Aus aktuellem Anlass möchte ich wieder mal zum Nachdenken anregen.
Da wird einerseits im Forum eine liebevolle und beschönigende Schreibweise eingefordert. Anderseits lese ich da in einem Thread folgenden Spruch:
Zitat... Diese Familienschiksale sind einfach spannend zu lesen. Mag ja sein, dass das was mit Voyeur und Katrastrophentourismus zu tun hat...
Das bringt mich zur Frage: wie gehen wir mit unserer Krankheit um? Nehmen wir diese tödliche Krankheit ernst genug?
Ich gehe von mir aus: ich bin Alkoholiker und habe ein solches "Familienschicksal" durchlebt und überlebt. Jemand, der sich mir gegenüber als derartiger Vojeur entpuppt dass er sich an (m)einem Schicksal weidet, den kann ich nicht mehr als gleichwertigen Gesprächspartner im Rahmen der Selbsthilfe ernst nehmen.
Derjenige hat sich für eine Selbsthilfegruppe disqualifiziert. Im Real Life und einer realen SHG hätten wir als Gruppe so ein Mitglied mit diesem Ausspruch zeitgleich vor die Türe gesetzt. Das ist in meinen Augen widerwärtig und unterste Schiene.
Wofür ist den Selbsthilfe da? Ich bin hier, um Hilfe für mich zu finden, indem ich mich mit Menschen ausausche, die an der gleichen Krankheit leiden.
Ich bin aber nicht hier, um Vojeuren oder anderen Sensationsgeilen eine Plattform zur Befriedigung ihrer geistigen Onanie zu bieten!
Das möchte ich hiermit mal gesagt haben. Wer sich den Schuh anzieht, wird wissen, warum er/sie das tut und ihm/ihr der Schuh auch passt.
LG
Spedi