Trennung scheint angesagt zu sein

  • Hallo Lacerta,

    schön dass Du hier gelandet bist, das Schreiben wird Dir helfen und uns. Du hast ja schon viel Erfahrung, mitgemacht und wirst bestimmt den Weg finden.

    Irgendwann, dann sitzen wir alle auf einen Stuhl, gelassen in uns gekehrt und denken: was war das?


    LG kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • Hallo Lacerta,
    mit Sicherheit ist dieser Weg vor dir kein leichter..aber das Leben mit einem trinkenden Partner ist auch nicht leicht..im Gegenteil..du hast es selber geschrieben..as vertrauen stirbt und dann auch die Liebe..auch ich frage mich, warum läßt er den Alkohol gewinnen? aber, ich kämpfe auch nicht mehr...meine Kraft für ihn ist versiegt..ich brauche sie für mich und die kinder...er ist schon groß!Er kann alleine..als Trockendockerfahrener,weiß er sich Hilfe zu holen..so auch dein Mann..sie wollen eben niocht..
    Ich versuche die schönen Erinnerungen erst einmal wegzuschließen..man schaut gerne rückblickend rosarot..die Zeit für schöne Erinnerung hebe ich mir für später auf-wenn ich ohne wackelige Beine an ihn denken kann..ich will meine Ambivalence nicht auch noch damit nähren..
    LG Tihaso

    co-abhängig...Sich auf den Weg machen - egal wie schwer er ist!!!

  • Lacerta, irgendwann werden wir auch wieder ruhig schlafen..ganz sicher..
    Mein Mann tut immer nur soviel, wei er glaubt, dass es reiche, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen..sogar 2 Therapien!! Langsam merkt er, dass es mir ernst ist und es mir egal ist, dass er trinkt-nicht egal ist mir sein Zustand, wenn er bei den Kindern ist..da habe ich ihn dann der Tür verwiesen(da bin ich auch stolz drauf, denn meine Wahrnehmung ist da von ihm sehr kaputt geredet worden)
    Ich lasse ihn los..er ist groß und kan auf eigenen Beinenstehen..ich kann ihn nicht auf meinem Rücken durchs Leben tragen..das ist auch keine Liebe...
    Es geht weiter!!!
    Leben wir endlich unsere eigenen Leben..
    Tihaso

    co-abhängig...Sich auf den Weg machen - egal wie schwer er ist!!!

  • Liebe Lacerta,

    ich habe mir erlaubt, meiner Frau viele Wünsche von den Augen abzulesen und zu erfüllen, etwas zu viel krank zu lieben und und und. Wenn das Hirn einmal verseucht ist, kann man eigentlich nur eine Bombe ins offene unbefriedigte Maul stecken. Bei einigen Partnern bedarf es keinen Bomben, da müssen es Atomsprengköpfe sein.

    Heute weiß ich durch die Zeit hier im Forum, dass ich meinen eigenen Schaden im Hirn habe, beseitigen muss und dass auch kann, weil ich nichts mehr in meine Birne lasse, was mich jeden Tag auf ein Neues aushöhlt und verblöden lässt.

    Sei sicher, wenn Du all den Schmerz, die Verzweiflung, den Ärger und die Enttäuschung aus Deinem Bauch heraus lässt, dann wird er auch gehen und Platz für schöne neue Gefühle hinterlassen.

    LG kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • Hallo Lacerta,

    ja, die Hoffnung, dass alles gut wird, die kenne ich nur zu genüge. Erst hoffen wir, dass er aufhört zu trinken, dann hoffen wir, dass alles gut wird... und wenn wir nicht gestorben sind, dann hoffen wir noch immer. Sorry, das kommt jetzt ziemlich bitter. Aber ich hatte irgendwann das Gefühl, dass mir außer dieser ständigen Hoffnung nichts bleibt. Ich wollte nicht mehr mein Leben lang hoffen, ich wollte einfach irgendwann wieder ganz normal LEBEN. Und das hat erst angefangen, als ich die Hoffnung aufgegeben habe, dass mit DIESEM Mann alles gut wird. JETZT habe ich das Gefühl, dass alles gut wird. Ohne ihn.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Guten Morgen Lacerta,

    ja, dieses Gefühl eine Wunschvorstellung zu lieben, kenne ich auch. Ich hab mir oft gedacht, dass er, wenn er sich erst aus seiner Abhängigkeit gelöst hat, bestimmt ein ganz toller Mensch ist. Leider habe ich dabei übersehen, dass es nicht ausreicht, nur mit dem Trinken aufzuhören. Danach kommt noch eine ganze Menge. Eine Menge Entwicklungsarbeit nämlich. Und wenn ich mich mit anderen Frauen in ähnlicher Situation unterhalte, stelle ich fest, dass du als Angehörige auch dann noch nicht ganz befreit und entspannt leben kannst. Vielmehr wird dein Leben noch sehr, sehr lange von der Abhängigkeit bestimmt. Seine Strukturen, deine eigenen, sie geben die Bahnen vor, in denen die Beziehung läuft.

    Auch ich habe von meiner Freundin oftmals zu hören bekommen, dass ich ja wohl nur ein Gesprächsthema hätte, was mich mit Haut und Haaren bestimmt. Manchmal hat sie von mir verlangt, dass NICHT über ihn gesprochen, weil sie es wohl einfach nicht mehr aushalten konnte. Aber ich hab eben nur ihn gesehen. Habe so Vieles entschuldigt mit seiner Krankheit, so wie Mütter vielleicht ihr ungezogenes Kind entschuldigen, weil sie vielleicht auch ihr eigenes Versagen dahinter entschuldigen wollen.

    Inzwischen ist das ganz anders. Und Lacerta, ich habe das Gefühl, seitdem ich nicht mehr derartig fixiert bin, begegnet mir auch viel mehr Vielfältigkeit im Bezug auf andere Menschen. Mir ist, als hätte ich dadurch, dass ich mich aus meiner eigenen Abhängigkeit gelöst habe, plötzlich eine ganz andere, viel souveränere Ausstrahlung, die mir den Kontakt mit anderen Menschen um ein Vielfaches erleichtert. Insgesamt empfinde ich dies inzwischen geradezu als Befreiung und genieße die Dinge und Menschen, die mir nun begegnen. Fühle mich gesund und wohl in meinem Umfeld. Manchmal frage ich mich, warum ich mir solange Normalität gewünscht habe und selbst so wenig dazu beigetragen habe.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

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