Das ist nicht verhext, sondern normal. Wie soll man sich abgrenzen, wenn es die eigenen Eltern sind?
Wenn man als Frau einen Alkoholikerpartner verlässt, ist das wie man hier lesen kann, auch ein schwieriger Prozeß. Aber die Eltern? Oder andersherum, wenn man Elternteil ist und das erwachsene Kind trink? Wie soll man sich da abgrenzen?
Es wird darauf hinauslaufen, damit leben zu lernen. Ich meine jetzt nicht resignieren. Sondern es als deren Krankheit akzeptieren, als ihre Lebensentscheidung. Denn das ist es: Es ist ihre Entscheidung, so zu leben. Sowohl Mutter als auch Vater haben ja die Wahl, wie sie leben könnten, was sie ändern könnten. Tun sie aber nicht. Dann ist das halt so.
Wer sind wir, daß wir als Kinder, als EKAs, uns in deren Entscheidungen einmischen dürfen? Wir können nur unser eigenes Leben leben und unsere eigenen Entscheidungen treffen, für uns und unsere Kinder. Dein Ansprechpartner sollte dein Mann sein. Lass die Eltern wirklich mal wurschteln, das ist ihr Ding. Deine Eltern werden genauso wie meine Eltern einander seit Jahrzehnten umkreisen, das ist ein eingespieltes Team in einem kranken System. Keine Chance das zu knacken.
Das ist für DICH auch gar nicht notwendig. Du kannst sie einfach wurschteln lassen. Aber du kannst den Abstand verändern. Du kannst deine Position verändern. Das muß gar nicht laut sein, da braucht es keinen Knall. Es kann ganz unaufgeregte Veränderungen geben, mal hier, mal da, inhaltlich, räumlich. Mach dein Ding draus, sieh es für DICH als Chance, so eine Art nachgeholter Pubertät.
Viele liebe Grüße, Linde