Wie kann ich die Hoffnung besiegen?

  • hallo sunflower, herzlich willkommen hier.

    deine gefühle kenne ich nur allzugut. angst, wut, hoffnung, liebe, hass, alles durcheinander oder auch auf einmal. für deinen vater da sein wollen und dabei wissen, das du darunter leiden wirst, aber nicht die kraft zu haben, ihn im stich zu lassen.

    wie erklärt dein vater den genuß des alkoholfreien biers? da ist auch alkohol drin, nicht viel aber etwas. vielleicht schaust mal im internet nach, ob du nen artikel zu findest und schmeißt ihn den in den briefkasten. weiß nicht ob es so gut ist, wenn du mit ihm persönlich redest, da es dir selber nicht gut geht und das wird es sehr wahrscheinlich nur noch schlimmer machen.

    wenn ein elternteil oder beide sich selbst zerstören, ist man als kind glaube ich nie richtig stark genug, das alles vergessen zu können, das es einen nicht aufwühlt und bewegt, wenn sich etwas ändert (sei's etz positiv wie negativ).

    du machst doch schon ne therapie. wann hast du denn deinen nexten termin? wäre auf jedenfall ein tolles thema für die nexte sitzung, es ist aktuell und im moment denkst du eh die ganze zeit daran.

    klar ist es schön einen mann zu haben, der einen in den arm nehmen kann, aber besorgen können wir dir hier leider auch keinen. aber wie sieht's mit freunden aus? geschwister, verwandte oder (wenn ich fragen darf) deiner mom?

    liebe grüße

    - dani -

  • ja, das mit dem vertrauen bzw. die angst vor dem vertrauen kenn ich. hab ich auch ein riesen problem mit.

    ihr habt doch bestimmt jemanden in der gruppe, der sie leitet. wie wär's wenn du ihn bitten würdest, das thema anzuschneiden. könnte mir vorstellen, dass in deiner gruppe auch einige erfahrungen mit alkohol gemacht haben. dann kannst du immer noch entscheiden, ob du drüber reden willst oder net.

    warum ist deine mutter verletzt, wenn du ihr sagst wie du dich fühlst? oder hast du angst sie damit zu verletzen?

    aber es ist doch schon mal gut eine freundin zu haben die einen zuhört, klar ist es schwer vorstellbar, wie es dir geht, die frage "kann man den betroffenen nicht zwingen" kenn ich nur allzugut. erklär ihr einfach, dass das nicht geht, das er selber wollen muss. früher wurden einige leute halt sagen wir mal von ihren verwandten in die psychatrie gesteckt, wenn die sie nicht mehr wollten. das war damals sogar leicht. aufgrund dieser geschichten hat der gesetzgeber das alles so radikal verschärft, dass das halt nicht mehr klappt, leider auch nicht bei leuten die es dringend nötig haben. nur wenn man sich selber oder andere gefährdet (selbstmord etc.)

    *grüßle*

    - Dani -

  • also in meinen augen solltest du trotzdem mit deiner mutter reden. sie leidet unter der situation, im moment rennt sie davon, aber einholen wird sie alles. und ich denke um so später dieser punkt erlangt ist, um so schwerer wird es für sie werden.

    du könntest ja bei der suchtberatung anrufen und da nen termin mit nem therapeuten für angehörige machen? er kennt sich aus mit der materie und kann dir auch treffpunkte und zeiten von gruppen für angehörige von alkoholikern geben. da fühlst du dich wahrscheinlich eher verstanden. du musst dich ja nicht gleich öffnen, aber allein die erfahrungen und gefühle von anderen betroffenen zu hören wird dir bestimmt gut tun.

    du könntest ja deine mom bitten mitzugehn.

    gruß

  • hallo sunflower,

    willkommen hier im forum!

    ich verstehe dich auch, mir geht es da ein bisschen wie dir. ich wohne seit 20 jahren nicht mehr zuhause, und trotzdem nimmt es mich immer wieder mit, wenn meine mutter betrunken ist, auch wenn ich das nur durchs telefon mitbekomme. das werden wir kinder wahrscheinlich nie ablegen, die enttäuschung, die angst, die wut. aber du solltest versuchen, dich davon nicht allzu sehr beeinträchtigen zu lassen. ich lege einfach auf, wenn sie hier betrunken anruft. sage "so rede ich nicht mit dir" und lege auf. das könntest du zum beispiel auch tun. oder wenn er in deinem beisein etwas trinkt, aufstehen und gehen. er sollte merken, dass du ihn SO nicht magst.

    und noch etwas zu deiner therapie: hast du dir schon mal überlegt, eine spezielle gruppe für alkoholismus aufzusuchen. es gibt da verschiedene, in manchen sind nur alkoholiker, in manchen nur angehörige und manche sind gemischt. ich mache das auch, und es tut mir sehr gut, weil ich da - wie hier - verstanden werde. im freundeskreis kannn das einfach keiner verstehen, weil es keiner mitgemacht hat. das wäre doch mal einen versuch wert, oder?

    gruß

    lavendel

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!