Hallo Mikesch,
du sprichst da etwas ganz wichtiges an, nämlich SELBER planen!
Wir sind zwar EK's, aber keine Kinder mehr. Wir können heute gestalten. Wir können kommen und wieder gehen.
Ich habe jahrelang mich zu Weihnachten gar nicht gemeldet, dann gab es Postkarten bzw. Anrufe. Aber das auch nie zu Heilig Abend, denn das war und ist mir zu bedeutungsschwanger. Also 1. od. 2. Weihnachtsfeiertag. Falls sie fragten warum sagte ich, ich hab an Heilig Abend schon was anderes ausgemacht. Was hab ich nicht gesagt.
Alternativen finden ist auch wichtig. Es gibt so viele Singles im Freundeskreis, vielleicht findet sich da jemand für die Christmette oder einen Winterspaziergang oder gemeinsames Eintopfkochen...
Entlastend empfinde ich es auch, nicht die ganze Zeit bei den Eltern in der Wohnung zu sitzen, da baut sich Druck auf. Also lieber sich zu einer gemeinsamen Aktivität verabreden. Zum Beispiel am 1. Weihnachtsfeiertag einen Mittagsspaziergang und anschließend Kaffee trinken. Und dann wieder verschwinden.
Einfach mal durchspielen, was sich o.k. anfühlt.
Ich weiß, daß meine Mutter an den Tagen trinken wird. Ich hab da keine Erwartungen, daß das anders sein wird wie an jedem anderen Tag der Woche. Das entlastet mich. Sie ist Alkoholikerin, sie MUSS trinken, sonst bekommt sie Entzugserscheinungen. Das ist so. Darauf kann ich mich vor der Begegnung einstellen. Also Erwartungen runterschrauben, nur weil Weihnachten ist, ist nichts anders als sonst. Kann ja auch nicht, es ist ja eine chronische Krankheit und nichts, wo man sich mal "zusammenreißen" könnte. Ich gehe davon aus, daß sie sogar mehr trinken wird, weil sie so aufgeregt ist. Auch darauf kann ich mich im Vorfeld einstellen.
Liebe Grüße, Linde