Hallo,
ich habe schon im Vorstellungsbereich darüber geschrieben und möchte jetzt hier nochmal gerne Fragen an euch stellen. Ich bin von dem Thema Alkohol in der Familie nicht betroffen, aber hatte eine Beziehung zu einer Frau, die aus einer Alkoholikerfamilie kommt. Was das bedeutet habe ich in den 3 Jahren nicht verstande, sondern mich ständig über komische Verhaltensweisen aufgeregt, dass man nie so richtig redet, nie mal alleine ist und Sätze wie - Ich bin das nicht gewöhnt, dass ich mich auf jemanden verlassen kann- habe ich auch nie so richtig verstanden usw. Ich hatte immer das Gefühl ich soll in ihr Leben,, aber darf doch nicht rein. Nach einiger Zeit wußte ich, dass die Mutter Alkoholikerin ist, aber was das bedeutet wußte ich natürlich nicht. Sie wohnt seit ca. 15 Jahren nicht mehr zu Hause und ich dachte mir, das Thema sei für sie abgeschlossen. Als Normalo (blödes Wort ich weiß, wer ist schon normal, mir fällt aber kein anderes ein) hat man doch keine Ahnung welche Folgen diese Kindheit auch in der Zukunft hat.
Die Beziehung wurde von ihr beendet, da ich angefangen habe diese Probleme zu entschlüsseln und ihr auch gesagt habe, das ich glaube, das ihr Verhalten damit zusammen hängt. Sie fand das gut, dass ich mich damit beschäftigt habe und hat auch zugegeben, dass sie nicht über sich reden kann.
Dadurch sind wir aber an den Punkt eines beklemmenden Schweigens gekommen, denn sie wollte reden, wußte aber nicht wie und hat dann gleich wieder jeden Kontakt abgebrochen. Da sind wir jetzt wir reden garnicht miteinander. Ich habe versucht wieder einen Gesprächsanfang zu machen, aber es kam mal nett, mal unnett Ablehung. Was soll ich tun, weiter versuchen zu reden oder sie ignorieren und abwarten? Ich wollte ihr das Buch -Familienkrankheit Alkoholismus- einfach mal wortlos geben, oder ist das eine schlechte Idee? Auf das Forum habe ich so ganz allgemein mal hingewiesen, eben das es Menschen gibt die die selben Problem haben, ob sie reingeschaut hat weiß ich nicht. Mir ist die Person super super wichtig, sodass es mir unheimlich schwer fällt zuzusehen, wie sie sich unnötig quält, immer alles alleine bewältigen will, mit niemandem redet usw. Ich bin mir auch sicher, dass ihr selber sehr viel an mir liegt
Wäre wirklich sehr froh, wenn mir jemand einen Rat gibt. Danke
Fragen an EKA´s
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statistik -
6. Juli 2009 um 12:01
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Hallo Statistik,
erstmal herzlich Wilkommen hier im Forum.
Ein großes Problem bei Alkoholikerkindern ist das sie es nicht gewöhnt sind das man sich um sie kümmert.
Bei mir war es immer so das ich mein ganzes Leben alleine klar kommen mußte und nie jemand da war der mal für mich da war.
Ich konnte mich nie darauf verlassen das ich morgens zur Schule geweckt wurde oder das Mittags was zu essen da war ich war immer zu 100 % auf mich gestellt und es war für mich in der Partnerschaft am Anfang schwierig zu vertauen und auch mal Verantwortung abzugeben.Es war und ist für mich heute noch schwierig zu zeigen das ich meinen Partner sehr liebe weil ich selber als Kind nie geliebt wurde. Die "wichtigste Person" bei uns im Familienleben war immer der Alkie und der Alkohol.
Dir kann ich nur raten ihr Zeit zu lassen und immer wieder zu versuchen mit Ihr zu reden aber das ohne sie zu drängen.
Lieben Gruß
Marina
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Danke für die Antwort, dass es sehr schwierig ist für sie Verantwortung abzugeben habe ich auch gemerkt, wenn ich mal ein Reagl anbringe oder so und in der Wohnung rumwerke, dann kommt ein leises Danke und danach eine ganz komische Stimmung, und ich kapierte dann garnicht was los ist. Ich übe gerade die Geduld und tue nichts außer freundlich grüßen wenn man sich zufällig begegnet, aber wie ich ein Gespräch suchen soll ist mir nicht klar ...per mail kommt als Antwort nur.....ihr ginge es super alleine (obwohl ich weis, dass das auch aus beruflichen Gründen und wegen ihrem Kind, der Vater vom Kind hat auch ein Alkoholproblem) nicht so ist. Am Telefon kommt eher unfreundliches abblocken (habe ich auch vor ein paar Wochen schon aufgegeben). Vielleicht sollte ich es vorläufig bei den 2 Sätzen smalltalk belassen, die wir ab und an hin bekommen und da warte ich mittlerweile auch immer ob sie das will, oder wir es bei einem -Hallo- belassen. Oder habt ihr noch eine Idee wie ich ins Gespräch kommen kann?
Lieben Gruss -
Hallo Statistik,
hast du mal drüber nachgedacht ihr einen Brief zu schreiben
und ihr einfach mal zu schreiben wie es dir geht und wie du alles so siehst.Lieben Gruß
Marina -
Hallo marinajako,
erstmal ganz lieben DAnk, dass du mir antwortest. Ich hatte mich von ihr getrennt vor ca. 3 Monaten und danach erst angefangen zu verstehen, woher diese wirklich oft ganz egoistischen und emotionslosen Verhaltensweisen kommen, weil ich hier in dem Forum gelesen hatte. Das Forum ist wirklich toll auch für Menschen wie mich, die einen Partner EKA haben oder besser gesagt hatten. Ich habe ihr dann eine mail geschrieben, dass sie vielleicht so ist wie sie ist, wegen dem Alkoholproblem ihrer Mutter. Ich hatte danach echt Angst, dass sie mich in der Luft zerreist, weil ich mich in das Thema menge (habe immer gemerkt, dass das kein Thema ist über das sie reden will) aber sie fand das sehr gut und meinte sie müßte darüber nachdenken.
Kurz danach haben wir es nochmal versucht und da ist eben dieses Schweigen entstanden, weil sie ja jetzt mal zugegeben hatte, dass sie nicht über sich reden kann.(vorher hieß es immer ich hätte Probleme zu reden, was echt nicht stimmt) Nach ein paar Wochen hat sie wieder Schluss gemacht und ein paar Tage später habe ich per mail angeboten, dass doch jetzt der Zeitpunkt wäre, wo man nicht alles hinschmeißt, sondern langsam schaut, dass man redet. Es kam eigentlich nichts. Vor 2 Wochen habe ich ihr dann geschreiben,dass ich auch nicht perfekt bin und mit der Situation (dem Schweigen) auch überfordert war und das sie sehr wertvoll ist und ich sie noch immer liebe. Die Antwort war, das sie meinen Mut toll findet dazu zu stehen, dass auch ich Fehler habe und dann eben der Satz..ihr ginge es prima und alles was ich scheiben sei zu spät ....
so und jetzt reden wir eben mal 2 Sätze smalltalk wenn sie will, ansonsten bleibt es beim Hallo.....ich habe das mit dem Brief also auch schon mehrfach versucht....soll ich das weiter versuchen, oder echt nur noch abwarten und nichts tun?
lieben gruss -
Hallo Statistik,
es ist sehr sehr schwer darüber zu reden, das weiß ich selbst.
Auch ich habe meinem Partner 3,5 Jahre verheimlicht, dass mein Vater Alkoholiker ist. Gab natürlich auch Probleme.
Ich denke, deine Ex-Freundin hat Angst, dass durch das Reden riesige Wunden aufgerissen werden, aber auch die Angst, sich zu offenbaren. So ist es bei mir gewesen, ich habe immer versucht (oft auch erfolgreich), als sei ich perfekt, diese Maske müssen wir durch reden aufgeben, und das tut keiner gern.
Das Buch "Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit" von Janet G. Woititz geht sehr auf die Beziehungsthemen von EKs ein, ich persönlich halte sehr sehr viel von diesem Buch, habe mich oft darin wiedererkannt.
Ich wünsche dir viel Kraft!
Grüße
Kämpferherz -
Liebes Kämpferherz,
vielen Dank für die Kraftsendung, denn ich denke mir öfter, ich sollte mal aufgeben, das bringt nichts, aber kann ich ja doch nicht...wo die Liebe halt hin fällt. Ich komme mir vor wie in einem Hamsterrad, man läuft und läuft und läuft und kommt nirgends an. Denn sobald ein Problem da ist und das ist ja nun unvermeidbar (selbst wenn sie kein EK wäre, wäre das so) wird von ihr alles abgeblockt und man fängt wieder an langsam die Nähe zu suchen..und wird wieder abgeblockt, wenn ein Problem kommt ...usw. (wir hatten in der Zeit der Beziehung ja auch öfter Probleme und Trennungen die von ihr ausgingen).
Aber wir sind ja jetzt an dem Punkt, dass sie selber ihre Probleme, zumindest teilweise eingesteht und nicht immer alles auf mich schieben will, dass ist schließlich ein Anfang, werde mich in Geduld üben und Hoffen müssen...
Danke für den Buchtipp, ich werde es lesen, da ich auch festgestellt habe, dass das Buch - Familiekrankheit Alkoholismus- und das Forum hier mir überhaupt es erst ermöglicht haben viele Dinge zu verstehen.
Ich wünsche dir auch ganz viel Kraft, die brauchen wir schließlich alle im Leben.
Einen ganz lieben Gruss
statistik -
Hallo Statistik,
ich habe früher auch sehr viel auf meinen Freund geschoben und überhaupt waren immer die anderen Schuld. Das war ein Schutzmechanismus, den ich mir irgendwann mal zugelegt habe, damit ich niemanden mehr so nah an mich ranlasse, weil das auch immer Verletzung bedeuten kann. Es ist schwierig sich dem anderen zu öffnen, weil man einerseits die Angst hat, der Andere könnte es nicht verstehen oder man muss selber über seine Probleme nachdenken. Außerdem möchte man immer als starker Mensch dastehen, der alles selber gebacken bekommt. Mein Freund hat zum Glück nie aufgegeben und jetzt führen wir mittlerweile eine tolle Beziehung und verstehen uns wunderbar, soweit wäre es aber nicht gekommen, wenn ich mich nicht meinen eigenen Problemen gestellt hätte.
Ich wünsch dir ganz viel Glück.
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Hallo Morgenröte,
vielen Dank für deine Worte, die mir Hoffnung geben. Ich denke sie ist wahrscheinlich mit mir, zum ersten Mal an dem Punkt, dass sie zumindest mir gegenüber zugegeben hat, das sie nicht über sich reden kann. Vielleicht ist im Moment wirklich die Zeit wo sie nachdenken muss, sie sagte damals auch, dass es alles zu schnell ging, als wir, nachdem das Alkoholproblem mal von mir angesprochen worden war, wieder eine Beziehung versuchten. Sie sagte auch, dass ich es ihr nicht zu leicht machen darf, da sie sich doch sonst nicht verändert.
Was hälst du (oder gerne auch jeder andere der das hier liest) davon, ob ich ihr mal die Bücher-Familienkrankheit Alkoholismus- und -Sehnsucht nach Liebe und Gebrogenheit- zukommen lassen soll? Oder ist das zu drängend oder anmaßend ? Sie hat öfter zu mir gesagt, da kommt ja Dr. Psycho wieder, als ich mal ihre Probleme direkt angesprochen habe, ich glaube aber sie konnte den Dr. Psycho in mir gut leiden.
einen ganz lieben Gruss
Statistik -
Hallo Statistik,
das ist eine sehr schwere Frage, ich wäre damals nicht dafür bereit gewesen, ich musste erst dafür bereit sein, etwas zu ändern und dann habe ich mir die Bücher selber gekauft. Meistens macht man erst dann was, wenn der Leidenstrug zu groß war, so wie bei mir, irgendwann konnte ich einfach nicht mehr.
Natürlich könnte ihr das gut tun, andererseits könnte sie das aber auch überfordern.
Es ist ein schwieriger Prozess u. man muss viel an sich arbeiten und dafür muss man halt auch wirklich bereit sein. -
Hallo Morgenröte,
danke für die Antwort. Ich bin halt auch die ganze Zeit am Zweifelen, ob es mir zusteht, dass ich die Problematik ihr quasi geschrieben vorlege, oder ob sie das nicht überfordert. Einerseits weiß ich, dass sie es gut fand, dass ich die Verbindungen zwischen ihr und ihrer Familiengeschichte gezogen habe, andererseits weiß ich nicht, ob ich da weiter drinne rumbohren soll, sondern es an ihr liegt, wann und ob sie das möchte. Letztlich bin auch ich erst über das Forum auf die eigentliche Problematik der Beziehung gestoßen und wenn sie möchte könnte sie sich auch durch euch weiter damit auseinandersetzen. Wir hatten heute immerhin einen freundlichen smalltalk, ein Anfang um überhaupt wieder soetwas wie einen Kontakt herzustellen, war schön sie Lächeln zu sehen.
Geduld Geduld Geduld ist wohl das Zauberwort.
einen ganz lieben Gruss
statistik -
hallo statistik,
ich stimme morgenröte zu. wenn mir einer vor einem jahr oder ein paar monaten gesagt hätte, ich bin so wie ich bin wegen meiner familie, hätte ich es nciht geglaubt. Auch hätte ich keine hilfe angenommen und ratschläge mir selbst hilfe zu suchen, habe ich abgetan. es gab anfang juni einen wendepunkt und danach habe ich mich selbst damit befasst durch dieses forum und auch das buch "familienkrankheit alkohilsmus" gelesen und somit den stein zur selbsthilfe ins rollen gebracht.
ich finde es bewundernswert, dass du nicht aufgibst und dich so viel mit dem thema beschäftigst, ich wünschte manchmal auch mein freund würde dies tun, um mich besser zu verstehen -
Hallo kata 2012,
schön zu hören, das du meinen Einsatz bewunderswert findest (gibt mir neue Energie). Ich habe mich schon oft gefragt, warum ich da nicht vorher drauf gekommen bin, wusste ja (letztlich weil es ganz viele in ihrem Freundeskreis wissen) nach ca. 1/2 Jahr, dass die Mutter Alkoholikerin war/ist, aber woher soll man als nicht Betroffener die späteren Auswirkungen einer solchen Kindheit wissen. Wie ich von dir auch höre, weiß man ja selber lange nicht, warum man so ist wie man ist.
Ich kann immer nur sagen -Wo die Liebe hin fällt-
und Fakt ist, dass es Menschen gibt für die es sich lohnt auch mal eine Menge Liebe, Verständnis, Geduld, Energie und eigene Kopfarbeit auf sich zu nehmen.
Ich wünschte halt sie würde wissen wie viel ich schon verstanden habe, ohne ihre wirkliche persönliche Geschichte zu kennen, aber ich denke auch sie muss die Zusammenhänge selbst sehen wollen. Ich will ja nicht daher kommen und ihr das Gefühl geben...du ich habe dein Problem verstanden, hier lies das Buch, dann verstehst du es auch.....das geht ja garnicht.
Aber als jemand der davon nicht betroffen ist, muss ich auch mal sagen, dass man "euch" (ist nicht so pauschal gemeint, wie es sich anhört) wirklich nicht verstehen kann, wenn man die Zusammenhänge nicht kennt. ich dachte oft nur ...was für eine egoistische blöde Kuh....diese ewige Ablehnung und doch wieder Nähe und nicht reden und dauernd bekommt man gesagt, dass die Problem bei mir liegen würden usw. ist wirklich sehr schwer zu ertragen wenn man nicht weiß warum das so ist.
Falls dein Freund weiß wo deine Probleme liegen, dann sollte er auch bereit sein sich damit mal auseinander zu setzen, wenn man weiß worum es geht, wird doch vieles verständlicher und leichter und letztlich die Beziehung viel schöner und offener.
Vielleicht gibt du ihm mal das Buch -Familienkrankheit Alkoholismus- ich hatte danach das Gefühl ich verstehe endlich diese Frau und das war unheimlich erleichternd, denn es war schrecklich ständig nicht zu wissen warum macht die das-jetzt ist gerade alles toll und zack kommt wieder Ablehnung...usw.
Mein Motto bleibt wohl...Geduld
lieben gruss -
hallo statistik,
ich habe viel mit ihm gesprochen, seit das so "akut" ist bei mir, auch von dem buch erzählt und so, ihn auch gefragt, ob er sich zwischendurch mal damit beschhäftigt hat aber das verneinte er, darum kann ich soviel nicht mehr tun und will ihn einerseits da auch nicht drängen, aber andererseits bin auch oft sauer und angefressen und weiß gar nicht warum und kann es ihm manchmal auch nicht mal erklären. es ist wirklich schwierig, da man sich selbst oft nicht versteht.
wie gesagt, ich finde es gut, dass du nicht aufgibst aber vergiss dich dabei nicht.
lieben gruß
kata -
Liebe Kata,
danke für deine Sorge um mich, aber die ist unbegründet. Ich muss zwar zugeben, dass mich das Buch - Familienkrankheit Alkoholismus- erstmal ziemlich beschäftigt und vor allem traurig gemacht hat und ich auf gelabere von anderen Leuten keine Lust hatte, aber ich bin "Gott sei Dank" ein extrem positiver Mensch und weiß, das es keinem nutz, wenn ich mich nur noch damit beschäftige. Mein Leben hat sich seitdem ich das Thema kenne auch nicht verändert, nur die Gedanken kreisen halt oft darum. Vielleicht weil ich eine so tolle, sorgenfreie Kindheit hatte, nimmt mich das so mit, ich will immer, dass Menschen die mir wichtig sind glücklich sind.
Ich denke mal, dass auch dein Freund sich überfordert sieht und so ganz genau erstmal nicht wissen will was das alles bedeutet. So unterschiedlich ist das zwischen Partner und EK garnicht. Ich habe in der Zeit auch immer mal Sätze gehört wie(...ich hatte keine Kindheit...oder....ich habe nie Taschengeld bekommen, sonder musste immer mein verdientes Geld abgeben...) die Sätze kamen zwar immer, wenn alte Bekannte dabei waren, aber im Nachhinein frage ich mich auch, warum habe ich da nicht, wenn wir alleine waren, mal nachgehakt. Ich glaube mittlerweile, dass ich da irgendwie auch Schiss hatte Dinge zu erfahren, mit denen ich nicht umgehen kann. Vielleicht musste auch ich mich erstmal alleine damit beschäftigen, damit wenn (obwohl ich ja nicht weiß ob das überhaupt passieren wird) wir doch mal darüber reden, ich die Bedeutung verstehe und die Zeit hatte mir zu überlegen, wie ich mit ihr und dem ganzen Thema dann umgehe. Das ganze Thema und vor allem die Vorstellung, was ihr als Kinder mitgemacht habt überfordert ja auch erstmal den Partner.... der Bruder von ihr hat mal gesagt...wir mussten die dann nackt und besoffen aus dem Zimmer schleppen....da ist mir echt nichts zu eingefallen...das war einfach nur unvorstellbar
Ich würde an deiner Stelle das Buch einfach mal unauffällig/auffällig irgenwohin legen, damit er selber entscheiden kann ob und wann er es lesen, oder zumindest mal anlesen will.
lieben gruss -
guten morgen statistik,
es tut wirklich gut mit dir darüber zu sprechen und auch mal die partner seite zu sehen. ich glaube schon, dass mein freund teilweise überfordert ist und er kann nicht nachvollziehen, wie meine kindheit war, da er es nicht selbst erlebt hat. ich glaube auch, er hat schiss, dass sich durch meine therapie auch die beziehung verändern wird. das buch liegt auf dem tisch und er kann es sich jederzeit nehmen, ich werde mich auch in geduld üben.
triffst du deine Ex-freundin eigentlich regelmäßig oder habt ihr nur losen kontakt?
lieben gruß
kata -
Hallo Kata,
ich finde es auch super, dass wir uns austauschen, dass hatte ich mir erhofft, als ich mich in dem Forum ( als Nichtbetroffener) angemeldet habe. Man kann das ganze Thema viel besser bereden, wenn dieses Beziehungsthema nicht da ist. Das habe ich auch mit ihr festgestellt, denn gute Gespräche, auch mal persönliche, hatten wir immer nur dann wenn wir uns getrennt hatten, sobald man wieder das Beziehungsthema angefangen hat, kam schnell das Schweigen zurück.Wir habe eigentlich keinen Kontakt, sondern sehen uns zufällig 2-3 die Woche beim Sport. Nach der letzten Trennung vor ca. 5 Wochen habe ich ein paar mal angerufen (die Trennung war ganz ohne Streit, sondern sie hat gesagt (zum ersten Mal) das es an ihr liegt, sie kann halt nicht über sich reden.) Die Anrufe wurden aber mittel unfreundlich abgewürgt, dann bin ich beim Sport zu ihr hin und habe sie direkt angesprochen, dass doch jetzt der Zeitpunkt wäre um mit dem reden anzufangen, da kam von ihr, dass könne man nicht erzwingen (habe ich ihr recht gegeben). Anschließend habe ich, wie oben schon geschrieben, gemailt, da kam eben es sei alles zu spät ihr ginge es prima.
Daraufhin habe ich beschlossen den Kontakt nicht mehr zu suchen und habe nur noch -Hallo- gesagt. Seitdem kommt sie nun (eben beim Sport) auf mich zu und wir führen die 5 Sätze Wettergespräche.Ich glaube das irritiert sie total, dass ich hinter die Fassade geschaut habe, denn ich hatte vor Monaten (da waren wir auch getrennt) ihr eine doch sehr ausführliche mail geschickt über EK und woher ihre Probleme wohl kommen, die mail fand sie gut, aber sie weiß halt auch, dass ich Dinge über sie verstanden habe, die sie ja eigentlich seit Jahren versucht vor der Welt geheim zu halten und das ich eben weiß, das sie nicht der starke Typ ist, den sie immer nach außen zeigt (sie ist übrigens ganz klar der sog. Machertyp)
Aber mal ein paar Infos für dich von der Partnerseite
da du dich schon selbst damit beschäftigst hast, ist das bei dir vielleicht nicht mehr so, aber das schlimmste für den Partner ist, dieses ewige rankommen lassen und wieder weggestoßen werden. Wenn alles mal ganz schön ist, dann kommen plötzlich unfreundliche Worte und man wird wieder in die hinteren Ränge gesetzt. Man bekommt vor Augen geführt, dass alles andere viel wichtiger ist, als man selbst. Man versteht irgendwann garnichts mehr und verzweifelt ( an dem Punkt habe ich dann Schluss gemacht und danach erst angefangen die Hintergründe zu verstehen)
Schlimm ist auch, dass man immer wieder das Gefühl sich eingestehen muss, selbst nach Jahren, dass man den anderen nicht wirklich kennt, aber irgendwie nicht weiß warum.
Wenn man aus einer normalen Familienstruktur kommt, dann hat man konkrete Vorstellungen, wie eine Beziehung aussieht,die wollte ich natürlich auch umsetzen, aber das geht irgendwie nicht und man weiß eben nicht warum.
Aus ihrer Sicht ging eine Beziehung so, man sagt sich 10 mal die Woche-ich liebe dich-und ansonsten macht jeder was er will... das ist für mich keine Beziehung.....aber mittlerweile denke ich, das sie auch garnicht weiß wie eine Beziehung geht, denn das lernt man letztlich als Kind in der eigenen Familie.
Mir fiel auch von Anfang an auf, dass man kaum zu zweit ist, sondern immer mit 10 anderen Leute. Oder wenn man zu 2 ist, dann läuft das TV oder so. Mittlerweile glaube ich auch, dass sie das bewußt vermieden hat, denn nur wenn man zu 2 ist kommt man an den Punkt, wo man mal über persönliches spricht. Ich glaube den Moment wollte sie vermeiden.
Man bewegt sich als Partner nahezu ständig in dem Bereich-Verstehe ich nicht, warum macht die das- und findet keine Erklärung.
Wichtig ist, dass du (und vielleicht machst du das ja auch) hingeht und Dinge mal erklärt. Es reicht ja schon wenn man sagt, ich bin nicht gut darauf und brauche Ruhe....das ist viel besser als den Partner durch Unnettigkeiten sich vom Leibe zu halten.
Als Normalo hat man echt keine Ahnung was ein Alkoholiker ist. Für mich war das immer der Penner auf der Parkbank. Und klar weiß man auch das Ärzt usw. Alkie sind, aber da hört man dann, dass die jahrelang ihren Job weitergemacht habe. Ich dachte also, ok ein Alkie ist eben der Penner, oder der xy der arbeitet und keiner eigentlich merkt, das er trinkt. Das die aber zu Hause sich total gehen lassen und ihre Fassade aufgeben und sowas wie vergammeln, das habe ich mir nie überlegt. Und wie das -vergammeln- aussieht erst recht nicht...eben so Sachen wie -die liegen vollgekotzt im Wohnzimmer...und wenn man sich überlegt, dass der Partner sowas als Kind ständig gesehen hat, dann macht das Angst, sowas zu sehen fände ich ja heute als Erwachsener noch ganz schlimm/unvorstellbar usw.
Wenn man sich nicht, so wie ich schon mal alleine ein Bild (was ganz sicher noch weit weg ist von der Realität) gemacht hat, kann man den Partner mit so Geschichten nicht direkt überfallen, dann fangen wir nämlich an zu schweigen.
Jetzt muss ich mal arbeiten
schreibe später gerne mehr von meiner Seite.
lieben Gruss statistik -
Hallo Statistik,
es ist sehr intressant, es mal aus anderen Augen zu sehen.
Ich glaube erst seit diesem Jahr, baut sich ein richtiges Vertrauen zwischen mir und meinem Partner auf, weil ich meine Gefühle preisgebe. Es ist schwer jemandem zu Vertrauen. Als Jugendliche habe ich meiner Mutter öfters mal was anvertraut, was sie dann in ihrem "kranken" Zustand wieder gegen mich benutzt hat. Also lernt man, dass wenn man sich mitteilen möchte, es am Besten für sich behält, man baut dann eine Schutzmauer auf und da kommt kaum jemand ran. Ich habe mich dann irgendwann zurückgezogen, war schon immer ein stilles und schüchternes Kind, dem es an Selbstwertgefühl gefehlt hat und deshalb kann man dem Partner auch nicht wirklich vertrauen und dass ist nicht mal beabsichtigt.
Wenn dann mal alles gut lief, war ich das nicht gewohnt u. habe einfach einen Streit provoziert, weil es ja einfach zu schön war, um wahr zu sein. Mein Freund hat immer gemeint, dass ich immer denke, das er mir was Böses möchte, wahrscheinlich kennst du das. Und es ist ein komisches Gefühl, wenn mal alles friedlich und geregelt läuft, das hat mir wahrscheinlich Angst gemacht und um die Angst zu verbergen, habe ich lieber angegriffen und meine Wut an meinem Freund ausgelassen.
Und als Kind ist man hauptsächlich damit beschäftigt, den guten Schein zu wahren und das niemand was mitbekommt, weil bei uns ist ja alles normal. Man lädt ab einem gewissen Alter auch keine Freunde mehr ein, weil man könnte ja die Alkoholkrankheit bemerken und schämt sich dafür. Irgendwann ist das so ein festgefahrenes Muster, dass man der Meinung ist, dass so wie es ist, richtig ist.Trotz alledem möchte ich kein Mitleid, weil so wie es ist, ist es für mich in Ordnung u. deshalb bin ich auch immer froh, wenn mein Freund mir einfach zuhört, mehr muss man gar nicht machen.
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hallo zusammen,
wie morgenröte es beschreibt, trifft voll zu. alles mit sich abmachen, ich war es auch nicht gewohnt, verstanden zu werden weder von meiner mutter noch von freunden. so verschließt man sich anderen total. mein freund ist auch mein erster "richtiger" freund. andere beziehungen habe ich schon im ansatz selbst sabotiert und blockiert, weil ich noch zu hause gewohnt habe und irgendwann hätte ich ja mal mit der wahrheit rausrücken müssen und wollte nicht als asozial abgestempelt werden. aus heutiger sicht totaler schwachsinn, aber alkis sind in vielen augen die penner auf der bank, vollgepisst, verdreckt und stinkend.ich glaube sie fühlt sich ein wenig in die ecke gedrängt, wenn du von dem thema anfängst bzw fürchtet sie sich davor mit dir zu sprechen, eben weil diese thema aufkommen könnte. lass ihr zeit und raum, wenn sie soweit ist, wird sie dein angebot, ihr zuzuhören, vllt annehmen. dann hör einfach nur zu. du kannst ihr nicht helfen, wenn sie keine hilfe zulässt. ich bin vor 6 jahren zu hause weg und habe bis vor ein paar wochen gebraucht, hilfe für mich selbst suchen und es auch zuzulassen, mir zu helfen. ich will dir nicht den mut nehmen, aber du wirst sehr sehr viel geduld haben müssen.
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Hallo,
freut mich das euch meine Seite interessiert. Ja das Gefühl, dass sie sich in die Ecke gedrängt fühlt hatte ich auch vor ein paar Wochen und deshalb habe ich es auch gelassen direkt auf sie zu zu gehen. Jetzt kann sie kommen, wenn sie möchte und das ist besser. Das Thema schämen und peinlich ist auch bei ihr ganz groß. Ich habe ihr zwar schon oft gesagt (wenn die Situation dafür mal da war) dass sie das nicht muss, aber ich glaube das wirklich zu verinnerlichen geht nicht so schnell.
Außerdem komme ich aus einer happy lovely family, die sie auch kennt und ich glaube das ist dann noch schwerer vor mir, der eben offensichtlich überhaupt keinen Kontakt zu einer Problemfamilie hat, sich mal zu öffnen. Wobei ich sagen muss, dass da immer mal so Sätze kamen, wie ich geschrieben habe, aber man zieht eben als Partner keine Verbindung zum jetzigen Inneren des EK, sondern ich dachte halt...oh das war aber nicht schön, gut das es ihr jetzt besser geht.....war sicher auch schwer naiv...aber wie gesagt, wenn man das Thema nicht kennt, weiß man quasi nichts.
Was ich auch nie verstanden habe ist diese Unfähigkeit mal zu relaxen, also mal im positiven Sinne Löcher in die Luft zu starren. Sie muss immer denken oder denken vermeiden und sich ablenken. ich würde sehr gerne wissen, was ihr immer so denkt. Das man als Kind viel gedacht hat, darüber was zu Hause los ist, wie man das tarnen kann usw. kann ich verstehen, aber an was denkt man ständig, wenn man erwachsen ist?
lieben gruss statistik -
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