• Hallo Molly!
    Schön, dass Du hergefunden hast.
    Zu allererst: Du musst Dir keine Schuldgefühle einreden. Du kannst Deinem Freund nicht helfen. Er ist für sich selbst verantwortlich. Das gilt sowohl für Alkoholsucht als auch für psychische Erkrankungen.
    Glaub mir, mit letzterem kenne ich mich aus.
    Ich hatte eine wirklich schwere Depression, die ich zum Glück überwunden habe.
    #Ich habe zwar einen ersten Schubs von meiner Familie erhalten, aber den Weg zur Genesung musste ich ganz alleine gehen. Und wenn ich nicht gewollt hätte, hätte mich auch keiner dazu zwingen können.

    Nun aber zu Dir.
    Wie geht es DIR denn?
    Hilfst Du dir selber auch, oder beschränkt sich Deine Hilfe eigentlich nur auf Deinen Partner?

  • Hallo Molly,

    mein Vater war auch Alkoholiker und ich bin auch einer geworden. Jetzt bin ich 3 Jahre trocken und Du hast keine Schuld. Er kann sich nur selbst helfen und er muß auch seine Abhängigkeitserkrankung Akzeptieren, damit er seine Krankheit auf dauer stoppen kann. Du mußt Dich schützen und auf Dich selbst schauen, den Du bist auch krank. Ich wünsche Dir alles gute und viel Kraft!

    LG Wolfgang

  • Hallo molly 25,

    ich würde mich beim Hausarzt erkundigen bzw. er sollte sich deshalb an seinen Hausarzt wenden. Aber will er denn die Therapie selbst auch, oder will er sie nur, weil Ihr mit ihm geredet habt? Ist nur so ein Gefühl von mir als ich Dich las.

    Hast Du jemanden, mit dem Du jetzt reden kannst, der bei Dir sein kann, damit Du nicht allein bist? Laß Dich mal drücken.

    lg inga

  • Hallo Molly,

    Zitat

    ich fühle mich so machtlos, mache mir vorwürfe warum ich ihm nicht helfen konnte

    ich fühle mit dir, mir geht es ähnlich, ich fühle mich auch oft macht-los.

    Mir ist mittlerweile klar geworden, dass ich nicht die Macht habe, andere Menschen zu ändern, auch wenn ich mir das manchmal wünsche.
    Beides - also machtlos sein und sich wünschen, man hätte Macht um andere zu Ihrem Glück zu verhelfen - das ist menschlich, man überfordert sich aber auch schnell damit.

    Ich muss mich immer wieder daran erinnern, dass es nur einen Menschen auf der Welt gibt, den ich ändern kann und der bin ich selbst.
    Wenn ich gut zu mir bin und innerlich wachse, mich selbst annehme, habe ich auch genug Energie übrig um für andere da zu sein, ihnen zuzuhören.

    Du hast geschrieben, dass du selbst Probleme hast. Bekommst du Hilfe dafür?

  • Hallo Molly,

    Zitat

    ich weiß auch das jeder anfang schwer ist, aber es lohnt sich. nur leider sehen es andere für sich selber nicht.

    Lange Zeit wollte ich unbedingt, dass andere Menschen sich ändern.
    Dann habe ich begriffen, dass ich mit meinem Willen nichts ausrichten kann. Da habe ich mich hilflos und traurig gefühlt.

    Ich konnte anerkennen, dass die Welt unvollkommen ist und ich daran nichts ändern kann, aber ich konnte das Leben nicht wirklich genießen.

    Dann habe ich begriffen (danke an Linde) dass ich wählen kann. Es MUSS mir nicht schlecht gehen, wenn es anderen schlecht geht. Ich kann wählen. Ich kann mich dafür entscheiden, für mich selbst zu sorgen und genau das zu tun, was mir jetzt gut tut.

    Ich dachte, ich MUSS für andere möglichst oft und lange da sein, wenn es ihnen schlecht geht. Muss ich aber nicht. Ich kann jederzeit gehen (den Raum verlassen) und etwas für mich tun.

    Und ich habe begriffen, dass ich das Leben trotzdem schön finden kann. Ich kann die Welt schön finden trotz ihrer Unvollkommenheit.
    Ich mag mich selbst, weil mein innerster Kern unantastbar ist und immer in Ordnung ist, egal was ich tue. Wenn ich Fehler mache sind das erlernte Programme, die ich mir wieder abtrainieren kann.
    Das berührt mein innerstes Wesen nicht. Ich kann dann versuchen, mit mir selbst in Kontakt zu kommen, mit Körperarbeit (Atemübungen, Tanz, Bewegung etc.) und dann fühle ich mich wieder wohl.

    Wenn es mir dann gut geht und ich Energie übrig habe (was übrigens jetzt gerade der Fall ist, sonst würde ich dir nicht schreiben) kann ich mein Glück mit anderen teilen. Es ist meine Entscheidung, ich entscheide wieviel Energie ich anderen schenke und wieviel ich für mich brauche.
    Und es ist in Ordnung, wenn ich mal nur an mich denke, wenn ich das Bedürfnis habe, mir selbst gut zu tun.

    Ich wünsche dir alles Gute!

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