• hallo ruffneck,

    willkommen hier im forum. schön, dass du hergefunden hast. wenn du hier ein bisschen liest wirst du feststellen, dass ihr eurem vater nicht helfen könnt, wenn er das nicht will. wobei die idee mit der "erpressung" - wobei ich dieses wort nicht verwenden würde - manchmal sogar funktioniert.

    auf jeden fall solltet ihr noch einmal versuchen euch mit eurem vater zusammenzusetzen und ihm klar zu machen, dass ihr den kontakt mit ihm, wenn er be- oder angetrunken ist, nicht mehr wollt. dass ihr ihn weder sehen noch mit ihm telefonieren werdet, solange er nicht nüchtern ist. ob ihr dann letztlich den kontakt ganz abbrecht, müsst ihr sehen, dass hängt auch davon ab, wie groß der leidensdruck für euch ist.

    bei mir war es so, dass meine betrunkene mutter mich irgendwann so fertig gemacht hat, dass ich nicht mehr anders konnte und den kontakt mit ihr über viele jahre verweigert habe, und auch jetzt nur dann mit ihr telefoniere, wenn ich sicher bin, dass sie nüchtern ist.

    das mit dem autofahren unter alkoholeinfluss ist natürlich wirklich böse. autoschlüssel verstecken? er hat doch sicher einen zweiten.... hier im forum wurde mal vorgeschlagen, den betroffenen anzuzeigen, wenn er sich angetrunken ins auto setzt. aber wirklich raten kann ich euch da nicht. ihr müsst euch allerdings im klaren darüber sein, dass ihr in gewisser weise eine mitschuld hat, wenn etwas passiert, und ihr habt es an dem tag gewusst, dass er sich betrunken ins auto gesetzt habt. aber hier können vielleicht noch andere etwas dazu sagen, wie sie damit umgegangen sind.

    lavendel

  • Hallo und Willkommen!

    Mein Vorschlag wäre auch, sich noch einmal mit versammelter Mannschaft zusammenzusetzen, wenn ihr sicher sein könnt, dass Euer Vater nüchtern ist.
    Ihr könnt ihm dann sachlich Eure Ängste und Sorgen bezüglich seines Alkoholproblems und seiner dadurch maroden Gesundheit darlegen und mit Sicherheit wird er es auch verstehen, wenn ihr geschlossen alle das selbe zu ihm sagt.
    Der nächste Vorschlag von mir wäre auch eine Art Erpressung. Es ist aber eine gute Möglichkeit, damit sich der Betroffene ein Eigentor schießt. Schlagt ihm vor, das er doch mit einem von Euch zu einer Suchtberatung gehen soll, damit man dort eine mögliche Abhängigkeit von Fachleuten ausschließen kann (...). Der Sinn dahinter ist ja ganz klar.

    Wenn er einwilligen sollte habt ihr ihn zumindest schonmal halbwegs dort, wo ihr ihn haben wollt. Nämlich dort, wo ihm Fachleute die Augen öffnen können. Wenn er allerdings nicht zur Suchtberatung will kann man ihm auch daraufhin direkt ins Gesicht sagen, dass er nur Angst davor hat, dass man dort recht haben könnte und wenn er von sich selber behauptet kein Alkoholproblem zu haben, müsse er sich doch schließlich nicht vor einem Besuch beim Suchtberater drücken wollen, oder??

    Die Idee ihn anzuzeigen, wenn er besoffen Auto fährt finde ich persönlich gut. Meine Ex-Schwiegermutter hat das auch mit einem meiner Schwager getan, als der besoffen Auto gefahren ist. Ihm haben sie dann den Lappen weggenommen. Ihr ging es zwar in dem Fall auch darum, dass ihr Sohn sich dabei selbst gefährdet hat. Allerdings hatte sie betont, dass sie nicht mit dem Gewissen leben wollte, dass er bei einem Unfall vielleicht auch Unschuldige verletzen oder gar töten könnte... Darüber solltet ihr bei aller Vaterliebe auch mal denken :wink: ...
    Lieben Gruß, KM

    Der richtige Weg ist nicht unbedingt auch der einfachste...

  • Hallo Ruffnek und ein herzliches Willkommen

    Wenn ihr schon so oft mit ihm geredet habt, dann bleibt nur noch als einziges Mittel, euch von ihm zu distanzieren, eine andere Idee habe ich auch nicht. So lange warten, bis es ihm gesundheitlich so schlecht geht, dass er aus diesem Grunde das Trinken aufgeben muss, ist sicher eine schlechte Alternative. Die Frage stellt sich, ob das für ihn genug Druck ist, um sich für euch und gegen sein trinken zu entscheiden. Das könnt ihr besser abschätzen als ich. Euch muss aber bewusst sein, dass der Ankündigung gegebenenfalls auch die Tat folgen muss und es dann nicht mit ein paar Tagen getan ist. Das kann sich dann über einen langen Zeitraum hinziehen und es wird auch für euch nicht einfach sein, das durchzuhalten.

    Eine professionelle Beratung könnt ihr euch auch bei der Suchtberatung kostenlos holen. Auch wenn er einsichtig ist und eine Therapie machen will, ist die Suchtberatung für die Antragstellung zuständig.

    Lieben Gruß
    Henri

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