• Hallo Lena,

    ja du bist auf dem Weg... und immer wenn du von diesem Weg berichtest denke ich ich kann mir ne dicke Scheibe davon abschneiden damit mein eigner Weg leichter besser wertvoller wird...

    Du schreibst du brauchst noch eine Art Abschließendes Gespräch mit deinem Expartner um ihn endgültig loslassen zu können -- brauchst dus wirklich? Bist du sicher? Ich bin ja in dieser Beziehung sicher kein Held, im Gegenteil... ich bin sone Dummbacke... aber ein Gespräch (so siehts der dumme Frank) ist dafür da um Nähe herzustellen; für Distanz braucht es Abstand...

    Aber wenn du das von deiner Therapeutin begleiten läßt klingt es auch irgendwie wieder gut. Ich hab eh nur äußern wolln was mir so durch den Kopf schoß als ich dich las: und das war eben:" er ist weg... was will Lena mit nem Gespräch?!"

    Ich hab mit meiner Ex n paar Gespräche zuviel geführt.... aber das war mein Weg, mein Irrweg. Ich wünsch dir Abstand und Glück Lena.

    Die beruflichen Fragen werden sich klären. Wirst du sehn.

    Umarmung und ganz besonders Lieben Gruß, Frank

  • Hallo Frank,

    ich freu mich immer ganz besonders, wenn du mich besuchst und mir ein paar Zeilen von dir da lässt :D .

    Mir ist dieses Gespräch mit meinem Ex deshalb so wichtig, weil es damals bei/ während der Trennung kein abschliessendes Gespräch gegeben hat. Ich habe mich auch nicht im klassischen Sinne getrennt, ich habe nicht "Schluss" gemacht, sondern ich bin auf Abstand gegangen, ich habe mich ihm entzogen und ich habe 10 Monate keinen persönlichen Kontakt zugelassen. Ich habe ihm meine Ziele, meinen Weg in die Abstinenz und meine Vorhaben in größeren Abständen per Sms mitgeteilt, so das er zumindest mitgekriegt hat, was mit mir ist und wie es mir geht. Aber persönlichen Kontakt wollte und konnte ich nicht, um mich zu schützen, um meine Abstinenz nicht zu gefährden.

    Tja, es war irgendwie eine seltsame Trennung und ich glaube, das die Art und Weise auch für ihn nicht einfach war. Im Prinzip war ich auf einmal weg und für ihn nicht mehr zu erreichen....und wie gesagt, es hat nie ein abschliessendes Gespräch statt gefunden- bis heute. Und ich habe noch einige Fragen an ihn, ob mir seine Antworten weiter helfen werden weiß ich natürlich nicht. Das wird sich zeigen. Doch ich denke, es ist für uns beide wichtig, nocheinmal über einiges zu reden, um dann auch einen richtigen Abschluss zu haben. Einen Versuch ist es auf alle Fälle wert.

    Und was ich dann damit mache, kommt darauf an, wie sich dieses Gespräch gestaltet....vielleicht hilft es mir bei der Entscheidung, ob wir überhaupt eine Basis für eine Freundschaft haben. Mal sehen...

    Gaaaanz lieben Gruß zurück :D:wink: Lena

  • Lena meine Liebe:

    ich hoffe sehr daß die Wichtigkeit die du diesem Abschlußgespräch beimißt von deinem Ex auch geteilt wird. Und wenn nicht daß du damit leben kannst....

    Wie immer es laufen wird, darauf daß ich (im Rahmen dieses Forums daß natürlich ziemlich anonym ist) da bin, darauf kannst du bauen. Ganz klar & immer.

    Ich hoff du machst ne gute Erfahrung... ich glaub es nicht wirklich... aber ich drück dir die Daumen und wenns danebenläuft: schreibst du
    hier ja?

    LG dein Frank

  • Lieber Frank,

    mir ist schon bewusst, das es ein eher schwieriges und nicht so schönes Gespräch werden wird. Ich habe auch keine Ahnung, ob meinem Ex klar ist, das ich ihm einige unangenehme Fragen stellen werde. Auf jeden Fall möchte er auch, das wir nochmal reden, und er stellt sich da ganz auf mich ein, also ich kann den Zeitpunkt bestimmen...

    Eins möchte ich nochmal klar stellen: für mich gibt es kein zurück mehr, darum geht es mir nicht. Was ich brauche, ist Klarheit und einen Abschluss- den es bis jetzt, da ich damals nicht mit ihm reden konnte (weil die Trennung schon schwer genug war), nicht so klar gibt.

    Ich kann deine Bedenken schon verstehen und ich stelle mich auch darauf ein, das ich sehr enttäuscht werden kann. Aber deshalb habe ich ja so lange damit gewartet und mich erstmal um mich und meine Krankheit gekümmert. Jetzt fühle ich mich dem Gespräch gewachsen, ich denke ich bin stabil und stark genug, auch mit einem nicht so schönen Ergebnis umgehen zu können.

    Und wenn es weh tut, kann ich das aushalten. Wichtig für mich ist, das ich weiß, woran ich bin....Klarheit....und wenn es darauf hinaus läuft, das mein Bild von ihm, das ich immer noch im Kopf habe, nicht mit der Realität übereinstimmt....dann ist das eine Chance für mich, dieses Bild zu revidieren. Und dann kann ich meine Konsequenzen daraus ziehen, evtl. gibt es halt keine Basis mehr, auch für eine Freundschaft nicht.

    Ich kann sehr stur sein und ich habe mir das nunmal in den Kopf gesetzt und dann mache ich das auch! :!:

    ....schade, das ich nicht mal eben auf nen Tee zu dir kommen kann, um mit dir zu quatschen....

    Umarmung und LG Lena :wink:

  • Moin Lena,

    du schreibst (neben ganz vielen andren ebnso wichtigen Dingen): " Ich kann sehr stur sein und ich habe mir das nunmal in den Kopf gesetzt und dann mache ich das auch!".

    Klar.Tu es. Ich find das gut. Ich hab nimmer sagen wolln "laß es" und das stünde mir auch nicht zu... außerdem hab ich genug Vertrauen in deinen Weg um zu glauben daß du da keinen Mist baust denn du bist jemand der gut auf sich aufpassen kannst soweit ich das seh.

    Einen Abschluß einer Liebe aber (nix ist schwerer nix tut so weh) - und das ist meine Erfahrung, sehr persönlich und vielleicht kriegen das Andre besser hin als ich (hoff ich mal sehr), einen Abschluß krieg zumindest ich nur allein hin. In meinem Kopf. Ein Gespräch ist ja zum Näheschaffen da und ein Abschluß zum Distanzschaffen... wie geht sowas zusammen?

    Aber wenn du das kannst, und mit deiner Therapeutin im Rücken, dann ist das was sehr Versöhnliches und Schönes. Ich wünsch dir alles Glück der Erde dafür.

    ...PS mit dem Tee, ja ich denk das auch ganz oft. Aber ich kann ja nicht alle Kioske in Niedersachsen abklappern um dich zu finden... und PA im offenen Bereich sind nicht erlaubt hier und das ist eben so und zu akzeptieren...

    Schade aber ist eben wies ist.

    Drück dich und wünsch dir gutes Gelingen! LG Frank

  • Moin Lena,

    du schreibst (neben ganz vielen andren ebnso wichtigen Dingen): " Ich kann sehr stur sein und ich habe mir das nunmal in den Kopf gesetzt und dann mache ich das auch!".

    Klar.Tu es. Ich find das gut. Ich hab nimmer sagen wolln "laß es" und das stünde mir auch nicht zu... außerdem hab ich genug Vertrauen in deinen Weg um zu glauben daß du da keinen Mist baust denn du bist jemand der gut auf sich aufpassen kannst soweit ich das seh.

    Einen Abschluß einer Liebe aber (nix ist schwerer nix tut so weh) - und das ist meine Erfahrung, sehr persönlich und vielleicht kriegen das Andre besser hin als ich (hoff ich mal sehr), einen Abschluß krieg zumindest ich nur allein hin. In meinem Kopf. Ein Gespräch ist ja zum Näheschaffen da und ein Abschluß zum Distanzschaffen... wie geht sowas zusammen?

    Aber wenn du das kannst, und mit deiner Therapeutin im Rücken, dann ist das was sehr Versöhnliches und Schönes. Ich wünsch dir alles Glück der Erde dafür.

    ...PS mit dem Tee, ja ich denk das auch ganz oft. Aber ich kann ja nicht alle Kioske in Niedersachsen abklappern um dich zu finden... und PA im offenen Bereich sind nicht erlaubt hier und das ist eben so und zu akzeptieren...

    Schade aber ist eben wies ist.

    Drück dich und wünsch dir gutes Gelingen! LG Frank

  • Huhu Frank,

    oops...das war doppelt...

    Also, für mich ist ein Gespräch nicht immer dazu da, um Nähe zu schaffen. Meistens schon, aber nicht zwingend. Ein Gespräch kann auch einfach dazu da sein, besser zu verstehen. Und ich habe noch so einige -grundsätzliche- Fragen an meinen Ex, die unsere Beziehung betreffen...worüber wir nie richtig gesprochen haben. Ich denke auch, das ich jetzt, wo ich schon eine ganze Weile nüchtern bin, schon auch vieles ganz anders wahrnehme/ empfinde, als zu der Zeit als ich noch getrunken habe.

    Und ich brauche dieses Gespräch, um einen endgültigen Abschluss dieser 10-jährigen Partnerschaft in einer gesunden und verantwortungsvollen Art und Weise zu finden. Auf jeden Fall ist es einen Versuch wert, ich hoffe, das es mir weiter hilft und ich ihn dann - im Idealfall mit einem positiven Gefühl- loslassen kann.

    Nächste Woche fällt meine Therapie aus und die nächste Stunde habe ich erst am 23.09. und da wird es nochmal Thema sein. Danach werde ich mich dann zeitnah mit ihm zu diesem Gespräch verabreden. Bin sehr gespannt darauf...

    ....würd gern mal auf ein Konzert in Hamburg gehen....wer weiß?... :wink:

    Ganz liebe Grüße dahin, Lena :D

  • Hallo Lena,

    ich wünsch dir dass das klappt: " Und ich brauche dieses Gespräch, um einen endgültigen Abschluss dieser 10-jährigen Partnerschaft in einer gesunden und verantwortungsvollen Art und Weise zu finden."

    Wenn ich das so nicht könnte liegt das nur daran daß du viel weiter bist als ich... ich kann da nur aus der Entfernung zugucken, staunen, applaudieren und lernen.

    Und mitfiebern. Daß es toll läuft für dich. Und das tu ich sehr....

    LG Frank (plus sonne Matthiasmäßige "Umärmelung" und die ganz doll)

  • Guten Abend,

    ich möchte euch nur mitteilen, das ich nächste Woche wieder arbeiten gehe.
    Ich war jetzt 1,5 Wochen nicht da und ich habe mich sehr dafür eingesetzt, das endlich etwas passiert, da ich unter den sich zuspitzenden Zuständen nicht mehr bereit war, dort zu arbeiten. Ich kann hier im öffentlichen Bereich nichts genaueres dazu schreiben, auf jeden Fall habe ich alle Kollegen mobilisiert und es scheint so, als ob morgen endlich Bewegung in die Sache kommt. Ich bin zwar noch skeptisch....aber ich gehe erstmal wieder arbeiten und bin gespannt, ob jetzt wirklich von Seite der Chefin konsequent gehandelt wird. Ich hoffe, das es sich gelohnt hat, zu kämpfen!

    Ich merke, das ich insgesamt sehr klar bin, für mich und meine Bedürfnisse einstehe und das ich mittlerweile ungewohnt selbstsicher geworden bin....eine schöne Entwicklung, die nur durch meine Entscheidung, abstinent zu leben, möglich geworden ist.

    Es ist nicht alles gut, aber trocken kann ich mich den Herausforderungen des Lebens stellen....ein tolles Gefühl! :)

    Wünsche euch einen guten Start in die neue Woche,

    LG Lena :wink:

  • Liebes Forum,

    meine Gefühle fahren Achterbahn.... :shock:

    Ich habe heute nach 8 Jahren im Kiosk gekündigt. Ich habe ja schon seit einigen Monaten dort viel mitgemacht und seit gestern hat sich die Situation nochmals zugespitzt und deshalb habe ich mich heute während der Arbeit zu diesem Schritt entschlossen. Das ist mir sehr schwer gefallen, aber meine Grenze ist definitiv überschritten und es war die richtige Entscheidung für mich.

    Auf der einen Seite fühlt es sich befreiend an, doch im Moment überwiegt noch die Angst. Ich brauche jetzt erstmal ein bißchen Zeit, um das Ganze sacken zu lassen, um es einfach wirklich zu realisieren.

    Ich versuche mir selbst Mut zu machen, indem ich mir sage (sinngemäß):
    ...wenn sich eine Tür schliesst, öffnet sich woanders eine neue...

    Es ist durchaus eine Chance, doch ich brauche Zeit um damit abzuschliessen....um mich von diesem Lebensabschnitt zu verabschieden. Und diese Zeit werde ich mir nehmen und mir zugestehen- ohne mir von aussen ein schlechtes Gewissen machen zu lassen.

    Nur ich selbst weiß, wieviel Kraft und Mut mich diese Entscheidung gekostet hat. Ich bin auf dem Weg und versuche gut für mich zu sorgen, aber auch da bin ich in einem lebenslangen Lernprozess.

    Gute Nacht wünscht euch Lena :wink:

  • Moin liebe Lena,

    Du schriebst am 15.09.13

    Zitat

    Ich merke, das ich insgesamt sehr klar bin, für mich und meine Bedürfnisse einstehe und das ich mittlerweile ungewohnt selbstsicher geworden bin.

    Diese Einstellung zu Dir und zum Leben kommt auch sehr deutlich in Deinen letzten Beiträgen zum Vorschein. Aus meiner Sicht ist auch Deine
    aktuelle Kündigung letztlich der Erkenntnis geschuldet, dass sich Deine bisherige Arbeit eben nicht mehr mit Deinen jetztigen Bedürfnissen deckt.

    Auch wenn Deine Gefühle nach dieser Entscheidung Achterbahn fahren und Du jetzt verständlicherweise nicht weißt, welche Herausforderungen in
    der Zukunft beruflich auf Dich warten, kann ich Dir versichern: nachdem Du diese Türe geschlossen hast, werden sich Dir neue Perspektiven eröffnen.

    Du hast ja ziemlich klare Vorstellungen und ich bin echt gespannt, wohin der Weg Dich führt. Vertraue und gehe weiter....

    Ich bin auch nach einigen Jahren Abstinenz in einem Entwicklungsprozess, in dem ich ständig Neues lerne. Ich bin froh, dass ich mich darauf einlassen
    konnte, denn es haben sich inzwischen Türen geöffnet und ich habe Interessen und Fähigkeiten bei mir entdeckt, die ich nie für möglich gehalten habe.

    Ich finde diese Entdeckungsreise zu mir sehr spannend, auch wenn natürlich nicht immer alles nach meinen Vorstellungen läuft - manchmal ist es dann
    auch erforderlich, dass ich mich von Vorstellungen löse, wie die Dinge meiner Meinung nach sein sollten, um danach zufrieden meinen Weg fortsetzen zu können.

    Ich wünsche Dir in der nächsten Zeit Mut und Kraft für Deine nächsten Schritte.

    Herzliche Grüße,
    Samsara

    Das Beste geschieht JETZT!

  • Liebe Samsara,

    danke für deine Antwort, darüber habe ich mich sehr gefreut. Du schreibst:

    Zitat


    Du hast ja ziemlich klare Vorstellungen und ich bin echt gespannt, wohin der Weg Dich führt.

    Dazu möchte ich gerne anmerken, das ich, zumindest was meine beruflichen Ziele bzw. Veränderung angeht, bisher keine klaren Vorstellungen habe. Das ist ein "Riesenthema" für mich und eine meiner letzten großen Baustellen aus meiner Trinkzeit.

    Ich habe zwar eine Ausbildung als Bauzeichnerin abgeschlossen, jedoch nie in meinem Beruf gearbeitet. Ich war 23 Jahre, als ich mit der Ausbildung fertig war- vorher hatte ich noch zwei andere Ausbildungen angefangen (Erzieherin und Schilder-und Lichtreklameherstellerin), jedoch beide aus verschiedenen Gründen nach 1 Jahr abgebrochen. Als ich damals die Abschlussprüfung als Bauzeichnerin bestanden hatte, war ich sehr stolz auf mich und dachte "jetzt hast du endlich deinen Gesellenbrief, jetzt kann dir nichts mehr passieren"....und ich war dafür fast 6 Jahre (mit den beiden anderen Ausbildungen, die ich nicht abgeschlossen habe) unterwegs. Das ich das überhaupt so lange durchgehalten und nicht aufgegeben habe, fand auch meine Therapeutin bemerkenswert.

    Dazu ist wichtig zu wissen, das ich ein sehr heftiges "Zuhause" hatte- mein Vater ist Alkoholiker und meine Mutter war Coabhängig, es gab viel Gewalt und ich habe einige traumatische Erfahrungen gemacht. Meine Bedürfnisse waren nicht wichtig, ich hatte schon sehr früh zuviel Verantwortung und ich kannte keine Sicherheit. Ich wusste nie, was mich erwartet, wenn ich nach Hause komme.

    Mit ca. 16/17 Jahren habe ich angefangen Alkohol zu trinken, ich denke noch nicht abhängig, jedoch deutlich heftiger und schon damals unkontrollierter als andere Jugendliche /Freunde.

    Und als ich die Ausbildung abgeschlossen habe, konnte ich einfach nicht mehr....ich habe mich nicht wirklich um eine Arbeitsstelle bemüht, ich dachte, ich hab ja jetzt meinen Gesellenbrief in der Tasche und mir kann nichts mehr passieren. Ich habe mich treiben lassen, in den Tag hinein gelebt und viel und oft getrunken. Ich wollte einfach nur alles vergessen, mich nicht spüren, mich dicht machen...ich rutschte schnell in eine gefährliche Scheinwelt und in die Abhängigkeit.

    Ich mach mal kurz Pause und schreib später weiter...

    LG Lena

  • Hallo Lena!

    Zu deinem Entschluß, die Stelle in dem Kiosk zu kündigen - wenn ich es recht verstanden habe, sozusagen ohne "Netz und doppelten Boden", also ohne eine konkrete Perspektive was jetzt kommt -, möchte ich dir gratulieren.

    Nach mehreren Ausbildungen und mit einem erlernten Beruf, in dem Du dann aber nie gearbeitet hast, scheint mir die Kioskstelle etwas zu sein wie eine Übergangslösung, ein Ruheplatz, der solange funktioniert bis man beruflich mehr "ernst machen" kann; sowas ist ja was Gutes, erstmal.

    Die Gefahr ist bloß immer die, daß aus einer Übergangslösung eine Dauerlösung wird, weil´s ja so bequem ist. Und dem hast Du ja nun anscheinend einen Riegel vorgeschoben. Das ist nur verständlich und erklärlich auf Basis des Wissens um Deinen weg, den Du seit geraumer Zeit Schritt für Schritt und beharrlich und durchdacht und in Deinem Tempo gehst; damit hast Du Dir (so wirkt es auf mich) ein Fundament erarbeitet, daß Dir jetzt zur Absprungrampe dienen kann, einen ungeliebten Job loszuwerden, der dir außer Streß und Nerv nichts mehr zu geben hatte. Und das auch ohne genau zu wissen was kommt. Denn was auch kommt, es wird ein Schritt nach vorn sein :lol:

    Und darum gratuliere ich Dir: Weil diese Kündigung ein Ausdruck des Gesundungsprozesses ist, den Du seit langer Zeit durchläufst und an dem ich hier teilhaben darf. Und das finde ich toll!

    Es ist immer wieder schön von Dir zu lesen, wirklich.

    Ganz LG von Frank (aus dem Dauerregen der die Luft so duftend macht)

  • Weiter gehts...

    Ich habe in dieser Zeit viele Aushilfstätigkeiten gemacht, immer noch besser, als gar nichts zu tun, jedoch war ich nicht in der Lage, auf dem "normalen" 1. Arbeitsmarkt Fuss zu fassen. Zwischendurch habe ich zwar auch noch 2x CAD-Fortbildungen (Zeichnen mit dem Computer) gemacht und mich danach auch intensiv auf Stellen beworben....aber ich hatte nie den Mut, so eine Stelle anzutreten. Ich denke, das hatte auf der einen Seite mit meiner Alkoholkrankheit zu tun und auf der anderen Seite mit meiner Geschichte meiner Kindheit, die ich überhaupt noch nicht verarbeitet hatte. Ein Teufelskreis...

    Ich habe zwar nie ganz aufgegeben und immer wieder neue Versuche gestartet, doch ich war schon zu sehr in meiner Sucht gefangen und ich habe es nicht geschafft, einen Weg heraus zu finden. Und ich habe mir selbst auch nichts mehr zugetraut.

    Mit 30 Jahren habe ich dann in meinem 1. Kiosk angefangen zu arbeiten- für mich war das schon eine deutliche Verbesserung und auch , wenn es nur Teilzeit war, hat mir das eine gewisse Struktur gegeben. Die Arbeit im Verkauf und mit Menschen hat mir von Anfang an sehr viel Spass gemacht, das hätte ich vorher nicht gedacht. Trotz allem habe ich mir meine Alkoholkrankheit noch lange Zeit nicht eingestehen können, dazu kam, das ich meinen Ex da kennenlernte und er hat auch viel Alkohol getrunken....wahrscheinlich habe ich mir unbewusst gerade deshalb ihn "ausgesucht" bzw. mich in ihn verliebt. Aber das sehe ich erst heute so, nüchtern sieht man die Dinge einfach klarer- damals war mir das nicht bewusst.

    Tja und irgendwie bin ich dann nie über meine Arbeit im Kiosk hinaus gekommen. Wie gesagt, die Arbeit hat mir immer sehr viel Freude bereitet und ich empfinde es auch nicht als "niedere" Arbeit oder als nicht so wertgeschätzte Arbeit....auch wenn ich oft zu hören bekommen habe, ich würde mich unter Wert verkaufen oder unter meinen Möglichkeiten bleiben....es ist mir egal, was andere darüber denken, wichtig ist für mich, wie ich mich fühle und ich bin immer gerne zur Arbeit gegangen.

    Ich wollte euch nur ein bißchen von meinem Werdegang erzählen, damit ihr ein bißchen besser verstehen könnt, warum meine berufliche Neuorientierung/ Veränderung für mich ein Riesenthema ist und mit ganz vielen Ängsten verbunden ist. Es ist alles sehr komplex und ich kenne auch meine Stärken/ Fähigkeiten/ Talente nicht wirklich, das ist wie ein grosses schwarzes Loch.

    Aber ich hatte trotz allem gestern den Mut zu kündigen...

    Liebe Grüße, Lena :wink:

  • Hey Frank,

    das hat sich gerade irgendwie überschnitten...dank dir für deine Rückmeldung! Ja mein kioskjob war sozusagen noch ein "Überbleibsel" aus meiner Trinkzeit und trotzdem hatte ich- aus genannten Gründen- so eine Angst davor, das hinter mir zu lassen. Es stimmt, das hat auch etwas mit Gewohnheit/ Vertrautem und Sicherheit zu tun.

    Aber ich hab's jetzt getan und irgendwie wird's weitergehen....aber ich mache mir (noch) keinen Druck....

    Superliebe Grüße zurück, Lena :wink:

  • Guten Abend,

    tja, ich melde mich mal kurz, um euch mitzuteilen, das es mir grad ziemlich durcheinander geht. Meine Stimmung wechselt ständig und ich fühle mich irgendwie wie im nichts....schwer zu beschreiben. Auf jeden Fall ist es sehr anstrengend und diffus.

    Auf der einen Seite stehe ich zu meiner Entscheidung, das ich gekündigt habe und es fühlt sich auch befreiend an....auf der anderen Seite sind da meine ganzen Ängste, vor allem auch Existenzängste, wie es jetzt weitergeht. Ich möchte mir ja Zeit lassen, doch manchmal denke ich, das ich es vielleicht nur wegschieben möchte oder das ich richtiggehend davor weglaufe.

    Und irgendwie fühle ich mich gerade total einsam....ich habe ja mit meiner Therapeutin sehr viel über meinen Ex und unsere Beziehung gesprochen, um das Gespräch, das ich mit ihm führen möchte, vorzubereiten. Ich kann jetzt einiges viel besser verstehen, gerade weil sie neutral und objektiv ist und auch, weil ich jetzt nüchtern bin und damit die Dinge klarer sehe. Und es war nicht alles schlecht, es waren ganz einfach auch die jeweiligen Umstände, weshalb die Beziehung so war, wie sie war. Es war eine Beziehung zu einer Zeit, als ich tief in meiner Sucht steckte, und dafür trage ich selbst die Verantwortung. Das wird mir langsam klar, doch das ist nicht gerade einfach, diese Erkenntnis ehrlich für mich anzunehmen. Ich merke, das in mir auf einmal eine tiefe Traurigkeit und Trauer hochkommt, weil wir diese Liebe nicht leben konnten. Der Alkohol spielte leider eine (destruktive) Hauptrolle, er hat uns verbunden und gleichzeitig zerstört.

    Ich bin dankbar, das ich jetzt trocken bin....bin nur gerade sehr nachdenklich und merke, das ich noch einen langen Weg vor mir habe.

    Lieben Gruß, Lena

  • Liebe Lena,

    hast Du gut geschlafen?

    Solche Auf und Abs kenne ich auch bei mir und weiß, dass es manchmal schwer ist, das auszuhalten. Dennoch halte ich es für sehr wichtig für die Verarbeitung Deiner Beziehung, diese Traurigkeit zuzulassen.

    Kannst Du über Deine Ängste mit Freunden sprechen? Gut, dass Deine Therapeutin Dich in dieser Phase unterstützt!

    Alles Gute und liebe Grüße,
    Samsara

    Das Beste geschieht JETZT!

  • Hallo Lena,

    ich kann gut verstehen, daß die Kündigung deiner alten Stelle erstmal nicht nur befreiend wirkt sondern auch Angst macht (ich bin auch niemand, der größere Veränderungen locker mitnimmt oder in Gang bringt, sondern zögere in solchen Dingen immer lange); was lange gedauert hat gab ja meistens auch eine Form von innerem Halt, von Stabilität.

    Und wenn dann dazu noch andere, emotionalere Trennungsschmerzen wieder hochkommen (was ja vielleicht kein Zufall ist), dann würde ich auch ganz schön ins Schwimmen kommen.

    Du schreibst: "Ich merke, das in mir auf einmal eine tiefe Traurigkeit und Trauer hochkommt, weil wir diese Liebe nicht leben konnten. Der Alkohol spielte leider eine (destruktive) Hauptrolle"... das ging mir lange so und es geht mir, aber seltener und weniger intensiv, auch heute noch ab und zu so. "Abschließende Gespräche" hab ich einige geführt, das hat mich aber immer wieder nur emotional hineingerissen in eine Sache, die lange keine Substanz mehr hatte; irgendwann wurde es besser, ich rückte wieder mehr in den Mittelpunkt, und dann hatte ich nach solchen Gesprächen kein Bedürfnis mehr. Ich mußte den Abschluß in mir selbst suchen, ihn allein bewerkstelligen.

    Damit meine ich nicht, daß Abschließende Gespräche etwas Falsches sind - das war nur bei mir so, weil sie eine wirkliche innere loslösung verzögert und behindert haben. Außerdem hast du ja eine gute Begleitung durch deine Therapeutin, die dir zur Seite steht, und das hat etwas sehr Beruhigendes.

    Ich wünsche dir, daß du jetzt beginnen kannst, nach vorne zu schauen und etwas Neues aufzubauen -- der Kioskjob war ja auch irgendwie ein Klotz am Bein (auch wenn er etwas Sicheres und Stabilisierendes gewesen ist für viele Jahre), und auch eine Beziehung, die vor allem unter Alkoholeinfluß bestand, ist ein Klotz am Bein der eigenen Entwicklung.

    Wenn auch vieles sich im Moment fremd und traurig anfühlen mag in deinem Leben, du hast eine Menge Platz geschaffen. Da müssen gute Dinge hin! Und was das sein mag wirst du herausfinden, da bin ich mir sicher.

    Ganz LG, drück dich
    Frank

  • Guten Abend Frank,

    danke für deine Rückmeldung, ich war gestern den ganzen Tag unterwegs und hatte noch keine Zeit zum schreiben. Mir gehts sehr wechselhaft- gestern hatte ich einen sehr schönen Tag mit ganz lieben Menschen aus meiner SHG- und heute drömel ich irgendwie nur rum- habe zur Zeit eh die Tendenz, mich ein bißchen zurückzuziehen- ist ja auch erstmal nix schlimmes.

    Ich hatte die letzten 2 Tage Schmerzen in meiner rechten Brust, ich habe da eine Verhärtung, die ist mal mehr mal weniger da (habe ich schon etliche Jahre) und bislang hat es, wenn ich meine Regel habe, mal gespannt....aber weh getan hat es so noch nicht. Das hat mich sehr geängstigt, da meine Oma und Tante an Brustkrebs verstorben sind und meine Mutter 2009 an Brustkrebs erkrankt ist. Ich gehe 2x im Jahr zur Vorsorge zu meiner Frauenärztin und das mache ich sehr konsequent, war erst im Juni da, trotzdem ist da eine Sch... Angst, wenn auf einmal so blöde Schmerzen da sind. Heute ist es etwas besser, ich hoffe, es geht wieder weg....wenn nicht, muss ich das wohl abklären lassen. Ich versuche, mich da nicht hinein zu steigern...nicht so einfach.

    Ich bin auch sehr müde und schlapp seit ein paar Tagen....war wohl doch etwas viel die letzte Zeit. Also werde ich mir viel Ruhe gönnen und alles ein wenig sacken lassen. Ich brauche Zeit um die Dinge und Veränderungen zu verarbeiten, weil ich habe soviel in meinem Leben verändert....es ist eigentlich nichts mehr so, wie es war. Ja ich habe Platz geschaffen, das ist auch gut so....doch jetzt möchte ich einfach mal nichts machen und Kraft schöpfen für die neuen, hoffentlich schönen Dinge, die da kommen mögen. Ich denke, meine Seele und mein Körper weisen mir schon den für mich richtigen Weg und die Richtung....ich versuche mir zu vertrauen und lasse es auf mich zukommen- ohne Druck, weder von aussen, noch von mir selbst. Mal sehen, wie das so klappt....

    Frank, deine Worte haben mir gut getan, danke dafür :D

    Drück dich zurück, lg Lena

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