Hallo, ich bin neu hier.
Zu mir, ich bin seit fast acht Jahren mit meinem Mann zusammen, sechs davon verheiratet. Wir haben drei Kinder 9 Jahre, 4 Jahre und 2 Jahre alt, den ältesten habe ich mit in die Beziehung gebracht. Seitdem ich mit unserem vier Jährigen Sohn schwanger war, trinkt mein Mann erheblich viel Alkohol. Um das ganze etwas besser verstehen zu können, muss ich etwas weiter ausholen. Die Eltern von meinem Mann haben sich getrennt, da war er ca. 14 Jahre alt, sein Vater trinkt auch gut und gerne viel Alkohol. Diese Trennung hat meinem Mann und seiner Schwester viel zu schaffen gemacht, vorallem weil in deren Kindheit auch nicht alles perfekt lief. Als ich mit meinem mittleren Kind schwanger war, hat mein Mann eine neue Arbeitsstelle angefangen und war so gut wie nie zu hause. Er ist außer Haus gegangen, wenn die kinder noch geschlafen haben und kam oft erst wieder, als die kinder schon geschlafen haben, dort hat es mit der trinkerei angefangen. Als ich dann mit unserem dritten Kind schwanger war, ist es so eskaliert, dass ich ihn vor die Wahl gestellt habe, daraufhin hat er dann auch wirklich nichts mehr getrunken, er war dann auch ein Jahr zu hause und hat sich mit mir gemeinsam um die kinder gekümmert. Jedoch fängt er nach einer gewissen Zeit wieder an zu trinken, erst ist es dann alkoholfreies Bier, also dieses 0,0 Bier und dann fängt es irgendwann wieder mit richtigem Bier an, dann kommen wieder diese Jack Daniels Döschen dazu und es steigert sich schleichend. Er verträgt auch nichts hochprozentiges, er wird dann wirklich widerlich und ist gerne auf Krawall aus. Ich mache diesen Kreislauf schon seit einigen Jahren mit und jedes Jahr endet es in einem völligen Desaster. Im letzten Jahr habe ich den Krankenwagen gerufen, da er auf dem Sofa lag, ich ihn nicht wach bekommen habe und er in eine Schüssel Blut gekotzt hat. Es steigert sich stetig, bis er sich irgendwann auch in der Woch volllaufen lässt, im letzten Jahr habe ich sogar eine Notfalltasche bei einer Freundin gehabt, damit ich mit den kindern bei ihr unter kommen konnte. Er liebt seinen neuen Job bei dem er jetzt seit zwei Jahren fest angestellt ist und auch gutes Geld verdient. Aber sobald er Feierabend hat, kommt er nach hause, macht direkt das erste Bier auf und dann trinkt er ca. 5 bis 8 Bier und dann noch mindestens 1 bis 2 Jack Daniels Dosen. Und an den Wochenenden, fängt er teilweise schon vormittags an und ist dann Nachmittags sternhagel voll. Aber er dreht halt auch immer völlig auf, ist laut und meint er ist witzig, aber er ist einfach nur anstrengend und wie ein viertes Kind für mich, wenn er zu viel von diesem whisky trinkt, ist Streit generell vorprogrammiert. Er hat vor ein paar Wochen total besoffen drei Böller im keller gezündet.... die kinder bekommen natürlich oftmals alles mit. Ansonsten unterstützt er mich wirklich viel, er fährt einkaufen, macht den ganzen papierkram und sonstige Dinge die anfallen, die ich alleine nicht schaffe, das rechtfertigt dennoch sein Trinkverhalten nicht. Er ist auch der Typ von Mann, der nicht mit mir redet, wenn ihm etwas belastet, er ist auch nie schuld an etwas, egal was ich mache, ich mache es ihm doch nicht recht. Er gibt mir auch die schuld das die kinder nur an mir kleben und das ich die kinder verwöhnen würde. Er schreit sie aber auch ständig an, wenn er nicht trinkt hat er eine unheimlich kurze Zündschnur und wird sehr schnell wütend, wenn die Kinder am nörgeln oder laut sind, wenn er trinkt dauert es etwas länger aber auch dann schreit er die kinder irgendwann an. Ich bin mir ziemlich sicher das er auch Depressionen entwickelt hat. Er sieht allerdings nichts ein, es haben schon etliche freunde das Gespräch zu ihm gesucht, in dem moment stimmt er zu und sagt das er etwas ändern möchte, am nächsten tag ist alles vergessen, ich habe ihm schon Briefe geschrieben und versucht ihm meine gefühlslage zu erklären aber auch das hält nicht lange an. Im letzten Jahr hatte ich noch Hoffnung das er sich fängt aber in diesem Jahr, da wir uns wieder im neuen Kreislauf befinden, weiß ich das es nicht so ist und ich weiß, wo wir in ein paar Monaten wieder stehen. Freunde von uns oder von ihm haben schon gar keine Lust mehr zu uns zu kommen, weil man nie weiß, in welchem Zustand er grade ist. Er sucht sich auch nur Leute aus, wo er weiß, mit denen kann er trinken. Er hat immer eine ausrede parat um das Trinken zu rechtfertigen. Ich isoliere mich schon von meinen eigenen Freunden und melde mich nicht mehr bei denen. Weil ich weiß die fragen mich nach ihm und wenn ich dann sage, es fängt wieder von vorne an, weiß ich was die dann sagen und ich weiß auch die haben recht. Manchmal frage ich mich am nächsten Tag, ob es wirklich so schlimm war, was er wieder gemacht hat. Aber ich kann ihn ja teilweise nicht mal mehr mit den kindern alleine lassen, da ich angst habe, wenn ich wieder komme das er dann wieder voll ist, das ist dann meistens an den Wochenenden. Ich bin momentan dabei Bewerbungen zu schreiben, in der Hoffnung schnell einen Job zu bekommen, damit ich unser Mietshaus auch alleine mit den drei Kindern halten kann und wir hier nicht ausziehen müssen, also ich bereite mich grade auf eine Trennung vor. Er ekelt mich langsam einfach nur noch an.
Es ist allerdings für mich echt schwierig mit diesem ganzen gefühlschaos klar zu kommen. Wir haben damals so toll zusammen harmoniert aber ich weiß auch, das der Mann, den ich damals kennengelernt habe, so nicht mehr existiert. Ich habe angst alleine mit den kindern zu sein und auch irgendwie das gefühl versagt zu haben. Mein Mann ist mir nicht egal, er ist ein herzensguter Mensch, ich verstehe einfach nicht, warum er alles aufs Spiel setzt. Grade gestern hatten wir wieder Streit und er hat mir zig Sachen zum Vorwurf gemacht und er meinte das ICH es provozieren würde, das er irgendwann geht....
Ich weiß es ist unheimlich viel Text, ich weiß auch nicht genau welche Erwartungen ich haben soll, ich habe auch sehr lange gebraucht mich hier anzumelden, da ich extrem im Zwiespalt mit mir selbst bin. Ich möchte einfach nur wissen, wie geht man mit diesem ganzen gefühlschaos um? Wie geht man damit um, wenn man versucht sich wieder einzureden das es vielleicht gar nicht so schlimm war? Wie geht man damit um, wenn man das Gefühl hat, an allem Schuld zu sein? Wie gehe ich mit der Scham um, wenn andere merken das er viel getrunken hat? Wir leben auf einem Dorf und dort bleibt früher oder später nichts verborgen, das macht mir Angst, da mein großer Sohn ein beliebtes Kind ist und gerne mit anderen Kindern spielt. Und was mache ich, wenn wir wiedereinmal in streit geraten? Ich kann dann nicht einfach gehen, da er mir teilweise hinterher kommt und mir jedes Wort im Mund verdreht. Oft denke ich auch, ich kann doch nicht einfach heimlich eine Trennung vorbereiten, ich muss ihm doch helfen können, obwohl mir klar ist, das er sich nur alleine helfen kann, indem er Einsicht zeigt. Aber es tut so verdammt weh, weil es sich so anfühlt das er uns mit seinem Verhalten verlässt und nicht umgekehrt.
Puh, das ganze hier zu schreiben hat mir unheimlich viel Überwindung gekostet...