Hallo Coco,
wenn dein Mann bereit ist, wenn er deine Begleitung annehmen kann und will um seine Suchterkrankung zu stoppen, ist es doch okay. Und auch wenn du deine Freiräume hast und dich nicht völlig abhängig davon machst, ihn retten zu müssen. Dann ist das so, es geht ja grundsätzlich immer darum, was deine eigene Lebensvorstellung ist und ob du Leidensdruck dabei hast oder es für dich völlig okay so ist, wie es ist.
Ich habe genau deshalb auch meine Fragen gestellt. Ich hab ja selbst lange genug als Mitbetroffene gelebt, mein Mann ist im Laufe unserer 26 jährigen Ehe und nach ( nach meiner Wahrnehmung) ziemlichem Missbrauch von Alkohol irgendwann abhängig gewesen. Und ich hab mich eben damit völlig aufgerieben, ihn vom Trinken wegzubringen.
Und einen normalen Alltag aufrecht zu halten. Mich anzupassen damit er keinen Grund zu trinken hätte. Und noch viel mehr. Ich bin psychisch krank und körperlich völlig erschöpft da rausgegangen.
Und so geht es ja den Angehörigen erstmal in den allermeisten Fällen, sie vergessen sich selbst weil sie helfen wollen, retten wollen was sie gemeinsam aufgebaut haben, sich schuldig und verantwortlich fühlen. Unter anderem, es spielen individuell ganz viele Emotionen und Gründe eine Rolle.
Wir sind jetzt im Grunde genommen DEINE Selbsthilfegruppe. Hier ist der Ort so es um dich geht. Um deine Gedanken, Gefühle und Wege, wie du mit deiner Situation umgehst usw. Es ist halt aber nicht möglich einen Austausch für deinen Mann zu machen, das kann ja nur er selbst.
Ich schreibe dir das nicht mit erhobenem Mod - Zeigefinger sondern als ehemals Selbstbetroffene mit eigener Erfahrung und aus meinen Erfahrungen, die ich in 19 Jahren hier in der Suchthilfe im Forum und einige Jahre zusätzlich in einer realen Gruppe gesammelt habe.
Liebe Grüße Aurora