Ich nochmal...Bekannter am WE an Leberversagen gestorben....

  • Boah, ich schon wieder...
    aber das wollt ich heut noch loswerden...
    Meine Mutter rief mich heute an und sagte mir, das ihr guter Bekannter, mit dem sie oft zum Pilzesuchen ging, am WE verstorben ist. Er starb noch im Krankenwagen an Leberversagen....Was für ein beschiss....Drecks-Tod !
    Er hat immer sehr viel getrunken, war morgens zu Pilzesuchen schon hackedicht. Aber ein guter Freund gewesen. Meine Mutter erzählte mir oft, mensch, der H.... war ja wieder besoffen...oder der H...hat wieder ne Fahne gehabt. Ich hab ihr dann immer gesagt, er ist alkoholkrank, wenn er keine Entgiftung macht, stirbt er bald. Im ganz ruhigen Ton. Und ich sagte meiner Mutter, sprich ihn drauf an, erzähl es nicht nur immer mir, wenn Du ihm helfen willst. Das hat sie sich aber nicht getraut. Und heute sagte sie dann: Ich versteh sowas nicht...wie kann man sich nur so zu Tode saufen? Ich sagte ihr, das sie das aber nun eigentlich wissen müsse, das so etwas passieren kann und das Alkoholismus eine schwere Krankheit ist , von der ich doch auch betroffen bin. Aber ich merkte, das sie es bis zum heutigen Tag nicht begriffen hat. Sie verdrängt es immer noch, das ich Alkoholikerin bin. Sie sagt auch manchmal, na gut, das Du nicht mehr Alkoholikerin bist. Ich kann ihr tausendmal sagen, ich bin das aber nun für immer, sie begreift es nicht. Sie sagt dann: Du trinkst aber nicht mehr! Eigntlich hat es mich heut echt traurig gemacht, das sie immer noch nichts verstanden hat. Als ich damals im KH lag, hat sie Hinz und Kunz angerufen und denen alles erzählt. Ich fühlte mich danach so blossgestellt, weil alle es wußten und ich es denen nicht mal selber sagen und erklären konnte. Und nun heut noch das...ich war enttäuscht ! Meine Tochter, mein Mann und mein Bruder (und sogar meine besten Freunde) haben sich über meine Krankheit selber schlau gemacht und sich damit befasst, aber meine eigene Mutter bis heute nicht. Ich glaub, ich geb es einfach auf...irgendwie sinnlos.

    Die Lilly

  • Hallo Lilly!
    Ist sehr traurig mit Deinem Bekannten....
    und die Entäuschung über die Äußerungen Deiner Mutter sind verständlich.

    Wir können Menschen nicht ändern oder sie zum Verstehen bringen...es als "gegeben" hinzunehmen ist vielleicht manchmal besser, dann müsssen wir uns nicht immer wieder erneut darüber ärgern...
    ist aber nicht so einfach.

    Tröstende Grüße
    Tabaluga

    Ich weiß nicht, wohin Gott mich führt,
    aber ich weiß, dass er mich führt.
    G.Fock

  • Hallo Tabaluga,

    Danke für Deine Worte, ich glaube , Du hast recht. Ich will mich auch nicht mehr drüber ärgern, kostet mich nur unnötige Energie. Meine Mutter ist sonst ein herzensguter Mensch, nicht das das falsch verstanden wird, aber in dieser Hinsicht irgendwie lernresistent. Sie erzählt mir heut noch, wie beschis... es mir im KH ging und was die Ärzte alles gesagt haben, als ob ich das nicht selber wüßte. Über Hintergründe, warum mir das vielleicht passiert ist, das vielleicht in unserer Familie zu leichtfertig mit Alk umgegangen wurde usw. Obwohl weder mein Bruder noch sie trinken...ach, ich weiß es auch nicht...
    Bin mir ja selber nicht klar, warum mir das passiert ist. Aber das ist im Endeffekt, glaub ich, auch egal. Es kam vielleicht vieles zusammen, eine unglückliche Liebesbeziehung zu einem verheirateten Mann, wo ich am WE einsam zu Hause saß und trank, die Doppelbealstung, Beruf und Mutter zu sein und das alles sehr früh...ich rede manchmal mit meiner Tochter drüber,die ja eher wegen des geringen Altersunterschiedes eine Freundin ist. Ach nee, stimmt auch wieder irgendwie nicht, ich bin ihre Mama und fertig, ich schreib nur wirres Zeuch, ich glaub, ich muss ins Bett...lach !
    Ich denke, es ist eigentlich egal, warum man so abrutscht in den Alkohol, man sollte versuchen, die Gründe abzustellen,wenn es irgendwie geht. Geht ja leider auch nicht immer, bei mir ging es zum Glück mit viel Unterstützung schon.
    Und nochmals zur unnötigen Energieverschwendung: Früher konnt ich mich über jeden Mist aufregen, heute geht mir vieles einfach am AR... vorbei. Ich bin viel geduldiger geworden und nehme auch Sachen hin, die ich eh nicht ändern kann oder es sich nicht lohnt, sie zu ändern. Früher musste ich oft bei meinem Partner das letzte Wort haben,der Alk hat mich auch aggressiv gemacht, heut geh ich weg, wenn ich mich ärgere und mache mein Ding. Oft sind es nur so lächerliche Kleinigkeiten, über die man sich ärgert...

    Die Lilly

  • Hallo Lilly,
    nee, schreibst kein wirres Zeug!

    Bei mir ist es irgendwie umgedreht....mit dem Alk und benebelt war mir vieles "egal", jetzt sehr ich sehr klar, sehe, was mich stört, was ich die ganzen Jahre verdrängt habe, fange an, Dinge ändern zu wollen und werde doch ein wenig "ungemütlich" und "unbequem" für mich und meine Mitmenschen....frech, eine Rebellin..... :wink:

    Ich finds grad nicht so einfach....aber nie und nimmer ein Grund zu trinken!
    Da muss ich jetzt durch! Jawoll!

    Manches ist wirklich unnötige Energieverschwendung....muss ich mal bei mir suchen, wo ich meine Energie "verschwende" und sie besser anlegen könnte!
    Dir einen schönen Gruß

    Ich weiß nicht, wohin Gott mich führt,
    aber ich weiß, dass er mich führt.
    G.Fock

  • ... kannte auch einen Alkoholiker, wahrscheinlich einen Spiegeltrinker, der aber auch mal über das Mass hinaus gesoffen hat und einen Vollrausch hatte (zumindest ab und zu), der vor ca. 7 Monaten das Buch zugemacht hat.

    Der saß noch in seiner Stammkneipe und ist zum xten Mal gelb angelaufen im Gesicht und dann hat er keinen Ton mehr rausbekommen, ist ohnmächtig geworden etc. pp. Erst dann hat mal jemand einen Krankenwagen gerufen.

    Der war auch stadtbekannt, hatte überall (Bier-)Schulden. Seine Frau hat manchmal einen Teil abgestottert, aber die hat selber gerne einen gehoben, ist also eigentlich selbst Alkoholikerin, genau weiss ich das nicht. Manchmal haben sich alle Wirte vereinigt und ihn irgendwo aufgesucht und ihm gesagt, dass er nix mehr kriegt wenn er nicht zahlt.

    Der konnte aber niemals alles zahlen, das weiss ich genau. Schlimm das die Gesellschaft sowas mitmacht und hinterher weiss es dann jeder besser und jeder meint, man hätte früher eingreifen müssen. Aber muss es nicht jeder selber wissen, wann Schluss ist?

    Keine Ahnung

  • Hallo Alexander,
    der Bekannte von uns ist nie in Kneipen gegangen, hat sein Leben lang in der Automobilfertigung gearbeitet, keine Schulden gemacht...war also kein stadtbekannter Trinker.
    Wollte das nur mal ganz sachlich klarstellen. Das Alkoholproblem war uns alledings bekannt. Er war eigentlich ein sehr einsamer Mensch. Ich hab damals nicht helfen können, als vielleicht noch Zeit dazu war, denn ich war selber noch nicht so weit, Hilfe anbieten zu können. Heute hätt ich es können, obwohl er wahrscheinlich keine Hilfe angenommen hätte...aber es ist zu spät.
    Ich überlege, ob es wohl richtig ist, jemand auf sein Alk-Problem anzusprechen? Das Forum hier macht mir eigentlich Mut dazu, aber ich weiß nicht, ob es der richtige Weg ist, ich mach dazu mal nen neuen Thread auf...

    Die Lilly

  • Hallo shakti,
    danke für Deinen langen Beitrag, ich hab lange drüber nachgedacht, Du hast in allem recht !
    Für meine Mutter ist alles wieder in Ordnung, ich trink nicht mehr, die Welt ist wieder heil. Bin ja nun auch die "Alkoholikerin" in der Familie, dafür hat sie ja gesorgt....sie neigt sehr zum Plappern.
    Ich hätte lieber selber mit bestimmten Personen darüber geredet, als ICH soweit war, das hat sie mir genommen, darüber bin ich noch sauer.
    Ich bin auch eher der Typ wie Du, der sich erst mal mit Fakten versorgt, wäre es meiner Tochter passiert, hätt ich erst mal versucht, mich über ALLES zu informieren, und dann über Behandlungsmöglichkeiten. Mich beruhigt es, Fakten zu kennen, das macht mich sicherer. Meine Tochter hat es auch so gemacht, als ich trocken wurde, ist wahrscheinlich genetisch bedingt, lach...

    Ich hab es auch schon aufgegeben, einfach, weil es mich zu viel unnötige Energie kostet, die kann ich für meinen Sport besser nutzen...ich mach mein Ding und fertig.
    Und warum sollte ich meine Mutter belasten mit Dingen, die sie vielleicht total überfordern,das bringt ja auch nix.

    Belassen wir es dabei, ich hab ja noch andere, mit denen ich drüber reden kann. Und ganz wichtig, dieses Forum hier, wo ich schon so viel gelesen habe über Dinge, wo ich schon dachte, es gehe nur mir so oder ist nur mir so gegangen. Man fühlt sich nicht mehr so allein...die anderen verstehen es zwar auch,aber doch nicht so, als wäre es Ihnen selber passiert, so wie uns hier.
    Mir gibt dieses Forum und Ihr sehr viel !!

    Die Lilly

  • Zitat von Tabaluga

    Hallo Lilly,

    sehe, was mich stört, was ich die ganzen Jahre verdrängt habe, fange an, Dinge ändern zu wollen und werde doch ein wenig "ungemütlich" und "unbequem" für mich und meine Mitmenschen....frech, eine Rebellin..... :wink:

    Hallo Tabaluga,
    ich bin im Grunde meines Herzens auch eine Rebellin, ich glaub, das geht auch nie ganz weg :D
    Aber ich kämpfe nur noch für Sachen, die es wert sind und die ich auch ändern kann. Vielleicht auch ein Weg....

    Manches ist wirklich unnötige Energieverschwendung....muss ich mal bei mir suchen, wo ich meine Energie "verschwende" und sie besser anlegen könnte!
    Dir einen schönen Gruß

    ja, man muss immer selber schauen, wo man unnütz Energie verschwendet, die man für sich selbst besser nutzen kann. Denn die brauchen wir. Man darf sich nicht verzetteln, galub ich. Möglichst einen klaren Weg gehen, auch wenn es der unbequemere ist.

    Danke für Deinen Beitrag

    Die Lilly

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