warum bin ich so feige

  • Hallo Rasia,

    auch ich bin seit über 20 Jahren mit einem alkoholkranken Mann verheiratet und habe jetzt erst den Absprung geschafft.

    Bei mir war allerding keine körperliche Gewalt im Spiel. Spätestens dann wäre für mich Schluss gewesen.

    Du musst an Dich und vor allem an Deine Kinder denken.

    Solange Dein Mann keine Einsicht hat und Du ihm weiter den Rücken freihälst, wird er nichts ändern.....warum auch? Geht doch alles so auch ganz gut.

    Ich kann Dir nur raten, diesen Zustand so bald wie möglich zu ändern, bevor noch schlimmeres passiert.

    Hole Dir Hilfe! Hier bist Du schon mal sehr gut aufgehoben, denn Du wirst sicher noch viel Unterstützung erfahren.

    Ausserdem könntest Du Dich an eine Familienberatung oder ähnliches in Eurer Stadt wenden, auch die werden Dir sicher weiter helfen können.

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft für Deine Zukunft!!!!

    Liebe Grüße
    Speedy

  • hallo rasia,

    willkommen hier im forum.

    ich kann mich speedy nur anschliessen: sobald körperliche gewalt im spiel ist, wäre für mich auch sofort schluss. ich würde an deiner stelle auch mal zu einer suchtberatung gehen in deiner stadt, oder zum sozialpsychiatrischen dienst. vielleicht wäre auch eine überlegung, erstmal mit deinen kindern ins frauenhaus zu gehen.

    die frage ist auch, was heißt, der anwalt hat dir keinen mut gemacht? dein mann müsste unterhalt bezahlen. und je nachdem wie alt deine kinder sind, könntest du doch selbst auch arbeiten gehen. abgesehen davon, dass du selbst daran kaputtgehst, ist so etwas auch für kinder sehr schlimm. ich bin in einer alkoholikerfamilie aufgewachsen und hab heute noch ne menge macken, die ich auf meine kindheit zurückführe. kinder kriegen mehr mit und leiden mehr, als sich die eltern das oft vorstellen können. wenn du es schon nicht für dich tun kannst, vielleicht dann für deine kinder und dich?

    gruß

    lavendel

  • Hallo rasia,

    Zitat

    Ich will mich immer noch trennen,hab aber Angst, das er vielleicht dann auch auf die Kinder oder mich losgeht. ich fühl mich so feige, was soll ich nur tun?


    Ich kann deine Angst total gut verstehen. Gerade mit Kindern ist der Weg in Richtung Trennung sehr schwer, weil man denkt, man schafft es alleine nicht! Aber die Angst ist völlig unbegründet! Ich bin mir sicher, dass du dein Leben auch jetzt schon alleine ziemlich gut meisterst, denn ich weiß wieviel Verantwortung ein Mann bzw. Vater übernimmt, der ein Alkoholproblem hat - nämlich gar keine... Auf jeden Fall war das bei uns so! Alles, was entschieden und geregelt werden musste, alles, was mich und die Kinder betraf habe ich auch schon in der Ehe ganz alleine gemanaged... Und ich denke, das ist evtl. bei euch auch nicht anders. Wie alt sind denn eure Kinder?

    Denke, er will dich mit seiner "Gewalt" einschüchtern - lass das nicht zu. Geh deinen Weg, konsequent und ohne Wenn und Aber :!: Ich habe auch lange gebraucht, bis mein Mann dann letztendlich freiwillig ausgezogen ist - womit ich nicht gerechnet habe. Er hat immer gedacht, es wäre eine "Übergangslösung" und jetzt - nach ca. 5 Monaten versteht er so langsam, dass ich es wirklich ernst meine...

    Wenn dein Mann freiwillig nicht geht, dann nimm ihm doch einfach die Schlüssel weg, wenn er mal wieder besoffen auf der Couch liegt oder sonst was verbrockt. Wenn er dann rausgeht, kommt er halt nicht mehr rein. Das hab ich auch schon mal gemacht, als ich keine andere Möglichkeit mehr gesehen habe. Und wenn er dann ausrastet, holst du die Polizei! Ich hab damals gedacht, er testet mich immer wieder aufs Neue aus, wie weit er gehen kann, aber jetzt ist Schluss! Wenn er sich so bescheuert verhält und sich nicht mehr ordentlich benehmen kann, kann er halt nicht weiterhin bei uns wohnen bleiben. So einfach ist das ;) Geredet hast du mit Sicherheit genug - du siehst doch, dass es dich 20 Jahre lang nicht weitergebracht hat. Und die Koffer, die stellst du ihm dann auch noch vor die Türe, denn so wie es aussieht, wird er ja wohl freiwillig nicht packen.

    Wie lange ist das mit dem Messer her? Kannst du nicht noch im Nachhinein Anzeige erstatten? Mein Mann hat mich damals vor den Augen meiner Kinder getreten, und ich habe ihn nicht angezeigt - aus Angst! Ich habe es wirklich bereuht, denn eine Anzeige hätte er weißgott verdient!

    Ich weiß, wie schlimm die Situation für dich ist! Aber nur DU alleine kannst etwas daran ändern! Ihn kannst du nicht verändern - du kannst nur DEIN eigenes Leben endlich auch leben!!!

    Auch für mich ist es jetzt oft nicht einfach, aber ich würde mich immer wieder trennen, müsste ich noch einmal so eine Entscheidung treffen! Denn ein Leben mit einem Alkoholiker ist einfach kein Leben!

  • Hi Rasia,
    du kannst mit Sicherheit Wohngeld beantragen - evtl. auch Sozialhilfe. Wäre mir alles egal - hauptsache erst einmal abgesichert sein!!! Dafür gibt es so etwas! Wie wäre es, wenn ihr das Haus verkauft?

    Nimm keine Rücksicht auf deinen Mann. Warum hat er seine Arbeit verloren? Wegen dem Alk? Du musst jetzt NUR an dich selbst und an deine Kinder denken! Bevor du dich trennst würde ich an deiner Stelle alles in die Wege leiten und regeln. Ein eigenes Konto, eine eigene Wohnung, evtl. Geld zur Seite legen für den Notfall, Kindergeld auf dein Konto. Wenn du dich wirklich trennen und dein eigenes Leben auf die Reihe kriegen willst, dann schaffst du das auch! Meine Kinder sind jetzt fast 3 und 5 Jahre alt. Ich habe Gott sei Dank ab Januar wieder eine Teilzeitstelle bekommen und ich muss mich zwar etwas einschränken, aber es funktioniert! Und ich würde niemals mehr tauschen wollen!!! Wenn du denkst, dass dein Mann für deine Kinder nicht zahlt, dann mach einen Termin bei der Unterhaltsvorschusskasse, damit sie deinen Fall schon einmal kennen und im Notfall sofort Geld überweisen! Hier waren die wirklich sehr freundlich - ich musste Gott sei Dank nicht auf diese Hilfe zurückgreifen, da mein Mann und ich uns einigen konnten.

    Ich wünsch dir ganz viel Kraft, viel Energie und viel Elan!! Du schaffst das, da bin ich mir sicher!

  • also ich würde dir ganz dringend raten ihn so schnell wie möglich rauszuschmeißen. selbst wenn er bisher "nur" an sich gewalt ausgeübt hat, sagt das meiner meinung nach aus, das er nicht mehr ganz zurechnungsfähig ist und man kann nicht erwarten, dass du mit deinen kindern weiterhin mit ihm zusammen lebst. das er probleme mit dem alkohol hat ist ja durch die kuren usw. belegt, daher werden die leute von den ämtern usw. dir glauben.

    spätestens der richter wird einsehen, dass bei der entscheidung, wer auszuziehen hat (du und deine drei kinder oder dein mann) die entscheidung zu deinen gunsten ausfallen wird. aber der weg zum richter ist leider nicht so schnell. falls dein mann nicht freiwillig geht, hast du die möglichkeit mit kindern und haustieren bei verwandten oder freunden unterzukommen? ich bezweifle sehr, dass dieser zustand dann von dauer sein wird, aber eine wohnung mit deinem familienanhang zu finden ist sehr schwer.

    such dir am besten eine neue anwältin oder einen anwalt und laß dich neu beraten. erklär die situation nochmal ganz genau, laß dabei nichts aus.
    laß dich am besten auch aufklären, wie das alles mit einer scheidung zu regeln wäre. so wie sich das für mich anhört, würde diese bei euch unter dem verfahren des zugewinns ablaufen d.h. vermögen am scheidungstag ./. vermögen am hochzeitstag der einzelnen beteiligten. solltest du das erbe vor der hochzeit bekommen haben, kannst du das deinem mann gleich darlegen, da er dann auf alle fälle den kürzeren ziehen wird und er dir dann entweder das haus abkaufen müsste und das zu einem wert weit über der hälfte oder das haus dir überlassen muss und du ihm noch einen kleineren teil geben musst. wie das ist, wenn das erbe erst während der ehe erfolgt ist, müsstest du die anwältin fragen, das weiß ich nicht genau. glaub aber das das auch gut ist.
    (gehört wahrscheinlich jetzt gar noch nicht hierher, aber es zeigt dir, das du nicht mittellos bist und auch hier möglichkeiten hast)

    ansonsten kann ich dir auch nur den weg übers sozialamt und die gemeinde oder stadt empfehlen, andere die das geld nicht brauchen, schaffens auch sozialhilfe zu beantragen, dann ist es dir ja wohl kaum verwehrt.

    wünsche dir und auch besonders deinen kindern viel kraft und mut, das werdet ihr brauchen, da der weg nicht einfach ist

    liebe grüße

    - dani-

  • hallo rasia...

    ich denke du hast den richtigen weg eingeschlagen.. und dass es dir dadurch (auch wenn es schwer fallen wird) besser geht. Du musst dann nicht mehr die Angst haben, dass irgendwas passiert und auch nicht, dass er sich etwas antut. Du musst dafür sorgen, dass es DIR und den Kindern gut geht und ich denke, dass war der erste Schritt. Leider wird es noch lange dauern werden, bis sich das alles geregelt hat.

    Ich wünsche dir viel Glück und Kraft, damit du das schaffst, was du dir vorgenommen hast.

    Grüße Mel

    Ich nehme die Bahn Richtung Traumland...

  • finde ich super, dass du die ersten schritte schon gemacht hast. auch wenn es schwer ist, aber es ist besser so.

    für dich und auch für deine kinder. glaub mir ich als kind einer alkoholikerin mit drei jüngeren geschwistern weiß ich wovon ich spreche.

    zieh jetzt den schlußpunkt, ansonsten wird es dir wegen deinem mann immer schlechter gehn, deine kinder werden immer mehr mitbekommen und es wird sie belasten und deine kinder leiden zu sehen, wird alles noch schwerer für dich machen.

    wär schön weiteres von dir zu hören, sei's etz positives sowie negatives.

    liebe grüße

    - dani -

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