Beiträge von orangeblau

    Und das mit dem "Beuteschema" muss ja nicht so bleiben. Ggf. könntest Du mit therapeutischer Ubterstützung daran arbeiten, wenn Du Dich von dem ganzen Schlamassel erholt hast und wieder das Bedürfnis nach einer Partnerschaft haben solltest.

    Schönes Wochenende!


    Bin bereits in Therapie.

    Mich haben meine Erlebnisse wirklich erst mit Abstand gefühlsmäßig eingeholt. Als ich noch drinnen steckte, habe ich „funktioniert“. Nach der Trennung war ich erleichtert und damit beschäftigt unser Leben neu zu sortieren und wollte damit nichts mehr zu tun haben.

    Ich kann mich erinnern, dass mir bei der Beratung kurz nach der Trennung schon eine Therapie ans Herz gelegt wurde. Ich habe dankend abgelehnt, hatte ja alles im Griff. Der Berater hat dann noch angemerkt, dass bei vielen es erst Jahre später richtig hochkommt. Das habe ich nicht ernst genommen.


    Naja, bessert jetzt als nie. Will das unbedingt alles aufarbeiten und wieder glücklich und frei werden.

    Es motiviert mich, dass es hier Menschen gibt, die das geschafft haben.

    Erst mal durchatmen und auf das Wesentliche konzentrieren... Du bist ja verhältnismäßig schnell ins nötige Handeln für Deine Kinder und Dich gekommen, da hinken die Gefühle verstândlicherweise noch hinterher, scheint mir.

    Und das mit dem "Beuteschema" muss ja nicht so bleiben. Ggf. könntest Du mit therapeutischer Ubterstützung daran arbeiten, wenn Du Dich von dem ganzen Schlamassel erholt hast und wieder das Bedürfnis nach einer Partnerschaft haben solltest.

    Schönes Wochenende!


    Ja, war schnell.

    Allerdings ist meiner gewalttätig geworden. Zwar schon knapp 1 Jahr vor der Trennung zum ersten Mal, aber dann war mir klar, ich muss weg, auch wenn wir unter der Brücke landen.

    Am Ende war ja auch Gewalt und Randalieren in Haus im stark alkoholisiertem Zustand der Grund warum ich die Polizei gerufen habe.

    Kann ich nur jedem anraten der hier mitliest und das vielleicht auch erlebt. Bloß keine falsche Scham! Es ist eine Riesen Überwindung das zu tun, aber am Ende richtig! Mir ist sehr, sehr gut geholfen worden danach!

    Ich denke, manchmal ist die Polizei auch oft der einzige Weg. Ich habe monatelang gebeten, dass er auszieht. Hat er nicht gemacht. Mein größtes Problem war dann scho lange nicht mehr wie ich ihn retten kann, sondern wie ich ihn rausbekomme.

    Je mehr ich zu klarem Verstand komme, umso mehr frage ich mich, wie ich das überhaupt alles so mitmachen und irgendwie ausblenden konnte. Als erwachsenene Frau, die wirklich gut im Leben steht.


    Geht mir genauso.

    wenn du wüsstest was ich alles ausgeblendet habe, das ist schon richtig peinlich. Vorallem bei mir gleich 2 Mal und mit dem zweiten hatte ich zum Glück nicht mal Kinder oder sonstiges. Fühle mich total naiv und könnte mir selbst eine klatschen.

    Im Nachhinein ergibt alles so viel Sinn….


    Mein Fazit ist:

    Wirklich nur noch auf mich und meine Kinder schauen. Partnersuche lasse ich. Habe schon Angst vor mir selbst in dem Punkt. Ich stehe unbewusst wohl auf Alkoholiker bzw so einen bestimmten Typus Mann, emotional nicht verfügbare auf jeden Fall. „normale“ find ich leider nicht anziehend :rolleyes: Muss auch ohne gehen. Frauen die keinen Mann haben leben angeblich sowieso gesünder und länger <3

    Ja, meine ich. Das Thema kommt immer wieder auf und stört mich schon länger. Auch gerade heute wieder. Der Thread heißt Fragen an einen Alkoholiker, scheint aber ständig dahin zu driften dass Alkoholiker die Cos in die Schranken weisen und "therapieren".

    Genauso wie in nassen Zeiten.

    Das ist so bitter, wenn sich jemand nur um sich dreht.

    Ja die mit den Helfersyndrom, die soll mal abfahren damit, ist deren Problem. Ich hab nur aufgehört wegen mir. Liebeskummer vergeht, Beziehungen sind unkomplizierter als Saufeb, ja klar, sind ja auch die eigenen Kinder, oder etwa nicht? Naja, vielleicht haben manche auch keine.

    Und dann noch man könnte keine Verantwortung übernehmen. Hallo, viele Co-Frauen managen die Familie nahezu komplett alleine, des schaffen andere nicht mal zu zweit! Co-Frauen sind keine Idioten, es sind Frauen mit einer unglaublichen Stärke und Loyalität, die an Männer geraten die es null zu schätzen wissen.


    Ja bin verbittert heute, aber stimmt doch.

    Meinest du männliche Alkoholiker, die Co-Frauen die Welt erklären? Ungefragt?


    Ja! Den Eindruck habe ich allerdings auch.

    Man wird schon fast verurteilt weil man versucht die Familie zusammen zu halten und als zu doof abgestempelt, nur weil man es nicht schafft den Typen eiskalt und ohne Folgestörung aus dem Leben und Kopf zu verbannen.

    Was es bedeutet, wenn der Vater der Kinder, der Hauptverdiener, der Geliebte Partner in die Sucht abdriftet verstehen tatsächlich die Männer nicht.

    Und in Folge ist man Alleinerziehende Mutter die unter Existenzängsten leidet, komplette Verantwortung trägt für Kinder die noch ihr ganzes Leben vor sich haben, sich nicht verlassen kann auf den Partner trotz Trennung, quasi jederzeit damit rechnen muss dass er noch weiter versumpft usw.


    Ich finde auch, da gibt es sehr wenig Verständis dafür von vielen Männern. Unser Leben geht nach der Trennung nicht normal weiter. Die Frauen müssen für die Kinder da sein, das Geld verdienen, alle Entscheidungen treffen, die Erfahrungen verarbeiten, weiterhin mit den Typen der einem traumatisiert hat zu tun haben (ist ja der Vater), alles gleichzeitig. Das ist nicht ohne und wird so unterschätzt.

    Und ja Sonnnschein, ich habe mich auch nicht getraut neue Menschen kennenzulernen, gerade mit Männern hatte ich enorme Probleme.
    Möglichkeiten gehabt hätte ich schon….

    Dann kam der eine in mein Leben und ich dachte mir, stell dich nicht so an und den Rest kennt ihr….

    Jetzt ist es mir natürlich wieder mal vergangen bzw. noch schlimmer, WEIL ich weiß, ich suche mir immer die Falschen.

    Schreckliche Erkenntnis. Nach meinem Ex konnte ich mir ja noch einreden, dass ich einfach Pech hatte, aber nun sehe ich, dass es mein Muster ist. ;(

    Bei uns gab es zB auch sehr, sehr viele Situationen, die ich sehr persönlich genommen habe. Sehr abweisendes Verhalten. Dachte ich habe etwas falsch gemacht. Gerade bei Mann 2 sind mir diese noch sehr präsent.


    Im Nachhinein denke ich, dass es nichts mit mir zu tun hatte und evt. „Nur“ Saufdruck oder Entzugserscheinungen waren.


    Auch das würde ich gerne besprechen, am besten mit Alkis. Aber traue mich schon gar nicht mehr, weil dann nur wieder kommt, dass ich ein Co bin und mich damit nicht beschäftigen soll.

    Für mich aber wichtig um Frieden zu finden und Vorallem meine Selbstzweifel loszuwerden. Bilde ich mir zumindest ein.


    Genau so geht es mir auch. Du bringst meine Gedanken auf den Punkt.

    Man muss die Dinge richtig einordnen um seiner Wahrnehmung zu vertrauen, meint man zumindest.


    Meine beiden haben auch sehr stark geschwitzt nachts….

    Ich vermute sogar, dass ein sehr warmer Körper (erhöhte Temperatur, leichtes Fieber) auch ein Symptom ist?

    Najo, deswegen meine Fragen an die Alkoholiker. Es geht nicht darum, dass ich noch helfen will, ich habe verstanden dass es nicht geht, sondern um die Erlebnisse richtig einzuordnen und Selbstvertrauen in diese eigene Wahrnehmung aufzubauen.

    Ja klar war die Trennung richtig und gut für die Kinder. Da gab es für mich keine andere Richtung.


    Ich bin ja auch EKA. Mutter zwar trocken, Vater trinkt auch jeden Tag, weiß aber nicht ob er Alkoholiker ist?
    in der weiteren Verwandtschaft gibt’s noch mehr Alkoholiker, auch welche die sehr früh daran gestorben sind. Bei uns geht das quer durch alle Generationen sowohl mütterlicher- als auch väterlicherseits.

    Ich habe mir auch erst als Erwachsene mit Mitte 30 mit dem Thema auseinandergesetzt als ich zum ersten Mal die Bierflaschen mit Wasser von meinem Ex gefunden haben. Vorher mein ganzes Leben nicht darüber nachgedacht.

    Hallo orangeblau,

    das erlebe ich auch so, auch nach so vielen Jahre noch. Ich sehe bestimmte Situationen oder Menschen mit anderen Augen, sehe, wieviel Alkoholiker und Alkoholmissbräuchler es gibt.

    Du kannst da deinen Wahrnehmungen ruhig trauen.

    Liebe Grüße Aurora



    Danke Aurora für alle deine Beiträge.

    Ich fühle mich oft ganz allein mit meiner Einstellung, denke ich sehe die Dinge zu eng, habe Angst, dass ich mich selbst ausschließe, weil ich das ganze nicht mehr so locker sehe wie früher.

    Imme wieder diese Zweifel, dass es doch „normal“ ist mal was zu trinken und ich es mir selbst verbockt habe durch meine Überempfindlichkeit, ein Partner zu finden schwierig ist, weil gefühlt alle Männer gern trinken. Zumindest in meinem Umfeld.
    Es ist „normal“, dass gerade Männer in Gesellschaft oder zum Feirabend Bier trinken. Ich kenne das nicht anders…mein Vater trinkt auch abends täglich sein Bier, genauso mein Bruder, aber die sind doch kein Alkoholiker? Ich bin verwirrt.

    Mir fällt es sehr schwer ein gesundes Verhältnis zu Alkohol zu entwickeln, obwohl ich selbst „nur“ Co-Abhängig bin.

    Hallo Sonnenschein!


    Danke für deinen Beitrag.

    So geht es mir auch!


    Ich muss auch weiterhin mit den Alkoholikern in meinem Umfeld leben. Wobei sind das überhaupt Alkoholiker? Deswegen auch meine Fragen, ich habe solche Schwierigkeiten meiner Wahrnehmung zu vertrauen. Es wurde mir ja oft genug ausgeredet…


    In die Falle getappt bin ich, leider.

    Ich hatte genau 1 Mann kennengelernt nach meinem Ex. Erst dachte ich mir, ich darf mich nicht so anstellen und dass ein bisschen Alkohol ja dazu gehört und ich bestimmt wegen meinem Ex übertreibe, überängstlich und zu unentspannt bin. Auch Freundinnen, Familie haben mich darin bestärkt.

    Ich bin so fertig, dass mir das ein zweites Mal passiert ist. Ich hatte ihn so gern. Er war wie ein Geschenk nach meinem missbräuchlichen, narzistischem Ex. Und dann bin ich aufgewacht.


    Ich trauere sehr und bin sehr verwirrt, trauere meiner Wahrnehmung nicht. Deswegenmeine Frage zu den Entzugserscheinungen.

    Ich bin momentan sehr, sehr traurig.

    Kapsle mich auch schon aus meinem Umfeld ab. Man will mir helfen, mich aufmuntern, mit mir „was trinken gehen“, weil es mir ja „gut tun würde mal wieder rauszukommen“. Genau das will ich nicht. Alkohol damit will ich nichts mehr zu tun haben.

    Ich finde, wenn man einmal sowas erlebt hat, dann sieht man plötzlich überall Alkoholiker. Wenn man sich einmal mit dem Thema beschäftigt hat, hinterfragt und beobachtet man einfach das Trinkverhalteb der Personen im Umfeld und meiner Meinung nach gibt es sooo viele die ein Problem haben oder es viel zu locker sehn….oder sehe doch ich es zu eng?

    Genau das würdest du sagen

    Wir betrachten die Sache hier aus einer anderen Perspektive. Nicht jede Antwort ist eindeutig „richtig“ oder „falsch“, aber der Thread heißt nun mal Fragen an einen Alkoholiker.

    Wenn dieselbe Frage immer wieder in anderer Form gestellt wird und die Antworten längst dastehen, kann man das auch in den eigenen Thread verlagern.

    Jeder Alkoholiker tickt anders, deshalb kann auch nicht jede Frage persönlich und passgenau auf eine konkrete Situation beantwortet werden.


    Warum gibts denn das Thema „Fragen an Alkoholiker“ überhaupt, wenn man sowieso immer nur als Co lächerlich gemacht wird von dir?

    Wenn Fragen so drängend in einem sind, müssen die doch irgendwo hin. Ich kenne das auch von mir. Ich war verwirrt, verängstigt. Und auch besorgt. Mir hat es geholfen, in der Anfangszeit, hier sehr viel bei den Alkoholikern zu lesen.

    Ich sehe es auch nicht so, daß der Co-Abhängige nur um den Alkoholiker kreist. Ich glaube, viel von meinem Verhalten, was ich später für mich als Co-Verhalten einordnen konnte, hatte sehr wohl mit mir zu tun. Ich kreise um den Alkoholiker, weil ich Leidensdruck habe. Sorge um den anderen ja, aber eben auch Sorge um das eigene Wohlbefinden, daß den Bach runtergeht.

    Ich hatte das Glück, daß ich meine Fragen direkt an den Süchtigen gestellt habe. Und ihr könnt mir glauben, ich habe das für mich genutzt. Daß er mich nicht belog, sondern ziemlich freimütig davon erzählte, was in ihm vorging. Es ist unvorstellbar, daß jemand sein Leben wegwirft, wo doch alle Gründe dagegen sprechen. Das wollte ich verstehen. Nicht im Sinne eines rationalen Nachvollziehens, sondern um eine Ahnung von der Macht zu bekommen, die die Sucht hat. Und daß ich keine habe. Ich musste das hören, und zwar veranschaulicht hören.


    Danke!

    Darum ging es mir!


    Meine Alkoholiker haben es bevorzugt zu lügen, mich anzuschreien, mich zu ignorieren, mir die Schuld zuzuschieben, Problem bestreiten etc.


    Mir hätte es WAHNSINNIG geholfen, wenn man nur ein einziges Mal ein richtig offenes und ehrliches Gespräch mit mir führt und das versuche ich hier nachzuholen, mit anderen Leuten, die die Lage kennen.

    Nicht weil ich helfen will oder so, ich habe beide losgelassen, sondern weil ich die Menschen geliebt habe, viel Sorge hatte, sehr gelitten habe und das Saufen auch (langfristige) Konsequenzen für mein Leben hat.

    lach, ist das nicht Co-Co?

    Nicht lustig.


    Ich wollte übrigens niemanden retten, naja meine Familie.

    Das ist nicht einfach wenn man sich mit 2 kleinen Kindern (6 und 2 damals) trennt, weil man MUSS, weil ER zu blöd ist Verantwortung zu übernehmen. fast Vollzeit-Arbeit, Kredit, Kindererziehung, alles alleine und das weitere fast 20 Jahre. Mein Leben hat es auch versaut.

    Ist das wirklich Co und Helfersyndrom, wenn man sich das als Frau 1-2 Jahre anschaut und versucht ihm bewusst zu machen was er uns antut????

    Ich lasse mir definitiv nicht mangelndes Verantwortungsbewusstsein vorwerfen.

    Viele unbeantwortete Fragen bleiben trotzdem und ganz viele schlechte Gefühle

    Solche Fragen sind verständlich, aber sie halten das Co‑Verhalten am Leben. Solange man sich damit beschäftigt, was Alkoholiker denken, fühlen oder warum sie etwas tun, bleibt man weit weg von sich selbst. Fragen haben ihren Platz , aber sie haben auch Grenzen.

    Denn irgendwann geht es nicht mehr um Erkenntnis, sondern um Ablenkung von der eigenen Verantwortung.


    Habe mich doch getrennt und alle Säufer losgelassen, obwohl ich nicht wollte.
    Leicht ist das nicht.

    Ich trage eine riesen Verantwortung ganz alleine. Auch mein Leben hat der Alkohol immer wieder zerstört und viel Leid bei mir verursacht.

    Wenn du schreibst fühlt man sich fast schon schuldig, dass man Menschen liebt.


    Frage ich eben nix mehr.

    Liebe orangeblau,

    Warum ist das für dich wichtig, das zu wissen? Es hat doch im Grunde genommen für dich keinen Nutzen.

    Versuch bitte den Fokus wieder auf DICH zu richten, in den Kopf eines Süchtigen zu blicken nutzt dir nicht wirklich was. Denn darauf hast du keinen Einfluss und es ist kaum nachvollziehbar, was da abgeht. Wenn du es nicht selbst an dir erlebt hast.

    Das meine ich nicht böse.

    Liebe Grüße Aurora



    Danke, du hast Recht.


    Mir tut es trotzdem gut meine Fragen stellen zu dürfen und sie loswerden zu können auf die ich von meinen geliebten Menschen nie offene und ehrliche Antworten bekommen habe. Bilde ich mir zumindest ein.

    Wenigstens habe ich hier das Gefühl, dass ich mit meinen Fragen nicht nerve, nur aggressiv angefahren, ignoriert, abgewertet oder sonst was werde, sondern man mir auf Augenhöhe normale Antworten gibt.


    Danke an alle für die Antworten.

    Was waren denn eure jeweiligen Entzugserscheinungen während der nassen Zeiten, also nicht beim Beginn der Abstinenz, sondern währenddessen? Wie hat sich die Sucht für euch bemerkbar gemacht? Wird das immer schlimmer mit der Zeit? Wie kann man sich das vorstellen?