Hallo Kletterrose,
willkommen hier! Ich hoffe, du findest hier die Kraft und Unterstützung, die du brauchst. Wenn du hier liest, wirst du immer und immer wieder ähnliche Schicksale finden wie dein eigenes. Du findest fast alles schon einmal geschrieben und wirst feststellen, dass du nicht alleine bist mit dem, was du erlebt hast. Mit der ein oder anderen Abweichung gleichen sich alle Geschichten.
Als es bei meinem Ex-Freund und mir damals zur Eskalation kam, rieten mir mehrere Bekannte, die sich bereits vor Jahrzehnten von ihren trinkenden Ehemännern getrennt hatten, ich solle meine Beine in die Hand nehmen und so schnell und weit laufen, wie ich nur könne. Und mich vor allem nicht wieder auf ihn einlassen, denn er würde mich kaputt machen, egal, was er mir erzählen würde. Ich glaubte ihnen keine Wort, denn ich wusste es ja besser. Unsere riesengroße, einmalige Liebe würde uns in die Lage versetzen, das alles in den Griff zu bekommen – dachte ich und war fest davon überzeugt.
Selbst als er mir sagte, dass er mit mir nicht mehr leben könne, weil er nur ohne mich trocken sein kann, sich aber immer wieder mit mir verabredete, hoffte ich und wollte mein eigenes krank sein nicht sehen. Es dauerte insgesamt mehr als zwei Jahre, bis ich es endlich schaffte, den Schnitt zu machen. Und plötzlich scheint alles so einfach und klar in meinem Leben, dass ich es manchmal gar nicht fassen kann. Aber ich musste es selbst erleben, durchstehen. Ratschlägen habe ich nicht geglaubt.
Wie beim Trinken, musst du selbst den Willen und den Mut haben, dich auf ein Leben ohne den Alkohol deines Partner und vielleicht auch ohne ihn einzulassen. Es ist dein Leben, welches du gestalten kannst, so wie es dir gut tut. Ich musste erst herausfinden, was mir WIRKLICH gut tut und das hat gedauert. Deshalb konnte ich so lange nicht von ihm lassen.
LG
Ette