Hat meine Mutter ein Alkoholproblem?

  • hallo sonja

    ob deine mutter ein alkoholproblem hat, das kann ich dir nicht sagen - eigentlich ist das auch etwas, wo jeder für sich feststellen muss.

    hast du denn scho mal mit deiner mutter über das thema gesprochen? so nach dem motto "ich mach mir sorgen um dich" - ohne vorwürfe? oder falls du dich das net traust, schreib ihr nen brief, wär auch ne möglichkeit.

    leugnet sie den alk im vereinsheim auch oder gibt sie das zu, sagt aber das sie kein problem damit hat?

    wie geht es dir denn?

    liebe grüße

  • Hallo Sonja,

    erstmal hetzlich willkommen hier im Forum.

    Nun ja, es klingt für mich schon ein bisschen danach als hätte Deine Mutter ein Problem mit Alkohol, denn wenn man von sieben Tage die Woche, viermal was trinkt, ist es meiner ansicht nach schon zu viel.
    Bleibt es dann beim Essen beim Wein oder trinkt sie danach noch weiter?
    Doch ob sie jetzt wirklich ein Problem damit hat, dass kann ich Dir jetzt so auch nicht sagen?

    Hast Du mit Deinem Vater schon darüber geredet? Wie sieht er das?

    Mich würde auch interessieren wie es Dir geht? Wohnst Du noch zu Hause?

    Gruss Mandy

  • Hallo Sonja!

    Ob deine Mutter ein Alkoholproblem hat können wir leider nicht beurteilen. Summerdream hat schon Recht, wenn sie sagt, dass das jeder nur für sich selbst wissen kann. Die meisten Alkoholiker wissen schon irgendwo in sich drin, dass sie ein Alkoholproblem haben, nur das mit dem Eingestehen ist dann so eine Sache. Aber ich bin immer der Meinung, dass es schon ein wichtiges Indiz ist, wenn es die Angehörigen merken und als zu viel und als unangenehm empfinden. Ich kann das nicht genau erklären, aber ich trau den Kindern und Ehepartnern da schon sehr.

    Ich würd dir auch empfehlen, dich mit deiner Mutter mal an einen Tisch zu setzen und mit ihr darüber zu reden, so neutral wie möglich. Natürlich kommen dann immer auch Emotionen hoch, aber die sollte man versuchen unter Kontrolle zu haben, weil Vorwürfe und Drohungen eigentlich nichts bringen und den Alkoholiker wahrscheinlich auch eher davon abbringen, irgendetwas zuzugeben. An meinen Vater komm ich auch immer am Besten ran, wenn ich ihn einfach ganz direkt und normal anspreche, ihn nicht blöd von der Seite anfahre, sondern es einfach auf einer ganz vernünftigen Ebene versuche. Aber vielleicht hast du das ja auch schon selbst versucht. Und ein Brief hilft wirklich sehr, falls du dich einfach nicht traust.

    Lieben Gruß,

    Steffi.

  • Hallo!

    Dass deiner Mutter das Thema Alkohol sehr unangenehm ist und sie nicht wirklich darüber sprechen will, werte ich eher als ein schlechtes Zeichen. Aber da verhalten sich Alkoholiker nun mal auch unterschiedlich. Die einen blocken einfach ab, wollen nicht darüber reden, gehen aus dem Zimmer, die anderen brausen auf, wieder andere lügen einem die Taschen voll etc. etc., also da gibt es wirklich ganz unterschiedliche Verhaltensweisen.

    Ich finde einen Brief immer ganz gut, weil man sich da wirklich mal alles von der Seele schreiben kann, man wird nicht unterbrochen, muss nicht anfangen zu heulen oder zu schreien oder zu beleidigen und es kommt endlich mal alles an. Die zweite Frage dabei ist allerdings, ob es im Endeffekt WIRKLICH ankommt. Ich will das nicht schlecht reden, aber mein Vater hat die Briefe, die ich ihm geschrieben habe, vielleicht gelesen, aber nie ein Wort darüber verloren. Das wurde einfach alles unter den berühmten Teppich gekehrt. Allerdings gab es hier im Forum mal die Idee, einen Brief zu schreiben und ihn dann vorzulesen. Dann MUSS deine Mutter nämlich reagieren. Wenn du das nicht willst, dann solltest du das mit dem Brief aber auf jeden Fall mal probieren, das ist einfach gut, damit du auch mal was los wirst und deine Mutter wenigstens die Chance hat, zu verstehen. Und vielleicht klappt es bei dir ja dann auch viel besser als bei mir. Einen Versuch wäre es auf jeden Fall wert!

    Ich kann verstehen, dass du froh bist, nicht mehr zu Hause wohnen zu müssen. Ich geh den meisten Streitereien daheim zwar immer aus dem Weg, aber irgendwie werd ich doch immer noch mit reingezogen und das belastet schon arg. Aber es belastet natürlich auch, wenn sich die Gedanken ständig um den Alkoholiker drehen, so wie du es bei dir beschreibst. Das ist nicht gut, dabei verlierst du dein eigenes Leben und machst dich selbst nur fertig. Es ist zwar schwer, aber du musst die Gedanken loslassen. Du kannst mit deiner Mutter reden, ihr einen Brief schreiben, aber wirklich helfen kannst du ihr nicht. Nur sie allein entscheidet, ob sie weiterhin ins Vereinsheim gehen und trinken will oder ob sie sich einschränkt. Ich würd jedenfalls sagen, dass sie auf dem besten Weg ist, abhängig zu werden, wenn sie es noch nicht ist. Das muss nicht der Wahrheit entsprechen, ist aber so meine Einschätzung.

    Ich hoffe, dir geht es in Zukunft etwas besser. Die körperlichen Beschwerden sind sicherlich Teil dieses Stress'. Caro hier im Forum hat da zum Beispiel ähnliche Erfahrungen gemacht und meine Schwester hat seit 9 Monaten Kopfschmerzen, ohne, dass sich das ein Arzt erklären kann. Und das macht es umso wichtiger, dass du an dir arbeitest und dich nicht mehr so sehr um deine Mutter sorgst. Schließlich bist du IHR Kind und nicht anders herum.

    Alles Gute,

    Steffi

  • hi sonja

    Zitat

    Meint ihr es wäre gut einen Brief zu schreiben? Ich hatte schon darüber nachgedacht, aber es dann wieder verworfen


    warum hast du die idee denn wieder verworfen? hast ja bestimmt auch gründe dafür gehabt...

    ich find nen brief scho als ne tolle sache, aber auch zum großen teil für einen selbst. einfach um seine gedanken zu sortieren und aufzuschreiben. lesen wird ihn deine mutter bestimmt, aber ob sie was ändert is die zweite frage, da ham wir keinen einfluß darauf. aber dann weißt du, dass du's wenigstens probiert hast.
    wenn sie den brief ignoriert, würd ich es auf jeden fall als schlechtes zeichen werten, redet sie drüber, naja das kommt dann auf das gespräch selber an.

    glaub ich dir, dass du dir ziemliche sorgen um deine mutter machst. kannst du eigentlich mit deinem vater drüber reden, also genauer und net nur oberflächlich?
    ich würd dir erstmal empfehlen dich hier mal ein einzulesen (wennd du möchtest auch im alkoholiker-bereich), das hilft schon vieles zu verstehn.

    liebe grüße

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