Weis nicht mehr weiter

  • Hallo Burkhard,

    herzlich willkommen und schön das Du hierher gefunden hast. 16 Jahre sind eine lange Zeit und erstaunlich, wie schnell ein Jahr wieder vorbei ist. Jetzt denke einmal ein Jahr weiter, an Dich, an Deine Tochter. Was wäre das Schlimmste was passieren könnte? Könnte es so viel schlimmer noch werden?

    Führerschein weg, kommt vielleicht eh bald, Job weg, sicher auch, lebensbedrohliche Zustände wahrscheinlich auch. Du hängst da mit Deiner Tochter voll mit drin, ohne Chance etwas ändern zu können.

    Ändern kann nur sie etwas an ihrer Krankheit, wenn sich etwas ändert, wenn Du nach 16 Jahren sagst, dass Du die Nase voll hast und etwas änderst, wenn sie um das nackte Überleben kämpfen muss, nur noch eine Chance hat und Hilfe annehmen will, für sich.

    Denk mal ein Jahr weiter, ist da Dein Wunsch, Dich weiter zu buckeln und mit auf der Strecke zu bleiben, zwei Kaputte und Deine Tochter vielleicht auch? Du kannst für Deine Tochter sorgen, auf kleinerem Fuß leben, wie auch immer, aber zusammen wird bei Euch allen was passieren, weil alles nichts mehr wert ist. Ist Deine Frau so viel mehr wert als Ihr?

    Hoffnung, Burkhard, die wirst Du hier finden, wenn Du Dir durchliest, wie viele Gleichheiten all die Menschen hier haben, Liebe und Hoffnung, zwei starke Verbündete des Alkohols. Du wirst hier viele Dinge finden, die Dir Erklärungen für 16 Jahre geben, es ist Zeit da raus zu kommen, aus Deiner Abhängigkeit.

    Schildere Deine Situation und stell tausend Fragen, viele werden sich beim Lesen erübrigen, manchmal fängst Du Dir noch unverständliche harte Antworten ein, sie sind wertvoll um zu erkennen, dass Du nichts gegen den Alkohol tun kannst, aber für Dich, für Dein Leben und das Deiner Tochter.

    Lieben Gruß kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • hallo burkhard

    du machst dir sorgen das deine frau den führerschein verliert? ich würde mir eher sorgen machen, dass sie nen unfall hat.

    wegen des jobs, das ist dumm, aber nur allzu verständlich. manche arbeitgeber stellen ihre arbeitnehmer vor die wahl, entweder langzeittherapie oder job los? hat der betriebsrat dich eigentlich schon mal auf dieses thema angesprochen und wenn, was haben sie denn gesagt?

    aber eins macht mir am meisten sorgen:
    du und deine tochter! da meine mutter selber getrunken hat, kann ich mich gut in deine tochter hineinversetzen. bin mir sicher, dass es ihr besch... geht. les dich gerne mal im bereich "kinder und erwachsene kinder von alkoholikern" ein, dann wirst du sehen, was ich meine. du wirst es dir vorstellen können, aber ich denke das wäre mal gut.
    auch du leidest unter der situation, sonst wärst du ja nicht hier. möchtest du das es ewig so weitergeht? wenn alles reden nichts bringt (wie es den anschein hat) - und mehr kannst du als angehöriger nicht machen-, würde ich dir empfehlen, mit deiner tochter euren eigenen weg zu gehn.

    das wäre für euch beide das beste. auch wenn es finanziell dann nicht so rosig aussieht, ist das immer noch besser als zuzusehn, wie sich ein geliebter mensch kaputt macht. sie ist krank, aber heilungsmöglichkeiten gibt es nur, wenn sie es selber will. zwingen kann sie niemand.

    auch wird deine frau bei den drei sachen (führerschein weg, job weg, familie weg) merken, dass ihr handeln konsequenzen hat und vielleicht wird sie dann erkennen, dass sie hilfe braucht. vielleicht langt ja nur der verlust einer sache, man weiß nie, wann für den einzelnen sein persönlicher tiefpunkt erreicht ist.

    aber solange alles beim alten bleibt, wird auch das trinkverhalten deiner frau sich nicht ändern. warum sollte sie auch, klappt doch alles ganz wunderbar. zumindest ihrer meinung nach...

    habt ihr euch eigentlich schon außerhalb dieses forums hilfe geholt und zwar für euch? selbsthilfegruppe, therapiegespräche, suchtberatung
    wie geht denn deine tochter mit allem um? könntest ihr ja mal dieses forum empfehlen, vielleicht hilft es ihr ja. mir hat es auf jeden fall geholfen.

    liebe grüße

  • hallo burkhard,

    auch von mir ein herzliches willkommen hier im forum. gut, dass du einen ersten schritt machst.

    eines möchte ich klarstellen: wir können (und möchten!) hier DIR hilfestellung leisten - nicht deiner frau! ganz oft ist es nämlich so, dass angehörige erfahren wollen, was sie denn gegen das trinken ihres partners machen können - und sich dabei völlig vergessen. das darf nicht sein.

    letztlich haben meine vorredner ja schon alles geschrieben: du hast keine chance gegen den alkohol, wenn deine frau nicht will. dann kannst du wirklich nur nach dir (und deiner tochter!) schauen. ich bin auch in einem alki-haushalt aufgeachsen - und glaub mir, ich knabbere noch immer an den folgen (bin jetzt 40). was für mich ganz besonders schlimm war: das gefühl, alleingelassen und schutzlos zu sein. dem trinkenden elternteil ausgeliefert, immer alles mitbekommen, ständig in sorge zu leben "ist sie betrunken, wenn ich von der schule heimkomme oder nicht?", kann ich freunde mitbringen?, versaut sie mir (mal wieder) meinen geburtstag.... all solche dinge, die man sich als kind ganz unwillkürlich ständig fragt, wenn man ständig ein betrunkenes elternteil vor der nase hat. das versaut einem das ganze leben - und man selbst kann (anders als der ehepartner!!!) da nicht raus. man kann ja nun mit 16 nicht einfach ausziehen. dies nur mal ganz krass aus kindersicht. deine sicht kennst du ja selbst.

    also: überleg dir gut, wieviel du von deinem leben noch (sínnlos) opfern willst - war ja bis jetzt schon eine ganze menge. noch mehr?

    lieben gruß

    lavendel

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