Bin ich Co-Abhängig???

  • Hi Rosinelchen,
    willkommen hier im Forum. Genau wie es für einen Alkoholiker die Einsicht braucht, dass er Alkoholiker ist, genauso braucht es für Coabhängige die Erkenntnis, dass sie co-abhängig sind.
    Ich glaube kaum, dass Dir hier jemand die Frage "Bin ich coabhängig?" schlüssig beantworten kann.

    Wie Du schon geschrieben hast, es gibt Punkte, die sprechen eher dafür und Punkte, die sprechen weniger dafür. Allein, dass Du fragst, sagt auch schon einiges aus.

    Schau doch mal hier, ob Du Dich hier drin erkennen kannst:
    https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…bhaenigkeit.php

    LG skybird

    Lebendige Grüsse
    skybird

  • Guten Morgen Roselinchen,

    du fragst dich, ob du co-abhängig bist und findest etliche Begründungen, warum du es deiner Meinung nach nicht wirklich bist. Deine Frage erinnert mich an einen Alki, der sagt, ich hab kein Problem mit dem Alk. Ich kann jederzeit aufhören, kann eine Woche nicht trinken und unter der Brücke leb ich auch nicht.

    Für mich war es sehr schwer, mir einzugestehen, dass ich co-abhängig bin, denn dadurch musste ich auch akzeptieren, dass ich nicht die selbstbewusste Coole bin, die alles wuppt. Es war ganz schön hart, festzustellen, dass das ganze „Wuppen“ nur einen einzigen Hintergrund hat, nämlich den, gemocht, anerkannt, gebraucht zu werden. Ohne das fühlte ich mich nix wert. Co-abhängig, auch ganz ohne Alkoholiker an meiner Seite, habe ich mich mein Leben lang verhalten, denn ich bin beziehungs-abhängig. Ich wollte die Kontrolle über alle möglichen Dinge in meinem Leben haben. Ehemann, Kind, Arbeit – immer die Initiative ergreifen, weil ich dann der Meinung war, ich könnte sagen, wo´s lang geht. Meine Abhängigkeit war auch nicht weg, als „mein Alki“ weg war. Sie zeigte sich dann im Beruf oder im Umgang mit anderen Menschen.

    Du schreibst, dass du dich fragst, ob es fair ist, dich nun, da dein Mann nicht mehr trinkt, von ihm zu trennen. Alkoholiker, die trocken werden, können ganz schön unbequem werden. Nass sind sie, bis auf die Tatsache der Trunkenheit, in der Regel recht „pflegeleicht“. Schließlich haben sie ein schlechtes Gewissen wegen ihres Trinkens. Sie wissen normalerweise genau, dass es Mist ist, was sie tun, können aber gegen die Sucht nicht einfach so angehen. Als „mein Alki“ trocken wurde, hat er mir etliche Dinge gesagt, die mir überhaupt nicht gefallen haben. Und er hatte plötzlich einen eigenen Willen, der vorher so gar nicht da gewesen war. Plötzlich hatte ich nicht mehr die Kontrolle über das „Verfahren“. Wer weiß, vielleicht ist dein Mann ungeduldig und krätzig – schon immer gewesen und hat es nur mit dem Alk zugeschüttet. Ich weiß nicht, warum du mit deinem Mann zusammen bist. Aber ich habe nicht das Gefühl, dass du ihn akzeptierst, wie er ist. Er soll so sein, wie du ihn brauchst, damit du dich mit ihm wohlfühlst. Erst soll er aufhören, zu trinken. Das hat er nun getan, aber das genügt dir immer noch nicht. Er soll so sein, wie DU ihn haben willst. Aber zum Erzogen werden ist er wohl schon etwas zu erwachsen.

    Er ist ein eigenständiger Mensch und nicht dein Kind, um das du dir Sorgen machen musst, in welchen Kindergarten du ihn unterbringst. So liest sich das für mich, wenn du überlegst, ob es Wohngruppen für „solche Menschen“ gibt.

    Ich kann dir nicht sagen, ob du co-abhängig bist. Will ich auch nicht, aber ich lese und mache mir so meine Gedanken dazu.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Hallo Roselinchen,

    ich beobachte Dich nun schon eine Weile, da Du ja auch schon bei den Alkoholikern geschrieben hast.

    Als erstes fällt mir etwas sehr Entscheidenes auf, und zwar, daß Du ganz vehement darauf bestehst, daß Du doch nicht co-abhängig sein könntest aber mit jedem Post im anderen Bereich davon sprichst, wie sehr Du hoffst, daß ER, daß die Therapie bei IHM...und so weiter.
    Hier mal ein Beispiel:

    Ich möchte auch einmal darauf hinweisen, daß Dein Gedanke der Co-Abhängigkeit nicht immer bedeuten muß, daß ich etwas von meinem Partner wegwischen muß, etwas deckeln muß, sondern der wichtige Gedanke ist, inwieweit ich mich selbst dabei aufgebe, meine Interessen/Bedürfnisse hinten anstelle.
    Auch ich habe nicht verleugnet, nicht kontrolliert. Aber ich habe, genauso wie Du gehofft, daß er den Weg irgendwann entdeckt, daß er Hilfe braucht, habe ihn zu stärken versucht, in in vielem unterstützt, dort hinzugelangen, aber habe dabei nicht auf meine Grenzen geachtet, bis ich am Ende auf dem Boden im Staub lag.

    Deine 2 Punkte in Deinem Post machen mich hellhörig, denn wenn ich richtig gelesen habe, hat Dein Mann Dich geschlagen.
    Dazu schriebst Du dies hier:

    Zitat

    1. Menschen sind in einer stetigen Entwicklung, wir lernen ständig. Das geht nicht immer ohne Verletzung von statten.

    Auch ich habe Schläge erhalten! Habe es mit solchen Erklärungen versucht, zu entschuldigen! Ein Zeichen meiner Co-Abhängigkeit, denn wenn ich es mir wert gewesen wäre, hätte ich dies nicht geduldet oder entschuldigt und wäre gegangen. Es kam nämlich noch schlimmer.

    Zitat

    2. In guten wie in schlechten Zeiten, das habe ich immer im Herzen. Man kann nicht einfach weglaufen, wenn es schwer wird.

    Auch diesen Satz konnte ich gebetsmühlenartig immer hervorholen, um meinen abhängigen Partner nicht seiner Verantwortung zu überlassen. Es kam sogar noch der Satz dazu:*Aber als nüchterner Mensch ist er ja ganz anders*

    Ähnlich wie dieses von Dir:

    Zitat

    Ich kenne ihn halt auch von 2 Seiten, mit 2 Gesichtern. Der eine ist ein super guter Kerl, der andere ein ekelhafter Brutalo. Vielleicht ein bischen Schizophren, aber hat nicht jeder von uns einen Wolf in der Brust.
    Das ist meine Hoffnung an die Therapie, das der Mensch, der gute Teil wieder mehr Platz zum Leben bekommt. Jetzt wo der lähmende und dämpfende Alkohol weg ist.

    Dies sind bei mir eindeutige Zeichen meiner Co-Abhängigkeit, ein Zeichen, daß ich mich nicht für wert erachtete, mich immer weiter , Stückchen für Stückchen aufgab, denn die Suchtspirale geht abwärts und nicht aufwärts, wenn ich nicht aussteige!

    Gruß
    S.Käferchen

  • Zitat von Rosinelchen

    Aber das mit dem Schlagen ist 13 Jahre her und seit dem nicht mehr passiert!!!

    Hallo Rosinelchen,

    bist Du denn jetzt wieder 13 Jahre fort oder noch hier?

    LG Kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

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