Neu und ängstlich...

  • Hallo od ...
    und herzlich willkommen im Forum,

    dein "Online-Psychologe" hat aber ziemlichen Mist daher geredet.
    Deine Alkoholkonsummengen haben dich natürlich schon in eine Abhängigkeit gebracht, die du ja andererseits auch selbst siehst.

    Ein Arztbesuch mit aller Offenheit, auch ein klinischer Entzug ist wichtig.

    Du hast auch hier die Möglichkeit, ein trockenes Leben mit den Erfahrungen anderer zu erlernen.

    Es kommt auf dich an.

    Gruß, Freund.

  • Hallo od,

    wenn du einen Job hast, hast du sicherlich auch Urlaubsanspruch, möchtest du diesen Aufenthalt geheim halten.
    Eine klinische Entgiftung müsste so zwischen 7 und 10 Tagen ablaufen, es ist auch ein wichtiger psychischer Meilenstein.

    Deine Gesundheit müsste an erster Stelle stehen.

    Gruß, Freund.

  • Hi Od,

    mir ging es auch so wie dir. Habe lange Jahre abends meine Flasche Wein getrunken und mir auch immer so meine Gedanken gemacht und gewusst, dass das nicht o.k. ist. Mein äußeres Leben lief normal weiter.

    Bei Treffen mit Leuten habe ich auch immer nur den ganzen abend an meinem Glas Wein genippt, es sogar noch nichtmals ausgetrunken, aber heftig darauf gehibbelt nach Hause zu kommen, um endlich wieder zu konsumieren.

    Die Gefahr weiter abzurutschen lauert vor der Tür. Bei dem einen so, bei mir dann durch die arbeitslosigkeit, dass ich dann mehr getrunken habe. Garantie hast du nicht, dass es ewig so weitergeht. Du musst damit rechnen, dass es schlimmer wird.

  • Ich gehe zu den AAs. Die reagieren bei machen Wörtern ganz empfindlich, z. B. bei dem Wort Stolz.

    Ich habe es eigenartiger Weise auch nie gesagt, denn worauf soll ich Stolz sein? Ich empfinde es eher als Gnade, dass mir die Erkenntnis kam "du bist eine Säuferin". Wer hat mir diesen Gedanken eingegeben?

    Mit diesem Gedanken habe ich die Kraft gekriegt, die Kurve zu kratzen, auch darauf bin ich nicht stolz, denn das wirft die nächste Frage auf, woher kommt die Kraft.

    Es gibt einen Satz "nicht alle werden genesen". Die tun mir wirklich von Herzen leid. Denn sie haben oder bekommen nicht die Einsicht und die Kraft.

    Was ich empfinde ist Dankbarkeit!

  • hallo od.
    du hast erkannt das mit deiner trinkerei was nicht in ordnung ist und möchtest daran was ändern.
    wenn dann geh den weg offen und ehrlich zu dir selbst. es gibt verschiedene trinkmuster aber am ende kommt das gleiche heraus, nähmlich das man von dem zeug krank wird.
    deine trinkerei kenne ich auch von mir,denn wollte in der gesellschaft nicht auffallen und habe dafür zuhause um so mehr gesoffen.
    der weg ist zum arzt,mit ihm reden eine einweisung in eine entgiftung, denn du hast entzugserscheinungen und die können ohne hilfe tödlich enden.
    in der entgifting mit einem sozialberater reden wie es weiter gehen könnte oder nach der entgiftung in eine beratungsstelle und dort dein problem vortragen. durch gespräche können weitere schritte eingeleitet werden z.B. ambulante oder stationäre therapie. das wichigste ist eine SHG und das regelmässig egal wo.
    du willst vieleicht deine entgiftung heimlich machen was ich als blödsinn empfinde denn du bist krank und da kann dich kein arbeitgeber entlassen.
    gehe offen damit um denn sonst landest du eines tages wieder dort wo du jetzt heraus willst.
    das angst und scham da sind ist normal aber da musst du durch um eine zufriede abstinenz zu bekommen.

    herzlichst heinrich

    Der Mensch muss sich verändern wollen.
    Sonst ist jedes Bemühen sinnlos, jedes Wort zuviel und jede Anstrengung vergebens.

  • hallo od!
    wenn du keinerlei entzugserscheinungen mehr hast, gehe trotzdem zum arzt und rede über dein problem.
    zur suchtberatungstelle würde ich auch gehen und wie schon gesagt über dein alk problem reden.
    und ganz wichtig ist gruppe,gruppe und das regelmässig. dort wirst du mit der zeit merken ob sie dich weiterbringt oder eine thera besser wäre.

    wünsche dir viel erfolg dabei.

    herzlichen gruss heinrich

    Der Mensch muss sich verändern wollen.
    Sonst ist jedes Bemühen sinnlos, jedes Wort zuviel und jede Anstrengung vergebens.

  • Hallo od,
    wahrscheinlich wundert es Dich nicht mehr, wenn Ich Dir sage, dass es mir genauso ging.
    Nach meinem Tiefpunkt (s. Profil) hatte ich qualifizierte Hilfe.
    Ich schicke Dir eine private Nachricht.

    Es ist keine Schande krank zu sein.
    Es ist aber eine Schande, nichts dagegen zu tun!

  • @Annika + Karsten

    Ich musste da mal schwer drüber nachdenken, was ihr betreffend AA geschrieben habt. Ihr habt ja Recht. AA war bis zu diesem Forum, welches ich sehr gut und ernsthaft finde, meine einzigste SHG und somit habe ich es natürlich verinnerlicht, was da gesagt wurde. Ist wohl sowas wie leichte Gehirnwäsche. Deshalb passiert es mir hier im Forum auch immer wieder, dass ich das Gedankengut einfließen lass, weil es Teil meiner Trockenheit ist. Ich werde davon Abstand nehmen, denn AA ist nicht der einzigste Weg und mir hilft auch dieser Weg hier. Viele Postings regen mich nämlich zum Nachdenken und mich selber zu Überprüfen an.
    Ich werde achtsamer sein.

    @ Od

    Das mit der Angst kenne ich auch. Als ich so 16 Jahre alt war, hatte ich heftige Angstattacken und habe dann rausgefunden, dass mir Beruhigungsmittel, speziell Transquillizer, wunderbar gegen die Angst helfen. So wunderbar, bis ich schwer süchtig war.

    Heute, nach zig Jahren, hat sich meine Angst fast ganz abgeschwächt (nach etlichen Therapien, vll. auch die Zeit, ich weiß nicht). Trotzdem habe ich vor einigen Jahren das Saufen angefangen. Ich weiß, dass meine Gefühle nicht so ganz sind, wie sie sein sollten, dafür war dann der Alkohol da. Heute will ich das nicht mehr. Ich versuche, meine Gefühle anzuschauen, auch die negativen, vor allem auch auszuhalten. Es ist schwer, aber es geht in kleinen Schritten.
    So eine Psychotherapie kann eine gute Sache sein.

  • Nachtrag:

    na ja, und das mit dem Stolz und der Dankbarkeit, da einen Unterschied zu machen, ist wahrscheinlich doch nur Wortklauberei.
    Jedem sein Gefühl, wenn es für ihn gut ist, dann ist es o.k.

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