ein Problem dann wäre Handlungsbedarf. Alles verniedlichen, bagatellisieren oder die Schuld anderen zuschieben ist einfacher weil es den eigenen Handlungsbedarf erspart.


    Ich kenne Arroganz, Gewalt und Wut von seitens des Trinkers - alles vielleicht Gesten von Hilflosigkeit. Einer muss schuld sein, gegen den richtet sich Wut und Hass - der Alk ist es nicht, also bitte Partner oder Ex-Partner, die kommen ja wie gerufen.


    Alles von der Sucht ausgelöste Veränderungen, die einen Menschen anders werden lassen als wir sie kannten.


    Ich wünsche Dir viel Kraft.


    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo Dagmar,


    danke für deine Zeilen. Besonders der Satz mit den von der Sucht ausgelösten Veränderungen hat meine vollste Zustimmung. Diese nassen Partner sind doch nicht die, in die wir uns mal verliebt haben. Es ist so schrecklich, diese Wesensveränderung erleben zu müssen. Und dann die besagte Arroganz. Man will doch helfen, aber sie lassen es nicht zu. Danke und alles Gute auch für dich. Katrine

  • Tja Katrine,
    ich denke, es gibt Seiten, die durch die Enthemmungen des Alkohols zu Tage treten. Eigenschaften, die schon zuvor da waren, aber einfach unter Kontrolle gehalten wurden.


    Ich muss für mich begreifen, dass der liebevolle Mensch den ich gedacht hatte als Partner zu haben, eine imense Wut in sich hat (eventuell schon aufgestaut vor meiner Zeit), mit der er aber nicht konstruktiv umgehen kann. Auch hier lasse ich mich gerne korrigieren, ich kann nur das übermitteln, was ich vermute - wissen kann ich es nicht....


    Es ist grausam Katrine. Ich musste diese Woche sogar mit der Polizei drohten - für mich ganz, ganz schlimm dass Jahre, die mit Liebe begannen, so enden.


    Fakt ist aber dass zwei Partner sich in einer Beziehung befinden, die beide kränker macht als sie schon sind. Jeder der beiden hat die Chance auszusteigen und sich und sein eigenes Leben neu zu reflektieren. In manchen Fällen gelingt es beiden und sie treffen sich wieder, lernen sich vielleicht neu kennen.


    Für mich ist nach heutigem Stand nicht vorstellbar, dass Neuanfang um Neufanfang, die nur auf Worten und Versprechungen basieren, ein konstruktives Ergebnis erzielt wird. Ich bin für mich gerade am Lernen mich selber zu leben - Partnerschaften sind für mich kein Thema. Erst dann, wenn ich mit mir selber eins bin und ich einen Partner nehmen kann wie er ist, dann bin ich gesund.


    Die Alkoholmuster sitzen tief und fest - wie auch meine Mechanismen - diese anders umzusetzen bedarf viel, viel Mühen denke ich. Denn ich würde sagen, der Süchtige hat sich nun auch auf eine Weise kennengelernt, die er vielleicht gar nicht an sich sehen will - Arroganz oder ähnliches. Dinge vielleicht, die seinem ursprünglichen Moralbild vielleicht sogar entgegensthehen. Damit heisst es erst eimal fertig zu werden - mit klarem Kopf.


    Ach Katrine, sie können sich nur selber helfen und wir uns - sollte es dann noch passen, dann treffen sich die Wege wieder. Aber wir helfen nur wenn wir unseren Fokus vom anderen Menschen nehmen und ihm seine Verantwortung wieder selbst geben. Auch wenn ich beispielsweise nun eben dafür gehasst werde: für die Übergabe der Verantwortung an den Betreffenden.


    Lieben Gruß von Dagmar

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