• hallo summerdream,

    negative reaktionen oder auch vermeintlich negative nehme ich ernster als positive rückmeldungen, die mich in der regel überraschen oder über die ich hinwegsehe.
    ich merke, dass ich unterschiedlich sensible phasen habe mit unterschiedlichen störanfälligkeitsgraden. anfang der woche stand ich mal wieder neben mir, kam ganz schlecht zurecht mit gesellschaft, hatte arge rückzugsbedürfnisse. außerdem hatte ich mal wieder das gefühl, dass ich nicht gut genug bin, richtig eigenartig, so eine art minderwertigkeitsgefühl. als würde ich nichts zustande bekommen, nichts vernünftiges sagen können, mich nicht genug beteiligen und so weiter. die ganze zeit hatte ich angst, es könnte jemand bemerken, was nicht der fall war.
    jetzt habe ich mir endlich das buch familienkrankheit alkoholismus geholt und schon ein bisschen angefangen. das mit dem vergessen und verdrängen ist sehr gut beschrieben und auch das nicht darüber sprechen. das kenne ich ja auch. am liebsten nicht.
    gestern hatte ich wieder so seine situation: ich war zu besuch bei einer freundin. dachte eine sekunde lang zu erzählen, dass ich mich mit dem thema alkoholismus auseinandersetze, habe es dann gelassen. das war fast schon ein reflex.
    die auseinandersetzung damit ist unangenehm. in dem buch steht ja auch, dass viele kinder sich in phantasiewelten flüchten. ich habe auch zum beispiel sehr viel gelesen und habe heute auch noch fluchttendenzen. zum beispiel so intensiv an der lösung eines problems zu arbeiten, dass man alles um sich herum vergisst. so wie schachspielen, es gibt nur das schachbrett und die schachfiguren und das spiel. komischerweise fühle ich mich nach solchen arbeitsphasen besser. alles andere lässt sich ausblenden.

    grüsse simmie

  • hallo,

    zum wochenende war meine negativphase doch tatsächlich beendet. habe ein treffen mit meinem ex vermieden, es wäre ein lockerer zusammentreff auch mit anderen gewesen, bei dem ich nicht unbedingt mit ihm hätte reden müssen. aber ich war ohnehin müde und habe es gelassen.
    vielleicht hat das ja geholfen.
    habe ihn dann doch zufällig getroffen, die welt ist so klein, mit meinem neuen. sofort hatte ich mitleidsgefühle, habe gedacht, was gebe ich nun auf, die jahrelange beziehung, vertrautheit und so weiter. ich habe da ja auch vieles mitgemacht, sozusagen ertragen, und ich lasse jemanden nicht so leicht fallen. ich merke schon, dass ich da einiges an hoffnungen und erwartungen hineingegeben habe, aber ich wurde doch immer wieder enttäuscht. das ist schwer für mich zu akzeptieren. es ist auch schwer, die gefühle dafür zu entwickeln, dass der andere bestimmte grenzen überschreitet bzw. dass als nicht normal zu erkennen.
    ich lasse viel zu viel zu, setze keine grenzen, toleriere mehr, als gut ist.

    grüsse simmie

  • servus simmie

    Zitat

    es ist auch schwer, die gefühle dafür zu entwickeln, dass der andere bestimmte grenzen überschreitet bzw. dass als nicht normal zu erkennen.
    ich lasse viel zu viel zu, setze keine grenzen, toleriere mehr, als gut ist.


    naja... wenn du's schon so schreibst, dann is dir glaub sehr wohl bewußt, das deine gefühle bewußt oder unbewußt (das sei etz mal dahingestellt) übergangen bzw. verletzt werden.
    dir fehlt noch das vertrauen in die "richtigkeit" deiner gefühle, vielleicht auch "nur" die angst, beim aussprechen derselbigen dein gegenüber zu verletzen :?:

    ich empfinde gefühle immer als richtig, gibt keine falschen - wenn dann nur welche wo mir selbst schaden z.b. hass empfinde ich als so ein gefühl mitunter auch die liebe? :oops:
    nicht einfach immer danach zu leben, ich weiß, aber verdammt wichtig - gefühle unterdrücken empfinde ich schon immer als verkehrt, nur hab ich erst seit kurzem gemerkt das dies auch für mich gilt :roll:

    Zitat

    ich merke, dass ich unterschiedlich sensible phasen habe mit unterschiedlichen störanfälligkeitsgraden


    keiner kann immer die gleiche laune haben, du nicht, ich nicht oder sonst wer - auch "schlechte" tage gehören dazu, ohne die könnten wir doch die guten gar nicht schätzen :wink:

    liebe grüße -Dani-

  • hallo dani,

    an meinen gefühlen bin ich immer noch dran. ich finde es gut zu sagen, dass sie erst einmal da sind, egal, welche es sind.
    ich nehme sie wahr, aber es ist, als ob sie wegschwimmen, wenn ich mich ihnen nähere.
    diese woche war ich ziemlich beschäftigt, obwohl ich mir auch einen abend eine auszeit genommen habe. das war eigentlich sehr schön und entspannend. mittwoch bin ich zu einem freund gefahren, zum fussball schauen, das fand mein neuer nicht so toll.
    gestern bin ich auch weggegangen, plötzlich kam eine sms: mein neuer meinte, er würde gleich kommen. auf einmal war es, als hätte sich bei mir ein schalter umgelegt, ich war wütend und ärgerlich, weil ich fand, er platzte so in meinen tagesablauf hinein, ohne vorankündigung. er meinte zwar, er hätte gesagt, dass er vorbei kommt, aber für mich war es plötzlich, aus heiterem himmel. es war für mich: ich gehe weg und dann muss ich mich auch noch um ihn kümmern, weil er ja da ist. ich fühlte mich überfordert. das dumme ist, er konnte meine reaktion in dieser heftigkeit überhaupt nicht nachvollziehen.
    jetzt frage ich mich, ob das mit ihm überhaupt etwas für mich ist, oder ob ich nicht doch erst einmal alleine bleibe. ich habe den verdacht, dass ich eigentlich zu wenig gefühle für ihn habe, dass ich mich nur notgedrungen arrangiere, um nicht alleine zu sein. vorschnell eine beziehung einzugehen, ohne dazu zu stehen, ist auch nicht das wahre.
    das zusammensein ist zwar angenehm, aber ich kenne das von früher, ich stand nicht dazu, nicht wirklich.
    mein schwachpunkt ist, dass ich irgendwo einen stützpunkt brauche. wenn ich allein bin, habe ich den eindruck, ich hätte keinen halt. da ist dann jemand, auch wenn nicht genau passend, besser als gar keiner.
    hm. vielleicht sollte ich mir da mehr zutrauen.

    grüße simmie

  • hallo,

    gestern morgen war ich erst etwas schlecht gelaunt. ich schlafe teilweise nicht so gut. nach der auseinandersetzung mit dem neuen, hatte ich das gefühl, als würde von mir etwas spannung abfallen.
    der gestrige tag war anstrengend. ich merke, dass es mich anstrengt, mit leuten zu tun zu haben, z.b. gespräche aus dem nichts anzufangen. es lief aber alles überraschend gut.
    ich habe mir überlegt, ob ich meinem neuen für dieses wochenende absage, habe mich jedoch dagegen entschieden. weil ich einfach sonst zu sehr eigenbrötele. ich weiß es nicht, vielleicht steckt doch der wunsch nach zweisamkeit dahinter, nicht allein durch die welt laufen zu müssen.
    der andere punkt ist der, dass ich mich schäme. es ist die furcht, dass jemand anderes entsetzt wäre oder abgestoßen, weil ich eine beziehung mit einem so viel älteren mann eingehe. ich stelle mir immer vor, was meine mutter gesagt hätte. der ist nichts für dich, du hast besseres verdient... und so weiter.
    der weitere punkt ist der des normalseins. irgendwie habe ich das streben nach normalität, und ich versuche auch den anschein zu erwecken. auf der anderen seite merke ich, dass ich oft mit leuten zu tun habe, die mein streben nach normalität hindern.

    grüße simmie

  • hallo,

    gestern den tag habe ich alleine verbracht. er wollte ja ursprünglich kommen, ist aber wohl beleidigt. es kam nur eine sms, ob ich wieder guter laune sei. meine antwort darauf war nicht so toll, aber gut.
    zuerst machte es den anschein, als würde ich in die übliche lähmungsphase verfallen, weil allein zurückgelassen, doch habe ich mich sehr gut bekrabbelt und die zeit für mich genossen.
    ich glaube bei mir ist das bedürfnis nach distanz ebenso groß wie das nach nähe. in das buch familienkrankheit habe ich auch noch einmal hineingelesen und mir das zu herzen genommen, die eigenen bedürfnisse ernst zu nehmen. ich passe mich sonst vorschnell an, lasse mich vom anderen unter druck setzen inklusive schuldgefühle.
    zweiter pluspunkt ist an diesem wochenende, dass ich endlich mal wieder auf 8 stunden schlaf gekommen bin und mich daher auch besser fühle.


    simmie

  • moin simmie

    ich geh etz erstmal auf das thema altersunterschied ein :wink:
    spielt das so eine große rolle? in meinen augen nein! genauso was andere darüber denken, für sie sollten nur zwei faktoren wichtig sein. a) bist du glücklich? und b) liebst du ihn?
    für dich seh ich das übrigens genauso :wink: - auch wenn es würd ich mal sagen für die zweite frage noch zu früh is 8) aber die erste sollte wichtig für dich sein...

    und sei mir nicht böse, aber wenn ich so lese was du von deinem neuen schreibst, irgendwie hab ich das gefühl er nimmt dich nicht ernst, haste ja selber auch schon mal geschrieben. du möchtest deinen freiraum, was ganz normal und auch wichtig für ne beziehung is und er frägt an ob deine laune wieder gut is? hab das gefühl er engt dich ein. sind nur meine gedanken dazu :oops:

    ich wünsch dir noch viele weitere 8 stunden schlaf-nächte, ich denke wenn du dich wohl fühlst, klappts auch mim schlafen gut :wink: so is zumindest bei mir :lol:

    grüßle -Dani-

  • hi dani,

    so, glücklich und eventuell liebe, als kriterien. also letzeres kann ich schwer sagen. zu ersterem ist es so, dass ich zumindest nicht unglücklich bin. am wochenende war ich ja ganz froh, mal meine ruhe zu haben. hab ihm auch eine sms geschrieben, da kam nix zurück. das hat mich dann gleich unruhig bzw. durcheinander gebracht und ich konnte das auch nicht so einfach wegstecken. irgendwie dachte ich, jetzt ist es aus, jetzt hat er die nase voll. das hat mich sehr deprimiert. plötzlich dachte ich daran, wie schön es doch ist, zusammen zu sein, an die wirklich angenehmen seiten. also das ist schon ein hin und her. jedenfalls ist es so, dass ich das, was ich mir verstandesmäßig vornehme, nicht einfach durchziehen kann.
    es ärgerte mich auch, so durch meine gefühle blockiert zu sein. er hat nun doch auf meine sms geantwortet. mal schaun, was die nächsten gespräche so ergeben. morgen habe ich außerdem therapiesitzung. das wird auch zeit.
    gestern dachte ich die ganze zeit, wenn es doch jemanden gebe, der mir genau sagen würde, entscheide dich für ihn oder gegen ihn, aus dem und dem grund, ich wäre irgendwie erleichtert. aber gut, das ist illusion, ich habe dann für mich selbst die für und wider abgewogen.
    bin jetzt nicht unbedingt zu einem ergebnis gekommen, aber meine heutige situation hat mir doch zumindest gezeigt, dass ich mir mit meinen stärken auch viel vormache.

    grüße simmie

  • hi,

    momentan bin ich wieder im rückwärtsgang, so in der art, mir ist alles zu viel. ich empfinde menschen dann als anstrengend.
    gestern bin ich wieder auf meinen ex getroffen, er begrüßt mich zwar, ignoriert mich aber ansonsten, also spricht nicht mit mir, sucht auch nicht das gespräch. ich habe bei meiner therapeutin angesprochen, dass er sich nicht rührt. sie fand das sehr merkwürdig. nun ja, ich war wieder in einer komischen stimmung gestern abend. in mir selbst und meinen traurigen gefühlen gefangen, ohne elan, ohne energie. hinzu kam, dass mich gestern auch plötzlich wieder trauer überkam, weil meine mutter tot ist.
    in diesem gefühlszustand habe ich besonders probleme mit anderen. ganz stark habe ich den eindruck, sie wollen, dass ich so nicht bin, wollen aktivität, positive ausstrahlung usw. normalerweise kann ich das auch anbieten. doch jetzt ist es so, dass ich es nicht kann.

    was mich jedenfalls bei meinem ex wurmt und mich traurig macht, ist, dass er nach so langer zeit, die wir uns kennen, so gleichgültig ist. kein gespräch, nix.

    grüße simmie

  • hi,

    gestern gab es doch tatsächlich noch den stimmungsumschwung. ich war wieder bei mir. allerdings kann ich nicht sagen, woran es gelegen hat. beim sport war ich auch topfit und habe gepowert ohne ende. es kamen mir auch wieder spontan worte über die lippen.
    außerdem habe ich gemerkt, dass ich ziemlich gut mit überraschenden, ungeplanten situationen klar komme. wenn plan b hervorgeholt werden muss.
    bei meiner therapeutin hatten wir noch thematisiert, warum ich mich unter druck setze, wenn ich mit leuten zusammenkomme bzw. nur das gefühl habe, wenn ich alleine bin, kann ich so sein, wie ich bin. das ist tatsächlich so, jedes treffen mit leuten erzeugt bei mir spannung. es ist zum teil so, dass ich mich zu sehr verantwortlich fühle für das, was passiert. die anderen haben aber auch einen teil beizutragen. es hängt nicht nur von mir ab.


    grüße simmie

  • hallo,

    es geht auf und ab. das wochenende war ok, mein jetziger freund war einen tag da. wir haben etwas unternommen, es war auch schön, doch gleichzeitig habe ich gemerkt, dass mich so vieles einfach nervt, kleinigkeiten, ich muss mich dann wirklich zurückhalten, um nicht gleich immer loszumeckern.
    und es sind in der tat kleinigkeiten, die mich stören, zum beispiel, wenn jemand immer nervös mit dem knie wippt. es ist verrückt, ich weiß auch nicht, warum ich darauf so achte und warum es mir nicht egal ist. ich bin dann auch ganz unentspannt und fast schon fixiert darauf.
    abgesehen davon war es schön und angenehm, wir haben etwas unternommen, die umgebung war schön.
    ich merke jedoch, dass ich im moment sehr störanfällig bin. vieles, was von außen kommt, empfinde ich als störend. ich habe am wochenende auch einen bekannten getroffen, mit dem ich mich im cafe unterhalten musste anstatt weiter meine zeitung, alleine, lesen zu können. es hat mich auch genervt. zuerst. dann ging es.

    ein weiterer punkt, über den ich mir gedanken mache, ist meine alte beziehung, die 17 jahre gedauert hat und nun wohl beendet ist. eine beziehung, die keine war. im moment sehne ich mich allerdings danach zurück, es klingt verrückt, aber genau die person, die mir so wenig entgegen brachte, vermisse ich. gleichzeitig weiß ich, dass ich ohne diese phase, die zur Zeit durchlebe, jetzt auch nicht glücklich wäre und einen ausweg suchen würde.

    grüße simmie

  • hi simmie

    hm... wenns mir nicht so gut geht bzw. unausgeglichen bin - dann bin ich auch leicht gereizt, nehm vieles persönlich - will meine ruhe und gleichzeitig dann irgendwie doch wieder nicht :oops: dementsprechend reagier ich auch auf andere, da is mit mir nicht so gut kirschen essen :roll:

    mal ganz ehrlich, ich überleg grad mal wie die zeit für mich war nachdem mit meinem ex schluß war - auch wenn wir definitiv nicht so lang zam gewesen sind wie du und dein ex. klar war ich auch traurig, so ne trennung is nie leicht - aber ne neue beziehung wäre für mich unvorstellbar gewesen. in der zeit der beziehung hab ich mich von meinem wahren ich entfernt, hab mich stark verändert - wie schluß war wollt ich wieder anfangen zu leben, mich selbst wieder zu entdecken. herausfinden was mir wichtig ist, ohne auf irgendjemand rücksicht nehmen zu müssen. eine partnerschaft bedeutet für mich auch kompromisse schließen, wie willst du erfolgreich an dir arbeiten, wenn da jemand is wo dir ins werk pfuschen kann?
    ich kann nur für mich sprechen, ich stells mir auf jeden fall verdammt schwer vor. glaub nicht das ich da ne chance hätte.

    aber mal abgesehen davon - die trennung von deinem ex scheinst du noch nicht überwunden zu haben, so zumindest mein eindruck :? wie wäre es erst das thema aufzuarbeiten und dann erst umschaun, was die männerwelt für dich zu bieten hat??? nur so ne überlegung von mir - von der du wahrscheinlich nicht begeistert sein wirst :wink:

    liebe grüße -Dani-

  • hallo dani,

    hm, habe darüber nachgedacht, ist ja jetzt nicht mein erster ausbruchsversuch. ich bin mir auch nicht sicher, ob ich da im moment den richtigen weg beschreite. ob es tatsächlich der punkt mit dem alleinsein ist, den ich einfach nicht haben kann.
    also ich habe schwierigkeiten mich zu trennen, von wegen des überwundenseins der alten beziehung. ich trenne mich schwer von menschen, situationen, dingen. und zwar äußerst schwer.

    grüße simmie

  • hallo,

    es ist ein wenig zeit verstrichen. inzwischen kann ich mit meinem ex wieder reden, es sind keine mauern mehr zwischen uns. das erleichtert mich.
    übrigens meinte meine therapeutin, dass das gefühlsleben sozusagen sich seine eigenen bahnen schlägt, wegen des erst die eine beziehung abschließen und dann eine neue anfangen. das kann so sein, muss aber nicht. naja.
    letzte woche hatte sich mein derzeitiger freund auf diverse sms nicht gemeldet, das kann ich ja gar nicht leiden. ich hatte zunächst vermutet, dass es daran liegt, weil ich ihm bezogen auf seine bitte um finanzielle hilfe eine absage erteilt hatte.
    er kam jedoch am wochenende vorbei, erneuerte auch seine anfrage, ich wieder nein. dann meinte er plötzlich, dass er umziehen müsse, zu seinem sohn, in eine andere stadt, eine wohnung könne er hier alleine nicht halten. ich weiß, dass es alles schwierig ist, wegen seines ungesicherten status.
    teilweise hatte ich in der letzten zeit schon stark das gefühl, dass ich eine illusion lebe, je länger unsere beziehung geht, weil er de facto nichts machen kann. außer, ich springe für ihn ein. ein mehr oder weniger natürlicher reflex sagt bei mir da allerdings erst einmal nein.

    auf der anderen seite war die gemeinsam verbrachte zeit doch recht schön, irgendwie bin ich auf den geschmack gekommen, was es heißt mit jemandem zusammen zu sein, nähe, zärtlichkeit zu erfahren, nicht alleine durch die gegend zu laufen. gerade gestern erst habe ich die zweisamkeit sehr genossen und heute erfahre ich, dass dies bald ein ende haben wird. natürlich könnte ich etwas für ihn tun bzw. einen schritt in die richtung engeres zusammenleben bzw. einstehen für den anderen, tun. es gibt mehrere faktoren, die mich davon abhalten: erst einmal bin ich ökonomisch nicht gerade risikofreudig, habe keine schulden etc, auch sonst keine existenziellen schwierigkeiten. das will ich mir erhalten. durch ihn sehe ich da zumindest gewisse gefährdungen, und wenn man einmal ja gesagt hat, dann sagt man auch zweimal ja. gut, es muss alles nicht so schlimm kommen, aber ich habe da einen sehr starken sicherheitsinstinkt.
    zum zweiten hätte ich dadurch endgültig die trennung von meinem ex besiegelt. ich habe das gefühl, dass ich mir da ein hintertürchen offen lassen möchte. zum dritten ist unsere beziehung eine art geheimniskrämerei, ich erzähle davon im bekanntenkreis nicht, das macht mich selbst misstrauisch.
    auf der anderen seite denke ich, dass ich mir in diesem fall die rosinen herauspicke, aber nicht bereit bin, auch dafür etwas zu tun, so nach dem motto, wenn es halt nicht mehr geht, lassen wir ihn fallen. da schleichen sich bei mir auch schuldgefühle ein.
    hinzu kommt, dass ich bezogen auf das alleinsein eine absolute schwäche habe. ich habe das gefühl, es muss jemand da sein, in meinem leben.

    ich habe jetzt noch einmal nachgedacht, letzte woche, als er sich nicht gemeldet hatte bzw. die sms-nachrichten sehr merkwürdig zurückhaltend gewesen sind, dachte ich ja, dass dies wegen meines neins war. irgendwann war ich zwar der meinung, dass ich überinterpretiert hatte, doch jetzt glaube ich das nicht mehr. denn seine reaktion auf mein zweites nein ist ähnlich gewesen. er ist mehr oder weniger sang- und klanglos abgezogen. das riecht mir ein wenig nach emotionaler erpressung.


    grüße simmie

  • hallo,

    ich merke, dass ich meine stimmung schon wieder zu sehr von anderen abhängig mache. das verhältnis zu meinem derzeitigen freund ist mir zur zeit sehr unklar. ich war diese woche eigentlich in guter verfassung, zufrieden mit mir.
    gestern kam dann eine sms von ihm, was mir wichtiger sei, er oder meine übliche donnerstag abend veranstaltung. ob ich nicht vorbeikomme, am abend relativ kurzfristig. ich habe gesagt nein, morgen könnte ich vorbei kommen, da hat er dann geschrieben, er sei das wochenende gar nicht da.
    das hat mich schon sehr enttäuscht, hinzu kam, dass mein ex zur zeit auch immense probleme hat, das hat mich gestern abend ebenfalls sehr heruntergezogen und noch eine andere sache, von der arbeit, eine kleinigkeit, aber da kam dann so eines aufs andere.
    dann habe ich gemerkt, wenn ich so enttäuscht bin, dann sage ich gar nichts mehr, schweige wie ein grab, alle klappen gehen runter.
    momentan gehts wieder, ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass mein freund mir eine sms geschickt, er fährt nun doch nicht weg.
    hatte mich eigentlich schon auf ein wochenende allein eingestellt. ich habe jetzt daraufhin keine einladung ausgesprochen von wegen vorbeikommen oder ich fahre vorbei. das ist ein wenig zu viel hühott.

    grüße simmie

  • hi simmie

    wie gehts dir, hast etz auch schon ne weile nix mehr von dir hören lassen :( oder biste etwa in urlaub gefahren?

    Zitat

    das riecht mir ein wenig nach emotionaler erpressung


    verlaß dich auf deinen instinkt, ich hab den eindruck du hörst immer mehr in dich hinein und was noch wichtiger ist, fängst an deiner eigenen wahrnehmung zu vertrauen. wenn ich mir was kaputt mach, dann isses oft kopfdenken, mein bauch sagt mir mitunter sofort was sache is und meistens hat "er" auch recht :wink:

    liebe grüße -Dani-

  • hi dani,

    danke der nachfrage, ich war tatsächlich eine woche weg, tat ganz gut, wenngleich mein wegsein niemand so unbedingt als urlaub bezeichnen würde. warum und wieso, kann ich hier aber nicht näher drauf eingehen.
    nennen wir es einmal familiäre unterstützungsleistung.
    abgesehen davon hatte ich gelegenheit, so einfach in den tag hineinzuleben und nichts vorgeschriebenes zu tun oder zu denken bzw. relativ frei von äußeren zwängen zu sein.
    tja, meine eigene wahrnehmung, im moment bin ich mal wieder unschlüssig, ob ich in die richtige richtung steuere. vielleicht ist das auch kopfdenken, ob und wenn ja und wie und wenn. damit entferne ich mich von mir selbst.

    grüße simmie

  • hi,

    bin jetzt auch emotional wieder zu hause angekommen.
    die letzten zwei tage war ich tagsüber ziemlich platt, weil ich abends zu lange unterwegs war.
    gestern abend war ich ja tanzen (gesellschaftstanz, paartanz), das tut immer sehr gut. fühle mich danach jedes mal bestens und sehr guter stimmung. außerdem habe ich mit einem sehr guten tänzer getanzt.
    meinen ex habe ich ebenfalls gesehen. ich merke, dass, wenn er mir den eindruck macht, niedergeschlagen zu sein, ich das auch als belastung empfinde. ein eigenartiges gefühl. er war außerdem bei einer gemeinsamen bekannten zum geburtstag eingeladen, das hat mir schon zu denken gegeben, wieso ich denn nicht, naja, habe mich da sowieso immer als außenseiterin gefühlt, bei mir, wo alles anders ist.
    ansonsten ist er ziemlich uninteressiert, eigentlich wie sonst auch. aber ich verhalte mich wohl auch nicht anders.
    im moment sieht meine wohnung wieder sehr durcheinander aus. komisch, ich musste sofort an das chaos denken, als mein tanzpartner anfing zu fragen, wo ich denn sonst noch tanze. das habe ich öfters, dass ich denke und abgleiche, wem ich was zumuten kann.
    manchmal habe ich das gefühl, das ist deshalb so, weil ich nicht überall eine fassade aufrechterhalten kann, so tun als ob. bei mir zu hause darf dann wenigstens das chaos durchbrechen.
    mich beschäftigt im moment außerdem meine vergangene esstörung, ich hatte als jugendliche eine bulimiephase. bin auch immer noch sehr auf mein gewicht bedacht und esse mitunter über das sättigungsgefühl hinaus. ich war deswegen nie in behandlung, die schlimme phase ging von alleine wieder weg. für mich ist das ein zeichen, dass ich doch sehr stark unter der familiären situation gelitten habe. allerdings habe ich immer zu vermeiden versucht, selbst dadurch ein problem zu haben und wollte immer möglichst normal sein.
    grüße simmie

  • hallo, zur zeit geht es mir relativ gut, mit meinem neuen freund läuft es recht harmonisch, allerdings will er mich heiraten. ich bin mir da unsicher, habe das bisher nicht gebraucht. für ihn wäre es eine erleichterung. bin sogar fast geneigt es zu tun.
    auf jeden fall beschäftigt es mich.
    wenn ich meinen ex sehe, ist die wehmutphase nun vorbei. trotzdem denke ich immer, wie wenig da doch für mich abgefallen ist, in unserer beziehung.
    nächste woche wird anstrengend, ich werde im job viel zu tun haben. ich sehe mich da mal wieder hohen, erdrückenden erwartungen ausgesetzt, es nicht zu schaffen, zu scheitern, zu versagen. gegen diese gedanken kämpfe ich an.

    grüße simmie

  • also, ich habe den heutigen tag überlebt. ich hatte panik, wahrscheinlich grundlos. die panik bestand davor, vor ca. 20 leuten zu stehen und einen ganzen vormittag unterricht zu machen. also inhaltlich habe ich ja keine probleme, aber vor dem sozialen, kommunikativen aspekt hat es mir wirklich gegraut, obwohl es nicht das erste mal ist, dass ich so etwas mache. am wochenende hatte ich immer wieder daran gedacht, mein freund meinte, ich solle mich nicht verrückt machen.
    das thema hatte ich auch schon bei meiner therapeutin, die angst vor den anderen bzw. den stress, den sie mir bereiten. zum teil hatte ich am wochenende auch rückzugsgedanken, so wie, was ist, wenn ich einfach nicht auftauche. völliger blödsinn eigentlich. dann habe ich auch gedacht, mir einen anderen job zu suchen, einer, der mich nicht so unter druck setzt. ich weiß schon, diese woche wird vorbeigehen, und ich werde das dann alles vergessen und es eher als herausforderung begreifen.
    am meisten hat mich heute mein auftreten gewundert, nach außen entschlossen, resolut und klar kein schwaches, hilfloses häuflein, als das ich mir vorher vorkam.
    vor solchen belastungssituationen muss ich immer an den tod meiner mutter denken, dass ich das überstanden habe und dass mich eigentlich nichts mehr aus der bahn werfen kann. das war ja auch eine extreme belastungssituation.
    manchen macht es vielleicht nicht so viel aus, mit menschen zu arbeiten, mit größeren gruppen, für mich ist es nicht einfach. da hatte ich schon immer probleme, obwohl es sich gebessert hat.
    ich weiß nicht, warum ich das nicht entspannter angehen kann. vielleicht ist es angst vor kontrollverlust, die anderen können einen wahrnehmen, ich muss dinge preisgeben, weil ich mich irgendwie geben muss, vielleicht auch fehler mache. es war auch schon immer so, dass ich lieber etwas alleine tue, als mit jemanden zusammen, weil ich mich alleine besser konzentrieren kann. es kann sein, dass ich mit anderen völlig dumm und unfähig werde und gar nichts mehr auf die reihe bekomme.

    simmie

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