So, nunmehr fast ein Jahr ist es her, seit ich aus der Alkoholbeziehung ausgebrochen bin und mein Leben neu strukturiert habe. Ich denke mal, dass es ganz gut gelungen ist und ich mich glücklich bei und mit mir fühle.
Nunmehr kommen neue Menschen und Freundschaften in mein Leben, über die ich mich freue und mit denen ich gut umgehen kann - eine Bereicherung für mich und hoffentlich auch für den Menschen mir gegenüber.
Probleme habe ich definitiv dann, wenn es darum geht, dass eine gewisse Intensivität der Kontakte entsteht, die eventuell in Richtung Partnerschaft gehen könnten.
Hier bin ich (noch) nicht in der Lage meiner eigenen Wahrnehmung zu trauen. Ich kann definitiv nicht beurteilen ob meine Einschätzung/Vermutung richtig ist bzw. ob ich Annäherung zulassen kann oder geben will. Es geht hier keinesfalls um eine Beziehung sondern nur die tiefere Öffnung des Menschen an sich, also die Stufe, die notwendig ist um überhaupt einander als tiefer Freund - oder später Partner - vertraut zu werden. Mich zu öffnen bedeutet natürlich mich angreifbar zu machen. Vertrauen wurde in der Vergangenheit enttäuscht und ich habe es ermöglicht durch meine Offenheit Mechanismen oder Manipulationen meiner Handlungsweise entstehen zu lassen. Ich konnte "gesteuert" werden ohne es zu merken.
Nunmehr hänge ich etwas durch, empfinde auch eine gewisse Traurigkeit (die ich aber normal empfinde für einen Prozess der Weiterentwicklung) dass ich dieses "Kennenlernen" nicht mit der von mir gewünschten Leichtigkeit leben kann.
Ich finde es sehr, sehr schade, dass ab dem Moment, ab dem ein Mann als Mann interessant werden könnte bei mir das Hirn einschaltet und sich die Leichtigkeit ausschaltet. Derzeit bin ich der Meinung, dass liegt an Ängsten mich zu tief auf einen Menschen einzulassen. Genau eine solche Leichtigkeit ist aber notwendig um einem Menschen offen gegenüber zu treten. Meine Offenheit wird quasi durch einen Selbstschutz verhindert, was ich nun nicht gerade toll finde.
Zu "neu" noch ist mein "neues Leben" um diese "neuen Empfindungen" einfach als real anzunehmen. Vor kurzem gab es eine Begegnung, da fiel mir spontan ein, das war wie bei meinem Mann (meine Jugendliebe) vor 25 Jahren. Hm, danach gab es das wohl nicht mehr? Nun war für mich die Frage, gab es das nicht, oder konnte ich damals noch unverkrampft etwas erspüren und beginne nun wieder damit.
Klingt etwas wirr, ich weiß... vielleicht aber doch für den/die einen oder anderen nachvollziehbar?
Lieben und fragenden Gruß von Dagmar