Hallo, ich darf mich erst einmal vorstellen.
Mein Name ist Claus.
Ich schreibe Euch allen, um Euch mitzuteilen, dass meine geliebte Frau Iris am 09.07.2007 verstorben ist. Der Grund für ihren Tod waren die Folgen der A....... Krankheit. Ihr Körper hat einfach NEIN zum A....... gesagt. Gestern habe ich meine Frau zu Grabe getragen. Was bleibt ist eine Erinnerung des langen Leidens, der ewige Kampf als Angehöriger gegen den Alkohol und zum Schluß das Eingeständnis, diesen Kampf verloren zu haben.
Nun habe ich mich entschlossen, wenn es denn irgndwie geht, wenigstens EUCH zu helfen.
Meine Frau Iris war im Jahr 2004 18 Wochen in der Saaletalklinik, von der ich grössten Respekt habe. Ich habe das Gefühl gehabt, daß man Ihr dort helfen kann. Leider war die A.........Krankheit stärker.
Also wer mehr über das ganze A...... Problem wissen möchte und - oder Hilfe sucht der kann sich gern bei mir melden.
Ach übrigens: Ich scheibe nicht anonym - weil ich glaube, daß die ganze Welt wissen soll, was passiert, wenn man das Problem nicht in den Griff bekommt.
Liebe Grüsse
Euer Claus
Iris - Ein langer Weg
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Claus-1 -
16. März 2007 um 23:01
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Guten Morgen Claus,
auch von mir herzliches Beileid zum Tod Deiner Frau!
Ich finde es sehr tapfer von Dir, dass Du uns, trotz der zweifelos schweren Zeit, mit Deiner Geschichte helfen möchtest.
Ich bin die Co eines z. Zt. "trockenen" Alkoholikers!
Gerne würde ich mehr von Dir lesen. Zeigt es mir doch, wie wichtig es war, hartnäckig zu bleiben!
Wer weiss, wie lange ich meinen Mann sonst noch an meiner Seite hätte!
Einen lieben Gruß an Dich
Speedy
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Lieber Claus,
mein Herzliches Beileid zum Tod Deiner Frau.
Aber schön, das Du hier schreiben möchtest und auch die Kraft in so einer schweren Situation dazu findest. Aber vielleicht kannst Du so mit uns zusammen ein bisschen was von der Vergangenheit aufarbeiten und so besser bewältigen ?
Ja, die Alkoholkrankheit (ohne Pünktchen, denn so heißt die doch nun mal) ist stark und viele schaffen es nicht, sich aus der Sucht zu befreien. Manchmal ist es einfach so.
Aber Du darfst Dir keine Vorwürfe machen, Deine Frau war sehr krank. In diesem Fall hat die Sucht gesiegt.Ich für meinen Teil schweige auch in der Öffentlichkeit nicht darüber, ich schäme mich nicht mehr für meine Krankheit und Aufklärung tut einfach not. Viele Menschen sind immer noch sehr uninformiert über unsere Krankheit.
Wer die Kraft dazu hat, sollte auch immer persönlich aufklärend wirken, nicht missionarisch, sondern einfach mit Fakten und eigenen Erfahrungen.Ich sende Dir einen lieben Gruß und viel Kraft.
Lilly
Schweigen macht alles nur schlimmer. -
Könntet Ihr mir bitte erklären, wie ich jetzt z.B. Speedy53 antworten kann.
Ich check das nicht.Gruß Claus
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Hallo Karsten,
ich glaube jetzt habe ich es kapiert.
Danke, dass ich in dieser schwierigen Zeit Euer Gehör bekomme.
Ich bin tief beeindruckt von all den Einträgen und fühle mich doch so hilflos - aber hilft ja nichts - ich werde helfen wo ich helfen kann.Gruß Claus
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Hallo Claus,
klicke einfach unten auf "Antwort erstellen", ich lese Dich dann!
Du kannst natürlich auch in einem anderen Bereich einen neuen Thread eröffnen und Deine Geschichte erzählen!
Ist vielleicht im Moment ein wenig verwirrend, aber Du lernst das sicher ganz schnell!
Vielleicht erklärt es Dir ja auch jemand noch exakter als ich.
Lieben Gruß
Speedy -
Hallo Speedy, hallo Karsten, hallo Lilly12 und Annika,
zuerst einml Danke fürs erklären.Ich habe vorgestern einiges vergessen Euch zu schreiben.
Aus der 31 jährigen Freundschaft und in 19 Jahren Ehe mit Iris sind auch unsere beiden Söhne Tobias jetzt 17 Jahre und Lucas jetzt 13 Jahre entstanden.
Die beiden mussten leider auch durch das Problem Co durch.
Ich habe mir in den letzten Jahren oft gedacht ob es nicht besser gewesen wäre, Iris mal vor die Tür zu setzen.
Aber meine Liebe zu Ihr und das Gefühl den Kindern dann die Mutter zu nehmen war grösser.
Der Brief von Britta beschreibt das Leben von iris sehr gut. So ging es Ihr auch.
Ich hatte mich in den letzten Jahren um die Kinder und um Iris zu kümmern, nebenbei noch 50 Std./ die Woche zu arbeiten, Haushalt, Kochen, putzen usw.
Was ich selbst als Co Abhängiger nur jedem mit auf den Weg geben kann:
Geht zum Arzt, wenn Ihr glaubt ein Alkohol Problem zu haben.
Sucht Euch Hilfe bei Beratungsstellen oder in der Kirche.
Es gibt jede Menge Menschen, die Euch helfen werden.
Macht keinen trockenen Entzug durch. Die Gefahren sind viel zu groß für Euch. Ich habe so ziemlich alles bei meiner Frau erlebt. Bewusstlosigkeit, Krämpfe, Blutungen in der Speiseröhre, im Magen und im Darm. Und laut den Ärzten ist jede 3te dieser Blutungen tödlich.Aber so weit muß man es nicht kommen lassen wenn man sich möglichst früh Hilfe sucht.
Was IHR ALLE nicht schaffen werdet ist "dosiert" zu trinken.
Meine Frau hat das alles versucht - aber es klappt nicht.
Und egal ob Ihr glaubt Ihr hättet keine Zeit für eine Therapie - diese Zeit muß sein und die Zeit dafür wird es auch geben.
Egal ob der Mann sich im Haushalt auskennt oder die Kinder erziehen kann - er wird es lernen während die Frau eine Therapie macht.Das gleiche gilt natürlich auch umgekehrt.
Egal wie groß die Geldsorgen in einer Familie sind - es ist eine Krankheit und die muß behandelt werden.
Wenn einer von Euch sagt er könne aus den oben genannten Gründen keine Therapie machen dann holt Euch Hilfe.
Es helfen Euch diese Ausreden nichts oder glaubt wirklich einer von Euch das es jetzt besser ist das ich Witwer und nicht mehr Ehemann bin oder das unseren beiden Söhnen und Halbwaisen jetzt mit einer Waisenrente geholfen ist?
Also es hilft NICHTS: Ab zum Arzt, sich untersuchen lassen, der wird wahrscheinlich sehr schnell das Problem schon am Blutbild sehen und kann dann sicher helfen.
Aber zum Arzt gehen müsst ihr schon selber.Meine Frau wollte auch immer verheimlichen, dass Sie Alkoholikerin ist.
Geht aber nicht: Man riecht es, die Augen und die Haut werden gelb wegen des ansteigenden Bilirubins im Körper (man sieht aus als hätte man Gelbsucht), irgendwann sind dann auch die Nervenenden in Armen und Beinen so geschädigt, dass meine Frau kaum noch gehen konnte weil Sie den Kontakt zum Boden nicht mehr richtig gespürt hat: Sie hat das so beschrieben als wenn Sie nicht auf einer Teerstrasse gehen würde, sondern auf einem Federbett oder nassem Sand am Strand.Und so weit muß es nicht kommen.
Meine Frau war im Jahr 2004 erst 6Wochen in einer Klinik und anschliessend 18 Wochen in Therapie.
Die Diagnose war damals bereits Leberzyhose 3ten Grades( uns das ist die letzte Stufe). Dennoch hat Sie es damals geschafft, völlig trocken zu werden - hat gemeinsam mit mir gelernt, dass Sie am Tag nur noch 40gr. Eiweiß zu sich nehmen darf, das "Sonnenbaden" am Strand für Sie genauso tödlich sein kann wie zu anstrengender Sport. Diese Dinge gehen auch alle auf die Leber. Durch Ihre Krampfadern in der Speiseröhre und im Magen und Darm war es Ihr auch verboten mehr als 5kg zu heben. (Krampfadern enstehen deshalb weil bei der Leberzyrhose Teile der Leber "verrinden" und nicht mehr das ganze Blut durch die Leber fliessen kann. Also sucht sich das Blut andere Adern um z. B. von links in unserem Körper nach rechts zu kommen. Diese Adern sind aber für so große Blutmengen nicht ausgelegt und werden dadurch zu Krampfadern).
Jeder von uns Menschen hat eine Ader die vom Nabel zur Leber geht.
Diese Ader verkümmert nachdem wir geboren wurden und die Nabelschnur durchtrennt wurde - denn sie ist ja nicht mehr nötig.Bei meiner Frau hat sich diese Ader vor 3 Monaten wieder geöffnet und Sie hatte plötzlich einen blauen Nabel der sich nach aussen gewölbt hatte.
Ist übrigens sehr gefährlich wegen der Verletzungsgefahr und man kann dadurch verbluten.
Ich weiß - das Alles klingt wie ein echtes Horror-Szenario aber es ist die Wahrheit, was mit einem Menschen passieren kann der sich nicht helfen lässt, die Alkoholkrankheit in den Griff zu bekommen und "trocken" zu werden.
Und ein bischen Alkohol geht auch nicht. genauso wenig wie ein bischen tod oder ein bischen schwanger.
Und danke für den Rat mit den Pünktchen, es hat sich halt schneller geschrieben, aber ich weiß vom Therapeuten meiner Frau, dass man das alles immer aussprechen und ausschreiben soll.
Und dann noch was an Speedy - Du schreibst man soll Dir sagen, dass es richtig war, hart zu bleiben - mag sein, das kann ich nicht beurteilen.
Mit ist es jedenfalls als Co auch passiert, dass ich am Abend zu Hause angerufen habe, und meiner Frau mitgeteilt habe, dass ich jetzt nach der Arbeit nach Hause fahre.
Sie bat mich Ihr auf dem Heimweg noch eine Flasche Wein zu besorgen. Ich habe damals abgelehnt, weil ich das Ganze nicht unterstützen wollte und habe damals am Telefon schon bemerkt, das Sie bereits betrunken war.
Als ich zu Hause in die Tiefgarage fuhr bemerkte ich, dass Ihr Auto weg war. Ich sage Dir - das sind lange Minuten bis die Frau wieder zu Hause war und Gott Sei Dank nichts passiert war.Einige Zeit später die gleiche Bitte von meiner Frau an mich.
Diesmal habe ich den Wein mitgebracht, aus Angst davor, daß bei Ihrer Autofahrt Dritte zu Shaden kommen oder vielleicht sogar sterben.Ich hätte es keiner Familie erklären woolen, dass vielleicht gerade Ihr Kind gestorben ist, weil meine Frau betrunken mit dem Auto unterwegs war.
Letztes Jahr am 30. Juli wurde meine Frau aus dem Krankenhaus entlassen. Alle meine Bitten Sie nicht zu entlassen wurden verneint.
Am 1. August ist meine Frau nachdem Sie Ihren Autoschlüssel den ich versteckt hatte gefunden hat wieder betrunken Auto gefahren, hat dabei 2 Verkehrsunfälle mit Fahrerflucht begangen aber Gott Sei Dank nur Sachschaden angerichtet.
Und all diese Dinge, weil Sie sich nicht mehr helfen lassen wollte und jegliche Arzttermine nicht wahrgenommen hat.
Also nochmal, lasst EUCH helfen. Und habt keine Scheu - Ihr seid nicht alleine.
Gruß Claus -
Hallo Claus,
ale erstes möchte ich Dir mein tiefes Mitgefühl zum Tod Deiner Frau zu Ausdruck bringen.
Was Du erzählt hast, hat mich ganz tief berührt. Ich bewundere und finde es klasse, dass Du hier davon erzählst. Ich denke, das wird einige noch Unentschlossene hier bei ihrer Entscheidungsfindung zur lebenslangen Abstinenz unterstützen.
So wie Du schreibst, glaube ich, dass Du Deinen beiden Jungs ihre Mutter zwar nicht ersetzen können wirst, aber Du wirst ihnen sicherlich ein großer Halt, gerade jetzt, sein.
Ich wünsche Euch alle Kraft, die Ihr benötigt.
Liebe Grüße
pauly
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hallo claus!
noch nachträglich mein beileid zum tode deiner frau.
es wird zu wenig die spätfolgen der sucht berücksichtigt und deshalb finde ich es gut,das du ausführlich den werdegang deiner frau geschildert hast.
mir hat damals während meiner therapie die schiderungen einer therapeutin über alkohol und ihre spätfolgen sehr nachdenklich gemacht.
mir war,als würde sie meinen arztbericht kennen,was aber nicht stimmte. sie zählte dabei krankheiten auf die ich schon hatte und mit denen ich heute leben muss.
ich bringe heute das thema alkohol und ihre folgen des öfteren in die gruppe ein, da viele sich gar keine gedanken darüber machen.herzlichst heinrich
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Hallo Claus,
mein tiefestes Mitgefühl. Bin ganz fertig von der Schilderung, mir stehn immer noch die Tränen in den Augen. Grossen Respekt, das du so offen und schonungslos dies jetzt schreiben kannst. Bin erst 6 Wochen trocken, aber dein Thread werd ich nicht vergessen.
Alles Gute und viel Kraft für die Zukunft,
Jürgen -
Lieber Claus,
mein Beileid zu dem Verlust Deiner Frau. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft für die Zeit die jetzt vor Dir liegt und vielen Dank für den Einblick in Dein Leben, der mich sehr erschüttert hat.
Bine
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