Rückfall und Panik

  • Hallo Zusammen,

    ich bin fix und fertig und möchte hier gern um Unterstützung bitten.

    Ich habe einen Rückfall und ziemliche Panik.

    Ich bin 42 Jahre alt und habe schon in früher Jugend angefangen zu trinken. Der Grund dafür war das ich mit meinen Gefühlen nicht umgehen konnte. Und wenn man trinkt, muss man nicht fühlen.

    1998 konnte ich mir dann eingestehen, dass ich ein echtes Problem habe. Nach und nach hat sich dann in mir der Wunsch verfestigt „mein“ Leben zu leben, und nicht so einen Murks aus Alkohol, Selbstvorwürfen, verkaterten Tagen etc. 1999 habe ich dann die Kurve gekriegt. Ich wollte eine Therapie machen, aber die Therapeuten die ich kontaktiert habe, sagten mir das erst in einem halben oder später Termine frei seien. Ich hatte das Gefühl soviel Zeit habe ich nicht mehr. Entweder es ändert sich jetzt was…

    Also habe ich mir im Internet eine Selbsthilfegruppe gesucht, Fachliteratur zum Thema Alkoholsucht gewälzt und habe den Absprung geschafft. Etwa 3 Jahre lang war ich trocken. Ein klarer Kopf, keinen Kater mehr etc. das war einfach grandios! So wollte ich immer leben!
    Dann gab es eine emotionale Stresssituation die ich glaubte nicht aushalten zu können.
    Ich konnte mir wie von Außen dabei zusehen, wie ich mir eine Flasche Wein gekauft habe.
    Ende vom Lied: es dauerte natürlich nicht lange und ich war wieder „voll drauf“.
    Das ging etwa ein Jahr lang. Aber ich wollte mein trockenes Leben zurück und habe ein zweites Mal den Absprung geschafft. Wieder etwa 3 Jahre lang. Ich habe den Alkohol gemieden wie der Teufel das Weihwasser, habe keine Praline gegessen ohne zu erkunden ob nicht vielleicht Alkohol drin ist, habe sogar im Restaurant nachgefragt, ob an Speisen Alkohol ist. Ich wollte NIE WIEDER dieses beschissene Leben mit Alkohol.

    Am 30. Dezember letzten Jahres dann die Katastrophe :( Unter extremen Stress habe ich wieder zur Flasche gegriffen. Im Januar habe ich ca. 7 oder 8 Mal getrunken. Am 4. Februar dann erneut die Erkenntnis: du hast es nicht im Griff und du wirst es auch niemals im Griff haben! Es geht nur komplett ohne! Und genau das ist es, was ich auch wieder will!

    Gestern dann: es war als würde sich ein Schalter in meinem Kopf umlegen. Jeden Gedanken an das Wissen, dass der Schuss garantiert nach Hinten losgeht verdrängt. Ein Glässchen Sekt wird schon gehen. Dabei weiß ich genau, dass das nicht funktioniert! Und hat es natürlich auch nicht, und natürlich ist es bei dem Glässchen auch nicht geblieben….

    Ich bin so verzweifelt. Ich will mein altes, trockenes Leben zurückhaben! Und ich hab so Schiss…

    Ich möchte euch um eure Unterstützung bitten.

    Danke fürs lesen
    Sonja

  • Hallo Sonja,

    ich begrüße Dich erstmal bei uns ganz Herzlich, da ich ja auch noch nicht sooo lange trocken bin also „kein alter Hase“ weiß nicht so recht wie ich Dir helfen kann. Du warst 3 Jahre trocken hast Du den auch die ganze drei Jahre eine SHG besucht??? an Dir intensiv gearbeitet??? etwas umgesetzt von dem was die „alten Hasen“ erzählten oder nur nicht getrunken???? Was müssen das für Situationen sein, dass man die 3 Jahre weg schmeißt, obwohl man doch eigentlich weißt das mit Alkohol nichts besser wird, und dass es kein Grund zum trinken gibt?? Du willst Dein trockenes Leben zurück, wovor hast denn Angst???

    Ich hoffe wir können Dir helfen und Du bekommst noch bestimmt Antworten!!!!

    Liebe Grüße
    Maria

  • Hallo Sonja,

    willkommen hier im Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum.

    Ich bin auch noch nicht lange hier und erst kurze Zeit wieder nüchtern.

    Das beste wäre morgen zum Arzt zu gehen und ihm genau dein Problem zu schildern, sag ihm was du möchtest. Er wird dann gemeinsam mit dir alles weitere entscheiden und die Entgiftung, stationär oder ambulant, veranlassen.
    Für mich kam nur die Stationäre Entgiftung in frage, da ich enorme Entzugserscheinungen hatte.

    Vor was hast du Angst?

    Viele Grüße, der Alex

    ....ich lebe lieber ungewöhnlich...

    "Das letzte Mal Alkohol getrunken am 12.02.2007"

  • Hallo Sonja ...
    und herzlich willkommen im Forum,

    mit deinen beiden 3-jährigen Trinkpausen hast du ja schon gute Erfahrung gemacht,
    nur scheinbar die Trockenheit nie ausgelebt, dich wahrscheinlich nie vom Alkohol räumlich u. geistig distanziert.

    Du schreibst:
    ... du hast es nicht im Griff und du wirst es auch niemals im Griff haben! Es geht nur komplett ohne!
    Und genau das ist es, was ich auch wieder will!

    Du hast mit Verzichtsgedanken im Unterbewußtsein gelebt. Kann das sein ?

    Du kannst mit uns den Neuanfang starten.
    Wenn du es willst, für immer.

    Gruß, Freund.

  • Hallo Maria,

    danke für dein Willkommen und für deine Antwort.

    Zunächst mal zu der Frage, wovor ich Angst habe:
    Bei meinem letzten war ich trotz meines ganzen Wissen so schnell so tief wieder richtig drin, dass ich Angst habe, es könnte jetzt wieder so werden.
    Die letzen drei Jahre in denen ich trocken war, habe ich sehr viel an mir gearbeitet.
    Und es gab auch Situationen, in denen es mir mies ging, aber ich wäre im Traum nicht auf die Idee gekommen, deshalb wieder zu trinken. Ich hatte auch keinen Saufdruck. Ich hab mir immer gesagt, bevor ich wieder Alkohol anfasse jage ich mir lieber eine Kugel durch den Kopf. Es stand sogar ein Jahr lang eine Flasche Wein in meiner Küche, die ein Freund hier vergessen hatte. Die hätte ich genauso wenig getrunken, wie eine Flasche Spülmittel.
    Ich war mir so sicher, dass mich nichts und niemand je wieder auch nur auf den Gedanken bringen könnte, Alkohol zu trinken. Ich trinke nicht, und basta! Bis dann alles ganz anders kam….
    Und das richtig erschreckende ist, dass dieser ganze Schwachsinn nach dem ersten Mal trinken am 30.Dezember wieder in meinem Kopf war. Von wegen, vielleicht kriege ich es ja doch in den Griff und dieser Blödsinn.
    Ich frage mich, wie kann das angehen? Ich weiß doch, dass das alles totaler Unfug ist!
    Reale SHG habe ich nie besucht. Ich habe bei/während meines ersten Absprungs viel mit der SHG im Internet gesprochen, was wirklich sehr hilfreich war. Ich hatte da auch einen “alten Hasen“ der mir mit Rat und Tat zur Seite stand und mit dem ich mich regelmäßig per mail ausgetauscht habe.
    Die letzten 3 Jahre in denen ich trocken war, habe ich allein auf die Reihe bekommen. Alkohol war einfach kein Thema mehr für mich.
    Und jetzt das…
    Aber deswegen bin ich jetzt ja hier. Ich will mich mit Menschen austauschen, die das Problem kennen und ernst nehmen. Noch so ein Jahr wie das nach meinem letzten Rückfall, das stehe ich nicht durch. Ich will wieder trocken leben. Nicht in einem Jahr oder in einem Monat, sondern ab sofort. Ich schäme mich, ich fühle mich wie ein Versager, es ist echt schlimm.

    Hi Alex,

    auch dir vielen Dank.
    Mit körperlichen Entzugserscheinungen habe ich zum Glück nicht zu kämpfen. Es ist ein rein psychisches Ding bei mir. Ich trinke nicht, weil’s mir körperlich schlecht geht.
    Warum habe ich dann wieder getrunken? Auf diese Frage weiß ich selber nicht so recht Antwort. Es ist, wie ich ja schon schrieb, als würde ein Schalter umgelegt. Von „ich trinke nicht“ auf „ach komm, trinkst dir mal einen, ist doch alles nicht wild mit dem Alk“.
    Klingt total bescheuert, ich weiß. Es ist als wäre in dem Moment alles weg…

    Danke und liebe Grüße
    Sonja

  • Hallo Freund,

    danke für dein Willkommen und deine Antwort.

    Du schreibst:
    „Du hast mit Verzichtsgedanken im Unterbewußtsein gelebt. Kann das sein ?”

    Das ist ja das verrückte an der Sache. Ich habe das nicht-trinken als totale Bereicherung empfunden. Ich habe so lange in meinem Leben getrunken, inklusive aller Peinlichkeiten und allem Mist was das trinken eben mit sich bringt, dass ich mich ohne Alkohol wirklich frei gefühlt habe. Das ich auf etwas verzichte oder das mit was entgeht, habe ich nicht empfunden.

    Und ich will den Neuanfang starten. Und ich will trocken sein, für immer!

    Danke und liebe Grüße
    Sonja

  • Hallo Sonja,

    und beide Male nach den 3 Jahren sprichst du von Streßsituationen.

    Du scheinst nur über deinen Willen alles gesteuert zu haben In dir hat sich langsam wieder der Wunsch aufgebaut, kontrolliert trinken zu können und diesen jämmerlichen Alkohol in deinem Belohnungssystem Platz zu geben.

    Wie hast du es mit deinem Alkoholumfeld, deinem Bekanntenkreis, deinem Leben gehalten ?

    Gruß, Freund.

  • Hallo Sonja,

    du schreibst:
    Das ist ja das verrückte an der Sache. Ich habe das nicht-trinken als totale Bereicherung empfunden. Ich habe so lange in meinem Leben getrunken, inklusive aller Peinlichkeiten und allem Mist was das trinken eben mit sich bringt, dass ich mich ohne Alkohol wirklich frei gefühlt habe. Das ich auf etwas verzichte oder das mit was entgeht, habe ich nicht empfunden.

    Das kenne ich auch von mir, so verrückt ist das nicht.
    Heute weis ich, das, nur nichts trinken, nicht reicht

    Die ersten beiden Male hatte ich auch keine bemerkenswerten körperlichen Entzugserscheinungen, beim den nächsten Malen bekam ich den Ernst meiner Lage zu spüren.

    Was Freund dir schrieb, traf auch genau auf mich zu, somit war klar für mich, das ich noch einiges ändern muss, um nicht wieder zwangsläufig zum Rückfall zu gelangen.

    Deine Angst ist begründet, bei mir ging es das letzte Mal so schnell bis ich wieder unten war, mehr noch, ich war sogar noch weiter unten als die Male zuvor.

    Gruß, der Alex

    ....ich lebe lieber ungewöhnlich...

    "Das letzte Mal Alkohol getrunken am 12.02.2007"

  • Hallo Sonja,

    schon alleine die Flasche Wein die Du ein Jahr lang in der Küche stehen gelassen hast macht mich nachdenklich, warum wenn ich Dich fragen darf??? Und warum kommt ein Freund zu Dir mit dem Alkohol, hast Du Dich nicht geäußert dass Du Alkoholikerin bist????

    Liebe Grüße
    Maria

  • Hallo Sonja,

    auch die von Annika angesprochene Flasche in der Küche, sicher hast du dich auch weiter siegessicher in deinem alkoholtrinkendem Umfeld aufgehalten, dein Haus wackelte schon immer bereits im Fundament.

    Gruß, Freund.

  • Hallo Freund,

    du schreibst:
    „In dir hat sich langsam wieder der Wunsch aufgebaut, kontrolliert trinken zu können und diesen jämmerlichen Alkohol in deinem Belohnungssystem Platz zu geben.“

    Diesen Wunsch hatte ich nicht. Mir ist zum einen klar, dass das nicht möglich ist, zum anderen war das auch nie mein Gedanke. Ich habe mich vor Alkohol sogar richtig geekelt.
    Diese unglaublich bescheuerte Idee, hatte ich immer erst, wenn der Rückfall schon eingetreten war. Vollkommen doof, ich weiß. Und mir selber total unverständlich.
    Ich hege den leisen Verdacht, dass mein erneuter Griff zur Flasche eher eine Selbstbestrafung war, als etwas was mit dem Belohungssystem zu tun hat. Beide Stresssituationen in denen es zum Rückfall kam, waren Beziehungsprobleme. Wollte ich mir vielleicht unbewusst beweisen, dass ich ja doch nichts auf die Reihe kriege? Mir war vollkommen klar, dass der erste Schluck der Anfang vom Ende ist. Das erste Glas habe ich mir regelrecht reingequält. Von Belohung oder gar Genus keine Spur. Klingt das absurd? Deine Meinung dazu würde mich sehr interessieren.

    Zu meinem Umfeld ist zu sagen, dass ich während meines ersten Absprungs umgezogen bin.
    Die paar Kontakte die zu Saufkumpanen noch bestanden, haben sich ziemlich schnell erledigt, nach dem ich sagte dass ich für „einen auf die Lampe schütten“ nicht mehr zu haben bin.
    Ich habe keine Freunde die ein Alkoholproblem haben.
    Auch auf Partys hatte ich nie das Verlangen Alkohol zu trinken. Wenn ich irgendwo bin wo viel getrunken wird, geht mir das sogar ziemlich auf den Keks. Mir solche Abstürze anzugucken erinnert mich zum einen viel zu sehr an meine schlimmen Zeiten zum anderen nervt mich das Gelaber von angetrunkenen Leuten.

    Hallo Alex,

    ich weiß dass meine Angst begründet ist, deswegen schieb ich ja so ein Panik.

    Hallo Maria,

    die Flasche Wein die bei mir in der Küche stand, hat mich eigentlich eher zuversichtlich gemacht. Früher hätte ich total Panik, wäre Alkohol im Haus gewesen. Das diese blöde Pulle da irgendwo in der Ecke steht und ich sie nicht mal mehr wahrnehme, geschweige denn Angst habe weil Alkohol im Haus ist, habe ich eigentlich als sehr positiv gewertet. Ich habe sie nicht als Gefahr angesehen, was ich eigentlich ziemlich gut fand.

    Die Geschichte, wie die Flasche da hingekommen ist, war folgende: mein Freund hatte ein Paket von einer Weihnachtsfeier mitgebracht, weil der nach der Feier direkt zu mir gekommen ist. Da waren halt Naschkrams, Kerzen und so drin, und eben diese Flasche Wein. Er hatte das Paket dann bei mir vergessen, und ich hatte die Flasche dann erstmal in die Küche gestellt, wo sie einfach in Vergessenheit geraten ist. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass diese Flasche für mich zu einer Gefahr werden könnte, da meine Gedanken ja auch gar nicht mehr um das Thema Alkohol kreisten.

    Tja, irgendwas ist gründlich schief gelaufen. Und bin sehr dankbar mich hier mit euch austauschen zu können.

    Danke und liebe Grüße
    Sonja

  • Hallo Sonja,

    wirf erst mal dein bisheriges Wissen in die Tonne, in die du dann die entleerte Flasche Wein entsorgst.
    Schütte sie als Neuanfang in den Gulli.
    Fang heute hier von neuem an.

    Du schreibst:

    … dass mein erneuter Griff zur Flasche eher eine Selbstbestrafung war …

    Belohnungen gelten negativ und positiv.

    … wollte ich mir vielleicht unbewusst beweisen, dass ich ja doch nichts auf die Reihe kriege?
    … von Belohung oder gar Genuss keine Spur.

    Also gab es immer die Alternative Alkohol in deinem Hirn.

    … auch auf Partys hatte ich nie das Verlangen Alkohol zu trinken.

    Du bist aber hingegangen, hast dich weiter unter trinkenden Menschen bewegt. Ich hatte mich rigoros von Orten und Menschen, an denen ich die Assoziation hatte, Alkohol getrunken zu haben, für mindestens 1 Jahr ferngehalten, danach Ermessenssache. Auch nach einem Umzug hätte ich das getan. Heute bewege ich mich dort auch äußerst selten, habe aber wenn einen gezielten und gesteuerten Beweggrund.

    Auch deine Flasche Wein in der Küche hat dir die räumliche und geistige Distanz genommen.
    Du warst nicht akribisch genug an der Arbeit.

    Vielleicht kannst du das eine oder andere aus meinem Leitfaden hier ziehen:
    https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…ftopic6135.html

    Gruß, Freund.

  • Hallo Freund,

    deinen Leitfaden studiere ich bereits.

    zu der Sache mit den Partys möchte ich noch hinzufügen: das erste Jahr meiner letzten 3jährigen Trockenheit war ich auch auf keiner Party. In den letzten 3 Jahren war ich ingesamt auf 3 Partys. Ich bin nicht gern unter trinkenden Menschen.

    Deinen Leitfaden studiere ich bereits. Diesmal will ich es richtig machen.

    Lieben Gruß
    Sonja

  • Hallo Sonja,

    aus deinen bisherigen Erläuterungen sehe ich momentan hier den Knackpunkt:
    … dass mein erneuter Griff zur Flasche eher eine Selbstbestrafung war …
    … wollte ich mir vielleicht unbewusst beweisen, dass ich ja doch nichts auf die Reihe kriege …

    Wie schon erwähnt kann auch eine „Bestrafung“ eine Belohnung sein.
    Der Alkohol war somit noch in deinem „Belohnungsdenken“ klitzeklein verankert.

    Auch sprechen wir immer von einem Tiefpunkt, den man erreicht haben muss.
    Du hattest irgendwie noch nicht endgültig mit dem Alkohol abgeschlossen, ihn noch im Unterbewusstsein als letzte Alternative gehabt.
    Mag sein, dass du diesem Tiefpunkt ganz nahe warst, aber ihn für die glückliche und zufriedene Trockenheit fürs Leben noch nicht erreicht hattest.

    So kann ich es im Moment nur vage deuten.

    Aber was solls !
    Befassen wir uns ab sofort nicht mit der Vergangenheit, was du hier und da richtig oder falsch gemacht hast,
    arbeiten wir nunmehr an aktiver Trockenheitsarbeit für die Zukunft.
    Alles andere ist vertane Energie.

    Gruß, Freund.

  • Hallo Sonja,

    ich lese aus deinen Beiträgen, daß du keinen Grund erkennen kannst ???,
    korrigiere mich bitte, wenn ich etwas falsch verstanden habe, daß du wieder rückfällig geworden bist.

    Diseses zu ergründen kannst natürlich NUR DU !

    Ich finde Freund`s "Leitfaden" sehr gut, und doch sind wir NIE gefeit vor einem Rückfall, daß macht diese Alkohol-Krankheit ja so tückisch, einmal nicht aufmerksam gewesen, und das erste Glas rückt wieder gefährlich nahe.

    Es gibt keine Garantie.

    Du schreibst, du möchtest für immer trocken sein.
    Wer möchte das nicht ?, der schon einmal das trockene Leben wieder als Leben erleben durfte.

    Ich persönlich mag dieses " Für Immer " garnicht, es setzt einen so unter Druck.

    Für mich gilt jeden Tag auf`s neue: HEUTE TRINKE ICH NICHT, und mir geht es gut damit.

    Vielleicht kannst du ja damit etwas anfangen.

    Lieben Gruß, Rose

  • Hallo Sonja,
    erst einmal Willkommen im Forum,und unserer SHG
    Du schreibst:
    Die letzten 3 Jahre in denen ich trocken war, habe ich allein auf die Reihe bekommen. Alkohol war einfach kein Thema mehr für mich.
    Und jetzt das
    Und genau,daß ist es,waß ich immer nicht verstehen kann,ich bin trockener Alkoholiker,und für mich,ist es nicht abgetan damit,nur nichts zu trinken!Ich habe mich entschlossen,nachdem ich gänzlich vor dem Alkohol kapitulierte,für mein Leben wieder die Verantwortung zu übernehmen!Und eben zu dieser,gehört ein ständiges arbeiten und auseinandersetzen mit mir selbst.Ich bin fest der Überzeugung,daß ich es ohne meine reale SHG,und wegbegleitend hier mit der virtuellen SHG,nicht alleine schaffe,eine zufriedene Trockenheit,und somit ein besseres Leben zu führen,denn ich bin Alkoholiker,und nehme jede Hilfe an,die mich auf meinem Weg festigt,und mich weiterbringt.Ständiges arbeiten an mir,indem ich mein Ziel immer vor Augen habe,lässt mich nicht stehenbleiben,denn ich weiß,Stillstand,könnte für mich tödlich enden!Du musst mehr für dich und deine Trockenheit tun,sonst wird es wieder nur eine Trinkpause,von 3 Jahren,oder kürzer!Gehe in eine SHG,oder nutze dieses Forum als SHG für dich,alleine wirst Du es nicht schaffen!Lerne hier anzunehmen,und umzusetzen,damit es nicht nur eine weitere Trinkpause wird!!

    Liebe Grüße,Andi

  • Hallo Freund,

    du schreibst:
    „Wie schon erwähnt kann auch eine „Bestrafung“ eine Belohnung sein.
    Der Alkohol war somit noch in deinem „Belohnungsdenken“ klitzeklein verankert.“

    Das sehe ich auch so. In irgendeiner vertrackten Ecke muss das Biest ja noch gehockt haben. Dabei war ich mir so sicher. Aber diese Sicherheit war ja ganz offensichtlich trügerisch und jetzt will ich es besser machen.

    „Auch sprechen wir immer von einem Tiefpunkt, den man erreicht haben muss.“

    Ja das sehe ich auch so. Meine persönlichen Tiefpunkte habe ich erreicht. Aber in der Umsetzung des trocken-seins muss mir dann ein entscheidender Fehler unterlaufen sein, sonst hätte ich heute ja nicht wieder das Elend am Hals.

    Aber du hast Recht, jetzt gilt es nach Vorn zu schauen und meine Arbeit an meiner Trockenheit akribisch durchzuführen.


    Hallo Rose,

    auch dir vielen Dank für deine Worte.
    Für immer...ist eine lange Zeit, da hast du Recht. Aus meinen letzten beiden Absprüngen weiß ich, dass es jetzt erstmal um jeden Tag geht. Und ich weiß auch, dass es mit Zeit leichter wird.
    Das macht mir Mut.
    Wäre ich gestern nicht so dumm gewesen, könnte ich morgen schon Woche 5 verbuchen ;(
    Aber es ist, wie es ist und nun ist Morgen eben Tag 2.


    Hallo Andi,

    dir auch vielen Dank.
    Auch ich bin ein großer Verfechter der Eigenverantwortlichkeit.
    Vorhin habe mit meinem Freund gesprochen und meinen Rückfall erzählt. Er fragte besorgt, ob es wegen ihm sei (weil wir zur Zeit ein paar Probleme haben) und ich habe ihm gesagt, er hat mir ja schließlich keine Pistole an den Kopf gehalten und gesagt Los, sauf.
    Wie ich mit Problemen umgehe liegt in meiner Verantwortung, dessen bin ich mir voll und ganz bewusst.
    Ich mag dieses Forum gern als meine SHG nutzen und bin dankbar für euere Unterstützung!

    Liebe Grüße
    Sonja

  • Hallo Sonja ...
    und einen schönen guten Sonntagmorgen,

    wo hattest du eigentlich die alkoholischen Getränke her, die bei deinem Rückfall zur Verfügung standen ?
    Wo hast du sie konsumiert ?

    Hast du dein Zuhause jetzt gänzlich entalkoholisiert ?
    Wie ist das im übrigen mit deinem Freund, trinkt er Alkohol ?

    Strukturiere deinen Tag, nimm dir heute Aktion(en) vor, die dir ein schönes Lebensgefühl vermitteln,
    fern des Alkohols und seiner Assoziationen.

    Gruß, Freund.

  • Hallo Freund,

    dir auch einen schönen guten Tag.

    Wie du sicher ahnst, war es genau diese Flasche Wein, die mein in der Küche verstaubt war.

    Ich habe das jetzt auch noch mal reflektiert. Es gab in der Tat schon vor dem Rückfall Momente, wo ich mit dem Gedanken gespielt habe, sie zu trinken. Ich kann den Zeitpunkt nicht mehr genau fest machen, aber es waren sicher einige Wochen vorher. Allerdings habe mich immer besonnen, und mir gesagt: Nee, wegen dem Stress wirst du nicht wieder trinken, so dumm bist du nicht. Wahrscheinlich hätte ich mir schon Unterstützung suchen müssen, als ich diesen Gedanken das erste Mal hatte.
    Naja, hinterher ist man immer schlauer.

    Ich habe keine Alkohol im Haus und auch nichts, was Alkohol enthält.
    Getrunken habe ich während des Rückfalls immer allein im stillen Kämmerlein.
    Zum einen weil ich weiß, dass ich immer zu viel getrunken habe und dass das immer mit peinlichen Situationen endete. Zum anderen war mit trotz allem klar: wenn ich wieder in Gesellschaft trinke, verbau ich mir jede Möglichkeit da je wieder raus zu kommen. Für mich ist das so: wäre ich erstmal an dem Punkt, an dem ich mit wieder Saufkumpanen suche, habe ich jede Chance auf Trockenheit verspielt. Dessen war und bin ich mir bewusst.

    Mein Freund trinkt zwar Alkohol, aber hat kein krankes Trinkverhalten. Wir haben da auch feste Abmachung. Wir wohnen nicht zusammen, und wenn er zum Beispiel mit seinen Freunden zum Fußball geht und dort Alkohol trinkt, treffen wir uns danach nicht.
    Auch trinkt er in meiner Gegenwart keinen Alkohol, außer wenn wir, was wir selten tun, mal zum Essen ausgehen. Das war für mich auch immer ok, aber ich werde ihn bitten auch das zu lassen.
    Was mit allerdings ein bisschen Sorgen macht: er hat eine große Sammlung exklusiver Whiskeys. Sollten wir irgendwann man zusammen ziehen, wird er sich davon Verabschieden müssen. Der Gefahr, Alkohol im Haus zu haben werde ich mich nicht wieder aussetzen.

    Ich hoffe, es ist ok, wenn ich hier so über mich erzähle und ich laber damit niemanden voll ;-/
    Aber ich habe mir fest vorgenommen, hier absolut offen und ehrlich zu sein.

    Liebe Grüß
    Sonja

  • Hallo Sonja,

    was habe ich zu Anfang gemacht ?
    Wie ich auch in meinem Leitfaden beschrieben habe, habe ich das Alkoholumfeld zuerst, über 1 Jahr, gemieden wie der Teufel das Weihwasser, habe aus meinen Trinkpausen gelernt, dass alles was ich zuvor gemacht habe falsch war.

    Ich habe mir neben der täglichen Arbeitszeit einen strukurierten Tagesablauf geschaffen, habe von meinen Gruppenstunden reflektiert und jede Aktion auf meine Trockenheit abgestimmt.
    Hätte ich zu jener Zeit dieses Forum gehabt, hätte ich mir täglich eine gewisse feste Zeit genommen,
    hier aufzunehmen und zu kommunizieren.

    Ich habe Orte und Menschen gemieden, an denen mir der Konsum von Alkohol assoziiert wurde.
    Ich habe Freunde, Bekannte, Menschen nur getroffen, war der Alkohol nicht im Spiel.
    Ich habe meine Partnerschaft und mein Privates aufleben lassen.

    Soweit erst einmal, starte durch.

    Gruß, Freund.

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!