Vorstellungsrunde: Ich bin neu hier

  • Hallo Wasser,

    Zitat

    Eigentlich war das ja eine ganz lieb gemeinte Geste von einer Kollegin

    Und uneigentlich scheint deine Kollegin nichts von deiner Krankheit zu wissen- ein gefährlicher Weg, auf dem Du dich bewegst.

    Ich bin mit meinen Kollegen vielfach in Vorbereitungen für verschiedene Veranstaltungen eingebunden: Sobald Alkohol ins Spiel kommt, bin ich außen vor. Darauf weise ich auch bei Vorbesprechungen immer wieder hin. ICH muss auf mich aufpassen, auch im Vorfeld und bin froh, mich vor der Entgiftung bereits zu meiner Krankheit bekannt zu haben.

    Wirst Du mit der Kollegin sprechen oder wartest Du auf die nächste "Überraschung"???

    LG kommal

    unterwegs...

  • Hallo kommal

    In meinem Umfeld kann und will ich nicht jeden informieren. Aber ich bin am überlegen, ob ich gewisse Freunde ins Vertrauen ziehen soll. Weiss aber noch nicht so recht, wie ich das angehen soll. Ich hab ja letztes Jahr schon Versuche in die Richtung unternommen, bin aber nicht ernst genommen worden. Als man sich dann noch öffentlich darüber lustig gemacht hat, hielt ich es für einen Fehler, je darüber geredet zu haben.

    Auch wenn ich meinen engsten Freundeskreis einweihe, werde ich mich nicht darauf verlassen können, dass so etwas nicht mehr vorkommt. Es wird immer wieder solche Situationen geben. Ich denke, dass es wichtig ist zu lernen damit umzugehen. Ich kann die Verantwortung nicht auf andere übertragen.

    Liebe Grüsse
    Wasser

  • Hallo Wasser,

    Zitat

    Ich hab ja letztes Jahr schon Versuche in die Richtung unternommen, bin aber nicht ernst genommen worden.

    Das ist mir anfangs auch passiert. Sowohl privat, als auch beruflich. Ich habe aber schnell festgestellt, dass sie nur versuchten, ihre eigene Sauferei, z.B. beim Kegeln, zu rechtfertigen. Nicht mein Problem. Ich habe dem Fakten entgegengesetzt und bin auch schon mal ins Detail gegangen.

    Mir wird im Laufe des Jahres oft ein Stück Kuchen "Selbst gebacken" angeboten. Wenn ich dann frage, ob der alkfrei ist... ups: "da habe ich nicht dran gedacht"...

    Ich antworte dann sinngemäß: "Musst DU auch nicht, aber ICH!"

    LG kommal

    unterwegs...

  • Hallo Wasser

    Habe mit meiner Offenheit im privaten Kreis keine schlechten Erfahrungen gemacht.Ganz im Gegenteil-man hat sich bei mir bedankt für meine Offenheit u.für das Vertrauen.Echte Freunde sind interessiert u.kommen nicht auf die Idee mich nicht ernst zu nehmen.Meist ist gerade das Nicht-ernst-nehmenwollen eine Reaktion auf das eigene Verhalten der betreff.Person in bezug auf Alkoholgenuss.Man verliert mit dir jetzt einen Mittrinker u.fühlt sich von Dir eventuell beobachtet.
    Diese Menschen kannst Du für Dich vergessen-sie handeln Dir gegenüber respektlos.
    Alles Liebe für Dich

    Backmaus

  • Hallo ihr Lieben

    Ich denke auch, dass es am besten ist das Ganze Schritt für Schritt bei den Leuten ins Hirn zu pflanzen. Es fällt mir nicht leicht. Und die Leute müssen sich wohl auch erst an diesen Umstand gewöhnen.

    Es wird für mich eine wichtige Erkenntnis sein, wie die Leute reagieren und möglicherweise auch meinen Bekanntenkreis weiter ausdünnen. Das ist mir bewusst und ich auch schon erste Kontakte beendet.

    Ich mag jetzt aber trotz allem nicht gleich jedem unter die Nase binden, dass ich Alkoholikerin bin. Wenn sich Fragen ergeben, werde ich versuchen offen und ehrlich zu sein.

    Ich hab nicht viele enge Freunde. Eher einen recht breit gestreuten Bekanntenkreis. Das zieht sich bis hinein ins Geschäft und die geschäftlichen Beziehungen. Da muss man ein stückweit auch aufpassen, was man rumposaunt.

    So, ich werde mir demnächst erlauben ein Tagebuch im privaten Bereich zu eröffnen :D.

    Liebe Grüsse
    Wasser

  • Hallo Wasser,

    ich finde, dass wir von den Reaktionen der Leute unabhängig und unbeeinflussbar bleiben sollten, was unsere Abstinenz betrifft.

    Wenn meine Abstinenz Reaktionen hervor ruft, dann ist das so, egal wie diese ausfallen, ändern kann und will ich sie nicht.

    Sie geben Dir allerdings zusätzliche Informationen über Dein Umfeld, die Du für Dich vielleicht positiv nutzen kannst. Nicht mehr und nicht weniger.

    LG zerfreila

  • Hallo ihr Lieben

    In den letzten Tagen war ich so sehr mit meinem Tagebuch beschäftigt, dass ich fast vergessen hätte, mich mal wieder hier im öffentlichen Bereich zu melden.

    Mir kommt es vor als wären Monate vergangen, seit ich hier meinen ersten Beitrag geschrieben habe. Dabei sind es erst zwei Wochen. Der Grund liegt darin, dass ich das Gefühl habe, viel reifer geworden zu sein. All die ehrlichen und aufrichten Menschen hier haben mir sehr geholfen meine Denkweise anzupassen, zu optimieren, mich meiner Alkoholkrankheit gegenüber zu sensibilisieren.

    Mittlerweile bin ich sogar über meinen Schatten gesprungen und hab damit begonnen, enge Freunde ins Vertrauen zu ziehen. Ich! Wenn mir das jemand vor zwei Wochen gesagt hätte, so hätte ich ihn für verrückt erklärt. Dabei tut es gut, sich jemandem anzuvertrauen. Wichtig sind für mich auch die unterschiedlichen Reaktionen. Es gibt mir Aufschluss darüber mit wem ich das kommende Jahr gestalten kann/werde.

    Das nüchterne Leben hat so unglaublich viel zu bieten. Ich hab das Gefühl erst mit dem Aufwachen begonnen zu haben.

    Ich wünsch euch allen ein schönes Wochenende.
    Liebe Grüsse, Wasser

  • Hallo Wasser

    Schön von Dir zu hören--und dann so viel positives.
    Wie waren denn die Reaktionen nach Deinem Outing?Du schreibst sie fielen unterschiedlich aus.

    Ich wünsche Dir auch ein schönes Wochenende!Bis bald-
    Backmaus

  • Hallo Backmaus

    Allzu viele Outings waren es noch nicht. Erst drei. Von meinem Mann habe ich ja erzählt. Er gibt sich Mühe, kann aber immer noch nicht glauben, dass ich Alkoholikerin bin.

    Ähnlich hat ein Kollege reagiert. Er konnte es nicht glauben, hat aber aufgrund meiner Erklärungen versucht es zu verstehen. Ich war wohl etwas hart zu ihm, als ich ihm sagte es wäre für mich ein Freundschaftsbeweis, wenn er in meiner Gegenwart nicht trinkt.

    Dann hab ich mich noch einer Freundin anvertraut, nachdem sie mich zu ihrer Geburtstagparty eingeladen hat. Auch sie wollte es nicht glauben bis ich ihr sagte, dass ich pro Abend 1 Flasche getrunken hab. Sie meinte, das sei wirklich viel und hat sich verständnisvoll gezeigt.

    Aufgrund solcher Reaktionen werde ich wohl nach und nach lernen, welches meine wahren Freunde sind. Nämlich diejenigen, die mich auch als Süchtige, trockene Alkoholikerin akzeptieren können. Aber auch ich muss Verständnis aufbringen. Nämlich dafür, dass die Leute das erst verarbeiten müssen.

    Und wie geht es dir so?
    Liebe Grüsse, Wasser

  • Hallo Wasser

    Wollte geade P.C. ausmachen,aber jetzt bekommst Du noch eine Antwort.
    Danke der Nachfrage,mir geht's ganz gut.Hatte dieseWoche wieder meine SHG nach der Winterpause,da freue ich mich immer drauf ,wenn es wieder los geht.

    Du schreibst über die unterschiedl.Reaktion der Leute,denen Du Dich anvertraut hast.
    Da kann man schon in erstaunte Gesichter schauen;besonders,wenn man wie ich meist heimlich getrunken hat u. die Ausfallerscheinungen nicht öffentlich wurden.

    von den wenigen,die um mein Problem wussten,habe ich aber durchweg positive Reaktionen bekommen.
    Ehemalige Mittrinker waren keine dabei,weil ich ja wie gesagt doch meist mit mir alleine gefeiert habe.

    Ich bin jetzt weg-todmüde--vertipp mich dauernd-

    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende u. schreib mal ,ob Du die Einladung zur Party angenommen hast.

    L.G.
    Backmaus

  • Hallo Backmaus

    Ich gehörte auch zu den Heimlichtrinkern. Meistens hab ich meine Flasche nach Feierabend allein zu Hause getrunken. Im Ausgang hab ich pro Jahr vielleicht 2-3x über die Stränge gehauen. Immer dann, wenn ich nicht fahren musste. Ansonsten hab ich auswärts nach 1 Glas aufgehört und erst zu Hause den Pegel gefüllt. Es ist wahr, das macht es nun entsprechend schwieriger. Die Leute hatten keine Ahnung wie viel ich in Wirklichkeit getrunken habe.

    Ich werde meine Freundin am Geburtstag, oder am Tag zuvor oder danach besuchen. Einfach nicht dann, wenn die Party steigt. Bei ihr geht es zwar immer sehr gepflegt zu und her. Aber es wird Alkohol getrunken. Lieber lade ich sie um den Geburtstag rum mal zum Mittagessen ein.

    So, nun bin ich auch ziemlich müde!
    Liebe Grüsse und schlaf gut, Wasser

  • Hey Wasser!

    Das ist super,wie Du Dich arrangierst um dem Alkohol nciht zu begegnen! Weiter so! :wink:

    Ich halte es in meinen bald 11 Monaten auch so und fahre sehr gut damit.

    Hab ein schönes Wochenende!

    Herzliche Grüsse
    Yvonne

    ichbinda123

  • Zitat von Spanijoggel

    Ich halte es in meinen bald 11 Monaten auch so und fahre sehr gut damit.


    11 Monate sind eine ganz tolle Leistung! Das will ich in 10 Monaten auch von mir sagen können 8).

    Das mit der Geb.Party war nicht mal so schwer. Sie weiss ja nun Bescheid und versteht das.

    Bleibst du sämlichen Anlässen fern, wo Alkohol getrunken wird?

    Liebe Grüsse, Wasser

  • Ja,Wasser,

    Im Moment ganz sicher.

    Über Weihnacht /Neujahr war ich dadurch allein.
    Aber das passte,da ich ja wusste wieso.

    Solange ich meiner nicht sicher bin werde ich auch nicht unnötig Alkohol Trinkenden begegnen.

    Es gibt viele hier im Forum,die nie mehr irgend wo hin gehen,wo Alkohol getrunken wird.
    Das scheint mir sehr gut zu sein.Wie es für mich weiter geht diesbezüglich weiss ich noch nicht wirklich.
    Aber eben,ich prüfe mich jedes Mal und bisher konnte ich mir nie auch nur einen Moment vorstellen,dass ich da ganz ruhig und gelassen und ohne Anfechtung bleiben könnte.

    Liebe Grüsse
    Yvonne

    ichbinda123

  • Hallo Yvonne

    Zu Weihnachten wusste ich noch nicht, dass man so streng sein muss. Drum hab ich noch am einen oder andern Essen teilgenommen, wo die Leute getrunken haben. Ich war recht stolz, neben den andern nichts zu trinken. Erst hier habe ich gelernt, wie leichtsinnig das war.

    Ein bisschen schummerig ist mir schon noch bei dem Gedanken, all den Sommerfesten fern zu bleiben. Wir haben ja auch hier bei uns jeweils die eine oder andere Party steigen lassen. Aber ich will's jetzt einfach mal auf mich zukommen lassen. Bestimmt wird es ein schönes und ruhiges Jahr. Hauptsache ich kann es trocken GENIESSEN!

    Liebe Grüsse, Wasser

  • Hallo Wasser

    So wie Yvonne es macht,finde ich es richtig.Ich habe auch immer aus der jeweiligen Situation heraus entschieden.Ich möchte mich aber nicht komplett isolieren!
    Beispiel:
    Habe Karten für eine Kulturveranstaltung.u. freue mich auf den Abend.
    Um mich herum viele Leute im Foyer der Halle,wovon sich einige zur Einstimmung ein Gläschen Sekt o. Wein gönnten.Früher gehörte ich auch dazu.Jedes Mal ,wenn ich mir so einen Abend gönne,werde ich so an meine Sucht erinnert.
    Ich bin aber nicht bereit ,mein Leben lang solche Veranstaltungen zu meiden;es sei denn ,ich spüre eine akute Rückfallgefahr,d.h. ich fühle mich sowieso gerade Sch...
    --dann würde ich verzichten.
    Solche Veranstaltungen besuche ich auch immer in Begleitung von Menschen ,die über meine Sucht Bescheid wissenu. Rücksicht nehmen,d.h.selbst nicht trinken.
    Solche Veranstaltungen werden auch von meiner kompletten SHG besucht(gemeinsam).
    Aber wie gesagt,zu Anfang meiner Trockenheit war ich sehr vorsichtig,hatte regelrecht Angst vor meinem Urlaub ,weil da war täglicher Alkoholkonsum immer dabei-ohne ??unvorstellbar!!

    Pass weiter auf Dich auf!Jeder muss seinen Weg auf seine Weise gehen u.sollte jederzeit neu entscheiden,welche Situationen einem gerade guttun u. welche gefährlich sind.
    L.G.

    Backmaus

  • Hallo Backmaus

    Ich find's eine gute Idee, Kulturveranstaltungen etc. zusammen mit andern Eingeweihten zu besuchen. Die Leute geben einem bestimmt Halt und ein gutes Gefühl – sofern sie selbst nicht trinken, versteht sich.

    In Urlaub fahr ich nicht so oft. Vielleicht mal eine Städtereise. Da war das Cüpli auch immer obligat. Schwer zu sagen, wie es das nächste Mal sein wird. Bei mir waren es meist die Hochgefühle, die mich zum Trinken verleitet haben. Ich wollte das Glücksgefühl noch verstärken.

    Wichtig ist, dass ich nicht übermütig werde. Ich darf einfach nie vergessen, dass ich krank bin. Unheilbar krank. Dass ich nie wieder ein Glas trinken darf. Egal wie lange ich abstinent bin.

    Liebe Grüsse, Wasser

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