Beiträge von orangeblau

    Ich habe ganz früh gemerkt, das daheim etwas nicht stimmt. Ich hatte ja den Vergleich zu den Elternhäusern meiner Schulfreundinnen. Da war sicher auch nicht alles Eiapopeia, aber über die Jahre habe ich immer mehr mitbekommen und kapiert.

    Gleichzeitig hat mich meine Hilflosigkeit und Ohnmacht daheim fertig gemacht.


    Ich war bei aktiver Sucht noch ein Kleinkind/Grundschulkind.


    Frage mich allerdings, ob sich die familiären Beziehungsdynamiken automatisch ändern, wenn der Alkoholiker trocken wird.
    Co’s meinen das ja oft.
    Ich bezweifle das mittlerweile.

    Co ist immer noch Co selbst wenn der Partner nicht mehr nass ist. Auch der Co muss an sich arbeiten.

    Ich war zu jung um all diese Verstrickungen zu verstehen. Es löste keine logische Gedankenkette aus, sondern einen Kloss in mir ein innerliches Verkleben, Übelkeit, Enge in der Brust. Negative Gefühle eben, die mir sagten, da ist etwas überhaupt nicht in Ordnung. Aber niemand hilft mir. Es bleibt einfach wie es ist.


    So ist es. Kinder und Jugendliche bekommen es mit. Manche merken das etwas nicht stimmt, andere denken das wäre ganz einfach familiäre Normalität und bei allen so.

    In meinem Fall ist es so, dass ich meine Kindheit glücklich im Kopf habe. Es war schlicht und einfach normal für mich. Ein Kind hat keine Vergleichsmöglichkeiten, weiß nicht wie es in anderen gesunden Familien abläuft.

    Die Konsequenz:

    Unbewusst sucht man sich wieder diese vertrauten Muster aus der Kindheit und erkennt nicht so schnell wie andere, wenn etwas falsch läuft.

    ich frag mich im Nachhinein zB sehr sehr oft, warum ich bis zu einem bestimmten Erlebnis die Sucht meines Ex-Partners NULL erkannt habe, seinen Konsum NIE hinterfragt habe, obwohl es im Nachhinein schon viele Jahre vorher deutliche Anzeichen gab, ich denke sogar bereits als ich ihn kennengelernt hatte.

    Ich bin auch irgendwie der Meinung von Co-Pilot.

    Würde jetzt auch sehr stark darauf beharren, dass er zu seiner Mutter zieht und mir gar nichts mehr gefallen lassen. Er hat die Trennung ausgesprochen und soll gehen damit sie und die Kinder Zeit haben zur Ruhe zu kommen. Für ihn ist es viel einfacher zu gehen. Durchsetzen, einen härteren, bestimmten Ton zulegen. Das ist doch nicht nur seine Entscheidung wer zu gehen hat. Wer meint er zu sein?

    Er hat eurer Leben schon genug zerstört, da muss man ihm nicht auch noch bei der Trennung entgegen kommen. Außerdem arbeitet er bestimmt Vollzeit und du und die Kinder seit mehr zuhause. Mehr als ein Bett braucht er vorübergehend nicht.


    Einfach ganz klar deine Interessen verteidigen und durchsetzen. Das habe ich am Anfang auch getan. Und schließlich das Haus halten können.

    Übriges habe ich als Alleinerziehende gefühlt mehr Geld als vorher. Das merkt man schon wenn ein erwachsener Mann wegfällt…und die Kosten für sein Gesaufe. Sucht ist teuer.

    Ja stimmt auch wieder meinen Tochter ist auch lieber bei mir. Und sagt sowas wie " so viel hat sich nicht geändert, der Papa ist ja eh nicht so oft da oder kommt nicht mit."

    Ich glaube ich falle in dieses Muster der CO-Abhängigkeit weil mein Papa auch ein Alkoholproblem hat. Vll nicht so heftig wie mein Mann, dafür ist mein Vater sehr ungeduldig, teils aggressiv, wenn es nicht läuft wie er will und sehr stur. (Er hat in seinem Leben sehr viel erlebt und hat sich nie Hilfe geholt.) Heißt ich glaube ich kann mich teils als EKA sehen. Auch wenn es bei meinem Papa erst spät angefangen hat. Aber ich glaube meine Mutter wäre glücklicher, wenn sie alleine wäre.

    Ich muss geduldiger werden und mir mehr Zeit geben.

    Es gibt jetzt schon Momente wo ich viel entspannter bin. Das ist doch ein Zeichen oder nicht?!


    das hat meine Tochter damals auch gesagt. Der Papa war am Ende so wenig präsent.

    An unserem Alltag hate sich nichts verändert, außer dass die Stimmung zuhause viel besser wurde, Stress und Streit verschwunden sind. Ich bin allerdings im Haus geblieben und er musste ausziehen. So haben es die Kinder wirklich sehr sehr gut weggesteckt, obwohl ich vorher immer so große Angst hatte und auch dachte, dass ich ihnen den Vater nicht nehmen kann und ewig an meiner Vorstellung von Familie festgehalten hatte.
    Es ist alles ein Prozess.


    Das ist kein Zufall alles, deine Partnerwahl, dein Verhalten und so, natürlich bist du EKA. Ich bin es auch obwohl mein kranker Elternteil schon trocken ist seit ich im Grundschulalter war. Geprägt hat es mich wie man sieht, trotzdem. Das war mir nicht bewusst. Erst 30 Jahre später als ich herausgefunden habe dass mein Partner trinkt, habe ich angefangen über Sucht, meine Geschichte, Prägungen und Muster nachzudenken.

    Es ist alles ein Prozess, gib dir Zeit. Alles Schritt für Schritt und erstmal wichtig, dass du ausziehen kannst.

    In einer gesunden Beziehung ist ein Nein aber auch ein Nein. Da wird nicht lange rummanipuliert, ob man den anderen doch noch dazu bringt, zu tun was er nicht, sondern nur Co will.
    Und umgekehrt auch.


    Irgendein Co hier dessen alkoholkranker Partner Klipp und klar gesagt hat: „dein Verdacht ist richtig. Ich bin süchtig. i will saufen und werde niemals aufhören. Wenn’s dir nicht passt, trennen wir uns“???


    oder „hey bevor wir uns weiter Daten, ich hab 2 Mal die Woche nen Vollrausch, aber die restliche Woche kipp ich mir täglich nur 6 Bier rein. Montags mach ich immer Pause. Kommst du klar damit?“

    Wenn sie so ehrlich wären, wäre das „Nein“ sehr einfach zu akzeptieren. Sind sie aber (in der Regel) nicht.


    Schönen Abend

    Bezüglich deiner Sorge um die Kinder:


    Ich glaube es ist ein Irrglaube, dass Kinder mit einer Trennung nicht umgehen können.

    In der Regel haben die längst gemerkt, dass etwas nicht stimmt, obwohl sich Eltern gerne einbilden, dass sie das nicht tun.

    Lieber den Kindern vorleben, dass man sich trennen DARF, wenn man sich nicht mehr wohl fühlt und man aus Krisen gestärkt hervorgehen kann, statt ihnen eine beschissene Beziehung vorzuleben. Niemals die Kinder als Grund heranziehen um zu bleiben.

    Ließ mal bei den EKA was es mit Kindern macht die in einem Haushalt mit einem Alkoholiker aufwachsen. entweder wird man selbst einer, oder man wird ein Co. Beides Scheiße und nichts was man den eigenen Kindern wünscht.


    Meine älteres Kind war 5 Jahre alt. Sie hat die Trennung sofort akzeptiert und gesagt, dass sie es gut findet. Mit FÜNF!!!

    wieso ist es was anderes wenn du zu empfindlich bist? wenn es dir in der beziehung nicht gut geht, aus welchem grund auch immer dann taugt das ganze nichts. und dabei ist es doch vollkommen wurscht ob jemand anderes der meinung ist das du zu empfindlich wärst. es ist dein empfinden, ende aus. wieso ist dein empfinden denn weniger wert als das der anderen???

    wenn dein mann ständig zum fallschirmspringen rennen würde und es dir damit mies geht dann ist doch das auch zu akzeptieren wenn du mit der ständigen angst nicht mehr umgehen kannst. wieso wird da beim alk so eine gewese gemacht?

    ich kann das verhalten meines gegenübers vollkommen akzeptieren, aber das gegenüber hat kein recht zu erwarten das ich es mit trage. ich habe ebenso ein recht darauf das ganze blöd zu finden und mich da raus zu nehmen und ihn allein weiter machen zu lassen. das ist doch keine einbahnstraße.


    Das sagt dir der Alkoholiker gerne, vorallem wenn er sein Problem nicht offen zugeben oder verharmlosen will:


    “Du bist zu empfindlich, du bist zu unentspannt, du machst zu viel Drama, du bist zu emotional, du machst mir Druck, du spinnst, kontrollierst du mich etwa, du du du ….“

    Oder

    „mein Arbeitskollege trinkt so und so viel….seine Frau sagt gar nichts dazu….nur du bist so….wegen dir trinke ich sonst halte ich diesen Stress mit dir nicht aus….darf ich mir gar nix mehr gönnen….“


    Und dann zweifelt man an sich und hinterfragt sich. Mit einem nassen Alkoholiker ist ein Gespräch auf Augenhöhe nicht oder nur sehr schwer möglich.
    In einer gesunden Beziehung sollte man ansprechen dürfen, was einem belastet stört und Sorge macht und schließlich normal darüber sprechen können….das ist mit einem nassen Alkoholiker fast unmöglich

    Aber du hast natürlich recht. Deswegen ist dieses „BEI SICH BLEIBEN“ so wichtig. Dass man sich eben nicht durch diese Schuldumkehr verunsichern lässt.

    Ja irgendwie hast du ja schon Recht. Ich Male mir dann immer das worst Case Szenario aus.

    Wir sind wieder zu Hause. Der Druck auf der Brust ist wieder etwas größer. Die Kinder sind unten bei ihm. Ich versuche irgendwas zu machen im mih abzulenken.

    Vorhin wollten sie nicht mit ihm telefonieren. Hatte sie extra beide gefragt. Es fühlt sich halt blöd an, weil ich viele Momente nur mit den Kindern alleine gemeistert habe. Der einwöchige Urlaub jetzt, wenn Familie zum Essen eingeladen hat, was richtig letztens oft alleine mit den Kids. Fußballspiele oder Ausflüge würden nicht mitgemacht. Ich bin's gewohnt alles alleine zu wuppen und die Kinder um mich rum zu haben.

    Es fühlt sich für mich einfach unfassbar komisch an. Ein Teil will sie gar nicht runter schicken und der andere Teil weiß, dass ich damit den Kindern nichts Gutes tue. Es ist so schwer.


    Kenn ich. War bei mir genauso.

    Habe alles alleine gemacht. Null Interesse an den Kindern oder am Familienleben gehabt. Eine Einstellung wie aus dem Mittelalter, er geht ja arbeiten was ich eigentlich will :S

    Wenn es dann doch mal gemeinsam Ausflüge gab, hat er jedes Mal eine Laune geschoben. :rolleyes:
    Wenn er mal abends auf die Kinder aufpassen musste, wurde ich nach 20 Minuten angerufen weil er überfordert war :S


    Das fühlt sich jetzt komisch an, Aber du kannst hoffen dass es nach der Trennung anders wird und er sich kümmert. Versuch es positiv zu sehen: die Kinder werden einen Papa haben der sich bemühen und anstrengen muss, und du wirst auch etwas wertvolles davon haben, wenn er sie hat: Zeit für DICH <3


    Ist am Anfang komisch und gewöhnungsbedürftig und natürlich wirst du die ersten Paar Male betend zuhause sitzen und hoffen das alles gut geht. Vielleicht wird es auch nicht gut gehen. Manche Väter interessieren sich nicht mehr für die Kinder (tun mir die Kinder und die Mutter leid)


    Bei uns hat’s geklappt. Ich bin immer noch überrascht. Habe ihm das ehrlich gesagt nicht zugetraut.
    Meine Kinder gehen gerne zum Papa, freuen sich immer, kommen glücklich zurück und quatschen mir die Ohren voll wie toll das Wochenende war. Und ich hab wieder Zeit für Dinge, die ich vorher jahrelang nicht machen konnte und auch einfach mal RUHE. Mit der Zeit kann man das tatsächlich genießen, wenn sie weg sind.

    Ich kenne keine Erkrankung, bei der das Verhalten stabil bleibt, wenn die Symptome Vollgas geben. Warum sollte ausgerechnet eine Suchterkrankung die große Ausnahme sein?

    Natürlich verändert Alkohol das Verhalten. Aber daraus gleich zwei Persönlichkeiten zu basteln – Dr. Jekyll und Herr Korn – ist genau dieses Schubladendenken. Praktisch, aber daneben.

    Und wenn ich mir die Fragen der letzten Tage anschaue, nicht nur deine, und wir das inzwischen mehrfach durchgekaut wurde , ohne dass sich am Kern irgendwas bewegt, dann sieht das langsam nach der klassischen Co‑Schleife aus ;)

    Irgendwo noch eine Restlücke suchen, um die Sucht des anderen so hinzubiegen, dass ein Zusammenleben damit doch irgendwie noch passen könnte. Co‑Denke, Co‑Suche, Co‑Hoffnung – das ganze Paket.

    Wenn’s nicht passt, dann passt’s nicht. Egal, wie viele Erklärungen man noch drüberklebt.

    Genau. Danke.

    Ich erkenne meine Co-Schleife selbst. Dieses an der Wahrnehmung zweifeln, ob vielleicht die eigene Einschätzung doch übertrieben ist, der Konsum noch im Rahmen war, ob ich zu unentspannt war, ob ich wirklich so eine Dramaqueen bin, dass die nächste Frau vielleicht cooler damit umgeht etc.

    Dann sieht man wieder Männer, die auch viel und oft trinken und trotzdem „glücklich“ sind miteinander, weil sie still bleibt und keinen Stress macht usw. Und man fragt sich warum man selbst nicht gelassener sein konnte usw.

    Und die Beweissuche, dass man schon alles richtig erkannt hat, die richtigen Entscheidungen getroffen hat. Wobei eig, ists egal, ob normaler Konsum oder nicht, mir wars zu viel


    Muss meine Gedanken umlenken auf andere Themen.

    Inwiefern "richtig"? Um den Nassen aus eigener Sauferfahrung zur Umkehr zu bewegen? Auch das funktioniert nicht.

    Ich habe weder den Anspruch noch die Kraft oder Macht, aktive Alkoholiker oder Missbräuchler zu bekehren.

    Ich lebe zufriedene Trockenheit vor, und wer Fragen dazu hat, kann mich gern fragen. Offenkundigen Alkoholmissbrauch schaue ich mir aber auch nicht an, mochte ich früher schon nicht, hab ja "gesittet" abends zu Hause gesoffen ...

    Wenn ich mir so Deine aktuellen Fragen anschaue, Orange-Blau: Bist Du vielleicht gerade mit Deinen Gedanken mehr bei Deinen saufenden Ex-Partnern als bei Dir?


    Richtig erkannt. Seit ein paar Tagen wieder sehr stark am grübeln. Ich weiss, nicht gut. Kenne jemand, der vermutlich bald dran stirbt.

    Wie handhabt ihr das eigentlich selber mit dem Alkohol. Habt ihr nie Alkohol getrunken? Trinkt ihr jetzt weniger? Und wenn ihr euch trennt auch? Hat da jemand Erfahrungen?

    Ich trinke so gut wie nichts. Wenn aber doch mal ein Glas Weinschorle getrunken wird denke ich immer hmm, ist das jetzt richtig?!

    Kennt ihr diese Gedanken?

    Aktuell trinke ich gar nichts. Alkohol ekelt mich aktuell an.


    Ich habe in meiner Jugend und während meines Studiums oft getrunken. War gerne in Kneipen und so wie es eben ist.
    Gedanken gemacht darüber: keine.


    Mit den Kindern habe ich so gut wie aufgehört. Vielleicht 4-5 Mal im Jahr ein Glas oder im Urlaub.


    Seit der Trennung war ich öfter mal in Kneipen oder auf Festen auch immer was getrunken. Manchmal auch über den Durst. (Ich hatte einen Mann kennengelernt der ebenfalls Alki ist und es nicht gecheckt)


    Aber ehrlich, ich bin seit meiner Beziehung extrem kritisch und je mehr ich mich mit Alloholismus beschäftige und je mehr Alkoholiker ich kenne, desto mehr graust es mich.

    Bin trinke ich seit Monaten sehr gemäßigt, halt bei Anlässen oder im Urlaub Abends mal ein Aperol oder eine Weissweinschorle, das war’s. Keine Besäufnisse auf jeden Fall und schon gar nicht täglich oder jedes Wochenende und zuhause auch nicht.

    Ein Nachricht von ihm (nichts schlimmes) und Zack geht das Gedankenkarussell wieder los. Braucht das einfach nur Zeit oder habt ihr Tipps dagegen.


    Was ich gerne mache um nicht selbst zu beruhigen:

    Ich höre mir sehr gern irgendeine Meditation/Hypnose bei YouTube an.

    Malen (gibt solche Ausmalbücher für Erwachsene)

    Stricken


    Puzzlen


    Putzen (komischerweise) äußere Ordnung gegen inneres Chaos