Kontakt zur Mutter völlig abbrechen ?

  • hallo romy,

    ich habe über jahre hinweg den kontakt zu meiner mutter verweigert, genau mit dem argument: es macht MICH fertig, dass du trinkst. ich habe ihr klipp und klar gesagt, dass ich nur noch nüchtern mit ihr kontakt pflege, ich habe aufgelegt, wenn sie betrunken angerufen hat und ich habe sie nicht zu meinr hochzeit eingeladen. ICH konnte einfach nicht mehr. und ich hatte auch keine lust mehr, mir von einem unbelehrbaren menschen mein leben weiter kaputtmachen zu lassen.

    leicht ist mir das nicht gefallen, ich hab ziemlich gelitten, auch unter schuldgefühlen, der angst, dass sie sich was antut, dem verantwortungsgefühl als einzig übriggebliebenes familienmitglied.... aber für mich war es irgendwann die entscheidung "sie oder ich" und da war ich mir doch näher. mag sich egoistisch anhören, aber einen anderen weg gab es für mich nicht mehr. und es ging mir irgendwann GUT mit dieser entscheidung. sie ist selbst für ihr leben verantwortlich, und ich für meins.

    jetzt ist sie trocken und wir haben ein distanziertes, aber freundschaftliches verhätnis.

    wünsche dir viel glück

    lavendel

  • hallo Romy,

    was sagen denn die behandelnden Ärzte dazu?? Sie hat doch halluziniert?? Wenn selbst die Ärzte nichts aurichten können, denke ich wirst Du es auch nicht können.

    Das mit dem Sündenbock gefällt mir garnicht. Du hast keine Schuld am Trinkverhalten Deiner Mutter und deswegen vermehrten Handlungsbedarf/zwang. Deinen Vater und Deinen Bruder geht die Sache genauso etwas an. Wenn sie sich distanzieren, dann wird das wohl auch für Dich der gesündeste Weg sein.

    Es ist emotional machbar, soviel steht fest, auch wenn es Deine Mutter ist. Du hast eine Verantwortung Dir selbst gegenüber, und wenn Du Dich überlastest ( wonach es bei der mangelnden Einsicht aussieht) wirst Du selbst krank.

    Ich bin damals 600km weit geflüchtet und habe ein gutes halbes Jahr später die Nachricht erhalten, das mein Vater gestorben ist...einsam in seiner Wohnung. Sie haben Ihn erst 3 Tage später gefunden.
    Es gibt niemanden, dem es dabei gutgeht, aber es ist emotional machbar. Hätte ich mich damals nicht so entschieden, wäre ich heute nicht mehr am Leben.

    Tu was Du tun kannst, nicht was Du Dir einredest tun zu müssen. Achte auf Deine Kräfte und auf Dich.
    Ohne Einsicht Deiner Mutter kämpfst Du gegen Windmühlen.

    Viele Grüsse

    White

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Hallo romy !
    Hatte mit meinem Vater ähnliches erlebt.
    es ist mir unendlich schwer gefallen, von ihm loszulassen. Er hat sich schliesslich mit dem Alkohol umgebracht. Aber ich habe auch nur ein leben und wollte nicht das er meines auch noch zerstört.
    Hört sich alles sehr hardt an , ist es auch.
    Aber wenn einer nicht will das ihm geholfen wird, dem ist nicht zu helfen.
    Ich wünsche dir von ganzem Herzen die Kraft, loslassen zu können.
    Viele liebe Grüsse von Bernd

    Trocken seit dem 06.12.1993 und das bleibt auch so !!!

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