Ich habe vor ca. 3 Monaten meinem Ex- Freund bei einem Entzug unterstützt. Wir waren nicht so lange zusammen, da sich die ersten Anzeichen seines Alkoholproblems schnell zeigten. Dennoch durchzog die Geschichte kommlett 2008. Nach längerer Funkstille, nahm er immer wieder Kontakt zu mir auf. Er war gemein, erniedrigend, selbstbemitleidend, egoistisch und rücksichtslos- alles Handlungsweisen im Rausch. Ich kannte aber auch seine humorvolle, kreative, sensible und liebenswerte Seite und so hab ich mich hinreißen lassen etwas zu unternehmen. Nachdem ich einen vermeintlichen "Abschiedsanruf" erhielt habe ich den Entschluss gefasst ihm zu helfen. Alles in allem ging es jetzt auch ca. 9 Wochen gut und als mein Vater letzte Woche an den Folgen seines Alkohollebens verstarb, besuchte er mich und ich merkte schon seine Unruhe... er ging nach Hause und trank ein Bier. Als er mir das am Telefon berichtete bat ich ihn, dies als Rückfall zu akzeptieren, anzunehmen und nicht weiter zu trinken. Es gelang nicht... es war ein kompletter Absturz und er trank als hätte er Nachholbedarf. Das nimmt mich alles im Detail und Umfang so mit, da ich grade meinen Vater verloren habe und er sich einen ungünstigen Zeitpunkt ausgesucht hat (ich weiß das er sich den nicht aussuchte). Ich bin dünnhäutig zur Zeit und werde mittlerweile aggressiv wenn er anruft. Er kann sich kaum noch klar ausdrücken und ich motze ihn an und mache ihm indirekt noch Vorwürfe, was die Sache natürlich nicht besser macht. Außerdem kommen da bei mir Erinnerungen bezüglich meines Vaters hoch. Sind das übliche Symptome bei Co- Abhängigkeit das man helfen will wo es eigentlich nicht geht, das man sich obwohl man selbst mit aller Kraft am Ende ist sich noch damit auseinandersetzt. Er hat zudem wahrscheinlich noch Gefühle und mir ist klar das ich nicht zurück will. Ich wollte doch nur nicht dabei zusehen, wie er sich auch totsäuft....
Rückfall oder Absturz?
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Hallo Marina!
Erst mal möchte ich dir mein Beileid aussprechen, zum Tod deines Vaters.
Ganz egal was war, jetzt ist es vorbei.
Dass dein Freund dir dabei keine Hilfe ist, ist deinen Zeilen voll zu erkennen. Auch kann ich leider überhaupt keine Einsicht, bzw. Trockenheit erkennen. Dein Freund hat (wenn überhaupt?!) nur Trinkpausen eingelegt. Neun Wochen sind sehr kurz.
Jezt wünsche ich dir aber nur, dass du Zeit für dich investierst, um dir zu helfen. Um mit deiner Trauer, deiner Co-abhängigkeit - durch deinen Vater entstanden? - fertig zu werden.
Such dir Fachleute, oder Selbsthilfegruppen die sich auskennen, dir schnell helfen können.
Dein Freund muss selbst mit sich fertig werden. Ihm kannst du nicht helfen.
Ich habe es auch sehr viele lange Jahre bei meinem Mann versucht. Bin fast daran kaputtgegangen, habe den Kindern viel zugemutet. Wie gerne hätte ich das Rad zurückgedreht.Dir wünsche ich ganz viel Kraft, hier einen guten Austausch und schnelle Hilfe, damit du für dich einen guten Weg findest.
Liebe Grüße, Gotti. -
Ich bin bereits seit August 2008 nicht mehr mit ihm zusammen. Die Co- Abhängigkeit ist durch meinen Vater wohl entstanden und durch andere Umstände in der Familie. Von meinem Ex- Freund kann ich grad keinen Beistand erwarten, da er hier nun dauernd anruft und selbst welchen erwartet. Mit der Trinkpause sah ich ja auch so... er war bloß 10 Tage in einer Klinik und hat danach 1 Mal wöchentlich eine Gruppe besucht und nun mit Einzeltherapie begonnen. Nach seiner Trinkvergangenheit, die sich ja nach und nach aufdeckte, schien mir das zu wenig. Nun geht er -angeblich- (ich hatte natürlich auch dauernd mit Lügen zu tun1) morgen in die Klinik zur Entgiftung und dann 3 Monate in die Langzeittherapie. Ich hoffe er zieht das durch- ich habe jetzt keine Kraft mehr dazu. Danke für die Worte- ich merke zumindest das es mir hilft, hier alles einfach niederschreiben und auch noch Rückmeldungen zu bekommen, die durchaus hilfreich sind
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Liebe Marina,
auch mein herzliches Beileid zum Tod Deines Vaters.
Anstatt Dich um Deinen Freund zu kümmern, könntest Du Dir Zeit für Dich und Deine Trauer nehmen. Vielleicht ist es ein guter Zeitpunkt, die Beziehung zu Deinem Vater aufzuarbeiten.
Für Deinen Freund kannst Du, so wie Du es schreibst, nichts tun... und er tut Dir nicht gut.Alles Gute und viel Kraft für Dich... Pedi
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Liebe Pedi,
theoretisch weiß ich das und die Umsetzung ist immer so schwer. Er wurde heute morgen in die Klinik gebracht und ist dort zwei Stunden später wieder abgehauen. Eigentlich wollte er jetzt drei Monate dort verbringen. Er schien so motiviert und jetzt hat der Saufdruck gewonnen. Im Prinzip denke ich das er sich aufgegeben hat und ich bald den nächsten Trauerfall habe. Ich werde jetzt aus Selbstschutz auch nicht mehr reagieren oder ans Telefon gehen aber das ungute Gefühl bleibt und auch meine Selbstzweifel, wieso ich mich immer wieder auf solche Geschichten einlasse. -
Liebe Marina,
dieses Gefühl und diese Selbstzweifel werden Dich sicher noch eine ganze Weile begleiten. Aber wichtig ist, finde ich, dass Du nun die Erkenntnis für Dich gewonnen hast, dass Du den Kontakt zu ihm abbrechen willst.
Er hat Dir ja deutlich gezeigt, dass er in der Klinik nicht bleiben und somit nichts ändern will...
Bleib standhaft... LG.. Pedi
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