• Moin Moin!

    Ich bin Manu. Mutter von zwei Kleinkindern, 1+3. Mein Mann ist Alkoholiker. Er hat grade den körperlichen Entzug in einer Klinik durch und ist seit einer Woche wieder zu Hause. Vorher hat er ein Jahr lang heimlich getrunken. Er ist auch depressiv. Ich dachte lange, dass er dissoziiert. Irgendwann habe ich das erste Mal versteckten Alkohol gefunden. Da habe ich das Problem noch gar nicht erahnt. Ich wollte damals nur, dass er nicht heimlich trinkt. Das hat sich aber wiederholt. Irgendwann hab ich dann richtig viel verstecken Schnapps gefunden. Da hab ich das erste Mal gefordert, dass er nicht trinken darf, wenn er bei uns bleiben will. Vergeblich. Beim nächsten krassen Rausch habe ich den RTW gerufen. Ich wusste allerdings nicht, dass er betrunken ist. Ich dachte er ist ernsthaft krank. Aber so kam raus, dass er immer noch trinkt. Ich habe ihn monatelang immer mal wieder gefragt, ob er betrunken ist, er hat das verneint und ich geglaubt… ich dachte, er sei müde, depressiv, dissoziiert. Aber nein, er war jedes Mal betrunken. Ich habe in der Zeit mehr und mehr mein Leben aufgeben müssen, war an zu Hause gefesselt. Ich mochte die Kinder nicht mehr mit ihm allein lassen. Jetzt, wo ich die Wahrheit kenne, bin ich so unfassbar wütend. Ich habe mir geschworenen, in Zukunft mehr auf mein Bauchgefühl hören und weniger auf das, was er sagt. Nun hat er jedenfalls diesen Entzug gemacht und behauptet, er trinke nicht mehr. Ich glaube ihm kein Wort. Wie soll ich bloß mit dieser Situation umgehen? Ich bin so verzweifelt.

  • Hallo Maumaumanu,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!

    Leider ist es so, dass sich viele Geschichten der Angehörigen bei uns im Forum ähneln.

    Und es ist so, dass nur der Alkoholkranke die Sucht stoppen kann. Du kannst im Grunde nichts tun, nur dafür sorgen, dass es Dir besser geht.

    Für den Austausch mit den anderen Teilnehmern klicke den folgenden Link an:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Anklicken und kurz etwas dazu schreiben.

    Wir werden Dich dann freischalten und Dein Thema in "Erste Schritte für Angehörige" verschieben.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Hallo Maumaumanu,

    auch von mir herzlich Willkommen hier im Forum.

    Ich habe dich gerade für die Teilnahme freigeschaltet und dein Thema in den Angehörigenbereich verschoben. Ich wünsche dir einen hilfreichen Austausch und daß du Antworten auf deine Fragen findest.

    Du kannst dich jetzt mit den anderen Teilnehmern austauschen, nur bitte die nächsten 4 Wochen nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern mit den orangeroten Namen.

    Liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo Maumaumanu!

    Ich bin Manu. Mutter von zwei Kleinkindern, 1+3. Mein Mann ist Alkoholiker.

    Du steckst wirklich in einer unglücklichen Situation weil deine Kinder noch so klein sind.

    Er hat grade den körperlichen Entzug in einer Klinik durch und ist seit einer Woche wieder zu Hause.

    Wenn er nur einen Entzug gemacht hat und nichts weiter unternimmt wie z.B. eine Selbsthilfegruppe oder eine weiterführende Therapie zu besuchen wird das wahrscheinlich nichts.

    Vorher hat er ein Jahr lang heimlich getrunken. Er ist auch depressiv. Ich dachte lange, dass er dissoziiert.

    Wenn er depressiv ist ist trinken tabu denn Depressionen und Alkohol putschen sich gegenseitig hoch. Wenn er Medikamente gegen Depressionen einnimmt können sie bei gleichzeitigem Alkoholgenuss nicht richtig wirken.

    Ich wollte damals nur, dass er nicht heimlich trinkt. Das hat sich aber wiederholt. Irgendwann hab ich dann richtig viel verstecken Schnapps gefunden. Da hab ich das erste Mal gefordert, dass er nicht trinken darf, wenn er bei uns bleiben will. Vergeblich.

    Alkoholiker trinken oft heimlich, einmal weil sie Diskussionen aus dem Weg gehen wollen und andererseits wollen sie ihren wirklichen Konsum geheimhalten. Den Angehörigen erzählen sie oft Lügengeschichten damit sie keine Konsequenzen spüren müssen. Aber wenn du Drohungen aussprichst und nicht ins Handeln kommst nimmt er dich nicht mehr ernst.

    Ich mochte die Kinder nicht mehr mit ihm allein lassen. Jetzt, wo ich die Wahrheit kenne, bin ich so unfassbar wütend.

    Ich würde die Kinder auch nicht mit ihm alleine lassen, hast du denn niemanden der zeitweise auf die Kinder aufpasst? Auf Dauer ist es für die Kinder schädlich wenn sie in so einer Umgebung aufwachsen müssen.

    Nun hat er jedenfalls diesen Entzug gemacht und behauptet, er trinke nicht mehr. Ich glaube ihm kein Wort.

    Ich wäre da auch sehr mißtrauisch ihm gegenüber. Aber du kannst es nicht verhindern daß er wieder trinkt und dich wiederum anlügt. Ich verstehe deine Verzweiflung ging mir auch nicht anders. Ich habe das viele Jahre mitgemacht und ertragen und immer wieder gehofft daß er aufhört zu trinken. Aber letztendlich habe ich mich getrennt, ich merkte daß mich dieses Leben krank gemacht hat.

    Du hast nur ein Leben und 2 kleine Kinder ob du das auf Dauer aushalten willst steht auf einem anderen Blatt. Aber leider kann man den Partner nicht trocken legen auch wenn man sich noch so bemüht. Nur wenn es bei ihm Klick macht besteht eine Chance daß er aufhört.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Danke für deine ausführliche Antwort und die einordnenden Worte. Ich hab jetzt Gewissheit, dass er wieder trinkt. Hatte grad den RTW da, weil er nicht mehr ansprechbar war und ich Angst hatte, dass er einen Schlaganfall hat. Fazit: sternhagelvoll. Ich gebe ihm nun drei Monate Zeit, sich eine Bleibe zu suchen. Wenn kein Wunder geschieht, muss er gehen. Habe grad unseren engsten Familienkreis über unsere Situation informiert. Ich werde nicht für ihn lügen und ich will ihm auch keine Chance mehr geben, sich zu verstecken. Mir tun nur die Kinder so Leid. Die lieben ihn so und die haben ihn im Entzug auch so schrecklich vermisst…

  • Hallo Manu!

    Hatte grad den RTW da, weil er nicht mehr ansprechbar war und ich Angst hatte, dass er einen Schlaganfall hat. Fazit: sternhagelvoll.

    Dann hat dein Gefühl dich doch nicht getäuscht aber das eigene Bauchgefühl ist oft aussagekräftiger als das was einem so erzählt wird. Naja zum Glück war es kein Schlaganfall was ja weitergehende gesundheitliche Folgen hätte.

    Ich gebe ihm nun drei Monate Zeit, sich eine Bleibe zu suchen. Wenn kein Wunder geschieht, muss er gehen.

    Du bist sehr konsequent, Hut ab. Das Wunder kann nur er bewirken indem er Nägel mit Köpfen macht und seiner Sucht den Kampf ansagt. Er soll es aber nicht machen weil er euch halten will sondern weil er einsieht daß sein Konsum nicht okay ist.

    Habe grad unseren engsten Familienkreis über unsere Situation informiert. Ich werde nicht für ihn lügen und ich will ihm auch keine Chance mehr geben, sich zu verstecken.

    Das ist gut so daß du die Wahrheit über eure Situation nicht verschweigst aber wie verhinderst du daß er sich versteckt? Wenn er nicht aufhören will wird er immer einen Weg finden zu konsumieren.

    Mir tun nur die Kinder so Leid. Die lieben ihn so und die haben ihn im Entzug auch so schrecklich vermisst…

    Ja die Kinder sind die Leidtragenden ich finde es furchtbar daß er es nicht schafft ohne Alkohol zu leben. Aber trotz allem bleibt er ja der Vater der Kinder und kann sie besuchen kommen. Es ist leider seine Sache was er in Zukunft daraus macht.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

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