Sozialer Absturz beim Co-Abhängigen-Geht das?

  • Danke LInde,

    Es ist schön, ich erlebe es genau sowie du es geschrieben hast. Auf der anderen Seite ist da eine Trennung in mir. Trennung und Schmerz.Ich bin wenn ich zu hause bin nur am weinen und weiß ehrlich nicht warum.

    Denn es läuft ja gut. Ich rauche nicht mehr, ich brauche das Auto meiner Eltern nicht mehr. Das Auto meiner Eltern steht in der Garage und hat keinen TÜV mehr, darf also nicht mehr gefahren werden.Darum kümmer ich mich nicht, das ist nicht meine Aufgabe.

    Gestern fuhr kein Bus mehr und ich rief meinen Bruder an, der holte mich ab und brachte mich heim.

    Als er mich so schluchzend und heulend erlebte, ich ihm erzählte, das ich beim Arzt war und mir eine Spritze geben lies um ruhig zu werden, zudem Tabletten bekomme , hat er mich in den Arm genommen und gesagt, das ich ihr anrufen soll wenn ich Hilfe brauche. DAS ERSTE MAL in meinem leben, das er mir Hilfe anbietet, das er mich in den Arm nimmt!!!!!

    Ich erzählte, das wir mit dem Bus unterwegs waren, aber auch viel gelaufen sind. Es leider um die Zeit kein Bus mehr gefahren ist. Erstaunt nehmen die es hin. Bei meinen Eltern saßen wir noch, mein Vater erkannte auch mal, das was nicht stimmt. Warum ich nicht früher gekommen wäre mit dem Brief vom Chef? *Weil ihr mir vorgehalten habt, das ich eh zu blöd bin und selber schuld*Auch hier große Augen.Er meinte, das es wahrscheinlich nur eine Verwarnung gibt, es in der Einrichtung mindestens jeder einmal in seiner Laufbahn geschafft hat einen Dienst zu verschlafen oder zu versäumen, die damit sehr viele Mitarbeiter Kündigen könnten. Ich müsse es nicht so dramatisch sehen. Einfach annehmen und akzeptieren. Sich entschuldigen und versprechen, das ich es nicht wieder mache.Der Eintrag ginge dann in die Akte wo er dann in Zwei Jahren wieder gelöscht würde.

    Liebe pia,

    So kenne ich da auch. Das meine Mutter aber nicht einmal wahrnimmt, das mein Leben eben nicht aus Sofa sitzen und wehwehchen suchen besteht und sie mich noch zudem ich eh schon am rudern bin noch erpresst, für sich einkaufen zu gehen das stinkt mir sowas. So wie du schreibst: Ich will um meinetwillen geliebt werden. Ich kann es nicht spüren. Sie ist ego und das wird sie immer bleiben.

    Liebe verwirrte grüße von Melanie

  • Hallo Melanie

    Ich entdecke einige Dinge in deinem Schreiben die ich dir sagen möchte. Ich glaube du erbittest dir keine Hilfe. Du denkst gleich schon an die Erwartung die da kommen könnte. Auch wenn es jemand anderes ist. Du erwartest nichts gutes mehr, das merkte ich an der Reagtion der Umarmung deines Bruders. Du nimmst die guten Dinge wie ein Wunder, die schlechten läßt du ohnmächtig laufen. Du fühlst dich als Opfer.

    Komm da raus, und genieße diesen Herbst. Beginne dein Leben selbst zu leben. Kauf dir ein Fahrrad ein gutes.

    Ist dein Bestreben nach einem Leben ohne Co ausreichend? Ist die Therapie ausreichend? Wo sind deine Freunde?

    Alles liebe Pia

  • Hallo Pia,

    Du hast recht, ich erbitte mir keine Hilfe. Nicht von ihm, ich wollte ihn nicht mehr Probleme machen als die er hat. Falsch verstandene Rücksichtnahme nennt sich das und ganz typisch für mich als CO, indem ich schon voraussetze, er wird es nicht tun. Fatal.

    Mein Bestreben ist ausreichend, liebe Pia. Nur nach meiner Krankengeschichte die ich habe, kann ich nicht so wie ich es will. Das ist auch mein Problem, das ich das nicht annehmen mag. Ich war schwer krank, ich bin noch nicht richtig drüber weg, es wird dauern müssen. Wenn ich mir zu viel zumute,
    werde ich wieder Krank.Das macht angst und da hänge ich fest.

    Mal schauen wie ich das alles lösen kann.
    Gruß Melanie

  • meine liebe meli,

    ich wollte dir nur ganz liebe grüsse hier lassen.
    hab jetzt nur kurz hier überflogen und denke es geht dir nicht ganz so gut.meli,mach dir nicht so viele gedanken. ich weiss das ist leicht gesagt.
    vielleicht hilft dir das etwas. zweifle nicht am blau des himmels,wenn über deinem dach dunkle wolken stehen.
    und genau das sage ich dir.die kathrin die im letzten jahr dachte es geht nicht mehr weiter.versuche doch nciht alles auseinander zu pflücken.alles kommt wie es kommt.
    liebe meli,alles kommt zu seiner zeit. auch du wirst wieder glücklich sein, manchmal stehen wir uns nur selber im weg.
    mir geht es schon wieder zu gut,so unheimlich gut das ich gerne den haken an der sache suchen möchte, aber weist du was? ich geniesse es.ich bin so glücklich mict meiner neuen liebe. auch meine kur, die nun am dienstag zu ende geht, hat mich gestärkt.eine so schöne zeit, die nun zu ende geht, die lieben freunde die ich dort gefunden habe.es ist eine unwiderbringliche zeit.am dienstag ist abschied.ich weiss das ich mich an diesem tag etwas zurückziehen werde um für mich zu weinen.
    aber für mich beginnt mein neues leben und ich bin dankbar und ganz stolz das ich das so annehmen kann.
    meine liebe meli, ich drücke dich ganz doll.schau nach vorn, lass dich mitreissen ins leben.

    glg kathrin

  • Guten MOrgen,

    hallo Kathrin. Danke dir für deine Worte. Die haben mir richtig gut getan und über dieses Loch ein wenig geholfen, bei mir zu bleiben. Du hast so recht, ich mache mir tausend Gedanken und doch kommt vieles anders als gedacht. Ich kann vieles nicht beherrschen, es läuft ob ich will oder nicht. Es kommt wie es kommt hast du geschrieben. Klar ein wenig Einfluss kann ich nehmen, kann Entscheidungen treffen und mein eigenes Leben in die Hand nehmen. Ich mach das auch immer schon. Ich glaube auch die Sehnsucht danach, etwas zu teilen, etwas gemeinsam zu haben und füreinander da zu sein ist in mir so stark. Hab ich doch schon seit Jahren keinen an mich so nahe ran gelassen, als das ich dies leben konnte. Mein Therapeut meinte das letzte mal auch, genau das fehlt und weil es mir im Moment klar wird tut es besonders weh. Gerade in den Momenten wo ich das erllebe. Etwas auszuhalten habe ich gelernt. Aber momentan ist es so schwer, was weh tut das will man nicht und läuft am liebsten weg. Blos vor sich selbst weglaufen? das geht nicht!!!

    genug für heute. Mir geht es ein wenig besser. Aufbruch, Umwandlung und Neues das ist was ich Erlebe. Sicherheit das fehlt noch. Doch das kommt wieder.

    Alles liebe all den da draußen.....
    Melanie

  • Sozialer Absturz?

    Sozialer Absturz ist sicher sehr hart formuliert. Dennoch bin ich hier um auch diese Härte nicht zu verniedlichen die geschehen kann. Wer sich trennen muss, weil er selbst nicht mit einem Akloholkranken Menschen leben kann stürzt erstmal ab. Ist so.

    Finanziell gesehen in den meisten Fällen ein Desaster. Oft fällt man damit ans Existenzminimum. Wir Frauen,ich kann auch leider nur als Frau schreiben, für das Männliche erleben fehlt mir was, bedeutet es Alleinerziehende Mutter die mit mehren Kindern dann alles allein schmeißen muss. Und hier schreibe ich ganz klar MUSS es geht ja nicht anders.Gut, ich kann auch sagen, habe ich immer schon gemacht, auch innerhalb der Ehe. Positiv war erst einmal das vierte Kind loszuwerden! Dennoch schwer meine ich, auch wenn man es relativieren kann.Alleinerziehende Mutter von drei Kindern zu sein ist schwer, ganz verblümt gesagt.

    Wenn der Partner trinkt, dann lässt man die Kinder nicht dort. Ich selbst habe eine abgeschlossene Berufsausbildung und würde gut Verdienen.

    Allein das die Kinder bei mir leben kann ich nur Teilzeit arbeiten. Finanziell stünde ich anders da. Meine Einstellung aber ist das die Kinder schon den Vater*verloren*haben, ich als Mutter hier einen großen Halt für die Kinder bedeute. Sie brauchen mich meine ich in diesem Fall um so mehr.

    Würde ich sie weggeben, woanders hin, ginge es sicher auch.Doch ich habe Kinder bekommen, weil ich Kinder liebe und nicht um sie abzugeben.Ich rede hier von Kindern die nicht zusätzliche Hilfe brauchen. Kinder die zwar durch die Situation auch etwas gebeutelt wurden aber doch ganz gut entwickelt sind.

    Anträge hier, Sorgen da.Zudem willkürlich gekürzte Gelder oder auch zum Teil durch Überforderung nicht fristgerecht abgegebene Dokumente führen oftmals noch dazu, kaum noch Zeit für sich selbst zu haben. Mir geht es so, dann kennt man sich nicht aus und sitzt in der Patsche......

    Mich hat es abstürzen lassen. Nach acht Jahren Trennung vom Partner bin ich aus gepovert und immer noch am Rande des Existenzminimums. Ziel war es was zu ändern. Geändert hat sich seit Einführung von Harz 4 und den nicht mehr ganz neuen Gesetzen nur eins, das es immer schlechter geht. Finanzkrise sei dank wird es auch in Zukunft nicht besser und genau das sind die Situationen die mein Leben auch geprägt haben.Mehr Stunden könnte ich arbeiten gehen, jetzt sind wir so weit doch mein Arbeitgeber hat keine Stunden mehr übrig, die ich übernehmen kann. Obwohl wir alle Überstunden machen!!!!!!!STOP Mel, hier nicht auch noch weitermachen sonnst bekommst du nur noch nen dickeren Hals wie eh schon.

    Es ist nicht Jammern und Wehklagen, wenn ich das so schreibe es ist ein darstellen der Situation in diesem Land, die sicherlich noch etliche male und auf viele andere Mütter hier zutreffend sind und das macht traurig! Hinsichtlich das bald jede 4. Ehe geschieden und defakto bald in jedem 4. Haushalt Kinder leben die so groß werden müssen.

    Stop hier mach ich Schluss. Mein Erleben.Ich merke und meine es kommt zu einen Absturz, der sicher mehr bedingt ist durch die Umstände von außen, was ich hier eben widerspiegeln möchte.Muss eben nicht heißen, das es an meinem CO sein hängt. Ich denke, das gleiche Erleben haben auch andere, die nocht CO sind.(Das zu meiner Aufarbeitung meiner Krankheit).

    Liebe Grüße an alle die mich lesen.

    Melanie

  • Hey und guten Morgen Melanie,
    ist alles richtig was Du schreibst! Ich selber lebe unter dem Sozialsatz und eigentlich gelingt mir das überleben kaum. Aber.....

    Das Gehen mit allen seinen Ängsten und mangelnden Finanzen war der Horror. Dennoch ein Aufstieg: ein Punkt der Ruhe, des endlichen nicht mehr 24 Stunden auf Hochspannung sein.

    Nein - finanziell geht es mir schlecht ... Aber das macht nicht mein Leben aus! Ich lebe mich, wenn ich mir fotos der letzten Jahre ansehe, dann werde ich wieder jünger! Sozial bin ich, trotz finanzieller Armut, aufgestiegen und kontaktfreudiger. Ich nehme Wahlrecht wahr und nehme wieder an sozialen Zusammenkünften wie Firmentreffen teil. Früher hatte ich mich selber ausgegrenzt.

    Ich kleide mich fröhlich, auch mal gewagt - ich trage wieder den Schmuck, den ich schon immer hatte, der mir aber zuviel war überhaupt an- oder abgelegt zu werden. Ich dekoriere, ich pflanze - schon von weitem ist sichtbar mir geht es gut. Ich kenne keine Wut mehr, keine Verbitterung oder Enttäuschung.

    Nach wie vor gibt es in meiner Person viel zu lernen. Die Anfänge sind getan: der Ausstieg aus der schädlichen Beziehung als Einstieg in ein soziales Leben für mich. Ich bin ohne Beziehung, lebe soweit mir bekannt keine Co-Tendenzen mehr sondern bin sehr um meine egoistische Bodenhaftung bemüht.

    Meine Co-Zeit mit dem suchtkranken Partner hatte aus mir ein Wrack gemacht, welches weder sozial sei konnte (weil ich viel zu fertig war) weder sozial beteiligt sein wollte (weil mir alles zuviel war und mich nicht mehr interessierte). Ich war ausgestiegen aus dem, was Gesellschaft sein kann! Merkte es damals aber nicht. Erst jetzt bemerke ich Monat für Monat was alles zurückkommt und was ich nicht mehr gelebt hatte (obwohl es 30 Jahre zuvor für mich normal war).

    Bei mir war es der totale Abstieg durch meine Co-Abhängigkeit und die Fixierung auf einen anderen Menschen. Geld braucht man/frau zum überleben Melanie das ist richtig, und ich weiss nur zu gut wovon ich rede und nie wie ich meine Rechnungen zahlen soll....

    Aber ich lebe, ich bin zufrieden und glücklich und kämpfe eben immer wieder um die nächste Rechnung. Aber heute nicht mehr mit Frust, nein, heute sehe ich die Sonne, lächelnde Menschen und meine Pflanzen. Heute fühle ich mich mit Tier, Mensch und Gesellschaft verbunden .... was zuvor nicht der Fall war. Ich war eingeigelt in ein Cocon von Frust, Unverständnis und Pessimismus mir selber gegenüber.... Unzufrieden, Unglücklich und ständig auf der Stelle tretend, so war die Zeit bis zu meinem Ausstieg.....

    Finanzen sind ein Punkt - der Überlebenspunkt - aber meines Erachtens der Unwichtigste. Und das sage ich, obwohl ich nicht weiss wie ich überleben soll. Zuvor aber habe ich auch nicht gelebt, sondern nur vegetiert.

    Heute will ich überLEBEN und nicht vegetieren!

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Liebe Dagmar,

    Schön wie du das beschreibst. Es gibt außer dem noch anderes, schönes im Leben.

    Ich hoffe nur ich schaffe das auch, mal wieder so zu sehen wie du. Im Moment ist das Finanzielle leider so dominant bei mir, du kannst es ja lesen. Da bleibt einiges andere leider auf der Strecke.

    Und doch mache ich genau dies was du so schreibst. Ich sehe die Sonne, nehme sie wahr. Warm und freundlich, jetzt ist Oktober. Ich mag den Herbst so sehr, denn jetzt kann ich wieder raus und laufen.Die Sonne hol ich mir und das kostet mich nichts. Ich wandre mit meinen Kindern durch diese Gegend, habe so viele Winkel hier die ich noch nicht kenne und es macht mir Spaß.

    Doch ich habe das Gefühl gerade damit laufe ich vor dem ganzen hier weg. Ich habe ein Schlechtes Gefühl, denke ich habe was getan,was ich nicht darf. Geld ausgegeben, das ich nicht habe. Dann die Angst, das ich es nicht zurückzahlen kann obwohl ich arbeiten gehe.Ich habe sogar angst, das ich ins Gefängnis muss, so ein Quatsch, aber es ist so. Ich weiß nicht warum mein Kopf mich so durcheinander macht.

    Der Krebs und die Angst vor dem Sterben hat in mir eine Welle ausgelöst, die ich irgendwie nicht so richtig stoppen kann. In mir ist so viel Traurigkeit, ich weiß doch nicht warum. Wie ein kleines Mädchen sitze ich da und weine.Dann denk ich mir, Mensch Melanie, du bist erwachsen! Dann werde doch endlich mal groß!Durch den Wind........

    Lieben Gruß Melanie

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