Hallo Fanny,
Hallo Aurora, in der Theorie verstehe ich das gut.
Das ist ja die Schwierigkeit. Im Kopf ist es ganz klar. Aber das Herz hat immer wieder Gegenargumente. Ich kenne das nur zu gut. Mir hat es geholfen, eine Art Feindbild aufzubauen. Mir zu sagen dass es Gründe hatte, dass ich mich getrennt hatte.
Anstatt mir zu sagen, was er doch für ein armes Schwein wäre, wie sensibel er doch wäre, welchen ungesunden Einfluss er durch seine Urfamilie hätte habe ich erkannt, dass er als Erwachsener da gut alleine was gegen machen kann. Erwachsene können sowas.
Und ich hab auch erkannt dass ich mich ständig durch seine Art hab verletzen lassen, aus Rücksicht um ihn nicht zu verletzen. Das hat mich schon erschreckt.
Nun versuche ich Abstand zu halten. Wir wohnen getrennt. Habe ihn auf WhatsApp blockiert. Gemeinsame Schnittmenge sind nur die Kinder, die er aber ignoriert.
Das ist das beste, was du machen kannst. Abstand halten. Jeder Kontakt triggert wieder dein Herz an und du fängst wieder an zu zweifeln. An allem. Der Abstand hilft dir, auf allen Ebenen zu verstehen, deinen Kopf zu verstehen. Er schützt dich davor, dass du wieder verletzt wirst.
Wann kommt denn endlich die Einsicht?
Wer weiß das schon. Bei meinem ersten Mann dachte ich zuerst, er hätte was verstanden. Er hatte nach der Trennung zu trinken aufgehört. Aber bald hatte ich das Gefühl er würde irgendwann wieder anfangen. Er hat seine Suchterkrankung nicht ernst genommen.
Und als klar wurde dass ich nicht zurückkehren würde hat er wieder angefangen zu saufen, er hatte dann eine trinkfreudige Partnerin gefunden und hat sich schlussendlich totgesoffen.
Liebe Grüße Aurora