Beiträge von orangeblau

    Genau, Kinder spüren, dass etwas ganz und gar nicht stimmt, dass es Mama oder Papa oder sonst wem schlecht geht und dann bekommen sie "Alles gut." als Antwort. In dem Moment werden sie angelogen - um sie zu schützen - und dann trauen sie ihren Gefühlen überhaupt nicht mehr.


    Oder es werden im Umkehrschluss Erwachsene, die selber immer sagen „alles ist gut“ oder ungesunde Strategien (zB Trinken, Schweigen, Konfliktvermeidung) entwickeln (bzw. von den Eltern unbewusst übernehmen) um mit negativen Gefühlen und Situationen umzugehen.


    Dabei ist es normal, dass es im Leben auch mal Krisen gibt, Konfliktsituationen und negative Gefühle. Davon ist kein Mensch ausgenommen obwohl man es den eigenen Kindern natürlich gerne ersparen würde. früher oder später kommt irgendwas in jedem Leben, was nicht schön ist.

    Deswegen sollte man den Kindern versuchen eher beizubringen, dass eben Krisen normaler Bestandteil des Lebens sind und wie man GESUND damit umgehen kann, dass man sich auch aus Beziehungen und Situationen die nicht mehr gut tun lösen darf.

    Das Argument „er ist der Papa, ich will den Kindern den Vater nicht nehmen“ hört man oft, verstehe ich auch. Man heiratet und gründet Familie mit der Vorstelmubg, dass es ein Leben lang so bleibt, aber manchmal muss man solche Vorstellungen als Illusionen anerkennen und loslassen im Sinne der Kinder und für einen selbst….

    Lies mal in Erziehungsforen etc, wie viele alte Leute so über die Klapse auf den Po reden, die vielen ihrer Meinung nach heute mal einigen Kindern gut tun würden. Aber nicht ohne Grund ist das gesetzlich verboten und Kinder haben heute ein Recht auf gewaltfreie Erziehung.


    Ja, manche hinterfragen sich leider nie.

    Zu mir hat sogar mal eine ältere Verwandte in vollster Überzeugung gesagt: „Ganz ohne Gewalt kann man kein Kind großziehen“

    Schrecklich.


    Natürlich wird das schwer werden und vielleicht werden sie das erst mal nicht sehen, dass es besser für sie ist.

    Für Kinder sind doch grundsätzlich immer die Eltern die Besten sowie die Vorbilder. Kinder lieben die Eltern immer.

    Umso jünger sie sind, desto weniger hinterfragen sie die Eltern. Sie haben keine Vergleichsmöglichkeiten. Wissen gar nicht, wie es ist in einer gesunden Dynamik zu leben. Für sie ist das Suchtsystem Normalität. Sie denken, dass es in allen Familien so ist.

    Das Hinterfragen kommt erst wenn sie älter bzw. erwachsen sind.

    Auch wenn sie erstmal nicht sehen sollten, dass es besser für sie ist, solltest du als Mutter da drüber stehen. Das ist Erziehung. Wenn die Kindern bockig sind, weil du ihnen zB nicht erlaubst nur Süßes zu essen, bekommst du ja auch keine Schuldgefühle, weil du im Gegensatz zu ihnen viel besser weißt, dass es ungesund ist.

    Danke für deine Worte. Ich werde bei den EKA reinschauen, danke für den Tipp.

    (Mein Mann ist selber Kind einer schweren Alkoholikerin und auch der Papa war dem Alkohol nicht abgeneigt. Umso weniger kann ich verstehen, dass er das selbe jetzt seinen Kindern antut.

    Ganz vergleichbar ist es auch nicht...da seine Mutter gewalttätig war und er in seiner Kindheit kaum Liebe gespürt hat.)



    Das ist der Klassiker. Kinder von Alkoholikern werden oft selbst Alkoholiker oder sie werden co-abhängig, suchen sich also später unbewusst einen alkoholkranken Partner. Oder beides.

    Ich hatte 2 Alkoholiker, beide haben Väter die ebenfalls Alkoholiker sind. Und ich bin das Kind einer Alkoholikerin…

    Ich fühle mit dir. Panikattacken und so extra Herzschläge hab ich leider regelmäßig. Wie alt waren deine Kinder? Konntest du ihnen den Trennungsgrund schon gut erklären?

    Mein Mann ist gegenüber den Kindern ein toller Vater, dieser Umstand hemmt mich "leider" sehr.


    Meine Kinder waren bei der Trennung 2 und 6 Jahre.

    Ich habe es ihnen kindgerecht aber wahrheitsgetreu erklärt. Das ältere Kind hat es sofort verstanden. Sie hat ja die Stimmung zuhause gut mitbekommen. Vermisst haben sie ihn schon am Anfang, aber sie sehen ihn ja trotzdem und bald hat sich das auch super eingespielt auch weil natürlich zuhause ohne ihn die Stimmung besser wurde.

    Es trennen sich soooo viele Paare auch aus anderen Gründen. Ich bin der Meinung man sollte nie den Kindern wegen zusammen bleiben. Was lebt man ihnen da denn vor? Würdest du wollen, dass deine Mutter nur wegen dir beim Vater geblieben wäre? Ich nicht.

    Ich hab solche Angst, dass unsere Mädels es nicht so sehen und mir die Schuld geben, weil sie ihren Papa eben so sehr lieben. Angst, dass sie von der Thematik Sucht einfach noch viel zu wenig verstehen. Was wenn die Kinder denken "Na hätte Mama darüber hinweg gesehen, wären wir noch eine Familien, hätten noch unser Zimmer, unsere Tiere, unsere Freunde...". Denken sie dann, dass ich mein Wohlbefinden über ihres gestellt habe? Diese Gedanken machen mich traurig 😢


    Irgendwann werden sie es verstehen. Schau mal hier bei den EKA, was das anrichten kann, wenn man mit einem nassen Alkoholiker aufwächst.


    Lieben und sehen können sie ihn ja trotzdem. Tun meine Kinder auch. Der Vater macht es jetzt sogar besser, weil er muss und bei mir zuhause haben die Kinder Frieden und keine angespannte Atmosphäre mehr.

    Ich hatte damals in meine Faden geschrieben „ich bemühe mich den Kindern eine heile Welt zu spielen“. Daraufhin hat mir jemand geantwortet: „Spielen? Die Kinder haben eine heile Welt verdient.“ ist mir in der akuten Trennungsphase immer wieder durch den Kopf gegangen und hat mich motiviert es durchzuziehen.

    Ich habe mich auch 2024 getrennt mit 2 Kleinkindern nachdem ich gefühlt 1000 Stunden in Gespräche, Paargherapie etc. Investiert hatte, immer wieder gehofft hatte usw.

    Bei uns ist es immer schlimmer geworden. Richtiger Papa oder Partner war er schon lange nicht mehr, ich war quasi schon alleinerziehend.

    Am Ende war ich selbst krank. Habe Anfang 2024 Panikattacken entwickelt und später eine Erschöpfungsdepression.

    deswegen mein Fazit: Nicht zu lange hoffen, früh genug an sich und auch an die Kinder denken (sie bekommen das so oder so mit). Wenn er trocken werden sollte und dann mal theoretisch min 1 Jahr stabil wäre, kann es ja theoretisch später immer mal wieder werden. Chance ist aber gering denke ich und sich selbst oder gar die Kindheit der Kinder dafür zu opfern ist es nicht wert.

    Mit der würde ich keinen Kaffee mehr trinken…

    Ich kenne so Leute auch, einfach meiden. Sie kann deine Situation gar nicht nachfühlen, soll doch froh sein, dass sie sowas nicht erlebt statt zu urteilen.

    Ich habe zu meinem auch räumlichen Abstand, das würde mir gerade noch fehlen, dass ich ihn ständig zufällig irgendwo treffe.


    Solche Lebensveränderungen sind immer super geeignet um die Spreu vom Weizen zu trennen….

    Umgib dich mit Menschen, die dir gut tun!

    Hallo Engel und Seepandarine,


    Mir geht’s exakt genauso.


    Wobei ich längere Single-Phasen hatte. Dann ging es mir immer sehr gut nach einer Weile.
    Ich werde nur irgendwie immer „rückfällig“ und wiederhole mein Muster mit anderen Männern.

    Dann starte ich erstmal meistens in einer relativ starken und ausgeglichenen Phase, es läuft erstmal gut, ich fühle mich auf Wolke 7, dann fange ich an mich klein zu machen, abzupassen, aufzuopfern und ende in Erschöpfung.

    Ich habe aber auch den Wunsch einmal eine schöne Beziehung zu haben, aber traue mich schon gar nicht mehr. Ich habe auch beschlossen, dass ich es auf unbestimmte Zeit erstmal bleiben lasse.

    Hey



    Oje, da bekomm ich gerade Angst.

    Meiner trinkt ja angeblich auch nichts wenn die Kinder bei ihm sind.

    Haben denn die Kinder die gegenüber mal was erwähnt?

    Was hast du für Hilfe für deine Kinder?

    Ja, ähnlich wie die ausgetretenen Pfade der Sucht im Hirn des Süchtigen.

    Aber: Das muss nicht so bleiben, wir können neue Wege gehen und diese zu unseren gewohnten Wegen machen - mit viel Geduld und Spucke.

    Kennst Du eigentlich den Notfallkoffer für COs? Vielkeicht findest Du dort Tipps, wie Du der Grübelfalle entkommen und Deine Gedanken umlenken kannst.



    Hey Rennschnecke,


    Ja, den Notfallkofer kenne ich und nutze ihn auch. Es klappt mal so, mal so. Ich falle gedanklich leider noch sehr oft sehr weit zurück. Ich versuche gegen meinen inneren Drang zu handeln und mein Leben voranzutreiben. Es ist aber schwierig.


    Heute Vormittag war ich allein wandern, später noch mit dem Rad zu einer Freundin gefahren, die auch alleinerziehend ist. Toll Gespräche, immer wieder, ich bin so dankbar für diese Freundschaft. Das tut mir gut. Ich habe zum Glück die besten Freundinnen mit denen ich sehr offen reden kann.

    Abends gehe ich noch mit einer anderen Freundin was essen. Meine Kinder sind heute beim Vater.


    Ich versuche mich anders zu beschäftigen. Aber es geht nicht von heute auf morgen.

    Meine Freundin meinte heute, dass ich gar nicht so unselbstbewusst wirke. Das ihr nur auffällt, dass ich mich immer wieder für Männer selbst verliere, mich abpasse, mein eigenes Ding aufgebe, mich klein mache, obwohl ich eigentlich besser bin.

    Wie gesagt, ich war auf einem guten Weg nach meinem Ex bis der 2. Mann kam. Jetzt bin ich wieder auf dem Weg zurück zu mir. Diesmal will ich wirklich stabil in mir selbst werden. Keine Dates, keine Männer, Fokus auf mich, Kinder, Arbeit, Freundinnen. Ich habe so ein Glück ich habe 8 sehr gute Freundinnen. Je älter ich werde desto mehr schätze ich ihre unbezahlbaren Wert!


    So ab unter die Dusche…freue mich auf den Abend mit meiner Freundin.

    Zweifel u Unsicherheit gehört, so meine Erfahrung, u.a. zur Grundausstattung eines perfekten Co‘s, plus dieser Glaube, zu meinen den anderen retten zu können. 🤦‍♀️

    Liebe orangeblau, Schau um dich in dich vor dich… und versuche aus dem Kopfkino zu kommen. Du bist toll und hast nix übertrieben. Respekt.



    Danke. Für mich ist das ein ständiger innerer Kampf gegen das Schön reden/Verharmlosen/Idealisieren und für die Realität. Immer noch.

    Dieses ständige Leugnen und Abstreiten meiner Wahrnehmung und die Scjuldzuweisungen an mich haben echt Spuren hinterlassen.

    Und das mit dem "Beuteschema" muss ja nicht so bleiben. Ggf. könntest Du mit therapeutischer Ubterstützung daran arbeiten, wenn Du Dich von dem ganzen Schlamassel erholt hast und wieder das Bedürfnis nach einer Partnerschaft haben solltest.

    Schönes Wochenende!


    Bin bereits in Therapie.

    Mich haben meine Erlebnisse wirklich erst mit Abstand gefühlsmäßig eingeholt. Als ich noch drinnen steckte, habe ich „funktioniert“. Nach der Trennung war ich erleichtert und damit beschäftigt unser Leben neu zu sortieren und wollte damit nichts mehr zu tun haben.

    Ich kann mich erinnern, dass mir bei der Beratung kurz nach der Trennung schon eine Therapie ans Herz gelegt wurde. Ich habe dankend abgelehnt, hatte ja alles im Griff. Der Berater hat dann noch angemerkt, dass bei vielen es erst Jahre später richtig hochkommt. Das habe ich nicht ernst genommen.


    Naja, bessert jetzt als nie. Will das unbedingt alles aufarbeiten und wieder glücklich und frei werden.

    Es motiviert mich, dass es hier Menschen gibt, die das geschafft haben.

    Erst mal durchatmen und auf das Wesentliche konzentrieren... Du bist ja verhältnismäßig schnell ins nötige Handeln für Deine Kinder und Dich gekommen, da hinken die Gefühle verstândlicherweise noch hinterher, scheint mir.

    Und das mit dem "Beuteschema" muss ja nicht so bleiben. Ggf. könntest Du mit therapeutischer Ubterstützung daran arbeiten, wenn Du Dich von dem ganzen Schlamassel erholt hast und wieder das Bedürfnis nach einer Partnerschaft haben solltest.

    Schönes Wochenende!


    Ja, war schnell.

    Allerdings ist meiner gewalttätig geworden. Zwar schon knapp 1 Jahr vor der Trennung zum ersten Mal, aber dann war mir klar, ich muss weg, auch wenn wir unter der Brücke landen.

    Am Ende war ja auch Gewalt und Randalieren in Haus im stark alkoholisiertem Zustand der Grund warum ich die Polizei gerufen habe.

    Kann ich nur jedem anraten der hier mitliest und das vielleicht auch erlebt. Bloß keine falsche Scham! Es ist eine Riesen Überwindung das zu tun, aber am Ende richtig! Mir ist sehr, sehr gut geholfen worden danach!

    Ich denke, manchmal ist die Polizei auch oft der einzige Weg. Ich habe monatelang gebeten, dass er auszieht. Hat er nicht gemacht. Mein größtes Problem war dann scho lange nicht mehr wie ich ihn retten kann, sondern wie ich ihn rausbekomme.

    Je mehr ich zu klarem Verstand komme, umso mehr frage ich mich, wie ich das überhaupt alles so mitmachen und irgendwie ausblenden konnte. Als erwachsenene Frau, die wirklich gut im Leben steht.


    Geht mir genauso.

    wenn du wüsstest was ich alles ausgeblendet habe, das ist schon richtig peinlich. Vorallem bei mir gleich 2 Mal und mit dem zweiten hatte ich zum Glück nicht mal Kinder oder sonstiges. Fühle mich total naiv und könnte mir selbst eine klatschen.

    Im Nachhinein ergibt alles so viel Sinn….


    Mein Fazit ist:

    Wirklich nur noch auf mich und meine Kinder schauen. Partnersuche lasse ich. Habe schon Angst vor mir selbst in dem Punkt. Ich stehe unbewusst wohl auf Alkoholiker bzw so einen bestimmten Typus Mann, emotional nicht verfügbare auf jeden Fall. „normale“ find ich leider nicht anziehend :rolleyes: Muss auch ohne gehen. Frauen die keinen Mann haben leben angeblich sowieso gesünder und länger <3

    Ja, meine ich. Das Thema kommt immer wieder auf und stört mich schon länger. Auch gerade heute wieder. Der Thread heißt Fragen an einen Alkoholiker, scheint aber ständig dahin zu driften dass Alkoholiker die Cos in die Schranken weisen und "therapieren".

    Genauso wie in nassen Zeiten.

    Das ist so bitter, wenn sich jemand nur um sich dreht.

    Ja die mit den Helfersyndrom, die soll mal abfahren damit, ist deren Problem. Ich hab nur aufgehört wegen mir. Liebeskummer vergeht, Beziehungen sind unkomplizierter als Saufeb, ja klar, sind ja auch die eigenen Kinder, oder etwa nicht? Naja, vielleicht haben manche auch keine.

    Und dann noch man könnte keine Verantwortung übernehmen. Hallo, viele Co-Frauen managen die Familie nahezu komplett alleine, des schaffen andere nicht mal zu zweit! Co-Frauen sind keine Idioten, es sind Frauen mit einer unglaublichen Stärke und Loyalität, die an Männer geraten die es null zu schätzen wissen.


    Ja bin verbittert heute, aber stimmt doch.