Die Wut eines Co-Abhängigen auf den Alkoholiker-Gerecht?

  • Hallo Diandra,

    ich danke Dir für Deine Worte, so sehe ich es auch, ich darf Wut auf meine Eltern zulassen, sie haben mir nicht nur meine Kindheit, sondern auch viele unbeschwerte Zeit, in meinem Erwachsenen-Dasein genommen.

    Ich kann auch hinter das Gefühl Wut sehen, hier sitzt der Schmerz, der im Hier und Jetzt, hochkommen darf. Ich fühle den Schmerz meiner Kindheit, ausgelöst, durch den Thread "Ist ein Kind bei einem nassen Alkoholiker geschützt" Biene hat es mit wenig Worten auf den Punkt gebracht "Nein".

    Ich habe schon mal geschrieben, wenn es einen Sinn haben sollte, dass ich in einer Suchtfamilie aufgewachsen bin, dann soll es heute bessere Aufklärung für den Schutz für Kinder geben dürfen. Informationen was Folgeschäden betrifft, gibt es genug. Ein Alkoholikerforum ist dafür ein guter Ort.

    Ich muss meinen suchtkranken Eltern nicht verzeihen, das überlasse ich einer anderen Stelle, ich habe auch keine Rachegefühle für sie, ich schau nur hin wie sie wirklich zu mir und meinen Geschwistern, in unserer Kindheit waren. Und das war nicht liebevoll gewesen. Sondern vom Alkohol zer- und gestörtes Verhalten.

    Mit dem Verzeihen - Sollen, wird auch Unheil angerichtet, Diandra hat es an einem Therapierten, gut beschrieben.

    Ich kann doch meine Gefühle heute nicht missbrauchen, wenn ich "das Verzeihen sollen" nicht empfinden Kann.

    Ich schone heute nicht mehr meine Eltern, dafür meine Gesundheit und meine Kinder.

    Alles Liebe Weitsicht

  • Liebe Rose,

    bei dem was Du erfahren hast, kann ich zum erstenmal nachvollziehen, dass Frauen zum Alkohol greifen, um diesen Schmerz zu vergessen.

    Schade, dass es so wenig starke Mütter gibt, wie Du eine bist, denn es gehört Grösse dazu, sich bei seinen Kindern zu entschuldigen.

    Und dieses Entschuldigen und darüber reden können, mit den Kindern, ist es, was mir Frieden schenken würde. Meine Realität ist eine andere, selbst auf ihrem Totenbett konnte sie nicht mit mir über unser gemeinsames Leben sprechen. Ihre letzten Worte waren "Ihr habt mich alle belogen" vielleicht fühle ich mich dafür heute noch schuldig, da ich einen Pfarrer an ihr Bett, für ihren Seelenfrieden, holte.

    Dieses vermeintlich Gute von mir, kam bei meiner Mutter nicht gut an. Nach ihren letzten Worten fiel sie ins Koma, war 2 Tage später tot.

    Das Lesen im EKA-Bereich ist nicht immer einfach für mich, da Erinnerungen täglich hochkommen, ich werde Deinen Worten mich hier mal auszuklinken, folgen.

    Danke Dir für Deine Offenheit ich wünsche Dir viel Kraft und Gelassenheit, für Dein weiteres Leben. Deine Tochter kann stolz auf Dich sein und Du erst recht.

    Alles Liebe Weitsicht

  • Liebes Kaltblut,

    ich habe meine Werte, die möchte ich nicht verraten. Ohne Empathie können wir Menschen nicht überleben und schon garnicht mit unseren Gefühlen verbunden sein.

    Wenn Unrecht geschieht, sollte dieses auch benannt werden.

    Ich sollte unterscheiden wer Täter und wer Opfer war/ist.

    Opfer werden meist zu Tätern, wenn sie sich das ihnen angetane Unrecht nicht ansehen und verarbeiten können.

    Ich sehe mich heute nicht mehr als Opfer, brauchte nicht an meine Kinder weiterzugeben, was mir geschehen ist, kann/konnte zu meinen Fehlern stehen und wenn nötig, mich dafür entschuldigen und mein Verhalten ändern.

    Mich regen heute nur Falschmeldungen auf, die Menschen nicht zu sich selbst und ihren erlittenen Schmerzen, sondern in die Irre und psychosomatische Krankheiten führen.

    Alles Liebe Weitsicht

  • Liebe Dagmar,

    danke Dir für Deine verständnisvollen Beiträge an mich, ich bin sie noch am wirken lassen. Ich antworte Dir in Deinem Thread noch darauf.

    wünsche Dir ein erholsames Wochenende

    alles Liebe Weitsicht

  • Hallo,
    ich finde das Thema sehr spannend, weil ich mich auch täglich in diesen Gedankengängen von WUT und VERGEBEN verirre. Ich werde mich da langsam rantasten. Mit einem Tag Nachdenken werde ich die Frage nicht lösen können.
    Natürlich bin ich wütend auf jemanden, der Teller aus dem Fenster wirft, die Kinderköpfe oder meinen eigenen treffen könnten! Und ich bin auch wütend, wenn mich jemand verbal übelst verletzt! Ich bin auch wütend auf jemanden, der nachts um 3 aus dem Fenster brüllt, mich beschimpft und dann die Musik aufdreht.
    Was mach ich am nächsten Tag mit dieser Wut? Oder einen Monat später? Ich bin auch wütend auf MICH, weil ich das "aushalte". Auch jetzt, wo es vorbei ist, bin ich wütend auf mich, weil ich soooo lange diese Zustände geduldet habe. Ich sehne mich nach Entschuldigung. Sowas wie Genugtuung, in dem Sinne: ja, er sieht es ein, dass es schlimm war. Aber ich werde ganz ganz langsam mich mit dem Gedanken anfreunden müssen, dass diese Entschuldigung nie kommt. Dieses Gefühl von Ungerechtigkeit macht auch wütend. Schon wieder verfusseln sich die Gedanken.
    Gut, dass es dieses Forum gibt!!!
    LG
    Gartenarbeit

  • Wo habe ich jetzt Kontakt zu dir aufgenommen, muss nochmal schauen, bin weiterhin nachlässig gewesen, weil ich wegen meiner Söhne wegen praktikumsstellen usw. tel. musste, immer Prioritäten setzen.

  • Gestern als mein Mann vom 'Radf. kam, war er auch erst launisch, dann könnte man auch wieder wütend sein, ich sah, dass es in dem Thread hier weitergeht. wie gesagt , ich teste, dass man meine Antw. dann auch sehen wird.

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