Saufpausen

  • Hallo Ihr Lieben, ich danke für die Rückmeldungen :) Ich habe 1998 eine Entgiftung und danach eine zweimonatige Therapie gemacht. (in der selben Klinik) Danach war ich 2 1/2 Jahre trocken und bin auch regelmässig in eine SHG gegangen. Im Dezember 2000, meine Verlobte war damals bei Ihren Eltern im Ausland, hatte ich dann für einige Tage einen kräftigen Rückfall :( Habe aber dann ausgerechnet an Heiligabend 2000 wohl eine Erleuchtung gehabt und sofort wieder aufgehört. Das ging dann auch bis August 2003 gut. Leider trennten sich meine Verlobte und ich zu diesem Zeitpunkt und ich wurde wieder für einige Monate rückfällig.
    Dann kam wieder eine Trockenzeit von mehreren Jahren, in denen ich halbwegs zufrieden und mit regelmässigen Gruppenbesuchen ganz gut zurecht kam. Ich habe aber leider auch in dieser Zeit zuviel in mich reingefressen an Problemen und so war es nur eine Frage der Zeit bis auch diese S A U F P A U S E so muss ich es wohl nennen?! wieder zum Scheitern verurteilt war. Und so folgten noch der und andere kurzfristige Rückfall in den Teufel Alkohol. Nur allein nicht trinken und einmal in der Woche in eine SHG gehen reicht nicht. Ich muss an mir arbeiten auch wenn es weh tut, in meinem Fall heißt das über meine Probleme und seelischen Schmerzen die ich manchmal habe, reden und mir professionelle Hilfe holen. Ich werde mich morgen um eine ambulante Therapie bemühen und auch versuchen, eine Psychotherapie zu bekommen.
    Ich bin trocken, das ist ein sehr wichtiges Grundfundament, aber ich muss an mir arbeiten, was für m i c h tun.

    Ich bin sehr froh, wieder hier zu sein und das es euch gibt, ich freue mich auch jetzt schon wieder über Rückmeldungen von euch :D

    Liebe Grüsse sendet Frank

  • Lieber Frank,
    erst einmal solltest Du doch stolz auf Dich sein, dass Du es doch immer wieder geschafft hast trocken zu werden. Ich denke Deine Weg ist noch stolperig, aber er geht in die richtige Richtung. Das sollltest Du Dir selber ruhig mal vor Augen halten. Was Du schreibst hört sich so an, als ob Du im Grunde schon genau weißt, was bei Dir im Argen ist, aber an der Umsetzung hapert es noch.
    Die Antworten stecken also alle schon in Dir. Du weißt genau, wann Du gefährdet bsit wieder anzufangen zu trinken. und Du weißt auch, dass es Probleme sind die dich dazu inspirieren und dass du über deine Probleme nicht genügend rest.
    Du weißt auch aus Erfahrung , dass der ALkohol noch nie eines deiner Sorgen oder Probleme gelöst hat, nicht wahr? Ist es nicht eher so, dass das Ganze dann erstmal 'verschoben' wurde. Aber dann auch am nächsten Tag existierte und womöglich noch ein dicker Kater dazu?
    Was man sich auch immer vor Augen halten sollte: Wenn man mit seinen bisherigen Methoden, was auch immer das war, nichts erreicht hat sollte man einen neuen Weg ausprobieren, sonst führt es auch immer zum gleichen Resultat.
    Als Denkanstoß würde ich Dir jetzt folgende Fragen stellen:
    Was hat Dich bisher abgehalten davon mit jemanden über Deine Probleme zu sprechen.
    Gibt es Personen des Vertrauens in Deinem Leben?
    Hast Du schonmal versucht herauszufinden, wie andere mit Situationen wie Deiner umgehen würden? Denkst Du häufig, dass du alleine mit deinen Problemen fertig werden müßtest? Hast Du das Gefühl, dass Du Deine Probleme selber erkennst und auch richtig formulieren kannst? ( Bei mir gab es mal eine Zeit, wo ich mich unwohl gefühlt hatte, aber nicht sagen konnte woran es lag) Ich vermute, wenn Du herausfindest, woran es liegen könnte, dass du deine Probleme in dich hinein frißt ,dann ist schon ein weiterer Schritt getan. Ich möchte Dich auf jeden Fall erstmal ermutigen, DIch mit Deinen Problemen anderen anzuvertrauen. Alleine dass jemand da ist, der Dir zuhört kann schon eine große entlastung sein. Auch dann wenn keine Lösung in Sicht ist. Manchmal zählt auch einfach: geteiltes Leid ist halbes leid. Oftmals können andere Menschen aber auch ganz neue Ideen und Lösungsansätze einbringen.
    Es gibt auch gezielte Methoden, wodurch Du erlernen kannst negative gefühle und sogar körperlichen Schmerz auszuhalten oder sozusagen an Dir vorbei fließen lassen kannst. Sowas könnte ich Dir auch mal empfehlen zu erlernen. Probleme entstehen oftmals 'im Kopf' und dadurch, wie man über Dinge denkt.

  • Hallo Ihr Lieben, schön euch wieder zu lesen :D Mir geht es heute gut, bin total platt, hatte nen anstrengenden Arbeitstag... Was aber viel wichtiger ist, ich habe heute bei der Suchtberatung einen Termin für eine ambulante Therapie bekommen. Mitte November geht es los. Der Therapeut ist ebenfalls trockener Alkoholiker und schon viele Jahre trocken, weiß also von was er redet. Dem kann ich schon nix vormachen :) Ich will endlich über meine Probleme reden, das tut mir bestimmt richtig gut :) Werd mich morgen wieder melden :)
    Liebe Grüsse sendet Frank

  • Hallo Franky,
    freut mich für Dich, dass es geklappt hat. Du schreibst, dass es in Deiner Partnerschaft kriselt. Ist Deine Frau coabhängig. Macht sie auch eine Therapie?
    Der Partner macht ja auch allerhand mit und es passierne unter Umständen Dinge, die man mit dem normalen logischen Verstand nciht mehr erklären kann. In solch eienr Konstellation wo beide Partner abhängig sind ist es wohl besonders schwierig wieder eine Basis zu finden. Aber auch nicht unmöglich.
    Ich glaube pronzipiell ist es so, dass der Mensch sich verändert wenn er nasser ALkoholiker ist und dann, wenn er aufhört auch nciht wieder so sein wird , wie er vorher war. Das sit ja auchbei keinem Menschen so, denn das Leben eght ja nie rückwärts. Doch aus vielen Berichten von Coabhängigen udn auch von nassen Alkoholikern habe ich gelesen, dass sie den Wunsch hegen, wieder so wie vorher zusein bzw ihren PArtner wieder so haben wollen. So als ob die Zeit stehen geblieben wäre. ist ja aber nicht so. Ich kann den Wunsch schon verstehen, da man denkt, vorher gabe es eine heile Welt. aber man hat ja nur die Pobleme nciht wahrgenommen, die sicher bei allen schon existierten. Und diese Neuorientierung kann für beide schwierig sein. Ich kann Dir Mut machen, meine Eltern haben diese Phasen durchlaufen und sind wieder ein normales Paar. Natürlich gibts auch imemr nochmal Probleme. Aber nciht mehr das was früher war. Dazu gehört auch viel verständnis udn Bereitschaft zu verzeihen. Ach die Erkenntnis,dass vieles was passiert war aus der Sucht heraus entstand. Ich glaube, das ist das größte Problem eines Partners, das wirklich 100% anzunehemen. Ich wünsche Dir aber viel Kraft Deine nächste Phase druchzustehen udn wieder zu Dir selbst zu finden. Ich habe so eine ähnliche Phase auch hinter mir, oder fast hinter mir und ich kan nur sagen, dass es sich shcön anfühlt wieder Lebenin sich zu spüren. Kennst Du dieses gefühl plötzlich sich wieder selbst wahrzunehmen?

  • Hallo Frozen Tears, nein meine Frau ist nicht coabhängig. Sie hat mich schon ein paar Mal betrunken erlebt, nur eben nicht regelmässig. Sie weiß, das ích Alkoholiker bin und gewöhlich nicht trinke. In den 3 Jahren Ehe hatte ich ein paar kurze Rückfälle d.h. ein Abend gesoffen,am nächsten Tag dann wieder nichts getrunken und das auch durchgehalten. Ich konnte dann und das ist wirklich keine Lüge am nächsten Tag auch wieder aufhören. Deswegen bin ich aber genauso Alkoholiker, weil ich wenn ich trinke einen absoluten Kontrollverlust habe. Gottseidank habe ich meine Frau in so einer Situation nie belästigt oder gar geschlagen. Trotzdem mag sie mich betrunken natürlich überhaupt nicht, denn sie kennt mich sonst als Nichttrinker. Das ist ja mein Problem, das ich Tage, Wochen, ja sogar Jahre nicht trinken kann und dann hab wieder nen kurzfristigen Absturz :? Ich mag mein trockenes Leben als Nichttrinker viel mehr, es gefällt mir nüchtern zu sein, mich unter Kontrolle zu haben und nicht diesen furchtbaren Filmriss zu haben,wenn ich eine exzessive Saufnacht hinter mir habe!!! Ich muss über meine Probleme reden und versuchen nichts mehr in mich reinzufressen, denn das ist gefährlich bei mir und führt irgendwann wieder zu nem Saufexzess. Deswegen freue ich mich über meine ambulante Therapie :D:D:D Außerdem ich bin jetzt 40,irgendwann muss ich schliesslich endlich vernünftig werden :oops:
    Die Ehe mit meiner Frau ist wohl nicht mehr zu retten, wir haben uns auseinander gelebt und richtig miteinander reden konnten wir eigentlich auch nie. wir haben auch total unterschiedliche Interessen. Sie will Kinder und ich nicht. Das sind alles Argumente die wir für uns annehmen und deswegen werden wir uns auch solange noch eine Freundschaft da ist auch trennen. Ich habe schon ein bissel Angst vor dem dann wieder Alleinsein, aber wenn ich trocken bleibe und an mir arbeite und diese ambulante Therapie mache, werde ich, hoffe ich doch, irgendwann wieder eine nette Partnerin finden :) Trockenheit lohnt sich in jeden Fall.
    Liebe Grüsse

    Frank

  • Zitat von FrankyFresh

    nein meine Frau ist nicht coabhängig

    Hallo,

    diese Beurteilung würde ich einem Profi überlassen. Ich würde bedenken, dass das Denken und Verhalten eines Alkoholikers, der sich in einer Trinkpause befindet oder das Nichttrinken aushält, trotzdem nass ist. Das hat dann Auswirkungen auf alles was die Sucht betrifft, u. a. die sozialen Kontakte. Auch wenn es dem Süchtigen nicht bewusst ist und er nicht ständig besoffen in irgendwelchen Ecken rumliegt.

    Schönen Tag noch

    Ich bin jetzt erwachsen - Trocken seit 18 Jahren (Mai 2005).

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