Das tägliche Bier

  • Hallo Roach,
    herzlich Willkommen hier im Forum,und unserer SHG.
    Hinnehmen,mußt Du erst einmal gar nichts,und ob Bier ein Grundnahrungsmittel ist,wage ich zu bezweifeln!Auch ich habe mit geringen Mengen Alkohol angefangen,dieses steigerte sich ins unermessliche,und blieb auch nicht beim Bier,es sollte noch vieles andere dazukommen.Ich würde an deiner Stelle,auch nicht das Trinkverhalten anderer,an deinem messen,denn das gibt Dir doch das Gefühl,es sei alles nicht so schlimm,und somit legitimierst Du dein Trinkverhalten.
    Was sind denn für dich typische Anzeichen eines Alkoholikers?Der Großteil aller Alkoholiker,gehen einer vernünftigen Arbeit nach,und haben Familie,daran ist nichts festzumachen.Du hast dich hier angemeldet,also beschäftigt dich diese Situation doch,hier geht es auch nicht um andere und deren Trinkmengen,sondern um dich!Ob Du Alkoholiker bist,oder nur Alkoholmissbrauch betreibst,kann ich Dir nicht sagen,diese Frage kannst nur Du Dir beantworten,ich kann nur von meinen Erfahrungen erzählen,und Dir sagen,daß Du Dir vieleicht die Frage stellen solltest,warum es Alkohol sein muß,denn wenn alle aus Frust Alkohol trinken würden,würden alle Menschen die Dir auf der Strasse begegnen,entweder eine Fahne haben,oder sich torkelnder Weise an Laternenpfählen festhalten müssen.Selbstüberschätzung,hat mich dorthin gebracht,wo ich einmal war,und wo ich nicht mehr hinmöchte!Ich habe das große Glück,heute da zu stehen wo ich bin,andere haben,oder hatten es nicht,es liegt an jedem selbst,an bestimmten Situationen etwas zu ändern!

    Liebe Grüße,Andi

  • Hallo Roach,
    auch ich will Dir von meinen Erfahrungen berichten. Ich war als Jugendliche ziemlich gehemmt. Mit Alkohol konnte ich das prima überwinden. 1 Wein - und schon war ich locker drauf und wurde von meiner Clique beachtet.....
    Während meines Studiums war es ganz "normal", Alkohol zu trinken, da hat keiner, auch ich nicht, drüber nachgedacht.
    Im Beruf, so- etwa mit 25 - begann dann ganz langsam, aber unaufhaltsam mein Weg in die Sucht.
    Ich hatte ja sehr früh gelernt, dass ich mit Alkohol mein Befinden verändern konnte. Das setzte ich dann nach Bedarf ein: um gute Laune zu bekommen, um mich zu entspannen, um besser zu schlafen, um morgens in Schwung zu kommen...
    Das habe ich so etwa 10 Jahre durchgehalten....
    Irgendwann kam dann der Tag, an dem ich merkte, dass ich ohne Alkohol nicht mehr auskam.....
    Heute bin ich trocken, ich weiss aber, dass sich mein Suchtgedächtnis nicht löschen lässt. Ich konnte meine Krankheit zum Stillstand bringen, heilen lässt sie sich nicht.
    Dabei hat alles so "harmlos"angefangen.
    Gruß Sweety

    Es ist keine Schande krank zu sein.
    Es ist aber eine Schande, nichts dagegen zu tun!

  • Hallo Roach,

    ob Du nun Bier trinkst oder Schnaps ist irrelevant, beides enthaelt Alkohol und die hoehere Konzentration im Schnaps wird durch die groessere Menge des Biers wieder ausgeglichen.

    Und noch sind es vielleicht ein, zwei... aber aus diesem Gewohnheitstrinken werden sicherlich auch drei, vier, fuenf, 10, ... werden. Ich habe auch nicht mit 10 Bier am Tag angefangen, denn anfangen tut jeder klein.

    An Deiner Stelle wuerde ich also auf das Bier "verzichten" solange noch keine schwere Abhaengigkeit besteht, das geht naemlich schneller als Du denkst. Bekommst Du Entzugserscheinungen, wenn Du nicht trinkst? In dem Fall solltest Du Dich mal an einen (kompetenten) Arzt wenden.

    greets,
    Michael

  • Hallo Roach,
    ich habe früher regelmäßig Bier getrunken, und zwar immer alleine zu Hause (ein Grund dafür - obwohl es eigentlich natürlich keinen gibt, um Alk zu trinken - war mein alkoholkranker Vater). Habe dabei Tagebuch geschrieben und mich meinem Weltschmerz hingegeben (ich war 17/18 ). Ich machte das nur freitags uns samstags abends, so etwa 4 Flaschen Bier. Das ging über einige Monate, bis ich sozusagen "aufwachte" und merkte, dass das so nicht weitergehen kann. Ich hörte auf, was mir nicht schwer fiel. Ich änderte einiges in meinem Leben, suchte mir eine Arbeit, fand neue Freunde, und es ging mir gut. Ich vermisste den Alkohol kein bisschen. Ich war nicht abstinent, aber es blieb dann bei einem Feiertagsbier mit meinen Kolleg/innen und alleine zuhause trank ich nichts, hatte dazu gar keine Lust. Als ich später im Leben wieder richtig Frust hatte, u.a. dann auch wegen meinem alkoholkranken Mann, trank ich hin und wieder mehr Alkohol als mir guttat. Und wieder hörte ich damit auf, ohne ihn zu vermissen. Ich habe mich und dann auch einmal bei AA gefragt, ob ich nun eigentlich Alkoholikerin bin, und bekam dieselbe Antwort wie Du hier: Man muss das selbst wissen. Ich lasse die Frage offen, ich kann sie mir selber nicht mit absoluter Sicherheit beantworten. Vielleicht bin ich es nicht, könnte es aber werden, mit noch ein wenig mehr Frusttrinken. Ich weiß jedenfalls, dass ich dazu neige, in gewissen Lebenssituationen Alkohol zu missbrauchen. Und dass mir das auf keinen Fall guttut. Deswegen lasse ich den Alkohol seit einiger Zeit ganz weg, sowohl den Frust-Alk als auch das Trinken aus lustigeren Gründen. Das ist gut für mich, ich fühle mich so besser, physisch wie psychisch. Und es hilft natürlich auch meinem Mann, der nun seit 3 Wochen trocken ist.
    Ich wünsche Dir alles Gute und kann Dir nur raten: Wenn Du unsicher bist, lass das Zeug einfach ganz weg. Damit kannst Du nichts verkehrt machen!
    Liebe Grüße,
    Ute

  • Wie schon vor gesagt, ob einer Alkoholiker ist, muss jeder für sich selber herausfinden. Ab einem gewissen Verhalten gegenüber Alkohol, also merken, dass die Menge sich steigert und merken, dass es ohne nicht mehr geht, wird es einem schon klarer werden, wo man steht. Bei der "kleinen" Menge, die du trinkst, fände ich es auch schwierig, es für mich abzuklären, wo ich stehe.

    Aber bedenklich finde ich diesen Satz

    Zitat von Roach


    ...da ich mehr alleine Trinke als in Gesellschaft und es doch meist eher als Frusttrinken bezeichnen würde.

    das zeigt mir, dass du den Alkohol gezielt gegen unangenehme Gefühle einsetzt. Unangenehmes wird uns immer im Leben begegnen und so lernst du, bei Unangenehmes stets den Alkohol einsetzen. Erst in der einen Situation wie Frust und es werden neue Situationen hinzukommen, wo du dir sagst, ach trink dir doch einen. Die Gefahr besteht.

    Es ist gut, dass du dir jetzt schon Gedanken machst. Es muss nicht sein, dass du abrutscht, aber es kann. Das weiß keiner. Es ist mit Sicherheit nichts gegen ein Bier mal aus Spaß zu trinken zu sagen. Das tun viele Leute und gut ist es. Aber es ist halt nicht gut, regelmäßig ein Bier zu trinken um den Frust wegzumachen. Der Frust geht damit nicht weg. Er wird nur bis zum nächsten Abend aufgeschoben.

    Also heißt es, gegen den Frust was tun.

    Wie wärs mit Interessen abends. Gibt es nicht etwas, was dir Spaß macht. Könntest du nicht zur VHS gehen oder irgendwas belegen, um dich vom Frust abzulenken. Dann trinkst du nicht dein Bier und du bist vll. abends, wenn du nach Hause kommst, befriedigter. Waren jetzt so Gedanken von mir, die mir einfielen.

    Pass auf dich auf.

    LG Brigitte

    PS: auch bei mir hat es mit einem Glas Wein abends angefangen.

  • hi roach,

    nun auch kurz mein part dazu. habe jahre gehabt in denen ich auch äusserst viel gearbeitet habe. von morgens bis abends. dann nachhause und das "verdiente" bierchen getrunken. kein soziales umfeld gehabt oder auch nur einen gedanken daran verschwendet eines aufzubauen. ok, meine sozialphobie hat ihren teil dazu beigetragen. diese wurde aber nur stärker weil ich eben gesoffen habe.

    wie das ganze endete kannst im vorstellungsthread nachlesen wenn du willst.

    mein gedanken: pass gut auf und guck genau hin was mit dir passiert.

    alles gute
    carnel

    7. Juni 2005

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