Liebe Potterzauber,
dass sie schon entgiften hatte war mir nicht klar. Da hab ich nicht aufmerksam gelesen.
Deine Tochter macht sich und euch was vor. Das ist bei Alkoholikern ganz oft so. Sie ist schwer krank aber die Sucht fordert immer weiter. Sie kann das nicht stoppen.
Ich hab sowas selbst erlebt, im Familienkreis. Das mit anzusehen ist kaum auszuhalten. Da kommt große Wut hoch, Unverständnis, ganz viele Gefühle. Und es geht ja um einen nahestehenden Menschen, der sich da zugrunde richtet. Und du kannst nichts, rein garnichts für ihn tun.
Meine Tochter ist doch nicht dumm. Sie hat Realschulabschluss und Fachabi. Wie kann sowas passieren? Und ja selbst wenn es jetzt so ist,wie kann man so ignorant sein?
Das hat nichts mit Intelligenz zu tun. Sucht kann jeden treffen und verläuft immer wieder ähnlich. Deine Tochter ist nicht absichtlich abhängig geworden, sie hat missbräuchlich getrunken und irgendwann war es Sucht. Das ähnelt sich bei allen, die abhängig geworden sind.
Und genauso ähnelt sich ihr Verhalten und leugnen mit dem anderer Abhängigen. Hinzusehen, die Abhängigkeit anzunehmen, den Weg da rauszugehen, das schaffen ganz viele Abhängige nicht. Sie reden es sich schön um den eigenen Schmerz, die Scham, das Gefühl des Versagens nicht spüren zu müssen.
Jetzt ist es halt so, dass du nichts machen kannst, du kannst sie nicht an die Hand nehmen und da rausziehen. Und das ist das ganz, ganz Schlimme dabei. Du stehst hilflos davor. Was hilft ist totale Abgrenzung, Kontaktabbruch.
Aber mach das mal als Mutter, das ist eine der schwersten Dinge. Dass du deinen Umgang damit finden kannst.
Liebe Grüße Aurora