Krümel - Vorstellung Angehörige - unsicher?

  • Naja, wenn es nicht sein Trinkverhalten ist, das problematisch ist, könnte ich anfangen, an meiner Haltung dazu zu arbeiten ?

    Ihn verändern kannst du ja nicht.... Als ich das bei meinem Mann versucht habe, ist das ziemlich in die Hose gegangen. Mittlerweile habe ich kapiert, dass ich ihn nicht in den Entzug zwingen kann. Aber ich kann lernen, mich abzugrenzen. Und ihm zu sagen, was mich nervt. Und zwar mit dem Bewusstsein, dass nicht ich schuld bin oder irgendwelche Umstände, sondern, dass ER für sein Verhalten verantwortlich ist. Wenn er das Problem sieht und bereit ist, was zu ändern, kann ich gerne unterstützen (Nummer von einer Beratungsstelle raussuchen oder so). Und auch mit den Kindern will ich offen darüber sprechen, dass Alkohol Menschen kaputt machen kann und dazu führt, dass sie Dinge tun, die sie später bereuen und oft auch gefährlich für andere sein können. Und dass es nicht einfach ist, aufzuhören, aber dass es Möglichkeiten gibt.

  • Die Haltung ist ja richtig.

    Die Frage ist, ob trotz dieser richtigen Haltung eine erfüllte Partnerschaft und ein gesundes familiäres Umfeld für die Kinder möglich ist.


    Ich mein klar kann man zu den Kindern sagen „Papa ist halt krank. Er meint das alles nicht so, er ist so weil er krank ist“


    Das hat man zu mir auch gesagt als Kind. Meine Eltern sind ja ganz stolz auf sich und ihren Offenen Umgang mit der Krankheit.

    Was habe ich als Kind gelernt?


    „Auf kranke nimmt man Rücksicht“

    „Krankheiten muss man aushalten“

    „Krankheiten rechtfertigen, dass meine Bedürfnisse und Wünsche nicht erfüllt werden.“

    „Um kranke macht man sich sorgen. Für Kranke ist man da. Man kümmert sich um kranke. Man hat Verständnis für kranke“


    Die Konsequenz:

    Gestörtes Beziehungs- und verhaltensmuster im Erwachsenenalter, katastrophale unbewusste Partnerwahl (natürlich Alkoholiker), schlechte Beziehung zu mir selbst, mangelnde Selbstliebe. Diese Baustellen hab ich, obwohl meine Eltern immer so offen und perfekt damit umgegangen sind.


    Kinder muss man in erster Linie eins: SCHÜTZEN


    Bring euren Kindern doch einfach eins bei: das man sich selbst wichtig nehmen darf, dass man gehen darf, dass das Leben zu kurz ist um ungute Dinge aus angeblicher Liebe zu anderen aushalten zu müssen, dass man Probleme des Partners nicht mittragen muss. Dass die Liebe zu sich selbst immer größer sein muss wie die Liebe zu einem Partner.


    Kinder brauchen emotionale zugängliche Eltern, die DA sind, die sich kümmern können, auf das Kind eingehen, die nicht so derbe Probleme mit sich rumschleppen, um sich gesund entwickeln zu können. Das kann ein nasser Alkoholiker aus meiner Sicht nicht in ausreichendem Maß leisten. Dem Kind bringt es also wenig, wenn man ihm die Krankheit erklärt, wenn der Kranke nichts dran ändert.


    Wenn ihr es nicht für EUCH SELBST schafft, dann bitte wenigstens für eure Kinder überlegen ob die Trennung nicht das Beste ist. Co-abhängige Mütter sind nicht nur für ihre eigene Haltung verantwortlich. Wenn du es schaffst mit dieser Situation klar zu kommen, ist das schön, heißt aber noch lange nicht das es gut für die Kinder ist.

    Wenn’s nur um die Erwachsene Mutter geht, bitte bleib bei ihm ein Leben lang, aber eure Kinder haben keine Wahl, ihr entscheidet für sie mit und es wird mit hoher Wahrscheinlichkeiten Folgen für sie haben, die erst später sichtbar werden, egal wie viel ihr ihnen erklärt, mit ihnen redet und euch rechtfertigt, warum ihr bleibt, Weil kein Rede der Welt was daran ändert, dass das Familiensystem trotzdem dysfunktional und suchtbelastet bleibt.


    Kinder lernen nicht von den Worten der Eltern, sondern vom Verhalten.

    11 Mal editiert, zuletzt von orangeblau (14. September 2026 um 11:39)

  • Das ist doch typisch Co:


    „Mein Partner ändert nichts an seinem Suchtproblem. Also lerne ich ein andere Haltung einzunehmen damit es weiterhin funktioniert zwischen uns.“


    Warum musst du an deiner Haltung arbeiten und er nicht an seinem Suchproblem?

    Warum bist du allein dafür verantwortlich, dass die „Beziehung“ weiterhin funktioniert?

    Warum musst du dich ändern für diese Beziehung, er aber nicht?

    Beide müssten sich ändern. Jeder für sich. Sonst ist es keine gesunde Beziehung.


    Er kann und will sich grad nicht ändern. Sein gutes Recht.


    Du hast kein Bock drauf mit einem nassen Alkoholiker zusammen zu sein, weil es dich fertig macht, deine Lebensqualität massiv einschränkt und dich auch krank macht. Dein gutes Recht.

    Einmal editiert, zuletzt von orangeblau (14. September 2026 um 11:59)

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