Beiträge von deenoerder

    Hallo, ich komm jetzt erst mal wieder zum schreiben. Jetzt ist meine Lebensgefährtin seit ca. 2 Wochen in der Klinik. Ich dachte, jetzt komm ich zur etwas mehr zur Ruhe, aber dem ist nicht so.

    Diese verdammte Ungewissheit, wie geht es weiter, auch mit uns. Die ersten 3 Wochen können wir uns jetzt nicht sehen und das ist ziemlich quälend für mich. Sie bedeutet mir ja auch sehr viel und ich möchte Sie nicht verlieren. Ist es euch so ergangen, als der Partner zur Therapie war?

    Was mir aufgefallen ist, als wir telefonierten, ist, das SIe von sich aus auf Ihre Alkoholabhängigkeit zu sprechen kam. Das hatte es vorher noch nicht so gegeben. Auch sagte Sie, Sie ist glücklich, das ich an Ihrer Seite stehe und Sie mich hat, dann dadurch wüsste Sie, wofür Sie das ganze macht Aber auch für sich wolle Sie das machen. Soll ich das jetzt positiv einordnen oder wie?

    Ich muß für mich feststellen, dass es garnicht so einfach ist, wenn man jemanden liebt und dieser Mensch einem auch sehr viel bedeutet, das es verdammt schwer ist mit seinen Gefühlen klar zu kommen.

    Es wär schön, wenn Ihr mir eure Erfahrungen mitteilen könntet, ob ich noch normal bin oder mir meine Gefühlswelt Streiche spielt.

    deenoerder

    Hallo Gerd,

    danke für deine Worte. Sicher werde ich die jetzt bevorstehende Zeit dazu nutzen um wieder Kraft zu schöpfen und mir Gedanken darüber machen, wie es bzw. ob es über haupt weitergeht. Es ist schon ein ganzes mieses Gefühl, einen Menschen zu finden, ihn zu lieben und dann macht der Alkohol alles kaputt. Ich habe in den letzten zwei Tagen, nach dem ich dort aus der Klinik zurückwar ziemlich viele Gedanken gemacht. Es ist unsagbar schwer für mich, nicht zu wissen, wie der Weg weitergeht. Ich möchte sie nicht fallenlassen und ihr die Chance geben. Aber es ist alles so verdammt ungewiss und mein Gefühlsleben fährt im Moment Achterbahn mit mir. So ein Gefühl hab ich selbst bei meiner Scheidung damals nicht gekannt. Da hat man sich getrennt und ist seiner Wege gegangen. Sicher, das war auch nicht einfach und hat einen in der Seele auch wehgetan, aber dies jetzt. Aber da werde ich wohl durch müssen und ich habe ja auch noch einiges an Zeit vor mir und da wird man sehen

    lg deeneorder

    Erst mal hallo, ich komm erst jetzt wieder zum schreiben. Das hat seine Gründe darin, das ich zum einen sehr viel Hektik im Job hatte und zum anderen hier zu Hause ziemlich viel Hektik hatte. Aber alle der Reihe nach.

    Gestern am Dienstag habe meine Lebensgefährtin zur Therapei gebracht. Ich hatte der vergangenen Woche den Eindruck gewonnen, das sie das als Chance sieht und es jetzt anpacken will. Weit gefehlt, wie es sich am Montag heraus stellte.

    Montag musste ich noch zum Dienst und sie wollte noch einige Dinge erledigen und dann ihre Koffer packen, damit es Dienstag los gehen konnte. Gegen Mittag hab ich dann noch mit ihr telefoniert und da schien noch alles in Ordnung. Jedenfalls hab ich es dann geschafft früher Feierabend zu machen als normal. Irgendwie möchte man auch ja noch möglichst viel Zeit mit dem Menschen verbringen, den man liebt und der am nächsten Tag für eine ziemliche lange Zeit nicht mehr da ist. Als ich sie gegen ca 13.30 Uhr anrief und ihr sagte, das ich Feierabend gemacht habe und jetzt nach Hause komme, war bei ihr nicht gerade Freude angesagt. Sie meinte, das sie mit mir noch nicht gerechnet bzw. eingeplant hat. Sie währe noch nicht fertig mit packen und sie müsste auch noch duschen. Auf alle Fälle bestand sie darauf, ich möge doch erst um 4 Uhr kommen und dann könnten wir ja noch einen Kaffee trinken. Nun gut, ich habe mir nichts dabei gedacht und bin erst mal nach Hause gefahren. Eigentlich hätte ich es besser wissen müssen, denn jedesmal, wenn so etwas war bzw. so eine Art der Terminsetzung war sie anschliessend angetrunken. So war es denn auch. Als ich kam, saß sie auf er Bettkante und machte mich gleich an. Ich würde sie kontrollieren und hätte nur andere Frauen, eine richtige Eifersuchtsszene, allerdings hatte ich die noch nicht in so einer heftigen Form erlebt. Sie wolle alles hinschmeisen und ich solle gefälligst ab hauen. Im ersten Moment war ich ziemlich vor den Kopf getroffen und hab nur geantwortet. Ich dich kontrollieren, mir ist es doch ziemlich egal, ob du da hin fährst oder ob du dich jetzt voll laufen lässt, aber gut ich gehe, den Mist, der hier läuft, muss ich mir nicht antun. Als ich schon aus dem Zimmer war rief sie dann wieder, ich solle bleiben und sie sass zu heulen, ich schaff das alles nicht und mit mein Problem versteht sowie so niemand, das kann auch keiner verstehen. Die altbekannte Leier wiedermal. Zu diesem Zeitpunkt rief dann ihre Tochter an, die schon mehrmals versucht hatte, sie zu erreichen. Auf ihre Frage hin, ob ihre Mutter wieder getrunken habe habe ich in ihrem beisam, sie konnte mit hören, da ich den Lautsprecher eingeschaltet hatte, geantwortet: ja, sie hat wieder getrunken. Noch während des Gespräches, was ich mit mit ihrer Tochter führte stand sie auf, zog sich die Jacke an und setzte sich ins Auto. Wortlos habe ich den Koffer in den Kofferraum verstaut und sind dann los gefahren. Mir fiel auf, das sie die Hälfte vergessen hatte, Handtasche und usw. Mir war es auch egal, denn ich bin der Überzeugung, wenn sie trinkt, dann kann sie sich auch darum kümmern, das ist nicht mein Ding. So fuhren wir dann zu mir rüber und setzte sich schweigend ins Wohnzimmer.

    Gegen ca. 20 Uhr kamen ihre beiden Töchter rüber und so eine Stimmung hab ich noch nie erlebt. Beide redeten fast kein Wort mit ihrer Mutter, nur mit mir und meiner Tochter. Irgendwie tat mir das in der Seele weh und als die beiden gingen meinte ihre älteste

    Mama, sehe diese Therapie als deine letzte Chance an. Mehr hast du nicht mehr und wenn du die vergibst, brauchst du erst gar nicht wieder zu kommen.

    Ohne Abschiedsgruß ging sie und drehte sich nicht mehr um. Das ist mir in dem Moment unheimlich nah gegangen. Ich habe nur gedacht, ich möchte es nie erleben, das meine Kinder so etwas nie zu mir sagen müssen.

    Sie ist dann wortlos schnurr stracks ins Schlafzimmer gegangen und ich hab auch nichts mehr gesagt. Nach ca. 1,5 Stunden hab ich nach ihr geschaut, sie lag wach im Bett und meinte zu mir: Meine Kinder wollen Alles oder nicht, dazwischen gibt es nichts. Mein Kommentar darauf: Was willst du eigentlich, trocken werden oder weitersaufen. Hast du eigentlich immer noch nicht gemerkt, wie gr0ß der Schaden ist, denn du deinen Kinder zu gefügt hast. Sicher es war hart, was sie gesagt haben, aber es ist auch ein Hilferuf. Mama wir brauchen dich. Du hast wirklich nur noch diese Chance, sonst sind deine Kinder weg. Sie wollen dich ganz einfach nicht mehr sehen, geschweige denn, was mit dir zu tun haben. Ich hab darauf keine Antwort erhalten und hab auch nichts mehr weiter gesagt.

    Gestern hab ich dann zur Klinik gefahren. Die drei Stunde Autofahrt waren so ziemlich die bedrückenden Stunden überhaupt. Über was soll man reden. Noch nie ist mir so etwas so schwer gefallen. Auch wie wir in der Klinik an kamen. Irgendwie wirkte die ganze Prozedur bei der Aufnahme für mich ziemlich deprimierend und bedrückend. Alkotest, Gepäckkontrolle und therapeutische Erstgespräch. Was muss in einem Betroffenen in dem Moment vorgehen. Der Abschied später dann ging mir sehr zu Herzen. Nicht zu wissen, wie geht es jetzt weiter. Ist das Ganze jetzt mit Erfolg gekrönt oder nicht. War dann alles umsonst. Was wird aus uns. Bleibe ich auf der Strecke, weil ich nicht mehr ihren Anforderungen als evtl. Co- Abhängiger entspreche. Fragen über Fragen. Es ist schon ein ganz mieses Gefühl und ich Glaube, ich werde die Zeit jetzt mal nutzen, um wieder mit mir ins reine zu kommen. Auf alle Fälle, hab ich jetzt gespürt, das die vergangenen Wochen ziemlich Kraftsubstanz gekostet haben und ich weiß nicht, ob ich das noch lange so mit machen kann und werde.

    Hallo Mozarth,

    oh man, heftig, denk mal an dich und nicht an Sie. Deine Aussage

    " Ok... was hat das mit meinen Zweifeln zu tun? Ganz einfach .... meine Frau säuft (noch) nicht! Sie trinkt, aber so gut wie nie zum Besoffen sein .... Sie ist (ist sie es????) ne Spiegeltrinkerin....(meistens nur leicht angeheitert, hin und wieder auch lallender Weise angetrunken, aber das fällt ja nur mir auf) Nun ist es so, dass seit ich mich in die ELW zurück gezogen habe, dass sie seitdem wesentlich weniger trinkt, aber sie trinkt...."

    Du stellst doch für dich selber fest, sie ist eine Spiegeltrinkerin. Seh die Realität. es ist saufen und da kannst du noch so viel schön reden.

    Mir geht es auch so, das ich zur Zeit einen großen Bogen um irgendwelche Alkoholischen Getränke mache.

    Schönen Gruß
    deenoerder

    Hallo Mozarth,

    es ist schon eine großer Mist. Ich kann dir sehr gut nachempfinden, wie du dich fühlst. Meine Freundin bzw. Lebensgefährtin hat ebenfalls ein Alkoholproblem. Zwar bin ich noch nicht so lange mit ihr zusammen und bin nicht verheiratet und habe auch noch meine eigene Wohnung in der ich mich zurück ziehen kann. Auf der einen Seite liebt man den Menschen, mit dem man zusammen lebt und auf der anderen Seite eckelt derselbige einen an. Diese Gefühswelten durfte ich auch schon erleben. Auch bei mir hat es endlose Diskussionen gegeben. Feststellen mußte ich leider, dass das alles nichts gefruchtet hat. Auch, das Vorwürfe von ihr kamen in Richtung nicht verstanden werden, als Moralaphostel und und und. Kenn ich alles. Nur als ich ernst machte und Sie gefragt habe, ob Sie auf Grund der Vorwürfe die Trennung will, hat Sie das ganz schnell verneint.

    Ich hatte, gottseidank mich im Vorfeld belesen, zum einen in Fachliteratur und zum anderem in diesem Forum und von daher bin ich auf diese Vorwürfe nicht eingegangen. Für mich konnte ich festsellen, das ich angedrohte Konsequenzen dann auch durchführte, dass es zumindesten einen kleinen Aufschub mit dem Saufen gibt. Leider ist das aber nicht von Dauer. Zugegeben, es tat mir oft in der Seele weh, das zu tun. Auch das öffentliche Publizieren des Problems im Bekannten- und Freundeskreis hilft dir. Du brauchst dich nicht mehr zu verstecken und nach eventuellen Entschuldigungen für Sie zu suchen.

    Ich mußte für mich feststellen, ich kann mich drehen und wenden, wie ich will, ich kann es nicht verhindern, das Sie trinkt bzw. säuft. Das liegt allein in Ihrer Entscheidung und da mußte ich auch schon erfahren, das sie den Alkohol mehr leibt als mich. Aber ich gehe und bin nicht da und von daher, muß ich mir das nicht antun bzw. mit ansehen. Du hast doch die Wohnung im Keller, zieh dich zurück und laß Sie saufen. Vielleicht kommt SIe irgendwann zur Besinnung. Auch wenn SIe jetzt schon mit Scheidung droht und dich mit dem Nachbarn hintergeht, so wie ich das gelesen habe. Auch das wirst du nicht verhindern können, auch wenn es dir noch so sehr in der Seele schmerzt. Ich kann dir nur den Rat geben, geh und schließe die Tür hinter dir zu. Es ist nicht mehr die Frau, die du kennst und geliebt hast, sondern ein vom Alkohol besessener Mensch, der komprmislos sein Ziel verfolgt, entschuldige bitte wenn ich es so deutlich schreibe, saufen zu können und dafür ist ihm jedes Mittel recht.

    Es ist absolut nicht egoistisch von dir, wenn du an dich selber denkst, aber du hast auch nur ein Leben und das ist wichtig und dafür braucht man auch seine Kraft.

    Alles gute für die Zukunft wünscht dir

    deenoerder

    Hallo Dagmar,

    danke für deine Antwort, auch schönen Dank an die beiden anderen davor.

    Ich habe diesen Abschnitt kopiert und eingefügt um darauf Stellung zu nehmen.

    " Du gehst meines Erachtens klasse mit den Lügen um, es wirkt so, als würde bei Dir der Verstand arbeiten können, was bei mir lange nicht der Fall war. Ich wurde gefühlsmässig verletzt und war lange, eigentlich bis zum Ende der Beziehung, gar nicht in der Lage die Lügen zu erkennen. Wie kommst Du gefühlsmässig mit dem klar, was da gerade um Dich herum läuft? Wie kannst Du schlafen oder Dich einfach als Mensch fühlen wenn Du dieses schlimme Krankheitsbild immer sehen musst? Ich war da total von den Socken, weil ich einfach nicht glauben konnte was ich sah. Ich dachte wirklich lange Zeit ich bin einfach nur in einem schlechten Horrorfilm, das kann doch alles gar nicht wahr sein"

    Vor 4 bzw.5 Wochen hätten mich diese Vorwürfe ziemlich getroffen und ich wäre mit Sicherheit darauf eingegangen und hätte mir diesen Schuh auch angezogen. Wie ich schon in einem Beitrag vorher geschrieben hatte, war ich schon bei der Suchtberatung, nur leider hatte mir das nicht all zuviel gegeben. Erst ein Gespräch mit ihrer Freundin, die obendrein auch noch Arzthelferin ist, hat mich zum Nachdenken bewegt. Darauf hin habe ich mich belesen und mit dem Thema vertraut gemacht. Was ich zum lesen bekam hat mich schockiert. Nicht nur, was dort über den Betroffenen selber stand, sondern auch über Angehörige. Ich habe dann für mich diesen Test auf verschiedenen Seiten gemacht " Sind Sie Co - Abhängig oder gefährdet." Ich würde mich zu dem Zeitpunkt als gefährdet betrachten und zwar als ziemlich. Zumal ich auch noch keinerlei Ahnung über die Materie hatte. Weiter habe ich dann dieses Forum im Internet gefunden und was ich dort zu lesen bekam hat mir den Rest gegeben. Es war für mich eine lange Nacht, wo ich ziemlich mit mir gerungen habe. Für mich stand zum Schluß fest, das ich meine Einstellung ihr gegenüber ändern muß, will ich nicht untergehen. Das habe ich dann auch letzlich gemacht zumal ich auch noch nicht so lange mit Ihr zu sammen bin.

    Ich glaube, die damit erwonnene Erkenntnis, schützt mich doch davor. Auch, das wir getrennte Wohnungen haben läßt mich damit einfacher umgehen, als wenn man zu sammen in einer Wohnung lebt, so wie es bei vielen Betroffenen der Fall ist. Von daher habe ich noch genügend Abstand und schlafe noch ziemlich gut. Ich weiß, das diese von Ihr aufgestellten Schuldzuweisungen nur ein Symptom dieser Sucht sind. Ich kann nur sagen bzw. feststellen, es gehört eine Menge Kraft und Standfestigkeit dazu um nicht um zufallen und zu helfen vor allen Dingen dann, wenn sie vor einen sitzt und sich selber auch noch erniedrigt und heult. Das macht mir zu schaffen und ich würde Sie gerne in den Arm nehmen und trösten. Doch, ich denke, das ist genauso das, was sie möchte.

    Lieben Gruß
    Erlon

    Danke für die Antwort, denn daran erkennt man auch, dass dies einigen mehr so erging.

    Ich kam gestern nach Hause, vorher hatte ich schon mit Ihr telefoniert und SIe war schon am lallen, behauptete aber steif und fest, sie habe nicht getrunken, Sie habe nur geschlafen und sei so erschreckt aufgewacht. Ich denke, das kann man unterscheiden, ob jemand noch schlaftrunken oder angetrunken am Telefon ist. Jedenfalls saß Sie, als ich kam auf dem Sofa zu schlafen und hat nicht mal mit bekommen, das ich zu Hause war. Ich habe Sie geweckt und Sie war einigermassen ansprechbar. Sofort kam von Ihr die Aussage, ich habe nicht getrunken, es sind die Tabeletten gegen Magenkrämpfe, die Sie so müde machen.

    Ich habe ihr in einen sehr sachlichen ruhigen Ton ins Gesicht gesagt, das ich ihr das nicht abnehme, zumal Sie eine Alkoholfahne habe.

    Ihre Antwort: Es verstünde sowieso niemand ihr Problem, keiner kann ihr helfen. Ich habe dann geantwortet, versuche es doch mal mir es zu erklären, dann kann ich entscheiden, ob ich es verstehe oder nicht. Es kamen von ihr aber nur Vorhaltungen, genauer gesagt nur Schuldsugerieungen, was ich alles versäumt hätte.

    Ich habe Sie aussprechen lassen und innerlich war mir zum lachen zumute, wenn es nicht so traurig wär. Alle Punkte, die sie ansprach waren eigentlich aus der Luft gegriffen und vollkommen haltlos. Wenn ich mich schon vorher nicht etwas mit diesem Thema auseinander gesetzt hätte, währe mir das ganz schön zu Herzen gegangen. Auf die Frage, was Sie daraus jetzt schließt, ob Sie eine Trennung will, verneinte Sie heftigst. Sie möchte nur mehr Trost, Rücksichtnahme und Rückhalt.

    Wenn das, was Sie aufgeführt hat, die Berechtigung ist zum trinken, dann müßte eigentlich jeder trinken. Ich habe dann die Frage gestellt: Kann es sein, das auch niemand dein Problem verstehen darf, damit du deine Berechtigung hast zu trinken. Zumal die angeblichen Probleme immer wieder andersgearter Natur sind.

    Für mich steht fest und das habe ich ihr gegenüber auch deutlich gemacht.

    1. Ich unterstütze nichts, was mit Alkohol zu tun hat. Wenn du Hilfe annimmst und die jetzt beginnende Therapie als eine Chance für dich siehst, dann bin weiter für dich da.

    2. Ich sehe absolut keine Zukunft für uns, wenn du meinst, weiter nach der Therapie weiter trinken zu müssen.

    Du brauchst dich nur zu entscheiden, entweder Alkohol oder mich. Beides gibt es nicht und kann es auch nicht geben. Ich habe absolut kein Interesse daran, dich irgendwann aus der Gosse zu holen.

    Man wird sehen, wie es sich entwickelt, wobei ich nicht den Glauben habe, dass das auch nur in irgendwelcher Weise gefruchtet hat. Später fiel mir auf, das Ihre Handtasche, die vorher im Flur stand verschwunden war, nachdem ich mit dem Hund wieder reinkam und nirgends mehr auftauchte. Ich vermute mal, das darin eine Flasche gebunkert war. Es ist mir auch egal. Lange kann ich das nicht mehr durch halten und will es auch nicht mehr. Ich habe ihr die Frist gesetzt und jetzt liegt es an Ihr und nicht mehr an mir.

    Hallo Elocin,

    danke für deine Antwort. Ja, du hast Recht. Genauso wie ein Alkoholabhängiger die Entscheidung trifft zu trinken, so treffe ich die Entscheidung für mich, ob ich mit Bauchschmerzen nach Hause fahre. Ich muß nur alles hin schmeißen und mich trennen. Das wird mir immer bewußter, das ich um diese Entscheidung nicht drum rum komme.

    Ich habe mir ein Ziel gesetzt und das ist die Therapie, zu der Sie jetzt in zwei Wochen fährt. Dann hab ich erst mal Luft und Zeit zum Nachdenken, wie es weitergeht. Ich glaube noch nicht sorecht an den Erfolg dieser Therapie, zu mal die Teilnahme unter Druck entstanden, weil Ihr damaliger Arbeitgeber darauf bestanden hatte.

    Sollte es keinen Erfolg geben, sprich sofortiger Rückfall, werde ich die einzigste vernünftige Entscheidung treffen und das heißt "Trennung".

    10 Tage hat die Abstinenz gehalten. Gerade habe ich mit ihr telefoniert und da war Sie wieder am lallen. Es ist zum Haareraufen. Man kann zetern, anschreien, mit lieben Worten es versuchen und mit Geduld. Es hat alles keinen Sinn. Ich fahr schon wieder mit Bauchschmerzen nach Hause. Wie werde ich Sie vorfinden. Ansprechbar oder nicht. Fragen über Fragen und keine Antwort. Ich weiß nur, ich muß jetzt eine Konsequenz ziehen, ob ich will oder nicht.

    Sicher, ich verhalte mich konsequent, wenn es um den Alkohol geht, aber es wird immer schwerer für mich, mit Ihr zusammen zubleiben. Ich spüre jetzt, wie ich am zittern bin, wenn ich daran denke. Es herrscht eine große Wut in mir, wenn ich an den Alkohol denke. Warum nur, Warum nur.

    In völliger Ratlosigkeit

    Erlon

    Um Gotteswillen, nein, das möchte ich auch garnicht, die Freunde und Bekannte mit in die Verantwortung nehmen. Wo ich mich so drüber ärgere ist ganz einfach, das sie wegschauen und hinter vorgehaltener Hand reden und dem Betroffenen dies nicht direkt ins Gesicht sagen. Verantwortlich und das ist ganz klar, ist der Betroffene für seine Sucht selber. Er muß es ja nicht, gelinde gesagt und ob er Hilfe in Anspruch nimmt oder nicht, liegt ebenfalls im Bereich des Betroffenen.

    Ich für meine Person kann gut damit leben, das ich in Ihren Augen der Böse bin, nur weil ich ihr sage, was Sache ist. Vielleicht öffnet es ja Ihren Horizont und Sie macht etwas. Dann hätte es ja einen Sinn, woran ich noch nicht so recht glauben kann. Man wird es sehen.

    Liebe Grüße
    Erlon

    Hallo Lämmchen,

    das ist ja das schlimme daran. Gewußt und geahnt haben es alle, aber keiner wollte dich verletzen. Aber genau durch dieses Verhalten haben sie dich verletzt. Nur so konnte dein Partner weitermachen, als sei nichts geschehen.

    Ich entschuldige mich grundsätzlich nicht für die Sucht meiner Partnerin und die damit verbundenen Ausfälle. Ich sage klipp und sie trinkt nicht, nein sie säuft und dafür ist sie selber verantwortlich. Da gibt es nichts aber auch garnichts schön zu reden. Das ist nun mal so und sagt es nicht mir sondern ihr. Damit ist für mich die Sache erledigt.

    Leider habe die meisten keinen Mut dies zu tun und wenn doch, dann nur vorsichtig umschrieben. Das ist leider die traurige Wahrheit

    Liebe Grüße

    deenoerder[/b]

    Hallo Silvia,

    ich habe die letzen Beiträge hier gelesen. Übrigens danke für deine Antwort. Ich kann es dir nachempfinden, wie du dich fühlst. Mir ging es nicht anders, bei mir war auch das Gefühl der Wut, Entäuschung usw. Ich wurde von meiner Lebensgefährtin bewußt belogen. Eine Aussage von ihr im Rausch, Es geht mir alles am Arsch vorbei, Kinder, Partnerschaft, Freunde und Bekannte und das gerede von Hilfe. Ich glaube, diese Aussage war ehrlich in dem Moment und darauf hin habe ich auch meine Einstellung geändert. Konsequenz heißt nicht weg drehen und nicht mehr sehen. Im Gegenteil, vieleicht erreichst du damit, das man ein Fünkchen Eigenmotivation bei dem Betroffenen entwickelt, das man auch andere Wege gehen kann.

    Fristen setzen nützt nicht, bis dahin hat man seine Ruhe und dann geht irgendwie weiter, ein neues Bekenntnis oder neuer Schwur und schon ist wieder Ruhe. Nein, das kann es nicht sein und so sollte es auch nicht sein. Vordergründig mußt du dich selber sehen, das mußte ich auch begreifen und dich schützen. Raus, weg, Ruhe finden und das ist keinesfalls egoistisch. Sicher du wirst entgegnen, das muß man auch können, finanziell usw. und der Bekanntenkreis. Letztere sollten lieber ganz ruhig sein, sollen die doch mit ihm zusammenleben und erleben, was du erlebt hast. Dann wird sich sehr schnell zeigen, was, bzw. wie die Wirklichkeit ist. Ich kann zwar leicht reden, denn ich habe noch meine eigene Wohnung und kann mich zurück ziehen. Aber nur so kann man auch den nötigen Abstand gewinnen.

    Liebe Grüße

    Erlon

    Hallo Lilly12,

    danke für deine Antwort. Ich gebe dir Recht mit dem was du schreibst. Ich wollte mit diesem Satz auch nur zum Ausdruck bringen, dass man jemanden kennenlernt und sich verliebt und dan kommt die Ernüchterung.

    Sie sagt zwar, das sie mich liebe, aber ich weiß nicht so recht, wie ich das einordnen soll. Auf alle Fälle mal mit einer gehörigen Portion Pessimisus. Sie fährt ja jetzt zur Kur, aber wie ich schon im ersten Beitarg geschrieben habe, ist das unter Druck entstanden. Die Zeit wird zeigen, wie sich das dort entwickeln wird.

    Ich denke mal, nein, ich vermute mal, ich werde langsam unbequem. Ich mache dieses Spiel nicht mehr mit. Ich decke sie nicht mehr, im Gegenteil, ich brüskiere sie in der Öffentlichkeit. Das kann ein Alkoholabhängiger nicht gebrauchen und vor allen Dingen, wie steht er dann in der Öffentlichkeit dar. Wir brauchen garnicht darüber zu sprechen, dass fast alle Freunde und Bekannten über das Problem Kenntnis haben, aber schweigend wegschauen anstatt ihr die Wahrheit ins Gesicht zu sagen. Konsequenz kann sein, sie lernt in der Kur einen Gleichgesinnten kennen und die Welt ist wieder in Ordnung.

    Ich bin zu sehr Realist und werde mit Sicherheit nicht blauäugig in die Zukunft blicken und von daher schau ich recht gelassen in diese.

    Liebe Grüße
    Erlon

    Hallo Silvia 11

    ich mußte auch erst erkennen, was da abläuft. Am Anfang bin ich auch in die Falle getappt. Verheimlichen, Schönreden und und und. Ich glaube, das ist uns allen so ergangen. Ich bin zwar zur Suchberatung gegangen und da hat man mir etwas über Konsequenzen erzählt, aber wie die aussehen und vor allen Dingen, wie sie aus zuschauen haben, darüber hat man mich dort nicht aufgeklärt. Es blieb mir dann nur der Weg, mich in einschlägiger Fachliteratur zu belesen und was für mich eine große Hilfe war, das lesen in diesem Forum.

    In ihren Bekanntenkreis wissen, so vermute ich, wahrscheinlich alle, das sie ein Alkoholproblem hat bzw. Alkoholikerin ist. Aber wegschauen ist einfacher und nicht mehr einladen zu irgendwelchen Anlässen, als das man hier mal das Gespräch sucht. Ich mußte festsellen, das bei vielen die einhellige Meinung vorherrscht, ich bzw. in unserer Familie haben wir das Problem nicht und von daher geht uns das auch nichts an. Aber die Effekthascherei ist gegeben. Hast du gesehen, sie ist schon wieder voltrunken im Einkaufsmarkt rumgetorkelt und hat eine Flache Schnaps gekauft.

    Anstatt hier ein zugreifen und zu sagen, es reicht und geh nach Hause wird nur hinter dem Rücken geredet. Ich will das nicht verallgemeinern. Sicher gibt es auch andere Freunde, die aktiv versuchen zu helfen bzw. ein zugreifen. Aber die Mehrheit schaut weg. Das mußte ich in der letzten Zeit erfahren.

    Liebe Grüße
    Erlon

    Hallo Sylvia,

    wie sehr gleichen sich doch die ganzen Artikel und auch Schicksale. Ich bin auch erst seit kurzen in diesem Forum vertreten, aber allein das lesen dieser Beiträge hier hat mir einiges gebracht. Meine Lebensgefährtin hat ebenfalls ein Alkoholproblem. Ich bin zu dem Entschluß gekommen, das Hilfe und Unterstützung garnichts bringen, außer das sich der Betroffene freut und endlich weitersafen kann. Ich rede nichts mehr schön, sonder sage es so, wie ich es denke. Ich habe, gottseidank, noch die Möglichkeit mich in meine Wohnung zurück zuziehen und frür mich selber neue Kraft zu tanken. Aber was ich hier lese und auch in anderen Foren lese, ist eine Trennung auf Dauer immer wahrscheinlicher. Ich habe mir die FRage gestellt. Liebt sie mich, weil ich der Mensch bin, mit dem Sie ihr weiteres Leben verbringen möchte oder liebt Sie mich nur, damit nach außen hin der Schein, sprich die heile Welt, gewahrt bleibt. Ich tendiere im Moment zum letzten und da fühle ich mich völlig fehl am Platze.

    Hallo Skybird,

    wie geht es mir heute damit?

    Ich muß sagen, es ist schwer, sehr schwer. Es sind zwei Seelen, die in meiner Brust schlagen. Die eine, die helfen möchte und die andere, wo der Verstand regiert. Aber ich denke mal, es geht allen oder fast allen in diesem Forum so.

    Es macht einen tief traurig, wenn man sieht, wie ein Mensch sich selber zerstört und damit verbunden auch sein ganzes soziales Umfeldt. Dieser Tage kam es wieder zu so einem Zwischenfall. Mittlerweile, hab ich schon ein Gespür dafür bekommen, wann Sie getrunken hat und wann nicht. Genauso spüre ich, wann der Drang zum Alkohol wieder so groß ist, das alle Vernunft nichts nutzt und es eigentlich nur einer Bagatelle bedarf um die Rechtfertigung zum trinken zu haben.

    Aber es nützt mir nichts, denn ich mußte erfahren , das Hilfe nichts nutzt, wenn sie vom Betroffenen nicht angenommen wird. Sie hat mich bewußt belogen in Punkto Alkohol, als es wieder soweit war. Ich habe es noch mal noch mal deutlich gemacht, wenn du trinkst, dann gehe ich und genau so habe ich es getan. Vorher habe ich ihr noch eine Flasche Wodka hingestellt und ihr ziemlich energisch deutlich gemacht. Sauf doch, denn das ist doch, was du liebst und nicht mich. Darauf hin bin ich gegangen.

    Am folgenden Tag stand die Flasche immer noch da, wo ich sie am Abend vorher hingestellt hatte. Das hat mich, ehrlich gesagt, verwundert. Allerdings bat sie mich, das Lehrgut zu entsorgen. Meine Antwort war folgende. Die leeren Schnapsflaschen kannst du selber entsorgen. Ich unterstütze das nicht.

    Interessant war die Antwort. Das kann ich als Frau doch nicht machen, was sollen die Leute und vor allen, meine Kinder von mir denken.

    Meine Antwort: Die Leute denken das was sie sehen und das ist die Wahrheit. Da bringt eine Alkoholikerin ihr Leergut weg. Und ich habe sie auch gezwungen, das Leergut selbst zu entsorgen

    Ich will mit dem oben beschriebenen Vorgang nur ausdrücken, wie schwer es ist keine Unterstützung zu kommen zulassen. Sicher es wär kein Problem gewesen, das Leergut mit zu nehmen und zu entsorgen, aber ich will nichts unterstützen, was mit dieser Sucht zu tun hat. Ich bin froh, das ich mich in meine Wohnung zurück ziehen kann und ich glaube, das bringt auch den nötigen Abstand. Ich weiß, viele Betroffene können das nicht und müssen mit dem Betroffenen unter einem Dach leben und damit die Ohnmacht erleben zu müssen, wie eigentlich alles nach und nach zerstört wird.

    Da hat man einen Partner gefunden, den man dazu auch noch liebt und sie ist eine warmherzige und liebenwerte Frau, wenn sie nüchtern ist, aber wenn sie alkoholisiert ist, dann ist sie nicht mehr die Frau, die man kennen gelernt hat, sondern nur noch vom Alkohol besessene Frau, die ich nicht kenne und die kann ich nicht mögen, geschweige denn lieben.

    Hallo erstmal.

    Ich habe die letzten Tage damit verbracht, hier in dem Forum einige Berichte bzw. Mitteilungen zu lesen. Mit Erschrecken mich musste ich feststellen, wie verbreitet dieses Problem Alkohol ist und mit wieviel Leid das ganze verbunden ist.

    Ich glaube, nein, ich habe verstanden, dass eine Hilfe nicht möglich ist, solange der Betroffene nicht selber die Erkenntnis erlangt. Erst vorgestern Abend habe ich meine Lebensgefährtin wieder volltrunken vorgefunden. Ich habe mich umgedreht und bin gegangen. Habe mich auf keine Diskussion eingelassen nur geantwortet. Wenn du nüchtern bist kannst du mich anrufen. Es war deprimierend mit an zusehen, wie sehr Sie sich dabei erniedrigte, nur das ich bleiben sollte.

    Gestern habe ich ihr ganz deutlich gesagt, das ich dieses Thema zwischen uns und nach außen hin, nicht mehr taburisieren werde. Für mich ist SIe eine Alkoholikerin und eine Kontrolle über den Alkoholkonsum ihrerseits, besitzt Sie schon lange nicht mehr

    Ich habe ihr sehr deutlich zu verstehen gegeben, dass es eine Zukunft nur geben kann, wenn SIe auf einen Entzug, bzw. eine Therapie macht.

    Wenn ich auch eins in den letzten Tage kapiert habe, ist der perönliche Selbstschutz das wichtigste überhaupt in so einer Situtation. Das mag zwar egoistisch klingen, aber ich glaube, dass ist die richtige Entscheidung.
    Ich habe schon länger in diesem Forum gelesen, bis ich mich getraut habe selber zu schreiben, aber alleine nur dieser einzige Beitrag und das lesen der anderen Beiträge hat in mir schon eine Menge bewirkt. Ich weiß nicht, ob meine Entscheidung richtig ist, das wird sich zeigen. Darüber werde ich berichten. Ich glaube, das ist man diesem Forum schuldig.

    Hallo ich heiße Erlon, bin 50 Jahre alt und hab ein riesiges Problem mit meiner Freundin bzw. Lebensgefährtin. Aber der Reihe nach. Ich habe SIe vor dreieinhalb Monaten kennengelernt. Dazu muß ich aber sagen, ich habe kurz vorher einen schweren perönlich Schlag hinnehmen müssen. Ich habe Lymphdrüsenkrebs im Frühstadium. Dies ist Anfang des Jahres festgestellt worden und nach der Behandlung wurden bei weiteren Kontrolluntersunchungen keine negativen Veränderungen oder neue veränderte Lymphknoten mehr festgestellt. Ich war ziemlich niedergeschmettert und in diesem Stadium lernte ich meine Freundin kennen. Sie hat mir wieder soviel Lebensmut und willen zum Leben gegeben, so das ich voller Optimismus in die Zukunft blickte. Als wir uns kennenlernten, sagte Sie zwar, das Sie pyhische Probleme habe und Sie deshalb bei einer Therapeutin in Behandlung wäre und auf Grund dessen, zur Zeit, arbeitsunfähig geschrieben sei. Da habe ich mir noch nichts gedacht. Ich selbst war nach meiner Scheidung vor 8 Jahren in Therapeutischer Behandlung und von daher weiß ich, wie schnell so etwas geschehen kann.

    So weit so gut. Nach ca. 1 Monat geschah folgendes. Als ich Sie Nachmittags von zu Hause abholen wollte. machte Sie auch nicht auf. Ich hab mehrfach geklingelt und versucht Sie übers Handy an zurufen. Kein Erfolg, ich konnte Sie nicht erreichen. Ungefähr 3 Stunden später rief Sie mich dann an und meint recht vorwurfsvoll, ob ich SIe vergessen hätte. Irgendwie war ich irritiert, hab ich den Klingelknopf richtig gedrückt, hab ich die richtige Handynummer gewählt. Könnte ja durchaus sein. Ich hab mich bei ihr entschuldigt und bin dann noch zu ihr gefahren. Was mir allerdings da auffiel beim Begrüßungskuss, war der sehr starke Geruch von Mundwasser. Da hab ich aber nicht geschaltet. Sie bot mir ein Glas Rotwein an und was mir auffiel, in dem Zeitraum, wo ich ein Glas getrunken hatte, hatte sie zwei auf und das Sie körperlich sehr schnell abbaute. Der gleiche Vorfall ereignete sich in der Woche noch ein zweites Mal, allerdings ohne das wir Abend noch etwas getrunken hatten. Ich fand SIe dann ziemlich desorientiert und mit einer enormen inneren Unruhe behaftet vor. Auf die Frage, was mit Ihr los sei, bekam ich die Antwort. die Tabeletten, die Sie von Ihrer Therapeutin verschrieben bekommen habe, hätte Sie so fertig gemacht, so das Sie den ganzen Nachmittag geschlafen hätte. Da habe ich immer noch nicht geschhaltet.

    Am nächsten Wochenende waren wir bei mir im Haus und als wir Abends zusammen saßen, forderte Sie mich immer wieder auf, doch endlich den Sekt ein zuschenken, den Sie in meinem Keller gesehen hat. Auch hier fiel mir auf, so schnell wie sie ihr Glas lehrte, konnte ich garnicht schauen und sie gab erst Ruhe, als die beiden Sektflaschen leer waren.

    Nach ungefähr weiteren drei Wochen gab SIe mir Ihren Haustürschlüssel und ich ihr den meinigen und es kan in den nächsten Tagen zu folgenden Zwischenfall. Ich kam NAchmittags vom Dienst und wunderte mich, das Ihr Fahrrad auf meiner Auffahrt stand. Dabei war abgemacht, das ich SIe abholen wollte und wir dann zusammen zu einem Möbelgeschäft fahren wollten. Im ersten Moment hab ich mich zwar gefreut, aber dann kam die Ernüchterung. Sie lag im Wohnzimmer auf dem Sofa und war nicht mehr ansprechbar. Auf dem Tisch stand ein Glas, in dem sich augenscheinlich Cola befand. Nach genaueren Betrachten und testen stellte ich fest, das es sich um Whisky pur mit einem Schuß Cola handelte. Meine Tochter, die inzwischen dazu gekommen war, war ziemlich befremdet und konnte dieses Verhalten nicht einordnen. Nur mit großer Mühe konnte ich Sie aufwecken und Sie nach Hause bringen. Erst jetzt begriff ich, das Sie ein Alkoholproblem hat. Das wurde mir dann auch noch am gleichen Abend von Ihrer Tochter bestätigt die ebenfalls noch am Abend nach Ihrer Mutter schauen wollte. Ich hab mich den Abend noch sehr lange mit Ihrer Tochter unterhalten und da wurde mir erst das ganze Ausmaß bewußt. NIcht nur, das SIe Ihren Führerschein und Ihren Arbeitsplatz wegen des Alkohols verloren, sondern auch ihre Kinder sind zum Vater gezogen und meiden Ihre Mutter.

    Gut, so dachte ich Alkoholismus ist eine Krankheit und da kann man was gegen tun. Zum einen habe ich am nächsten Tag meine Lebensgefährtin darauf angesprochen. Sie meinte nur, das könne man kein Problem nennen, sie hat das voll unter Kontrolle und es sei nur Ihr Exmann, warum Sie ab und zu zuviel trinkt. Das allerdings, konnte ich nicht so recht glauben und hab einen Termin mit der Suchtberatung vor Ort gemacht, damit ich erst mal weiß, wie ich dran bin und was ich tun kann. Leider hat mir das nicht all zuviel gebracht.

    Mittlerweile sind die Abstürze immer häufiger und sogar bis zur Besinnungslosigkeit, so das ich den Notarzt rufen musste. Eine Einweisung ins Krankenhaus lehnt Sie aber ab. SIe fährt zwar jetzt im November zur Kur, aber ich glaube, das bringt nicht so viel, weil Ihr Arbeitgeber ihr die Pistole auf die Brust gesetzt hat. Entweder Kur oder kompletter Verlust des Arbeitsplatzes.

    Mittlerweile bin ich mit meinem Latein am Ende. Zwar hab ich Ihr gesagt, wenn Sie getrunken hat geh ich nach Hause und das mache ich auch und halte mich konsequent daran. Und an Ihren Geburtstag hab ich Sie voll auflaufen lassen. Ich hatte ihr gesagt, wenn du trinkst bzw. du getrunken hast, dann helfe ich dir nicht. Es kam wie es kommen muste. Sie hatte an ihrem Geburtstag getrunken und diesmal habe ich dafür gesorgt, das alle es mitbekamen. SIe saß auf dem Sofa zu schlafen als ihre Gäste kamen. Vorher hab ich sie nur mit großer Mühe aus dem Bett bekommen. Es tat mir zwar unheimlich in der Seele weh, das mit an zuschauen, aber was sollte ich anderes machen. Ich hatte zuvor im Internet mich belesen und bin dabei auf den Begriff Co-Abhängigkeit gestoßen. Das hat mich ziemlich erschreckt, zumal ich fesstellen muste, das ich mich unbewußt auf diesem Weg in die Co- Abhängigkeit befinde. Von daher hab ich die Bremse für mich gezogen.

    Allerdings weiß ich jetzt nicht so recht mehr wie ich weiter verhalten soll. Sicher ich liebe diese Frau. Aber nachdem ich das alles gelesen habe kommen mir Zweifel auf ob diese LIebe, die sie mir zeigt und entgegenbringt auch echt sind.

    Vielleich kann man mir hier helfen, indem man mit anderen Betroffenen sich austauscht. Ich möchte auch nicht zu vorschnell handeln