Beiträge von Linde66

Willkommen in unserem Forum : Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unter Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Für beide Gruppenbereiche kannst du hier Vorstellen und hier bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.

    Ein Jahr später - und es ist immer noch Corona...

    wer hätte das gedacht. :roll:


    Hier nochmal die Einladung an alle Gäste und stillen Mitleser hier:

    Wenn ihr Hilfe zum Thema Alkoholismus sucht, sei es als selber Betroffene oder als Angehörige,

    meldet euch im Vorstellungsbereich.


    Viele reale Hilfeangebote sind leider noch immer nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen zugänglich.

    Lasst euch davon nicht beirren.


    Suchtberatungssstellen, reale Selbshilfegruppen und online-SHGs so wie unsere hier, können sich gut ergänzen. Es gibt ein gutes Netz von Hilfen zur Selbsthilfe!


    Das Lesen der Threads, der Erfahrungsaustausch mit Betroffenen und die Möglichkeit sich selber beim Schreiben zu sortieren - all das kann einem bei den notwendigen Veränderungen im eigenen Leben unterstüzten.


    Lest euch gerne erst einmal ins offene Forum ein und wenn ihr möchtet, meldet euch in unserem Vorstellungsbereich an.


    Viele Grüße, Linde

    Hallo liebe User/innen!


    Wir haben jetzt durch die Forenumstellung die Möglichkeit Profilbilder zu verwenden.


    Bitte überlegt euch genau, ob ihr durch ein Foto von euch wirklich eure Anonymität aufgeben möchtet.

    Ihr seid alle über 18 und wenn ihr Hilfe für euch selber sucht, dann kann es passen, aber sowie es um Angehörige geht nicht mehr.


    Das reale Profilbild, vielleicht zusätzlich noch der reale Name, und schon seid ihr im www erkennbar. Wenn euer Themenschwerpunkt Co-Abhängikeit und EK-Thematik ist, dann outet ihr eure Angehörigen im Internet!


    Das sollte nicht sein. Dazu ist das Forenthema einfach zu sensibel.


    Viele Grüße, Linde

    Hallo Lutz,

    das ist lieb von dir, vielen Dank.


    Ich denke, es ist einerseits Wertschätzung und Erinnerung an Weggefährten.

    Andererseits wird einem dadurch auch der eigene Weg nochmal bewußt.


    Eine Bitte habe ich - Lutz, du hast das ja gut gelöst mit den Abkürzungen - bitte schreibt so anonym wie möglich.

    Oft geht es ja um Menschen, die man in realen Selbsthilfegruppen kennengelernt hat oder auch um Familienangehörige. Bitte schreibt so, daß man weder sie noch euch erkennen kann.



    Ich möchte mal den Anfang machen mit einem meiner Weggefährten, der mir unendlich fehlt. ;(

    Meinem Moderatorenkollegen Martin.

    Am 12. Mai 2018 war einer der schlimmsten Tage meines Lebens. Früh morgens erfuhr ich von seinem völlig überraschenden Tod. Im Forum lief zufällig genau an dem Tag ein update und man konnte nicht rein. Ich war vollkommen verzweifelt und aufgewühlt.


    Es ist ja nicht so, daß wir Moderatoren uns alle privat kennen. Wir wohnen ja quer durchs Land verteilt. Martin war tatsächlich der einzige, der mich einigemal besucht hatte. Durch die langjährige Moderatorentätigkeit und natürlich auch durch das Tagebuchschreiben im geschützten Teil des Forums, hat man sich über die Jahre "kennengelernt" - wie man sich halt virtuell kennenlernen kann.

    Aber wie gesagt, Martin kam mich jedes Jahr ein oder zweimal besuchen, und wir telefonierten öfters. Es entstand eine tiefe Freundschaft.

    Er war jahrzehntelang Alkoholiker und das hatte an seinem Körper starke Spuren hinterlassen. Damit kam er aber gut zurecht. Er würde dieses Jahr seinen 18. Trockengeburtstag feiern können, wenn, ja wenn... ;(


    Er war lustig, zurückhaltend, ernsthaft, gründlich, zuverlässig. Er fand immer die richtigen Worte. Ich war oft überrascht, wie intensiv er hier im Forum mitlas. Irgendwann sagte er mir mal, daß er all die ganzen Jahre jeden einzelnen Beitrag gelesen hat. Jeden einzelnen.

    Ihm half das in seiner Trockenheitsarbeit, denn raus in eine reale SHG konnte er aufgrund seiner körperlichen Probleme nicht mehr. Daß er sooo schnell sterben würde, damit hat weder er noch irgendjemand sonst gerechnet.


    Für mich war er wie ein Fels, obwohl er sooo wackelig und zierlich war. Auf ihn konnte ich mich immer verlassen. Ich vermisse ihn unendlich. Er war immer ein Vorbild für mich. Seine ruhige Art, sein Humor. Er hat immer versucht sich erst mal einen Überblick zu verschaffen, bevor er geschrieben hat. Ach und seine Smilies... ^^ Er hatte ein unendlich große Smilie-Sammlung... Damit hat er in seinen Antworten oft gar nicht viele Worte machen müssen, um traurige Menschen wenigstens für einen Moment zum Lächeln zu bringen. Seine Antworten waren meist kurz, aber da war sooo viel Wertschätzung, Verständnis und Hilfsbereitschaft für uns Mitglieder hier in der SHG.


    Martin und ich sind gleich alt. Es fiel mir sehr schwer alleine weiterzugehen. Nichts ist mehr wie es war. Klar sind andere Menschen da, ich bin ja nicht alleine. Aber die Lücke, genau diese eine Lücke tut so weh.

    Ich glaube, selten hat mich etwas mehr in meinen Grundfesten erschüttert, wie sein plötzlicher Tod.

    Tut weh und tut gut, mich an ihn zu erinnern.


    Danke Lutz, daß du das Thema eröffnet hast. Der Mai ist seit drei Jahren mein schwierigster Monat. Es ist Frühling, alles blüht, alle rennen draußen rum und ich trauere.

    Ich glaube, das Schreiben hat mir etwas geholfen.


    LG, Linde

    Danke Lutz, daß du so ein bewegendes Thema eröffnet hast.

    Ich war länger nicht online und als ich heute ins Forum kam, hat mich genau diese Überschrift unglaublich berührt.

    Dürfen sich auch andere an liebe Wegbegleiter erinnern und das hier zum Ausdruck bringen? Ich frage, weil es ja dein Thema ist.

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Bermuda,
    mir ist der Satz in einem anderen Zusammenhang auch aufgefallen.
    Du schreibst, sie ist clean.
    Hat sie einfach so den Alkohol weggelassen? Dann befindet sie sich in einem Kalten Entzug, der sehr, sehr gefährlich werden kann.
    Oder macht sie eine ärztlich begleitete Entgiftung?
    Viele Grüße, Linde

    Hallo Günni,
    dein Thread war damals einer der ersten, die ich im geschützten Bereich komplett durchgelesen habe.
    Ich dachte immer, was ein Stehaufmännchen Günni ist. Immer wieder aufrappeln, egal was das Leben dir für Knüppel zwischen die Beine wirft...
    Liebe Grüße, Linde

    Hallo Bermuda,
    wieso bist du enttäuscht von dir? Du hast doch gesagt, was du wolltest. Das mußt du nicht 93 mal wiederholen...
    Jetzt ist sie dran.
    Kann aber sein, daß es ihr nichts ausmacht, wenn du kurzzeitig zu deiner Familie ziehst, denn dann kann sie in aller Ruhe in deiner Wohnung weitertrinken.
    Liebe Grüße, Linde

    P.S. Wenn du sie bittest auszuziehen und das auch durchziehst, dann kann ihr Tiefpunkt zu ihrem Wendepunkt werden. Nicht daß du das machen solltest, um eben dies zu "erreichen", das wäre co-abhängiges Verhalten deinerseits.
    Du solltest die Entscheidung, welche auch immer, für DICH treffen und dann dazu stehen. Nichts "androhen", was du nicht auch durchziehst, denn sonst weiß sie, daß sie dich immer wieder zum Einlenken bringt - und schwupps bist du in der Co- Falle.
    Pack es an, für dich.
    Wie gesagt, der Rest findet sich.
    Ich weiß von mir, daß es sehr viel Energie freisetzt, wenn man sich endlich für was entschieden hat und es durchzieht. Da ist plötzlich wie von Zauberhand reichlich Power in einem drin. Die war vorher aber auch schon da, sie war nur gebunden an den Suchtkranken. Die Kraft kannst du für DICH nutzen.

    Hallo Bermuda,
    ich lese das immer wieder hier, daß Hund oder Katze, einmal sogar ein im Garten des Suchtkranken stehendes großes Trampolin in solche wichtigen Lebensentscheidungen reingenommen werden. Damit die Kinder weiter Trampolin hüpfen konnten, wurden sie von der co-abhängigen Mutter nicht aus der Situation mit dem trinkenden und prügelnden Vater rausgenommen. Ich weiß, das ist ein krasses Beispiel. Ich bin auch tierlieb. Aber schau, was jetzt WIRKLICH dran ist. Der Rest findet sich!!
    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Bermuda,
    ich hatte nie einen alkoholkranken Partner, aber eine alkoholkranke Mutter. Die Hilflosigkeit macht was mit einem. Das schwankte bei mir von Trauer, Wut, Aktionismus, Depression.... und mündete in eigenem Suchtverhalten und diversen Krankheiten. Partner kann man verlassen, Mutter bleibt Mutter. Ich habe über die Jahrzehnte meinen Frieden damit geschlossen, daß ich nicht die Suchterkrankung bei jemand anderem stoppen kann, aber sehr wohl mein eigenes Leben in die Hand nehmen kann.
    Bitte lass das mit deinen Herzschmerzen abklären. Ich sah z. B. topfit aus, hatte aber einen irrwitzig hohen Blutdruck.
    Es ist schwer einzusehen, daß man eine Suchterkrankung eines Angehörigen "von außen" nicht beeinflussen oder gar stoppen kann. Die Menschen brauchen ihren eigenen Tiefpunkt, der zum Wendepunkt werden kann... Aber das muß aus ihnen selbst heraus kommen. Aber manche trinken sich einfach zu Tode, so schlimm das ist.
    Suchterkrankungen sind eine harte Nuss. Putzsucht, Eßsucht, Spielsucht...... die Bandbreite ist groß. Man kann die Suchterkrankung zum Stillstand bringen, wenn man dazu bereit ist und sein ganzes Leben dafür umkrempelt.
    Wenn man allerdings mit einem suchtkranken Angehörigen zu tun hat, der absolut nicht aufhören will, dann kann man nur Abstand halten. Mit dem äußeren kommt der innere Abstand. Wenn man jahrelang um den Suchtkranken kreist, geht man mit ihm unter.
    Für mich war das damals furchtbar, aber ich habe etliche Jahre den Kontakt zu meiner Mutter/Eltern einschlafen lassen, bis ich innerlich stabil war. Sie führt ihr Leben, es ist ihre Verantwortung.


    Wie gesagt, bitte schau auf dich. Bei mir haben auch irgendwann schlimme körperliche Symptome angefangen. Wir haben nur ein Leben.
    Viele liebe Grüße, Linde

    Hallo Jacky,
    könntest du bitte aufhören reale Namen zu benutzen?
    Du schreibst sehr, sehr offenherzig über das Privatleben.
    Die Leute könnten sich wiedererkennen oder erkannt werden.
    Danke.
    Gruß, Linde

    Hallo dionysos,
    hat deine neue Freundin auch eine Suchterkrankung und wenn ja, welche?
    Nur wenn du die Frauen austauschst, ist dein co-abhängiges Verhalten nicht spontan "geheilt".
    Möglicherweise hast du dir insgeheim die nächste Patientin gesucht?
    Viele Grüße, Linde

    Zitat

    Ich versuche auch immer wieder, ihm zu vermitteln, dass er mir Luft zum Atmen lässt.


    Stattdessen könntest du einfach atmen.


    Zitat

    Und natürlich akzeptiert er meine Aussage nicht, dass ich den Kontakt gerade nicht mehr will.


    Stattdessen könntest du von dir aus den Kontakt ruhen lassen.


    Hallo Lilli,
    die beiden Sätze sind mir aufgefallen.
    Du kannst atmen, du kannst dich frei bewegen. Du mußt nichts vermitteln, aussagen, erklären, rechtfertigen. Und vor allem brauchst du keine Erlaubnis.
    Gib niemand die Kontrolle über oder die Verantwortung für dein Leben.
    Lass ihn wurschteln und komm zur Ruhe.
    Selbst 3 Monate Klinik machen ihn nicht trocken. Das ist ja ein lebenslanger Prozeß.
    Viele liebe Grüße, Linde

    Zitat

    Ballast abwerfen um wieder Platz für neuen zu haben.


    Hallo Mo,
    guten Morgen. :)
    Mir ist dieser Satz von dir aufgefallen.
    Klar kann man hier im Forum sich einfach mal was von der Seele schreiben, Ballast abwerfen.
    Aber um Platz für neuen Ballast zu haben? :shock:
    Das kann ja nicht das Ziel sein, sich kompatibel zu machen für einen nassen Alkoholiker, oder?
    Vielleicht kannst du es dir momentan nicht vorstellen, daß es ein Leben ohne Sucht geben kann. Aber das erfordert Entscheidungen und Arbeit an sich selber. Unabhängig davon: Es gibt nette Männer, die nicht trinken, die gesund sind und die nicht gerettet werden müssen. Oder ist es dir wichtig einen Partner zu haben, der betüddelt werden muß?
    Dein Freund macht die aktuelle Trinkpause, um seinen Führerschein wieder zu bekommen. Falls er ihn bekommt, gehts dann wieder von vorne los mit dem gewohnten Leben? Wobei ich dann hoffe, daß er den Schein ganz schnell wieder los ist.
    In der ganzen Zeit hast du dein komplettes Leben auf ihn ausgerichtet. Deswegen kommt dir das wie Harmonie vor. Aber der Preis den du zahlen mußt, wie hoch ist der? Die Aktion auf der Autobahn war LEBENSGEFÄHRLICH!!! Ihr hättet beide tot sein können und andere unbeteiligte Autofahrer auch.
    Wenn er wieder trinkt, bzw. wieder mehr trinkt als zur Zeit, dann wird es wieder solche fürchterliche Szenen geben.
    Das was du vor dir hast, ist genau der Mensch, der er eigentlich ist.
    Das Wunschdenken, die tränenreichen Entschuldigungen, das Abheften der zahllosen Briefe usw. usw., das alles hält dich schön bei der Stange. Aber wie gesagt, du zahlst einen hohen Preis. Als Co eines nassen Alkoholikers hängt man in der Endlosschleife fest und meint, wenn man sich nur genug einsetzt, daß man den anderen irgendwann trocken bekommt... Und man bleibt und bleibt und bleibt. Selber gehts einem immer schlechter und der Alkoholiker trinkt immer noch.
    Bei mir war es nicht der Partner, sondern meine nasse Mutter, von der ich mich loseisen mußte, sonst wäre ich kaputtgegangen.


    Ich wünsche dir wirklich einen hilfreichen Austausch hier! Bitte nimm unsere Worte nicht für böse. Die meisten von uns kennen solche und vergleichbare Situationen sehr gut und wissen, wie schwer es ist rauszukommen. Aber wie gesagt, daß Ziel sollte nicht sein, neuen Ballast aufzusammeln, sondern ins Umdenken zu kommen. Ich weiß wie schwer und schmerzlich das ist, solche Gedanken zuzulassen.


    Viele Grüße, Linde

    Hallo instfw,
    herzlich Willkommen hier in der SHG.
    Nicht wundern, ich habe deinen realen Namen und Alter editiert.


    Da es dir um recht persönliche Angelegenheiten deiner Frau geht, wäre es gut, wenn du im öffentlich lesbaren Teil des Forums (blaue Überschriften) so anonym wie möglich schreibst! Sie möchte sicherlich nicht im Internet gefunden werden bzw. sich selber hier entdecken. Das Internet ist manchmal ein Dorf.


    Im erweiterten Forenbereich (grüne Überschriften) kann das www nicht mitlesen.
    Liebe Grüße und dir einen guten, hilfreichen Erfahrungsaustausch!
    Linde :)

    Und wenn du wirklich wichtige Sachen dort noch rausholen willst/musst, dann nimm jemanden mit.
    Am besten jemand, der deeskalierend aussieht und sich auch deeskalierend verhalten kann.
    Liebe Grüße, Linde