Was kommt da auf mich zu??!!

  • hallo sandi,

    willkommen hier im forum, schön dass du hergefunden hast.

    du fragst, was auf dich zukommt. was willst du denn genau wissen? rechtlich, medizinisch?

    zuerst einmal: deine mutter wird solange weitertrinken (und dann wahrscheinlich auch den bach runtergehen), solange sie sich nicht für eine alkoholikerin hält und nicht von selbst trocken werden will. daran kannst du NICHTS, aber auch GARNICHTS ändern, egal, ob du 400 km oder 400 m von ihr entfernt wohnst. du bist dafür auch nicht verantwortlich und darfst dir keinesfalls schuldgefühle einreden lassen à la "ich bin ja so alleine, keiner hilft mir, keiner liebt mich". denn das wird sicher kommen. letztlich bist du also machtlos.

    du könntest - damit du das gefühl hast, ihr zumindest einen weg aufgezeigt zu haben (den sie natürlich alleine gehn muss) - skizzieren, was zu tun wäre: hausarzt, entgiftung, suchtberatung zu therapiemöglichkeiten. aber all das muss sie wollen, sonst nützt das nix. und dieses gespräch solltest du auch nur führen, wenn sie nüchtern ist.

    dann die frage, was sonst auf dich zukommen kann: ich denke, kinder sind in gewissem rahmen auch finanziell verantwortlich, wenn ihre eltern nicht mehr können (ich hab mal in einer ähnlichen situation wie du gesteckt). aber hier können wir dir nicht raten, hier musst du einfach mal im netz suchen oder einen anwalt fragen.

    ja, und was auf dich zukommt? du musst lernen dich abzugrenzen. denn der terror deiner mutter wird voraussichtlich mit zunehmendem alk-konsum zunehmen, d.h. telefonate mit dem versuch, dich für ihre situation verantwortlich zu machen. hier solltest du direkt abblocken, und dich nicht hineinziehen lassen. das ist schwer, gerade bei den eigenen eltern, aber du musst dich abgrenzen. für dich.

    lieben gruß

    lavendel

  • Hallo Sandi,
    herzlich willkommen hier im Forum. Normalerweise lese ich meist nur hier, hab aber auch schon um Rat gefragt. Du bist die erste, bei der ich mich mal zu Wort melde.

    Als erstes kann ich mich Lavendel nur anschließen. Bei mir waren bzw. sind beide Eltern Alkoholiker, wobei ich aber meine Mom letztes Jahr leider durch ihren Alk-Genuss verlieren mußte. Nun ist nur noch mein Vater. Du kannst von Glück sagen, dass Du 400 km weit weg wohnst - ich hab ca. 10min. bis zu ihm. Da kommt man leichter in Versuchung, nach dem Rechten zu sehen.

    Wir haben auch jahrelang versucht auf unsere Eltern einzuwirken, aber manchmal hatte man den Eindruck, je mehr man redet, um so sinnloser ist es.

    Im Moment habe ich mich von meinem Vater etwas distanziert. Ich mußte einsehen, dass es keinen Zweck hat, ihn "bemuttern" zu müssen. Er kann sein Leben selbst in den Griff bekommen, wenn er will. Ich rufe ihn nicht mal an. Meldet er sich, höre ich ja wenn er getrunken hat und dann beende ich meist sehr schnell das Gespräch. Ich sag ihm klipp und klar, er kann anrufen, wenn er nüchtern ist. Tut allerdings schon sehr weh. Doch ich glaube, anders begreift er es nicht.

    Was das finanzielle angeht, habe ich leider auch noch keine Erfahrung sammeln können. Zum Glück war ein leichtes Polster vorhanden, so das ich dieses Thema erst mal zur Seite schieben konnte. Ist aber vielleicht auch mal eine Frage in der Selbsthilfegruppe (SHG). Ach übrigens. eine SHG gibt es für solche wie uns auch. Ich hab mir einfach im Internet was rausgesucht, wo ich dachte, das es mir hilft und nun geh´ich 2x im Monat zu Gruppensitzungen. Ist sehr aufschlußreich und man versucht zu helfen. Probier´s doch mal.

    Bis bald mal wieder
    LG Katrin

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