Enttaeuscht und traurig

  • Hallo Enttäuscht,

    herzlichen willkommen bei uns.

    Enttäuscht und traurig, klingt nicht gut.
    Won wem bist du denn enttäuscht?, von Dir ?, oder von deinem Partner ?

    Etwas gegen die Sucht zu unternehmen, funktionert nur, wenn der Wille dazu, ganz alleine von dir kommt.

    Ich habe selbst diese bittere Erfahrung damals machen müssen. Der Wunsch eine SHG aufzusuchen und in eine Therapie zu gehen, war der Wunsch meines Mannes.
    Ich war damals noch nicht soweit, habe das zwar alles brav gemacht, getrunken habe ich weiter.

    Frage Dich doch bitte, ob es dein absoluter Wille ist mit dem Trinken aufzuhören, wenn ja, warum klappt es nicht so richtig bei Dir ?

    Erzähle doch ein bischen mehr über Dich, damit wir Dir helfen können.

    L.Gr. rose

  • Hallo Enttäuscht,

    ich verstehe Dich,

    darf ich dich fragen, ob Du noch trinkst ?

    Dein Mann scheint im Moment seinen eigenen Weg zu gehen.
    Das ist sicher schmerzhaft für Dich.
    Wie Du geschrieben hast, und wie ich es verstehe, suggeriert dir dein Mann eine Chance für euch beide, wenn Du trocken bist ?!

    Wie siehst Du denn diese Möglichkeit ? Habt ihr noch eine Chance ?

    Du willst mit dem Trinken aufhören, dann investiere jetzt deine ganze Kraft für DICH, um aufzuhören.
    Nicht für ihn, nicht für eure Beziehung, nicht für deine Söhne, NUR FÜR DICH !
    Kämpfe für Dich und deine Nüchternheit, dann kehrt auch dein Selbstbewußtsein zurück. Ich weiß, wovon ich rede, ich habs auch geschafft.
    Du kannst es auch schaffen. :)

    Liebe Grüße, rose

  • Hallo Enttaeuscht und herzlich willkommen

    Nach deinem letzten Beitrag ist mir erst klar geworden, um was es tatsächlich geht. Dreh und Angelpunkt ist dein Trinken. So gut wirst du das also in den letzten drei Jahren doch nicht alles gemanagt haben. Die Folge davon ist, dass dein Mann sich immer mehr von dir distanziert hat. Zieh das jetzt mit der Gruppe und der Therapie durch, dann wird das mit deinem Mann auch wieder klappen.

    Wenn du wissen willst, wie sich die Angehörigen fühlen und mit einem trinkenden Partner umgehen, dann lies dich in dem Forum "Co-Abhängige von Alkoholiker und Angehörige" einmal durch. Dort findest du genügend Beispiele.

    Lieben Gruß
    Henri

  • Hallo Entäuscht, viele deiner Fragen beantworten sich von selber wenn Du in Dir schaust. Wie würdest Du Dich verhalten wenn Du gesund wärest und Dein Partner würde sich so verhalten wie Du? Ein Partner von einem alkoholkranken Menschen kann sich nicht in diese Gedankengänge und in das Suchtverhalten einfühlen. Vielmehr ist es auch so das er sich schützen muss um nicht auch 'Krank' zu werden ( CO-Abhängigkeit ist ein Krankheitsbild). Dann noch diese'Single-Männer'in der Gruppe die damit nichts am Hut haben....Das ich Alkoholiker bin sieht man mir nicht an, eher im Gegenteil( ich hatte wohl noch Glück) und ich bin durch meine Krankheit nur stärker geworden. Das Single-Sein hat vielmehr den Grund , das ich meinem Partner diese Belastungen nicht zumuten möchte, erst wenn ich ein sicheres Netz habe und mir selbst wieder vertraue, kann ich darüber nachdenken. Ich habe gesehen wie Partner leiden weil sie absolut hilflos sind wenn sich ein liebgewordener Mensch unter Alkoholeinfluss verändert. Die Reaktionen sind immer dieselben: Überraschung, peinliches Wegsehen, sie versuchen zu helfen und stossen dann an Ihre Grenzen...,Hilflosigkeit, evtl.Wut und dann Resignation. Es wird sehr lange dauern bis Dein Partner wieder Vertrauen in Dich hat, und selbst dann wird er Dich weiterhin scharf beobachten. Wichtig ist das Du selbst in Dir drinnen erkennst was Dich krank gemacht hat, und dann musst Du mit allen Konsequenzen dagegen angehen. Der Partner kann helfen die Krankheit zu erkennen , wenn Euch klar ist das Du Alkoholiker bist, muss er selber entscheiden wie er damit umgeht , und ob und wie er dich unterstützt. Keinesfalls kann und darf er Dich wieder gesund machen....das ist unmöglich. Ich schreibe aus eigener Erfahrung 1: weil mein Vater Alkoholiker war und ich hilflos danebenstand und 2: hatte ich eine Partnerin bei der ich auch vor dieser Wand stand ( Tabletten). No Way wenn der andere nicht will oder kann. Der Partner geht kaputt, wenn er nicht die Notbremse zieht ( s.o. CO-Abhängigkeit). Kämpfe,Kämpfe,Kämpfe...es lohnt sich. Gruss White

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Hallo Enttäuscht,

    das was Du machst, das machst Du ganz alleine nur für Dich, es ist Dein Leben, Deine Zukunft und das ist das Wichtigste. Du bist anders als er und keiner, der nicht mit Dir fühlen kann, wird Dir für Deine großartige Leistung auf die Schultern klopfen. Dein Schulterklopfen ist jeden Tag trocken zu sein und ich drücke Dir die Daumen, dass Du es wirklich willst und schaffst. Der einzige Weg Deines Mannes nicht unter zu gehen, ist an sich zu denken, sich zu schützen und dabei bleiben manche Dinge auf der Strecke. Keiner kann Dir sagen, ob sich das je wieder richten lässt, das hängt nur von Euch ab. 32 Jahre sind eine lange Zeit, die man nicht einfach so fortwirft, aber erwarte nicht, dass er aufspringt und hurra ruft. Meine Ehe ist jung und trotz aller Verbundenheit und Liebe, zähle ich nicht mehr täglich bewusst mit, ob mehr, weniger oder nichts getrunken wurde. Das hat viel Kraft gekostet und jetzt wo es fort ist, möchte ich es nicht mehr zurück haben, dennoch, unbewusst werden viele Dinge abgespeichert und wühlen alles auf, so wie jetzt bei Reisevorbereitungen und das geht nicht einfach so auszuradieren.

    Wie Du aus den Beiträgen entnimmst, ist die Trennung oft der einzige Weg, vielleicht auch weil man Dinge wieder entdeckt, die scheinbar nicht mehr vorhanden sind. Es muss nicht so sein, vieles kann sich einrenken, aber es gehören immer zwei zu einer Beziehung. Entfremdungen, Beziehungsprobleme, die sind schwer ohne und überhaupt nicht mit Alkohol lösbar. Ehen gehen auch ohne Alkoholprobleme hinüber. Meine erste Beziehung hielt 26 Jahre. Es war eine Befreiung als der Richter uns trennte, meine Frau wurde dagegen ohnmächtig, obwohl wir einige Jahre von Tisch und Bett getrennt waren. Heute haben wir einen guten Kontakt, sie hat einen ganz tollen Partner und unserer Kids schätzen unsere Partner sehr.

    LG kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

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