Beiträge von Linde66

    kann ich es ja nochmal anders probieren deutlich zu machen

    Naja, hast du nicht alles schon 95 mal durch...?

    Was ja echt effektiv ist, um etwas deutlich zu machen, ist Körpersprache. Wenn gewöhnliche Sprache nicht wirkt: Körpersprache wirkt unmittelbarer, weil sie älter ist.

    Nein ist ein ganzer Satz. Denn kannst du sagen, was aber schwer fallen kann. Du kannst dein Nein aber auch mit dem Körper zeigen.

    Wenn deine Mutter "es" zur Sprache bringt - was immer das dann ist, was du dir nicht länger anhören willst - dann lasse nicht den Mund, sondern den Körper sprechen, bzw. nimm ihn mit ins Boot. Füße anspüren, Beine fest auf den Boden stellen, aufrechte Körperhaltung, Raum einnehmen.

    Hab Vertrauen in deinen Prozeß.

    Und die Dissoziation hat mir geholfen meine Kindheit im Elternhaus zu überstehen. Jahre später war sie immer noch da und ich fühlte mich ihr völlig ausgeliefert. Was mich den Kontrollverlust hat überleben lassen, fühlte sich zwischenzeitlich selbst wie Kontrollverlust an. Schräg.

    Inzwischen kann ich sie wie eine Art eingebautes Barometer ansehen. Wenn ich merke, daß sie sich wie ein Nebel über alles zieht, dann ist es wie ein Alarmsignal: Aufpassen, Abstand verändern. Was genau ist gerade identisch oder nur ähnlich wie früher?

    Geringe Dosen, vielleicht irgendwann sogar nur noch homöopatische Dosen sind völlig o.k.

    Bei deiner Mutter "hängt die Schallplatte", so kommt es mir beim Nachlesen in deinem Thread vor. Das ist nicht despektierlich gemeint. Eher so, daß sie in ihrer Endlosschleife festhängt und sie darin unerreichbar ist. Da hilft nur Abstand. Jeder Appell, jedes Angebot, nichts kommt durch. Ich kenne das gut, da hilft nur Abstand verändern und sich nicht als Mülleimer, Therapeut, Beratungsstelle oder sonstwas benutzen lassen.

    LG, Linde

    Wenn mich meine Nachbarn anreden, will ich nicht in Tränen ausbrechen. Ich sage dann so Sätze wie, ihr müsst das mit ihm selbst ausmachen, oder gebt ihm nichts zu trinken.Aber das klingt so egoistisch. Eigentlich möchte ich sagen ich habe alles probiert aber er hört nicht auf mich. Das schaffe ich wiederum nicht

    Hallo lenvan,

    das sind Sätze, die ich genau so auch sagen würde bzw. früher sogar so gesagt habe.

    Vom Kopf her ist das völlig klar. Abgrenzen, Verantwortung zurückgeben usw. Aber was ganz anderes sind die Gefühle… Es fühlt sich falsch und egoistisch an.

    Ich habe jahrelang Therapie gemacht. Das hat mir geholfen mich zu stabilisieren und aus der Co-Rolle gegenüber meinen Eltern auszusteigen.
    Es gibt den sogenannten gesunden Egoismus, der schützt einem in so völlig kranken Familienstrukturen.
    Viele Grüße, Linde

    Glückwunsch liebe Bibi, wünschte meine Tochter würde hier im Forum landen und deine tolle Erfolgsgeschichte lesen.

    Liebe Grüße

    Olli57

    Hallo Olli,

    das habe ich gerade in Bibis Thread gelesen. Wichtig ist, daß du deiner Tochter auf gar keinen Fall dieses Forum empfiehlst. Denn das hier ist jetzt deine SHG. Du könntest nicht mehr frei schreiben.

    Liebe Grüße, Linde

    Ich hab nun angefangen mit Beratung, Therapie und informiere mich, will die Sucht kapieren warum er mich so schlecht behandelt.

    Beratung, Therapie und Information sind gut.

    Aber höre auf seine Sucht kapieren zu wollen und warum er dich schlecht behandelt.

    Nutze die Beratung, Therapie und Informationen lieber dafür, für dich selbst endlich aus dieser jahrzehntelangen Beziehung mit einem Alkoholiker rauszukommen. Irgendwann ist dein Leben um und du hast nur um einen Alkoholiker gekreist und sonst nix. Ist doch traurig, wenn das immer und immer so weitergeht, oder?

    Es geht jetzt im Moment um mich, was schon ewig nicht mehr der Fall war.

    Das ist super! :thumbup:

    Viele Grüße, Linde

    Hallo Olli,

    ungestoppt wird Alkoholismus immer schlimmer. Leider ist das so. Die Spirale dreht sich immer weiter abwärts, wenn der Betroffene nicht von selbst sein ganzes Leben umkrempelt.

    Ihr habt ja schon gefühlt alles mehrfach durch. Ihr könnt ihre Rechnungen bezahlen, ihr Leben in Ordnung bringen usw. usw., aber unterm Strich hat sie dann einfach nur mehr Geld übrig um Alkohol zu kaufen...

    Vielleicht macht es Klick, wenn sie ihren Tiefpunkt hat. Aber nicht einmal da gibt es eine Garantie, daß sie dauerhaft aufhört.

    Hast du dir schon überlegt, was du/ihr dann tut, wenn sie vorm Elternhaus auftaucht? Sie wird alle Register ziehen von Tränendrüse bis Aggression, das kannst du hier im Angehörigenbereich zig-fach nachlesen.

    Liebe Grüße, Linde

    Hallo Olli,

    herzlich Willkommen auch von mir.

    Nicht wundern, ich habe deine Beiträge zusammengelegt, damit es übersichtlich bleibt.

    Respekt, wie du dich gegenüber deiner Tochter verhältst. :thumbup:Vielleicht wacht sie auf, vielleicht nicht. Das kann niemand vorhersagen.

    Aber du steigst aus der Co-Abhängigkeit aus. Du darfst dich schützen und abgrenzen und dafür sorgen, daß es dir gut geht.

    Liebe Grüße, Linde

    Und er wäre natürlich wieder Trauzeuge.

    Möchtet ihr wirklich mit dieser Hypothek in den neuen Lebensabschnitt starten?

    Du hast vor paar Tagen geheiratet. Eigentlich solltest du auf Wolke 7 schweben.

    Stattdessen bist du hier. Ich finde das sehr traurig.

    Nimm all deinen Mut zusammen und macht das zu EURER Feier, nicht zu seiner.

    Als EKA kann ich dich gut verstehen. Die Gedanken kreisen um den Alkoholiker, den man auf keinen Fall verletzen oder gar verlassen will. Während der munter säuft, wird das eigene Leben, die eigene Hochzeit überschattet.

    Trau dich, im wahrsten Sinn des Wortes, eure dry Wedding kompromisslos durchzuziehen.

    LG, Linde

    Es gibt den Begriff ‚Familienkrankheit Alkoholismus‘. Ehepartner und Kinder kreisen co-abhängig um den Alkoholiker.

    Du darfst jederzeit aus dem kranken System aussteigen, genau wie dein Vater. Theoretisch ist das so, praktisch ist es schwer umzusetzen. Aber es ist machbar.

    Der erste Schritt findet in deinem Kopf statt.

    Hallo Sonne,

    vom Lesen bei dir denke ich, daß es sinnvoll wäre mit dem Hausarzt einen Pflegegrad zu beantragen, falls noch nicht geschehen. Das Gutachten wird vom MDK erstellt. Je nach Pflegegrad kann ein Pflegedienst beauftragt werden.

    Die Frage ist, ob sie da mitmacht oder nicht.

    Außerdem kannst du den sozialpsychiatrischen Dienst einschalten. Auch die kommen vor Ort und machen sich ein Bild. Dann kann besprochen werden, welche Hilfe konkret machbar ist.

    Du könntest dich auch vom zuständigen Pflegestützpunkt beraten und begleiten lassen. Die helfen Angehörigen beim Ausfüllen der ganzen Formulare.

    Ich weiß nicht genau, was du/ihr konkret schon an externer, fachlicher Hilfe angeleiert habt.

    Leider ist es so, daß sich Alkoholiker im Endeffekt tottrinken dürfen. Das ist ihre Entscheidung.


    Es ist auch deine Entscheidung, dir das täglich anzuschauen und dich instrumentalisieren zu lassen. Als EKA kreist du gerade wie eine perfekt instrumentalisierte Co-Abhängige rund um deine Mutter. Leider machen viele EKA genau das und gehen daran emotional und körperlich kaputt. Da gehen Jaaaahre um, ohne daß der Alkoholiker aufhört zu saufen und ohne daß das EKA endlich sein eigenes Leben lebt.

    Ich bin selbst EKA, also erwachsenes Kind einer Alkoholikerin. Ich bin irgendwann da raus, um innerlich stabil zu werden und mein Leben zu leben.

    Schau mal den im EKA-Bereich den oben angepinnten Thread "Merkmale eines EKA" durch. Sind nur 14 Seiten. Mir sind damals Kronleuchter aufgegangen. Mein Verhalten der Mutter gegenüber ist mir von klein an "antrainiert" worden. Aber niemand muß um eine nasse Alkoholikerin kreisen. Es ist völlig in Ordnung sein eigenes Leben zu leben. Fühlt sich erst einmal völlig falsch an. Aber es ist einfach nur ungewohnt, nicht falsch.

    Gruß, Linde