Jäger und Sammler

  • danke JOe!

    Ok, dann werde ich mir das mal nach und nach ankucken. Denn Feedback/Fragen/Austausch wäre mir schon sehr lieb.
    Nicht daß die Monologe uninteressant gewesen wären. Aber Feedback innerhalb einer Gruppe möchte ich nicht missen. Ich werde mich nochmal informieren.

    lg
    lydia

  • Zitat von phoenix75

    Hallo Joe,

    Freu mich schon richtig. Teilweise war es auch sehr anstrengend, den Leuten zuzuhören. Manche haben sehr lange geredet. Manche sind einfach rausgegangen währenddessen, einer ist eingeschlafen :D

    Hallo phoenix,

    ja, diese Erfahrung habe ich auch gemacht. Ich war nur einmal auf einer Sitzung des Kreuzbundes. Prinzipiell fand ich es ja nicht schlecht. Ich habe mir die Gruppenregeln erklären lassen und war damit durchaus einverstanden. Dann folgte eine Runde, wo jeder sich selbst mir vorstellen sollte. Bei 3en ging das recht zügig, so wie ich das aus der Suchtberatungsstelle und meinen Gruppentherapiesitzungen auch kannte. Bei 2 anderen widerum dauerte diese Vorstellung sage und schreibe je 15 Minuten, wobei die Betroffenen von hundersten ins tausendste kamen - und das, wo noch nicht mal die eigentliche Sitzung eröffnet war. Danach, als diese Vorstellungsrunde endlich fertig war, ergriffen sich die gleichen beiden nacheinander wieder das Wort und erzählten wieder in aller Länge und Breite ihre Geschichten vom Wochenende. Das war mir einfach alles zu einseitig und irgendwie auch zu trostlos.

    Vielleicht habe ich einfach nur die falsche Gruppe erwischt, aber da gehe ich wohl nicht mehr so schnell hin. Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, was ich dort lernen soll, was ich z.B. hier nicht Tag für Tag wann ich will lesen kann.

    Diese SHG hier ist für mich eindeutig besser.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Erst unter den Hammerschlägen des Schicksals, in der Weißglut des Leidens an ihm, gewinnt das Leben Form und Gestalt. (V.E. Frankl)

  • Hallo Lydia,
    ich antworte Dir hier einmal auf deine Frage.

    Zitat

    Und noch eine Frage: welche Bedingung gibt es, LZT machen zu können? ist die dann gezielt auf die Trockenheit gerichtet oder wird das nach anderen Kriterien beurteilt?

    Ist eigentlich ganz einfach zu beantworten,ich habe 2 LZT's hinter mir,weil ich das für mich so wollte!!!Das war die Bedingung!Für mich!!

    Ansonsten wird ein Sozialbericht erstellt,von einem Suchtkrankenhelfer/Sozialarbeiter,einer anerkannten Suchtambulanz.

    Hierbei steht immer der eigene Wille im Vordergrund,und die Bereitschaft,etwas ändern zu wollen,und so manches mal,auch eine schlechte Sozialprognose,bei Menschen,die wirklich vor dem nichts stehen,um ihnen so die Chance zu geben,eine Wiedereingliederung,in das "normale"Leben zu erlangen.

    Und ob nun reale SHG,oder ambulante Therapie,oder stationäre,liegt einzig und allein,an jedem selbst.

    Wir haben hier,sehr viele Mitglieder,die alleine mit diesem Forum,den dazugehörigen Arztbesuch,und einer Entgiftung,den Weg in ein nüchternes und zufriedenes Leben erlangt haben,und diesen akribisch weitergehen,weil sie hier den Austausch gefunden haben,den sie für sich benötigen,um weiterhin Suchtmittelfrei zu leben!

    Es ist also nicht immer zwingend eine LZT anzustreben,wenn ich persönlich der Meinung bin,daß der Austausch hier im Forum,für mich ausreichend ist,dessweiteren,haben sehr viele Mitglieder,nur dieses Forum als SHG,weil es für sie ausreichend ist,hier am Erfahrungsaustausch gleichbetroffener mitzuwirken,und sich zu verwirklichen.Andere,wiederrum,nehmen beides in Anspruch,sowie reale,als auch hier das Forum,als SHG

    Du siehst,es ist immer individuell,all deine Antworten,auf deine Fragen,kannst Du, Dir somit selbst beantworten!

    Du musst "nur"ganz klar deine Präoritäten setzen,und dich wichtig genug nehmen!

    "Mehr ist es nicht"

    Lieben Gruß,Andi

  • Hallo Andi,

    danke für die Info. Ok. Ich dachte auch eher an ...bürokratische VOraussetzungen, die ja Kassen etc. gerne auferlegen. Wenn es diese in dem Fall nicht gibt werde ich mich informieren. Meine Kasse hat mir schon einiges bezahlt, mal kucken wie die das sehen.

    Und die Frage war darauf bezogen, was die Zielrichtung der LZT ist. Ist die immer automatisch auf die Sucht bezogen oder mehr auf die Probleme dahinter. Das war eher meine Frage. Ich hoffe ich habe es verständlich ausgedrückt. :)

    Blizzard
    danke für deine worte. Das kann mich nur darin utnerstützen, immer weiter zu suchen udn verschiedene Angebote zu nutzen. Und es tröstet mich, dachte schon wieder ich sei zu kritisch :D
    Trotzdem werde ich da auch weiterhin hingehen (erstmal), ist ja nun meine erste Anlaufstelle. Und ein paar nette waren auch dabei, mit denen lag ich recht schnell auf einer Wellenlänge. Und der Austausch tat sehr gut.

    Gute Nacht an alle
    lydia

    ps: habe meine ersten Münzen bekommen, die für die 24 stunden und die für den ersten Monat Trockenheit. War ein gutes Gefühl...die klappern jetzt immer in meiner Handtasche...:)

  • hallo!

    heute geht's mir bescheiden. Das Wetter, zu wenig Schlaf, der Zyklus. NOch dazu bin ich eben beim Aufräumen meiner Festplatte über einen Brief gestolpert, den ich meinem Vater vor ca. einem Jahr geschrieben hatte. Ich hatte ihm gesagt, daß ich keinen KOntakt mehr zu ihm hätte, bis er sich wegen seiner Depressionen in Behandlung begeben würde und sein Verhalten mir (und anderen) gegenüber überdenken würde.

    TJa, nun isser ja tot. Schuldgefühle habe ich zwar nicht wirklich, weil ich sehr sehr viel von ihm eingesteckt habe. ABer es schmerzt doch sehr.
    Ich bin so oft, immer wieder auf ihn zugegangen. DIeses eine mal nicht, dieses eine Mal habe ich darauf gewartet, daß ER kommt.

    DAs einzig Positive ist, daß ich - obwohl es mir schlecht geht - nicht im Geringsten darüber nachdenke, zu trinken.

    Alkohol lässt einen zwar vieles vergessen, aber nie das, was man vergessen will.

    allen trockene 24 h
    lydia

  • so, nun weiß ich auch, warum es mir so bescheiden ging. Es kam auch noch eine Erkältung dazu. *schnief*

    Ich freue mich total auf Donnerstag, auf das AA Meeting. Kaum zu glauben, wie einfach es geht, wenn man erstmal den Anfang gemacht hat.

    MOrgen bin ich sechs Wochen trocken.

    Gibt es hier jemand, der im Rahmen seiner Therapie auch systemische Familienaufstellungen hat machen lassen und mir seine Erfahrungen damit mitteilen möchte?

    lg
    lydia

  • Hallo phoenix,

    ja auch ich habe diese Familienaufstellung gemacht. das war sehr interessant. Da durfte ich feststellen das fast alle Frauen in unserer Familie die Starken waren/sind. und man konnt sogar den Knackpunkt sehen. Der war dort wo ich ihn nie vermutet hätte.

    LG
    Elocin

  • hallo elocin,
    das ist ja interessant. Kam dir diese Erkenntnis danach oder direkt bei der aufstellung?

    Habe etwas die Hosen voll ehrlich gesagt. Ich weiß gar nicht was genau auf mich zukommt.

  • die Erkenntnis kam schon während der Aufstellung, natürlich wird danach wenn man nachdenkt alles noch viel klarer und es fällt einen wie Schuppen von den augen.
    Ich wollte dann natürlich noch mehr über bestimmt Personen wissen und habe in meiner Familie rumtelefoniert und viele Dinge Erfahren. Die ich sonst nie gewusst hätte wenn ich nicht nachgefragt hätte.

    Du brauchst keine Angst haben, denn es ist eine Bereicherung egal was dabei raus kommt. Denn du kannst dann vieles besser verstehen und anders Handeln.

    LG
    Elocin

  • danke elocin,
    dann versuche ich da mal ganz locker reinzugehen. Muss mich noch etwas vorbereiten, habe dazu eine Liste des THerapeuten erhalten.

    Ich bin sehr gespannt, welche Knoten sich da lösen (vielleicht).

    liebe grüsse
    lydia

  • Das ist doch wirklich komisch.

    Da telefoniere ich gerade eine Stunde mit meiner Mutter, da ich einige Informationen für meine Familienaufstellung benötige.

    Dabei fragte ich meiner Mutter , ob ihr bewußt wäre, daß ihr Mann ein Alkoholiker gewesen ist.
    Ich dachte sie würde mich sofort durch's Telefon anspringen aber sie sagte nur ganz ruhig: ja, er hat immer etwas gebraucht und hat jeden Tag getrunken.

    DAzu muß ich sagen, daß mir eben jetzt erst bewußt wurde, dass er alkoholkrank war. Er war untypisch (oder?), ich habe ihn selten betrunken gesehen. Er hat auch nicht heimlich getrunken oder nach Alkohol gestunken. War immer sehr gepflegt (im Vertrieb), aber hat sich eben auch immer gepflegt und kultiviert die Birne weggeschossen und ist dann in's Bett. Ich kann heute noch die schwerfälligen schlurfenden Schritte hören, mit denen er bei uns im Haus die Treppe herauf in's Schlafzimmer gegangen ist.

    Ich würde also auf Spiegeltrinker tippen. Wobei er bei Feiern und größeren Essen auch oft mal zuviel hatte und dann vulgär und peinlich wurde (eklig..).

    Ich fühle mich gerade ganz komisch. Auf der einen Seite finde ich es gut, daß meine Mutter das doch so klar sieht, auf der anderen Seite wirft es wieder die Frage auf, warum sie nichts getan hat, wenn ihr das alles in klareren Momenten bewußt war.

    Mein Vater hat einmal meinen kleinen Bruder, der damals 4 (in worten VIER) war, fast mit Alkohol umgebracht. Er fand es witzig, ihm Alkohol einzuflößen, mit ihm zu saufen. Daß mein Bruder fast an einer Alkoholvergiftung gestorben ist (vielleicht war das Absicht, er hatte ihn immer abgelehnt), war ihm wohl egal. Meine Mutter unternahm nichts. Kein Arztbesuch, kein Versuch, meinen Vater zu stoppen, das Kind zu retten.
    Auf die Frage nach dem Warum antwortete sie mir, sie hätte Angst gehabt, mein Vater hätte ihr Schläge angedroht.

    Mir gehen viele dieser SItuationen nicht aus dem Kopf. Sie tun immer noch weh.

    alles liebe
    lydia

  • Da mir ja sonst keiner schreibt, schreibe ich mir selbst. pah.

    Habe heute wieder einen Dämpfer bekommen. Da hatte ich mich so sehr auf meine neue Wohnung gefreut, wir hatten alles geregelt. Ich habe nun den VErtrag erhalten und er ist für mich nicht ok, auf 2 Jahre befristet. Werde /kann ich so nicht akzeptieren und suche gerade schon wieder nach etwas anderem.

    Kann auch mal irgend was klappen, so ne sch**** sorry. Bin frustriert.

    lydia

  • Hallo phoenix,

    die Geschichte mit deinem Bruder ist hart. Was ist aus ihm geworden?

    Mach dir über die Wohnung nicht zu sehr einen Kopf, aber dann war es auch nicht die richtige. Ich weiß jetzt ist wieder viel mehr Stress angesagt aber du schaffst das schon.
    Die nächste Wohnung ist bestimmt viel schöner ;)

    LG
    Elocin

  • hallo Elocin,

    danke für deine lieben worte. Ja, ich versuche es auch so zu sehen. Bin viel...positiver geworden in letzter Zeit. Habe allerdings schon gekündigt (die Frau ist an sich sehr verläßlich und es war alles geregelt). Aber gut, ich kucke jetzt weiter und werde etwas schönes finden.

    Mein Bruder. Weißt du, ich habe so einen Beschützerinstinkt ihm gegenüber. Wenn ihm was passiert...ich würde wahnsinnig werden. Er hat sooo viel abbekommen. Er ist hochintelligent, war hyperaktiv..meine Mutter hat auch da keine Hilfe geholt (seine Aggressionen hat er übrigens an mir ausgelassen, wofür ich ihm aber keine Schuld gebe, er war krank).
    Das Argument, warum sie mit ihm nicht zum Arzt bzw. THerapeuten gegangen ist, lasse man sich auf der Zunge zergehen: Ich habe Angst gehabt, daß er einen Knacks bekommt, wenn ich ihn in Therapie gebe.
    Aha.

    ER hatte eine sehr krasse Drogenphase, hat alles genommen (von Koks über LSD zu Heroin). Hat mehrere Überdosen überlebt (die Dosen hätten andere 100% umgehauen, wir haben glücklicherweise eine gute Leber, sonst hätte ich wohl auch stärkere Schäden davon getragen).
    Sorry, ich fang grad an zu heulen wenn ich an diese Zeit denke.
    Bei jedem Telefonklingeln dachte ich..ok, das ist er jetzt - DER Anruf.

    ER hat sich aus dem ganzen Sch*** an den eigenen Haaren herausgezogen. Er ist sehr stark, nimmt überhaupt nichts mehr, trinkt und raucht auch nicht mehr. Studiert Ingenieurwesen trotz seiner massiven Depressionen und Angsterkrankung.
    Aber sein Leben ist jeden Tag ein Kampf, er macht TH, viel Sport, mentaltraining.
    Ich habe noch all diese Bilder im Kopf, wie mein Vater ihn behandelt hat.
    Wie er sich im Bettkasten versteckt hat, wenn mein Vater die Einfahrt hineingerollt kam.

    Und dann stellte mein Vater sich die letzten Jahre hin und meinte, wie stolz er doch auf seinen Sohn sei. Als hätte ER dazu was Positives beigetragen. Sein "Stolz" hat ihn übrigens auch nie davon abgehalten, meinen Bruder ständig klein zu machen und als doof hinzustellen.

    Du siehst, bis mein Zorn und Schmerz sich in Luft auflösen, habe ich auch noch einiges an Arbeit vor mir...

    alles liebe dir weiterhin
    lydia

  • Zitat

    Du siehst, bis mein Zorn und Schmerz sich in Luft auflösen, habe ich auch noch einiges an Arbeit vor mir...


    in luft wird sichs wohl nicht auflösen, aber man lernt mit der zeit besser damit umzugehen und frieden im herzen zu schließen.

    Kompromisse bedeuten ein Rückfall riskieren
    (vor dem trink - Rückfall geht ein Verhaltensrückfall vorraus)
    nicht Trinkende seid 04.03.07

  • Hallo phoenix,

    ich freue mich für dich und deinen Bruder das ihr im großen und ganzen euer Leben versucht in den Griff zu bekommen.
    Die Wut und der Hass werden nicht verschwinden aber man kann lernen damit umzugehen. Man kann den anderen und die Vergangenheit nicht verändern. Aber du kannst es versuchen es nicht so an dich heranzu lassen das es dich in deinem sein und tun behindert.
    Ich lerne auch grad mir immer zu sagen ok es ist/war so ändern kann ich es nicht. Was kann ich jetzt tun das es mir jetzt besser geht. Und das hilft oft ich schaue nach vor und nur noch mit Abstand zurück.

    LG
    Elocin

  • Zitat von Elocin

    Aber du kannst es versuchen es nicht so an dich heranzu lassen das es dich in deinem sein und tun behindert.
    Ich lerne auch grad mir immer zu sagen ok es ist/war so ändern kann ich es nicht. Was kann ich jetzt tun das es mir jetzt besser geht. Und das hilft oft ich schaue nach vor und nur noch mit Abstand zurück.

    LG
    Elocin

    hallo Elocin,
    ja, ich arbeite daran.
    Ich habe allerdings oft immer noch das Gefühl, wie Sysiphus zu arbeiten.
    Baue da ein Steinchen auf, löse da etwas, räume von hier nach dort.
    Aber alles was ich aufbaue scheint mir auf einem so...wackeligen Fundament. Und manchmal verläßt mich einfach der Mut und ich hätte Lust, diesen ganzen verkorksten Bau einfach abzureißen.

    Ich sehe wie andere Beziehungen haben, Familien gründen (die auch noch funktionieren...), gute Jobs haben, ihr Leben "im Griff" haben. Und ich bastle immer an meiner gerade-mal-so-lebensfähigkeit.
    Aber ich versuche Vertrauen darin zu haben, daß es besser wird, jetzt, wo ich nicht mehr trinke. Zu trinken würde mich jedenfalls noch kaputter machen, das weiß ich.

    sorry, bin heute einfach mutlos.

    alles liebe
    lydia

  • Hallo lydia,

    klar manchmal ist das Fundament sehr wackelig, aber du hast einen guten Grundstein gelegt und der ist das du nicht mehr trinkst, denn dann würde alles einstürzen.
    Aber ich glaub zu wissen was du meinst. Es dauert oft alles zu lange aber wir müssen lernen Geduld zu haben. Die Fertighäuser die so schnell gebaut werden sind oft nicht stabil also lieber langsam aber dafür sicher.
    Nicht Trinken und Geduld haben sind gute Bausteine.

    LG
    Elocin

  • Danke Elocin. Ja, die liebe Geduld. Mit der bin ich nicht gesegnet, die muß ich mir noch erarbeiten.

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