Hallo Riona,
ich kenne das gut, daß ich immer wieder an meiner eigenen Wahrnehmung zweifelte. Meine Mutter ist Spiegeltrinkerin, da merkt ein Fremder nicht unbedingt etwas. Aber ich nahm feinste Nuancen wahr. Und trotzdem ließ ich mich durch so einiges immer wieder in meiner Wahrnehmung verunsichern.
Der co-abhängige Partner hat ja die Illusion, daß der Alkoholiker nur aufhören müsse und alles wäre dann perfekt. Diese Illusion, daß alles fast-perfekt ist, wurde mir als Kind ja präsentiert. Und dieses fast-perfekt biß sich aber mit meiner Wahrnehmung, daß das eine kranke Familie ist, in der ich da lebe. Das war ganz schön schwierig.
Die Selbstzweifel habe ich verinnerlicht und die führten irgendwann ihr Eigenleben auch außerhalb der familiären Situation. Inzwischen vertraue ich meiner Wahrnehmung wieder.
Daß sich die Zeiten nicht genau zuordnen lassen, kenne ich sehr, sehr gut. Vertrau darauf, daß da etwas ist.
Mich hat irgendwann erschüttert, was für lange Zeiträume da verstreichen, bis eine Veränderung oder Wandlung geschieht oder eben nicht geschieht. Da gehen Jahre rum oder ein ganzes Leben...
Heute habe ich es in der Hand, für mich mein Leben zu gestalten. Gerade war ich eine Stunde joggen, mir geht es gut. Es sind oft solche kleinen Aktivitäten, die in der Summe mein Leben genau jetzt lebendig machen.
Viele Grüße, Linde