Was mir Sorge bereitet ist, dass es jetzt Gefühle der Leere in mir gibt, die ich bisher mit nichts lindern konnte. Das ist schwer auszuhalten und kein Hobby, keine Beschäftigung hilft. Ich nehme an, ich muss das einfach akzeptieren und annehmen und hoffen, dass das irgendwann leichter wird...
Diese Leere habe ich erst mal gar nicht dramatisch aufgeblasen. In meinen nassen Jahren habe ich gesoffen und damit alles Mögliche ausgefüllt.
Wenn ich diese Leere jetzt sofort wieder negativ bewerte, nur weil ich trocken bin, sitze ich gedanklich schon wieder ein Stück im alten nassen System. Da war Alkohol schließlich für alles irgendeine Lösung. Diese Denkweise wollte ich nicht weiterfüttern. ![]()
Nur entsteht mit dem Weglassen des Alkohols natürlich nicht automatisch ein neues trockenes Leben. Das eine ist: nicht mehr trinken. Das andere ist: trocken leben lernen.
Der Alkohol ist weg. Schön. Nur wenn ich weiter denke, rede und handle wie zu nassen Zeiten, habe ich eben nur das Glas abgestellt. Trockenwerden fängt für mich da an, wo ich aufhöre, an meiner nassen Version festzuhalten.
Ich hatte auch keine Erwartung, dass Trockenheit mir sofort irgendwas liefern muss. Trockenheit war für mich kein Tauschgeschäft nach dem Motto. „Ich gebe Alkohol ab und bekomme dafür Glück, Zufriedenheit und inneren Frieden frei Haus"
Erst mal bekomme ich vor allem eines. Keinen Alkohol mehr. Und dann beginnt das Leben ohne ihn. Und dann beginnt das Leben ohne ihn.
Und wenn da am Anfang mal Leere aufgetaucht ist, musste ich die nicht sofort wieder mit irgendwas zustopfen oder gleich zum nächsten Problem erklären. Die durfte auch einfach mal da sein. Nicht jede freie Stelle im Leben braucht sofort eine neue Füllung.![]()