• Hallo Ihr,

    als ich heute Nachmittag mein Handy schnappte und aus dem Haus gehen wollte, sah ich auf dem Display, dass ein ehemaliger Mitpatient aus der Entgiftung versucht hatte, mich anzurufen. Er war nach der Entgiftung auch eine zeitlang mit mir in der selben Therapieklinik (er machte nur eine Kurzzeittherapie und wurde schon Ende Januar entlassen).

    Ich rief ihn gleich zurück. Er eröffnete mir, dass er seit Donnerstag wieder auf der Entgiftungsstation sei. Diesmal sogar in der geschlossenen Abteilung. Er sprach sehr langsam und etwas undeutlich, da er unter Distra stand. Ich habe ihm versprochen, dass ich ihn gleich morgen besuchen komme. Er meinte, dass es schön sei, doch noch Freunde zu haben...

    Nach dem Telefonat war ich wie paralysiert. Gerade bei
    ihm hatte ich immer das Gefühl, dass er das locker packen würde. Meine gute Laune war wie weggeblasen. :roll:

    Ich weiß, ich muss mich um mich selber kümmern, aber sowas geht nicht spurlos an mir vorüber.

    Jetzt fahr ich morgen erst mal zu ihm und lass mir erzählen, was passiert ist.

    Das zeigt wieder einmal: Du musst immer auf der Hut und wachsam sein.

    Liebe Grüße

    der etwas zerknirschte pauly

    Es ist nicht leicht, das Glück in sich selbst zu finden,
    doch es ist unmöglich, es anderswo zu finden.

    Agnes Repplier

    Abstinent seit Oktober 2006

  • Hallo Pauly,
    ich habe eben schon einmal,in einem anderen Thread,auf ähnliches geantwortet,und tue dieses bei Dir,nochmaligst!

    Es ist in der Therapie,fast immer so,und so war es auch bei mir,daß sich so etwas wie eine Freundschaft entwickelt,diese kann zu mehreren,oder auch zu Einzelpersonen entstehen.

    Es wurden Telefonnummern,und Adressen ausgetauscht,und man wollte sich nach der Beendigung der Therapie treffen,und den Kontakt aufrecht erhalten :roll:

    Nicht's dergleichen,kam zustande,daß Ende vom Lied,war,daß sich einige bei mir meldeten,und weil Sie es nicht schafften,bei mir im wahrsten Sinne Telefonterror betrieben,so das ich mir neue Telefonnummern zulegen musste,weil dieses einfach nicht abriss :evil:

    Was ich Dir eigentlich damit sagen möchte ist,daß Du jetzt wo Du aus der Käseglocke heraus,wieder in das reale Leben eintauchst,alle Kraft für dich benötigst,um in der jetzigen realen Welt zu bestehen :!:

    Du musst jetzt vordergründig nur an Dich denken,wer hilft Dir,solltest Du in eine ähnliche Situation geraten?Weisst Du das?

    Hilft er Dir,der Er,der selbst noch gar nicht in der Lage ist,sich selbst zu helfen?Versuche nicht das Gefühl zu erwecken,daß Du Ihn sonderlich helfen kannst,Du brauchst alle Kraft für dich selbst.Der Schuss könnte nach hinten losgehen,und Du könntest dich verlieren in alledem,waß Du für andere bereit bist zu tun :!:

    Setze nicht auf's Spiel,waß Du Dir so hart erarbeitet hast!
    Nur ein Tip von mir :!:

    Liebe Grüße,Andi

  • Hallo lavendel, Karsten und Andi,

    vielen Dank für Eure Hinweise. Wenn ich ehrlich bin, dann habe ich mir die auch so, oder so ähnlich, erwartet.

    Ich weiß auch, das ich jetzt nicht derjenige sein kann, der ihm eine große Stütze ist. Ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass, wenn ich ihn morgen besuche, das in erster Linie für mich tue. Klingt jetzt widersinnig, ich weiß. Ich bin fast sicher, dass ich mich befreit und gut fühlen werde, wenn ich dann die Klinik wieder verlasse.

    Was ich aber auf jeden Fall machen werde, ist, das ganze nochmal zu überschlafen. Ihr könnt sicher sein, dass ich Eure Bedenken sehr ernst nehme!

    Liebe Grüße

    pauly

    Es ist nicht leicht, das Glück in sich selbst zu finden,
    doch es ist unmöglich, es anderswo zu finden.

    Agnes Repplier

    Abstinent seit Oktober 2006

  • Guten Morgen Pauly,

    ich möchte dir auch sagen das du vorsichtig sein solltest.

    Zitat

    Nach dem Telefonat war ich wie paralysiert. Gerade bei
    ihm hatte ich immer das Gefühl, dass er das locker packen würde. Meine gute Laune war wie weggeblasen.

    Ich weiß, ich muss mich um mich selber kümmern, aber sowas geht nicht spurlos an mir vorüber.

    Das zeigt doch das es dich selbst sehr runterzieht, die Gefahr ist groß, das du dann selbst nicht mehr an dich glaubst und an dir zweifelst.

    Als ich Karstens Lebenslauf gelesen habe, ist mir das deutlich bewusst geworden. Als sein Bekannter damals wieder trank, hat er das auch an seinem eigenem Leibe erfahren müssen.

    Auch ich kann nur sagen, pass auf dich auf und denk dabei nur an dich!

    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag, Alex

    ....ich lebe lieber ungewöhnlich...

    "Das letzte Mal Alkohol getrunken am 12.02.2007"

  • Hallo Alex,

    ich habe Eure Ratschläge beherzigt, nur an mich gedacht und auf mich aufgepasst!

    Ich war heute Nachmittag zum Besuch auf der Entgiftungsstation. Es geht ihm heute schon viel besser. Vielleicht kommt er am nächsten WE schon wieder raus.

    Mir selber hat der Besuch einiges gebracht: Ich fühle mich gut, weil ich ihn besuchen wollte, und er sich auch sehr darüber gefreut hat.
    Ich ließ mir detailliert erzählen, wie es genau zu seinem Rückfall kam, und lernte dabei eines der Mosaiksteinchen kennen, welche mich vielleicht auch mal in Gefahr bringen könnten. Mich hat diese Erfahrung irgendwie befriedigt. Wie gesagt, ich fühle mich gut!

    Nach dem Besuch ging ich zur Nachbarstation, in welcher ich letztes Jahr meine Entgiftung hatte. Die Schwester und der Pfleger konnten sich tatsächlich noch an mich erinnern. Ob das jetzt ein positives Zeichen ist? :oops::wink:
    Sie freuten sich (mit mir), dass mein seitheriger Weg recht vielversprechend verlief und wünschten mir noch weiterhin viel Erfolg dabei. Auch das tat mir irgendwie gut.

    Alles in allem bin ich jetzt doch froh, dass ich heute Nachmittag dort war.

    Euch allen noch einen schönen und zufriedenen Sonntagabend.

    Liebe Grüße

    pauly

    Es ist nicht leicht, das Glück in sich selbst zu finden,
    doch es ist unmöglich, es anderswo zu finden.

    Agnes Repplier

    Abstinent seit Oktober 2006

  • Hallo Pauly,

    erst einmal, ich freue mich, daß es Dir gut geht ! Ich hatte auch ein bischen Bedenken. :oops:

    Du schreibst:

    " Ich ließ mir detailliert erzählen, wie es genau zu seinem Rückfall kam, und lernte dabei eines der Mosaiksteinchen kennen, welche mich vielleicht auch mal in Gefahr bringen könnten. "

    ????? Magst Du uns auch davon berichten ?

    Lieben Gruß, Rose

  • Hallo Rose,

    berichten mögen tät ich schon wollen, aber ob ich dürfen kann? :wink:

    Nein, im Ernst, ich bin mir da nicht sicher. Es hat sich ja in letzter Zeit herausgestellt, dass es nicht so gut ist, wenn man so persönliches über andere berichtet...

    Er hat mir erzählt, wie es zur Situation kam, aber meine Frage, was er sich in dem entscheidenden Moment gedacht hat, konnte er mir nicht genau beantworten. Er meinte, es hätte dann halt ausgehakt, und außerdem hätte er dann seine Ruhe vor dem ewigen "Ach komm, ein Bier kannste doch mittrinken...".
    Jedenfalls berappelt er sich gerade wieder. Ich meinte zu ihm, er solle es als Schuss vor den Bug werten. Er erwiderte, das wäre aber schon ein kleiner Treffer gewesen, worauf ich ihm sagte, dass das Schiff aber noch nicht untergegangen sei und man das Trefferloch jetzt schleunigst stopfen müsse. Das will er jetzt auch tun.

    So, jetzt hoffe ich, ich hab nicht zu viel geplappert!? :roll:

    Liebe Grüße

    pauly

    Es ist nicht leicht, das Glück in sich selbst zu finden,
    doch es ist unmöglich, es anderswo zu finden.

    Agnes Repplier

    Abstinent seit Oktober 2006

  • Hallo,

    heute war ich nochmal in meiner Therapieklinik. Sie ist nicht weit weg von daheim. Ich musste noch meinen Tonkopf aus der Kunsttherapie abholen. Er war nicht mehr rechtzeitig zu meiner Entlassung fertig geworden, da die Glasur noch gebrannt werden musste.

    Jedenfalls war es schon ein wenig ein komisches Gefühl, als ich dort wieder hineinspazierte. Ich traf auch gleich auf ein paar Mitglieder meiner Gruppe und wurde sehr freudig und herzlich begrüßt. :oops:
    Wir haben dann noch schön Kaffe getrunken und, obwohl ich jetzt erst eine Woche weg bin, gab es schon wieder viel zu erzählen.

    Klingt jetzt sonderbar, aber irgendwie war es ein Gefühl wie 'heimkommen'. Ich habe es genossen.
    Anschließend war es aber auch wieder schön, tatsächlich heim zu fahren.

    8)

    Liebe Grüße

    pauly

    Es ist nicht leicht, das Glück in sich selbst zu finden,
    doch es ist unmöglich, es anderswo zu finden.

    Agnes Repplier

    Abstinent seit Oktober 2006

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