Beiträge von Aurora

    Hallo Issi,

    Heute 17.00 hat er sein erstes Gespräch, ca 6-8 Leute, Psychologe und Experte ( AA Ungarn). Habe etwas Angst, daß die Unterstützung hier wg nicht vorhandenem Geld evt weniger gut als in Deutschland ist🤔 Den Link hatte ich ihm ja ins KH geschickt und da hat et sich beschwert, warum ich ihm das sende.

    Du hängst dich da voll in Dinge rein, die dich eigentlich nichts angehen. Du machst dir Gedanken um die Qualität der Selbsthilfegruppe, schickst ihm den Link... Das sind Dinge, die in SEINER Verantwortung liegen und es ist wichtig, dass er seine Verantwortung wieder übernimmt und selbst dafür sorgt, seine Abstinenz zu stabilisieren.

    Habe die ganze Zeit Kontakt zu seiner Tochter (26) und er hat sich gestern auch bei ihr geoutet, habe ihm gesagt, es wäre gut, wenn er seine Familie informiert.

    Auch solche Sachen wie das Outen ist ganz alleine seine Aufgabe und Verantwortung.

    ...ich werde ihn unterstützen ...

    Wie sieht denn diese Unterstützung für dich aus?

    Und ganz wichtig, was machst du für dich selbst?

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Issi,

    die Sucht steht an erster Stelle, wenn sie nicht gestoppt ist. Und nach ihr kommt erstmal 'ne ganze Weile garnix. Das ist Fakt.

    Steht auch drinnen, es muss mit weiteren Anfällen gerechnet werden. Er sagt, es kommt von einem Virus.

    Aha, ein Virus. Mein Exmann hatte auch immer so merkwürdige angebliche Diagnosen auf Lager. Es lag nie am Alkohol...

    Finale Antwort von ihm: er hätte jetzt gerne einen Herzinfarkt, dann wäre alles vorbei. Er geht seinen Weg.....

    Auch DAS kenne ich. So Sprüche, super.

    Und das nicht drüber weiter reden wollen kenne ich auch. Es ähnelt sich sehr oft, wie solche Gespräche ablaufen.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo und willkommen Issi,

    ich habe dich freigeschaltet und du kannst dich hier überall austauschen. Bitte schreibe aber die ersten 4 Wochen nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern, du erkennst sie an den roten Nicks.

    Wer alkoholabhängig ist und dann plötzlich und ohne ärztliche Begleitung keinen Alkohol trinkt, hat einen sogenannten kalten Entzug. Anscheinend war das bei deinem Freund der Fall. Ein kalter Entzug ist sehr gefährlich, es kann sein, dass außer starkes Schwitzen, Zittern, Kreislaufproblemen nichts weiter passiert. Aber es kann auch zu schlimmen Zuständen kommen und zum Tod führen.

    Es ist also gut, dass er im Krankenhaus ist und medikamentös behandelt werden kann und unter ärztlicher Aufsicht ist.

    Dass du zwischen den Stühlen bist kann ich mir vorstellen. Er ist dir ja einerseits eine große Hilfe, wie du schreibst. Aber Alkoholiker sind immer suchtgesteuert und das bedeutet, die Sucht kommt immer zuerst. Das ist ein sehr starker Drang konsumieren zu müssen. Und das macht Abhängige unberechenbar und mehr und mehr unzuverlässig.

    Bin momentan noch "zwischen den Stühlen", obwohl ich ihm heute geschrieben habe, dass er in Zukunft gerne weiter trinken kann, aber ohne mich....

    Solche Androhungen sind sehr mit Vorsicht zu genießen. Aus eigener Erfahrung. Ich habe meinem ersten Mann immer wieder mit Trennung gedroht, es aber nie umgesetzt. Er hat mich irgendwann ausgelacht und nicht mehr ernstgenommen. Und das kannst du hier auch bei anderen Angehörigen immer wieder lesen.

    Deswegen ist es gut nur solche Ansagen zu machen, die du auch einhalten kannst. Alles andere macht dich irgendwann unglaubwürdig.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Coco,

    Meine Freundin sagte vor zwei Jahren mal zu mir „ich denke ich muss jetzt einfach funktionieren sonst lastet am Ende alles auf mir und ich lasse mir durch den Alkohol meine Ehe nicht kaputt machen“.

    Das war auch bei mir ein Aspekt, zum Beispiel, dass ich mich nicht eher getrennt hatte. Ich wollte nicht aufgeben. Das Groteske daran ist, dass der Alkohol trotzdem die Ehe kaputt gemacht hat, meinen Exmann ( er ist inzwischen an der Sucht verstorben) und mich auch. Denn ich bin aus der Ehe rausgegangen mit Erschöpfungszuständen, Depressionen und Angst.

    Als ich ihr letztes Jahr, nachdem sie bei mir übernachtet hatten, sagte dass eine Dose Secco leer ist und einer meiner Schnapsflasche fast leer…da war sie sehr sauer auf mich.

    Ja, kann ich verstehen. Es ist soooo beschämend. Mein Exmann hat sich, wenn wir bei meinen Eltern im Garten zu Besuch waren, heimlich an deren Vorräte bedient. Als meine Mutter mir das erzählt hat bin ich vor Scham fast versunken und hab versucht, dass durch irgendwelches Gerede FÜR MICH erträglich zu machen.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Cocotac,

    das Gefühlsleben einer Angehörigen ist schwer zu verstehen. Wenn du von außen draufguckst scheint doch alles ganz logisch. Genauso wenig wie ich als Nichtsüchtige nicht verstehen kann, was Suchtdruck bedeutet und das Saufen wider aller Vernunft, genausowenig kann jemand, der nicht coabhängig war, die Gründe, Gefühle, Zwänge des Mitbetroffenen verstehen.

    Ich war selbst sehr lange mitbetroffen und coabhängig. Was da in mir vorging ist sehr schwer zu beschreiben.

    Zum einen war ich nach dem " alten" Frauenbild sozialisiert. Also " man hält zusammen, die Frau hält alles zusammen, stellt sich selbst immer hinten an". Das wird verstärkt durch das Gefühl, eine Normalität erhalten zu wollen. Zu versuchen, einen normalen Alltag zu erhalten. Nicht aufzugeben.

    Den Schaden zu begrenzen. Scham ist ein große Faktor, warum mir das passiert ist. Das Selbstwertgefühl war bei mir gering und ich fühlte mich immer abgewerteter, wertloser. Ich hatte Angst vor Veränderungen. Die Schuld, die er mir einredete nahm ich an. Hilflosigkeit. Ich kann ihn doch nicht im Stich lassen. Was soll er ohne mich machen, er hat doch niemanden.

    Das sind nur ein paar wenige der Dinge, die mich bewegt und gelähmt haben. Ich kann diese ganzen Gefühle nicht in Worte fassen.

    Ich habe eine sehr gute Freundin. Als sie damals zu mir gesagt hatte ob ich mal an Trennung gedacht hätte, war ich sehr böse. SIE hatte es doch gut, einen tollen Mann und alles tutti. SIE hatte nicht die Ängste, Zwänge, all das, was in mir vorging.

    SIE konnte gut reden und mir " tolle Tipps" geben, SIE hatte ja keine Not. SIE konnte doch nicht über MEIN Leben bestimmen.

    Heute bin ich ihr sehr dankbar für die Gespräche, in denen sie immer mal wieder ernst mit mir geredet hatte. Es hat gedauert, bis ich das annehmen konnte, was sie mir gesagt hatte.

    Ich hoffe, dass deine Freundin auch an diesen Punkt kommen kann.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Nebelglas,

    dieser Freund verhält sich so, wie es sehr, sehr viele nasse Alkoholiker machen.

    Opferrolle, Schuldumkehr, Versprechungen, Druck... Du siehst es klarer als dein Mann, er lässt sich da noch beeinflussen, hat Hoffnung, möchte es glauben, kann diese Freundschaft - noch - nicht aufgeben. Dieses Verhalten von Angehörigen, Freunden etc mit Abhängigen passiert immer wieder, es ist eine typische Reaktion.

    Und hält die Mitbetroffenen im Suchtstrudel fest.

    Und ich selbst damals und eigentlich so gut wie alle, die im Suchtstrudel mit drinnenstecken oder gesteckt haben, verhalten sich so bis sie selbst merken, dass es nichts bewirkt, nichts nutzt sondern dass sie damit nur sich selbst verletzen.

    Er ist der beste Freund meines Mannes, deshalb habe ich mich viel zurück gehalten. Mein Mann möchte ihm gerne noch eine Chance geben.

    Ich versteh schon, dass du da nicht mehr auf den Putz hauen wolltest weil du keinen Konflikt mit deinem Mann möchtest weil du verstehst, dass es ja sein bester Freund ist. Also spekuliere ich jetzt mal einfach. Aber mal ehrlich, aus eigener Erfahrung bringt Verständnis in solchen Fällen nichts. Es geht um einen der schönsten Tage deines/eures Lebens... Und die Wahrscheinlichkeit, dass der Freund das ruiniert ist sehr, sehr, sehr hoch.

    Es geht ja auch um dich. Vielleicht kannst du in einem Gespräch mit deinem Mann deine Wut erklären, deine Vorstellungen und dass du das nicht möchtest. Klare, deutliche Worte ohne Anklage, überlege gut ob so ein Gespräch mit deinem Mann nicht eine Option sein kann.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Nebelglas,

    hast du denn inzwischen eine Lösung gefunden und mit dem Trauzeugen reden können?

    Mein zweiter Mann, trockener Alkoholiker seit demnächst 20 Jahren, und ich haben auch eine " Dry Hochzeit" gefeiert. Wir haben das auch mit dem Veranstalter besprochen, dass natürlich das Essen alkfrei ist und die Getränkeauswahl sich auf Alkoholfreies beschränkt.

    Das hat gut geklappt und die Gäste haben sich daran gehalten. Sogar der Mann meiner langjährigen Freundin, der saß nämlich plötzlich da, schweißgebadet, zitternd ... voll auf Entzug. Er hatte das wohl selbst anders eingeschätzt. Meine Freundin und er sind dann nach Hause gegangen weil es nicht anders ging. Er ist tatsächlich dann einige Zeit später zur Entgiftung gegangen und seither trocken.

    Ich finde es sehr respektlos, was da bei eurer Feier passiert ist. Ich glaube, ich hätte den Kontakt abgebrochen. Denn da ist eine Grenze überschritten worden, da wurdest du, wurdet ihr nicht ernst genommen. Unter echten Freunden geht sowas garnicht.

    Wie geht es dir also inzwischen?

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo JEB,

    du kannst dich in der Apotheke oder in einem Reformhaus informieren. Es gibt auch pflanzliche Alternativen bei Hormonschwankungen. Ich möchte hier bloß nichts posten, besser ist es, sich direkt mal beraten zu lassen.

    Wichtig ist bloß darauf zu achten, dass viele pflanzliche Präparate in Alkohol gelöst werden. Das ist klar, dass das nicht geht, da hilft es offen zu kommunizieren, dass du Alkoholikerin bist. Es gibt aber Alternativen.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Jane,

    das hier ist doch DEINE Selbsthilfegruppe und es ist nicht so sinnvoll, ihm davon zu erzählen. Es ist doch der Raum hier für dich. Aber okay, ich hab es damals auch so gemacht und meinem Exmann davon erzählt, der hatte aber keinen Bezug zu Internet etc und hat hier auch nicht gelesen. Das weiß ich. Und ich hab ihm nichts vorgelesen, was andere geschrieben hatten.

    Im Grunde genommen hast du bei deinem Partner auch nichts damit erreicht weil er es auch nicht will. Er scheint doch mit seinem Leben rundum zufrieden zu sein, einzig dein Gemecker geht ihm auf den Geist. Und das ist so üblich. War bei meinem ersten Mann ähnlich.

    Du kannst im Grunde genommen machen was du willst, solange er sein Leben so weiterleben möchte erreichst du nichts bei ihm.

    Gruß Aurora

    Hallo,

    soooo, die Hochzeit ist nun auch schon vorbei, die Zeit rast. Es war eine sehr schöne ruhige Feier.

    Sohn hat im gleichen Standesamt geheiratet wie meine Tochter damals und dann 2011 Dante und ich. Und es kamen so viele Erinnerungen hoch und ich hab schrecklich geweint. Um vergangene Zeiten in denen ich langsam wieder glücklich wurde. Weil ich endlich aus dieser Ehe ausgestiegen war.

    Ich hab um meine Tochter geweint, die nicht dabei sein konnte bei der Hochzeit ihres Bruders. Weil sie viel zu jung gestorben war. Sie war damals so glücklich gewesen, so strahlend und voller Zuversicht. Und die Ehe war so glücklich...

    Ich habe an mein Glück zu meiner zweiten Hochzeit gedacht. Wie glücklich ich da war, wie wunderbar dieser Mann ist, wie anders, wie erfüllend diese Beziehung ist. Und die Enkelin war geboren, es war alles perfekt.

    Es kam dann ganz vieles anders als gedacht. Sehr viel schlimme Dinge. Aber mit meinem Mann an meiner Seite konnte ich das meistern. Wir sind gemeinsam da durchgegangen. Das konnte so gehen weil er trocken ist, mit meinem ersten Mann wäre das nicht möglich gewesen.

    Ich hab da getrauert um Träume und Wünsche, Lebensvorstellungen, die sich nicht erfüllt haben. Aber dann konnte ich mich freuen, über das Glück meines Sohnes, über das, was ich habe, über das Glück mit meinem Mann, über die schöne Feier und die Menschen, die mit dabei waren.

    Ich hab es hier schon oft geschrieben, mich zu lösen aus der ersten Ehe, mich selbst wieder wahrzunehmen und wichtig zu nehmen und mich von dieser selbstauferlegten Verantwortung, die ich meinte für meinen ersten Mann zu haben, befreit zu haben, das war das beste, was ich hatte für mich tun können.

    Aurora

    Hallo Jane,

    ...ich suche einen Ersatz für das Loch dass er hinterlässt wenn er geht abwesend ist egal ist... das gefühl dass er mich nicht mehr liebt oder etwas für mich empfinden KANN beschäftigt mich sehr..?

    Und

    Ersatz für die Leere, die er hinterlässt wenn er trinkt, wenn er stirbt, wenn ich mich von der gemeinsamen Zukunftsperspektive , von der verlorenen liebesfähigjeit meines Partners verabschiede ..

    Wie meinst du das? Was denkst du, was ein Ersatz für dich ist?

    Gruß Aurora

    Hallo Jane,

    ich weiss um die Abgrenzung aber ich kenne mich selbst ich muss es auch verarbeiten und dazu braucht man Aufklärung und da helfen Erfahrungsberichte ..

    Unter Verarbeitung verstehe ich im Fall von Coabhängigkeit was anderes. Da geht es darum zu erkennen, warum ich in genau solcher Beziehung bzw solchen Beziehungen gelandet bin. Es geht dabei um mich selbst, mich zu schützen wieder in solch toxischen, ungesunden Beziehungen zu landen.

    Zu erkennen, was mich an solchen Menschen so anzieht. An hilflosen, suchterkrankten Menschen die keine Hilfe wollen. Warum ich mich da kümmer, Verantwortung übernehme die nicht meine Verantwortung ist, mein Leben hintenan stelle nur um mich zu kümmern.

    Was bringt es dir einem Menschen helfen zu wollen, der garkeine Hilfe möchte. Anscheinend. Denn würde er Hilfe wollen würde er anders vorgehen. Für suchtmittelabhängige Menschen gibt es sehr viele Hilfe-Anlaufstellen.

    Warum hängst du an Menschen, die sich wegen ihrer Sucht, die sie nicht stoppen können, zu Tode quälen. Denn das ist eine Qual, ich hab auch Erfahrungen aber hab diese Menschen nicht begleitet.

    Verarbeitung hat für mich bedeutet zu verstehen, dass ich nicht Schuld war an der Sucht, der Sauferei meines Exmannes. Dass die Sucht ihn beherrscht und ich und niemand was dagegen tun konnte als er selbst. Dass Alkohol ein Nervengift ist und alles, wirklich alles im Körper zerstört ist klar aber das hatte mit meiner Verarbeitung meiner Ehe mit meinem suchtkranken ersten Mann nix zu tun.

    Gruß Aurora

    Hallo Jane,

    erstmal herzlich willkommen.

    Ich habe deine beiden Themen zusammengefasst, bitte schreibe einfach hier weiter.

    Ich verstehe nicht so ganz, worauf du hinauswillst. In unserer Selbsthilfegruppe geht es um Hilfe zur Selbsthilfe, darum, Wege aus der Coabhängigkeit zu finden. Da geht es um DICH und nicht um deinen Partner und seine gesundheitlichen Probleme, die er durch seine Suchterkrankung hat und die halt immer schlimmer werden.

    Du schaust ihm dabei zu, warum tust du das? Das ist doch kein schönes Leben.

    zu wissen was nach dem und dem sympthom als nächstes dran kommt, das gibt mir zumindest eine gewisse sicherheit in den Momenten wo das vl. Unerwartete Eintritt und die Stärke damit besser umzugehen und fertig zu werden und mich klar abzugrenzen,

    Wozu brauchst du denn diese Sicherheit, du schreibst um dann damit besser umgehen zu können aber was bringt dir das wirklich?

    Was werden wohl die nächsten gesundheitlichen Verschlechterungen sein eurer Erfahrung nach?

    Das weiß doch hier keiner, niemand hier kennt deinen Partner und seinen gesundheitlichen Zustand. Es ist doch bei jedem anders.

    Es sollte doch hier darum gehen dass du für dich herausfindest, wie du zu einem zufriedenen, glücklichen Leben kommen kannst. Ob das an der Seite eines Suchtkranken geht sei mal dahingestellt.

    Ich habe es nicht geschafft sondern wurde selbst krank davon. Und so habe ich es in den 19 Jahren, die ich mich mit Suchtselbsthilfe beschäftige, immer wieder auch von anderen Mitbetroffenen gehört und gelesen. Das ist meine Erfahrung damit.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Lizzy,

    alles, was du dir wünschst in einer Beziehung, alles, was du da beschrieben hast, wirst du mit einem abhängig trinkenden Mann nicht haben können. Einfach weil er von seiner Sucht dazu gezwungen wird, sie zu befriedigten.

    Wie ich es ändern soll weiß ich noch nicht so recht. Bin eigentlich völlig planlos.

    Darum ist es gut, dass du dir Hilfe suchst, hier gelandet bist. Hier sind wir viele, die entweder wie ich aus der Coabhängigkeit rausgehen konnten, die gerade, so wie du, die ersten Schritte machen und Wege suchen, die, die schon gut unterwegs sind.

    Du wirst verstanden weil es immer wieder ähnlich abläuft. Du weißt noch nicht so recht, wie oder was du verändern kannst. Zuerst mal ist klar, dass Veränderungen nur für dich passieren können. Denn wenn dein Mann nichts verändern möchte, kannst du nichts machen. Du läufst, merkst es ja, immer gegen eine Mauer.

    Das kostet sehr viel Energie die du für umsonst reingibst.

    Und ja, wie kann jetzt ein Anfang zur Veränderung aussehen?

    Bei mir war es so, dass ich zu einer Suchtberatungsstelle gegangen bin. Da wurde mir zumindest zugehört, das war gut. Ich hab mich mehr und mehr informiert, was Sucht bedeutet.

    Ich hab an einem AA Meeting teilgenommen, da hab ich aber festgestellt, dass war nix für mich. Ich war bei einem Anwalt um mich, im Fall einer Trennung, über meine Rechte und Pflichten zu informieren. Ich hab angefangen, alleine irgendwo hinzugehen, ihn nicht mehr rundum zu versorgen.

    Ich bin auf dieses Forum gestoßen und habe hier viel Unterstützung und Verständnis bekommen.

    Vielleicht kannst du dir aus diesem Weg Denkanstöße mitnehmen, wie es für dich gehen könnte. Überlegungen, wie du dir dein weiteres Leben vorstellst, wie du leben möchtest.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Elara,

    Ich muss dann nur aufpassen, dass er nicht dauernd schreibt und mich um Hilfe bittet, sonst schleift sich wieder etwas ein, was ich nicht mehr möchte. Ich

    Wenn du da endgültig mit allem raus bist, dann kannst du ihn doch überall blockieren. Denn es kann schon sein, dass er immer wieder versucht, dich weichzuklopfen. Das ist bei Trennungen oft so. Es ist wie eine Art Muster, was da abläuft.

    Meine Therapeutin hatte es mir damals so erklärt und es war tatsächlich dann genauso eingetroffen. Liebesschwüre, irgendwelche Anschuldigungen, Drohungen, all sowas. Das ging immer abwechselnd. Und viel Mimimi von ihm, den Verlassenen.

    Ich drück die Daumen, dass die Katze ihren Weg zurück findet.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Lizzy,

    es ist tatsächlich nicht nachvollziehbar für jemanden, der keine Suchterkrankung hat, warum Alkoholiker so merkwürdig sind.

    Da werden jedes Zwicken oder sonstige Ereignisse herangezogen um einen Alkoholkonsum zu rechtfertigen. Aber im Grunde genommen ist es ein innerer Zwang, Drang den die Sucht erzeugt. Und das muss wohl so dermaßen zwingend sein, dass nichts dagegen ankommt.

    Mir hat es erstmal schon geholfen zu erkennen, was Sucht bedeutet. Also welche Mechanismen da wirken. Dadurch konnte ich auch vieles für mich selbst besser einordnen. Zum Beispiel dass es keinen Sinn macht, wie ich mich all die Jahre verhalten hatte.

    Ich hab ihn unterstützt, mich geängstigt, geredet. Ich hab versucht mich anzupassen damit er nicht trinken muss weil - ich war ja, nach seinen Worten, meistens Schuld. Ich hab immer mehr alles alleine gemanagt, ihn geschont. Weil seine Mutter immer ihn als " er schafft das nicht, er ist so sensibel, empfindlich, er arbeitet schließlich" und ihr Lieblingssatz: "so sind wir Ks eben" bezeichnet hat.

    Und ich als brave Hausfrau, Mutter und Schwiegertochter hab mich mächtig in's Zeug gelegt.

    Das hatte alles keine Wirkung denn Sucht fragt nicht danach, was ICH gemacht habe. Sucht hat IHN regiert und dagegen hatte ich nie eine Chance. Ich hätte sonstwas machen können.

    Diese Erkenntnis hat es mir mehr und mehr erleichtert, zu mir selbst zu finden und dadurch auch in eine Handlung zu kommen. " Will ich so leben oder will ich es nicht?" Ich wollte es nicht, ich hab ihn verlassen.

    Diese Entscheidung war für mich goldrichtig. Es ist eine Entscheidung, vor der wohl Angehörige irgendwann mal stehen.

    Liebe Grüße Aurora