Dankeschön

  • Hallo Asche,

    Zitat

    und so aus der kalten n brief zu schreiben, er is ja nun mal mein lehrer gewesen und da is es ja klar das das schon ne gewissen distanz dabei ist...
    vllt. weiß ja einer von euch was ich tun könnte und wie ich das genau anstelle, weiß ja das ihr spezialisten für problemlösungen seid Winken

    Was sagt dir denn dein Gefühl???

    Spezialisten für Problemlösungen??

    Ich glaube wenn wir das gewesen wären/sind hätten wir nicht gesoffen!

    Du hast ein Angebot seinerseits bekommen,warum nimmst Du es nicht an?Die Antwort auf deine Frage,findest Du alleine nur bei Dir selbst!!:wink:

    Gruß Andi

  • Hallo Asche,

    wir Kinder neigen sehr dazu Dinge zu tun, die wir eigentlich nicht tun wollen, allein weil wir Angst haben nein zu sagen und deshalb abgelehnt werden könnten. Weil wir es so machen, denken wir, andere tun es auch. Das allerdings ist ein Irrtum. Die meisten Menschen wissen sehr wohl was sie wollen und sehen zu, dass sie es bekommen. Wenn sie etwas nicht wollen, sagen sie nein bzw. tun es nicht. Es fällt ihnen nicht besonders schwer, für sie ist es vollkommen normal.

    Dein Lehrer hat sehr viel Zeit investiert um Dir zu helfen. Er hat Dir sogar seine Handy-Nr. gegeben. Warum glaubst Du hat er das gemacht? Weil er nicht nein sagen wollte aus Angst von Dir abgelehnt zu werden? Was hätte das denn für ihn für Nachteile gebracht von Dir abgelehnt zu werden? Ich sehe da mal keine, denn Du gehörtest doch nicht zu seinem Leben, es gab und gibt außer Dir noch eine ganze Menge Menschen mehr in seinem Leben. Wozu sollte er darauf angewiesen sein ob Du ihn magst oder nicht?

    Warum sollte er also gerade Dir helfen oder Dich mögen? Das ist doch die Frage auf die es hinausläuft oder? Asche, nur weil Du selbst Zweifel hast, ob Du soviel Einsatz wert bist, ob Du es wert bist gemocht zu werden, heißt das noch lange nicht, dass andere diesen Zweifel haben. Ich denke, Dein Lehrer hat Dir geholfen, ganz einfach, weil er Dich mag und in Dir einen wertvollen Menschen sieht, der sein Leben nicht wegwerfen, sondern leben sollte. Er hat gesehen, dass Du dabei Hilfe brauchst den richtigen Weg für Dich zu finden und sie Dir gegeben, ganz einfach weil er Dich mag. Er hätte es nicht tun brauchen, wenn er nicht gewollt hätte, denn Dein Scheitern hätte auf sein Leben keinen Einfluss gehabt.

    Wir haben nie wirklich kennen gelernt, was es heißt um sich selbst willen gemocht oder geliebt zu werden, wie sich das anfühlt, deshalb fällt es schwer zu sehen und auch anzunehmen wenn es ein Mensch tut und genau das hat Dein Lehrer getan bzw. tut es noch, Dich ganz einfach um Deiner selbst willen mögen.

    Nicht so unbedingt die Worte, auf die wir soviel Wert legen sind der Beweis geliebt oder gemocht zu werden, die Taten der Menschen sind es. Ich mag oder ich liebe Dich, ich kann Dich gut leiden, dass ist alles schnell gesagt, ob das letzten Endes auch so ist, zeigen Taten. Manche Menschen reden erst gar nicht, sie handeln einfach und auch das ist ein Zeichen gemocht zu werden. Das zu sehen heißt es zu lernen und das kann man nur, wenn man auch mal was wagt.

    Zitat

    naja er meinte ich solle doch mal vorbeikommen und er würde sich sehr
    freuen mal von mir zu hören

    Warum sollte er das sagen, wenn er es nicht so meint? Was hat er davon, Dich bei sich zu Hause sitzen zu haben, wenn er es nicht möchte? Wäre es da für ihn nicht einfacher gewesen, diese Einladung gar nicht erst auszusprechen? Genau das ist es, was Menschen in der Regel tun, die Leute die sie nicht da haben wollen, gar nicht erst einzuladen.

    Die Entscheidung was Du tun solltest kann Dir keiner abnehmen, die musst Du allein treffen. Ich weiß, was ich tun würde, aber ich bin nicht Du.

    Gruß
    Skye

  • Hallo Asche,

    Zitat

    und im Grunde genommen, weiß ich das auch alles selbst und bin mir bewusst, das er mir nicht hätte helfen müssen, wenn er nicht gewollt hätte oder die Einladung nicht hätte aussprechen müssen, wenn er mich nicht wirklich mal wieder sehen wollte.

    Warum vertraust Du Deinem Urteil dann nicht, warum brauchst Du die Bestätigung anderer, dass Du richtig liegst?
    Gut ich kann mir schon denken warum, aber um positive Erlebnisse zu haben musst Du auch schon mal etwas wagen. Deine eigenen Erfahrungen kann Dir niemand abnehmen und auch nicht die Verantwortung für Dich selbst. Du musst selbst die Verantwortung für Deine Entscheidungen übernehmen, denn nur Du allein musst mit den Folgen, egal ob positiv oder negativ leben. Ohne neue Erfahrungen, keine Veränderung.

    Zitat

    Wenn einen Freundin zu mir kommen würde und mir das alles so schildern würde, wäre meine Antwort auch ganz klar: worauf wartest du noch, geh hin!

    Sei Dir doch selbst eine gute Freundin. Warum soll Dein Rat für Dich schlecht sein, Du würdest Deiner Freundin doch auch keinen schlecht gemeinten Rat geben.


    Zitat

    vllt. geh ich ja auch einfach so mal in die Schule und setzt mich mit in seinen Unterricht, wenn er mich lässt

    Irgendwie habe ich das Gefühl, dass da auch noch die Befürchtung dazukommt, ihn evtl. zu enttäuschen mit dem was Du seit Eurem letzten Treffen getan hast. Oder warum willst Du einer Situation nur mit Euch beiden aus dem Weg gehen. Denn nichts anderes ist es wenn andere dabei sein sollen oder Du überlegst einen Brief zu schreiben. Das sind Gelegenheiten in denen Du von Dir ablenken kannst ohne groß damit aufzufallen.

    Zitat

    vielleicht sollte ich das ganze Nachdenken mal sein lassen und einfach machen

    Damit gibst Du Dir nicht den schlechtesten Rat. Ich habe noch kein Alkoholikerkind erlebt, dass es schafft gar nicht nachzudenken. Wenn wir also meinen nicht nachzudenken, haben wir meist schon genug nachgedacht. :roll::lol:

    Wenn Du Veränderungen möchtest, dann bleibt Dir nichts anderes übrig, als die Dinge anders als in der Vergangenheit zu machen. Denn immer das gleiche tun, ergibt immer das gleiche Ergebnis.

    Gruß
    Skye

  • hallo asche

    vielleicht konnte er dir ja aus leidvoller erfahrung helfen, weis mans? wenn dir danach ist dann schreib ihm doch ruhig, du bist ja nicht mehr das das kleine mädchen von früher, du kannst ihm doch auf augenhöhe begegnen. er wird das schon richtig einzuordnen wissen.

    doro

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Hallo Asche,

    Zitat

    Aber ich hatte n großes Problem damit, das ich vorher nicht wusste das ich auf ihn treffe und ich mich nicht vorbereiten konnte- ja klingt doof, aber irgendwie muss ich mich immer auf alles vorbereiten, damit nicht unvorgesehenes passiert,

    Nein, dass klingt nicht doof, dass ist für ein Alkoholikerkind vollkommen normal. Darunter leiden wir mehr oder weniger alle, mehr oder weniger stark unter dieser Unsicherheit und der Angst vor Unvorhergesehenem, dem Wunsch alles unter Kontrolle haben zu wollen.

    Wir hatten eine unsichere Kindheit, wir konnten uns nicht so unbedingt auf unsere Eltern verlassen. Also haben wir versucht uns selbst zu helfen und uns die Sicherheit zu geben, die wir von unseren Eltern nicht bekommen haben und die wir so nötig brauchten. Es war eine notwendige Überlebensstrategie in unserer Kindheit, jetzt als Erwachsene ist es hinderlich und belastet und ist außerdem nicht mehr nötig. Wir sind keine hilflosen Kinder mehr, sondern eigenständige Erwachsene die für sich und ihr Leben selbst sorgen können. Es ist an der Zeit, sich davon zu verabschieden. Das erfordert Übung und geht auch nicht von heute auf morgen. Warum nicht dort anfangen, wo wir uns sicher sein können auf Wohlwollen zu stoßen?

    Dein Lehrer weiß nun, dass Du Dein Studium abgebrochen hast und Dein Kopf sitzt immer noch auf Deinen Schultern. :wink::lol: Du hast es doch nicht leichtfertig getan oder aus einer Laune und außerdem hast Du es nicht abgebrochen, sondern unterbrochen, dass ist ein Unterschied. Du bist bereit für Dein Studium zu arbeiten, dass ist noch lange nicht jeder, auch diese Entscheidung dazu ist eine Leistung.

    Hab' „einfach“ ein wenig mehr Vertrauen in Dich und Deine Fähigkeiten.

    Gruß
    Skye

  • Hallo Asche,
    uih, ein harter nick.
    Es ist schon erstaunlich zu lesen in welchen Kategorien wir Kinder von ALkoholikern denken. Immer wieder erwische ich mich, denke, das könnte auch von mir stammen.
    Dass Du kein Bafög erhälst finde ich schon erstaunlich, zumal Du ja schreibst Dass Dein Vater gestorben ist. Hat man dann nicht Anspruch auf eine Halbweisenrente solange man in Ausbildung ist?
    Das nur mal so nebenbei.

    Aber zurück zu Deinem eigentlichen Anliegen. Eigentlich wurde ja schon alles gesagt, aber ich möchte Dich auch nochmal ermutigen, das zu tun was Du selber ja eigentlich auch für richtig hälst.
    Dein Lehrer scheint doch ein genz netter und kluger Mensch zu sein, der Dir immer gute Ratschläge gegeben hat. Es macht ihm doch offensichtlich auch Spaß und er mag wohl auch gerne Deinen Umgang.
    Sicher liegt es nicht nur an Dir, sondern insgsamt an der Kopflastigkeit unsere Gesellschaft hier. In manch anderen Ländern würde man garnciht lange überlegen und sieht es als eine Ehre eingeladen zu werden, und der Gastgeber würde es als eine Beleidigung sehen, wenn man nicht kommt.

    Lass es doch einfach auf dich zukommen. Was schlechtes kommt bestimmt nicht dabei heraus. Und sicher wird es ein interessantes Gespräch, was sich durch einen Brief niemals ergeben könnte. Ausserdem ist es mühseliger einen Brief zu schreiben und vielleicht fühlt sich Dein Lehrer dann auch noch verpflichtet Dir zurück zu schreiben.
    Ist ja nicht jedermanns Sache. Jedenfalls scheint ER ja eher Meister der direkten Worte zu sein und ist doch auch viel persönlicher.

    Zudem glaube ich, dass es Dir gut tut, wenn Du auch mal hin und wieder Austausch hast mit einer Person, die Dir gute Tipps geben kann, denn diese Seite fehlt Dir sicher ja auch durch den Tod Deines Vaters.

    JA, ich würds einfach machen an Deiner Stelle.

  • Hallo Zusammen,

    Asche, ich denke mal Du hast Deine Entscheidung im Grunde schon recht lange getroffen. Hör einfach auf Deinen Bauch und lass die Dinge auf Dich zukommen, Du kannst nicht alles kontrollieren und nicht alles was unverhofft kommt ist schlecht. Fast immer ist die Realität ganz anders als alles, was wir vorher im Kopfkino durchspielen. Also einfach mal loslassen.

    Mir ist noch was ins Auge gefallen:

    Zitat von Frozen Tears

    und vielleicht fühlt sich Dein Lehrer dann auch noch verpflichtet Dir zurück zu schreiben.

    Zitat von Asche

    An die Sache mit der Verpflichtung auf einen eventuellen Brief hab ich auch schon denken müssen

    Viel mehr Co als in diesen beiden Sätzen geht eigentlich schon nicht mehr.

    Einmal nur nicht unangenehm auffallen. Um Himmelswillen nichts tun, was der andere als Forderung verstehen könnte, könnte ja auch unter Umständen eine Ablehnung zur Folge haben. Nur nicht an mich denken, ob ich vielleicht lieber den Brief als Weg wählen würde. Nee ich denke doch lieber an den anderen und was es bei ihm bewirken könnte und dann lass ich es lieber, könnte wohl möglich noch schlecht ankommen oder ihm unangenehm sein und belästigen will ich ja auch niemanden. Was ich möchte ist da doch dann eher Nebensache.

    Zum anderen für andere Menschen mitdenken, Entscheidungen für sie treffen bzw. es ihnen abzunehmen, in diesem Fall weil sie gar nicht in die Situation kommen eine treffen zu müssen. Wenn jemand einen Brief bekommt, kann er immer noch selbst entscheiden ob er antworten will.
    Gut, selbst wenn man nicht begeistert über eine Nachricht ist, höflicher wäre es zu antworten, als einfach zu schweigen. Es bleibt aber auch hier jedem selbst überlassen ob er höflich sein möchte oder nicht. Die Entscheidung muss ich ihm nicht abnehmen, die kann er selbst treffen, er ist schließlich erwachsen.

    Weiterhin nur das Schlechte sehen, die Möglichkeit, dass der andere sich freuen würde vollkommen außer acht lassen.

    Das sich da jemand verpflichtet fühlen könnte, auf die Idee kann nur ein Co kommen, weil er selbst so tickt. Auch wenn's unangenehm ist, man tut's trotzdem, weil man will ja nicht abgelehnt werden oder negativ auffallen. Immer erst die andern und irgendwann, wenn überhaupt man selbst mit eigenen Bedürfnissen.

    Die meisten Menschen kommen gar nicht auf solche Ideen. In den alltäglichen Dingen des Lebens tun sie einfach, was sie für richtig halten ohne groß darüber nachzudenken. Sie schreiben einen Brief oder lassen es, ohne sich über mögliche Folgen, von denen sie gar nicht wissen ob sie überhaupt eintreffen könnten, Gedanken zu machen. Sie tun es einfach und leben mit Ihren Erfolgen und unter Umständen auch Misserfolgen.

    Und genau das sind die unbeschwerten Menschen, die wir so oft beneiden. Die Menschen die sich keinen Kopf um alles mögliche machen. Aber anstatt sich an ihnen ein Beispiel zu nehmen und auch mal etwas zu wagen, bleiben wir lieber beim Altbewährten und machen uns lieber weiter einen Kopf, ist ja weniger riskant. Dabei ist das Risiko, das wir „sehen“ gar nicht vorhanden. Was riskiere ich denn wenn ich einen Brief schreibe? Nichts, ich werde nicht krank, ich werde nicht arm, aber ich könnte im Gegenzug mir und anderen eine Freude bereiten. Ich sehe kein Risiko.

    Wie schon gesagt, wenn ich Veränderungen will muss ich etwas anders machen. Wenn ich das nicht tue und immer wieder das gleiche mache, bekomme ich logischerweise auch immer das gleiche (ungewollte) Ergebnis wie immer.

    Gruß
    Skye

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